Literaturlegende Berlin

Berlin und die Literatur, das ist ein Ding für sich. Als ich vor über zehn Jahren hierherkam, war ich gespannt auf die vielgerühmten Möglichkeiten, die Lesebühnen und Poetry Slams, all das. Außerdem die vielen Verlage, darunter mein Verlag, die Agenturen natürlich und all die lebenden Literaten, die man unterwegs irgendwo trifft. Toll! Und dann?

Das Ding mit der Berliner Literatur liegt schräg und bleibt schräg, von wo aus man es auch betrachtet. Wuppertal oder Neukölln, Provinz oder Weltkreativdrecksstadt Berlin, das ist ziemlich egal.

Insgesamt war ich auf keiner einzigen Slam-Veranstaltung, aber das war klar. Ich mochte das nie, diesen inszenierten Wettbewerb. Ich war aber auch nur zwei- oder dreimal als Zuhörerin bei Lesebühnen und ein einziges Mal stand ich als Gast auf der Bühne. Das war eine tolle Erfahrung, aber das war’s dann auch. Ich eigne mich nur wenig als Gagschreiberin. Punkt! So ähnlich sieht das auch Sarah Schmidt, eine Lesebühnenlegende, wie ich heute lesen durfte.

Das Schönste waren sicherlich die Bloglesungen, die es vor ein paar Jahren immer wieder Mal gab. Denen trauere ich ein wenig nach. Da war ich gerne, egal in welcher Position. Aber damit war es dann, spätestens mit der ersten Twitterlesung, auch vorbei. Schade eigentlich.

Berliner Kunst nach 1945

Vor 70 Jahren: Schon sehr bald nach Kriegsende begannen in den Berliner Westsektoren die städtischen Kunst- und Volksbildungsämter mit der Unterstützung Berliner Künstler, vor allem derjenigen, die nicht im Dienste der Nationalsozialisten gearbeitet haben. Ankauf von Bildern gehörte dazu ebenso wie die Bereitstellung von Ausstellungsräumen. In der Kommunalen Galerie Wilmersdorf wird zur Zeit eine Auswahl aus dieser erstaunlichen Sammlung des Bezirks gezeigt.

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Eckhart Gillen zeigt “Berlin am Meer” von Werner Heldt

Viele der Bilder handeln vom Wunsch nach Neuanfang, nach Farbigkeit und neuer Formensprache. Angesichts der Berliner Trümmerlandschaft sagte Werner Heldt: “Unter dem Asphaltpflaster Berlins ist überall der Sand unserer Mark. Und es war früher einmal Meeresboden.”
Gerda Rotermund zeigt in ihren Arbeiten die Leidenswege von Flüchtlingen,  Alexander Camaro präsentiert die Aufzeichnungen eines Geheimagenten. Mit Werner Laabs und Heinz Trökes werden zwei Künstler ausgestellt, die mit zu den ersten Künstlern der Galerie Rosen gehörten.
In seinem Eröffnungsvortrag beschrieb der Kunsthistoriker Eckhart Gillen auch  Auseinandersetzungen mit den Vertretern der sozialistischen Kunst und Abwerbeversuchen der “Ostzone”, die Künstler mit freien Wohnungen und Ateliers in ein Künstlerdorf locken wollte: der “kalte Krieg” machte vor der Kunst nicht halt.

Kommunale Galerie
Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin
www.kommunalegalerie-berlin.de

Auf ein Neues

Hier ist zwischen den Jahren ein bisschen was kaputt gegangen, doch jetzt sind wir wieder da. Mal sehen, was wir daraus machen. Aber erst nächstes Jahr, versprochen.

Wir wünschen einen guten Rutsch heute Nacht.

Einstürzende Schulbauten in Berlin

Advent, Zeit der täglichen Türchen. Blogs spielen dieses Spiel gern mit, mal mehr und mal weniger elegant. Auch wir vom HSB haben das vor einigen Jahren einmal gemacht, mit unserem Bloxikon. Gefällt mir noch heute sehr gut.

Das aktuelle Türenspielchen, das ich soeben entdeckt habe, topt das aber um Längen. Es handelt sich um eine launige Zusammenstellung von einstürzenden Berliner Schulgebäuden, ebenso erschreckend wie makaber. Schöne Bilder auch.

Zum Auftakt heißt es dort Ende November:

Der Sanierungsrückstau an Berliner Schulen ist weitaus größer als bisher vermutet. Über zwei Milliarden Euro müsste das Land Berlin aufbringen um die Schulgebäude instand zu setzen. Das ging unlängst aus der Beantwortung einer kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor.

Die Zustände, unter denen unsere Kinder lernen müssen, sind ein Skandal!

Ich bin gespannt und werde ab heute sicher täglich die Klinke bedienen.

Berlin im Zeichen des Genusses

Die STATION-Berlin ist der aktuelle Schauplatz für Gourmets und sonstige Liebhaber guten oder ausgefallenen Essens und erlesener Getränke: Auf dem historischen Gelände des früheren Bahnhofs der Dresdner Bahn und späteren Postbahnhof am Gleisdreieck gastiert von Freitag bis Sonntag die Eat & Style.

Eat & Style Berlin

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Kann das weg?

Treppenabgang in den Garten des SEZ in Berlin-Friedrichshain - Foto: h|b

Der aktuelle Besitzer hat einen Antrag auf Abriss des SEZ gestellt, er will dort ein neues Gebäude erstellen. Der Bezirk ist dagegen, wegen der „großen kulturellen und sportpolitischen Bedeutung“ des Gebäudeensembles. Ich würde vorschlagen einfach weitere 10 Jahre zu warten, dann ist sicher “Gras über die Sache” gewachsen.