Archiv für Juni 2011

Humboldt-Box II

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Humboldt-Box und Berliner Dom Foto: ©MM|HSB2011

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Schloss in der Box

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Die Humboldtbox vor dem Berliner Dom

Ein neuer Solität in Berlins Mitte - Foto: h|b

Der Bagger steht schon mal bereit, allerdings noch nicht für den Baubeginn des Stadtschlosses, sondern für die Abschlussarbeiten an der Humboldtbox die heute eröffnet wird. Bevor der wirkliche Bau beginnt, kann man sich für die nächsten sieben Jahre anschauen, was auf den – noch leeren – Schlossplatz zukommt, solange soll die Box dort mindestens stehen.

Die Morgenpost schreibt zur neuen Infobox: “Egal, ob vom Alexanderplatz, Brandenburger Tor oder dem Werderschen Markt kommend: Wer das weltberühmte Ensemble aus Museumsinsel, Berliner Dom und Zeughaus in den Fokus nimmt, hat den knapp 30 Meter hohen asymmetrischen Klotz unvermeidlich mit auf dem Bild.”

Selbst der Stern hat sich des Themas angenommen und titelt: “Armes Berlin. Dies soll also “das neue Wahrzeichen” der Stadt sein: ein himmelblauer Meteorit, niedergegangen mitten auf dem Schlossplatz. Ein massiges Ding, unelegant, viel zu hoch und aluminiumglänzend.”

Was das Schloss angeht, hier ist immer noch nichts in trockenen Tüchern, auch wenn es unverändert einen Beschluss des Bundestages zum Bau gibt. Gestern wurde im Haushaltsauschuss des Bundestag debattiert, ob das Schloss nun eine Kuppel bekommen soll oder nicht. Ratsmitglied Wolfgang Thierse (SPD) sagte dazu: „Wenn wir den Auftrag des Parlaments ernst nehmen und keine Streichholzschachtel bauen wollen, dann sind historische Kuppel und Tore wichtig“. Im Stiftungsrat herrsche Einigkeit darüber, „dass kein unvollständiges Gebäude entstehen darf“.

Allerdings entscheidet der Haushaltausschuss über die Mehrausgaben und der muss eh schon verkraften, dass die Kosten von 552 Millionen Euro auf inzwischen über 610 Millionen Euro gestiegen sind. Und das ist sicherlich nicht die letzte Zahl. Allein für Kuppel und verzierte Portale sind zusätzliche 28 Millionen Euro aufzubringen schreibt der Tagesspiegel.

Holocaust-Denkmal von Eisenman im Lichtspiel

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Das Holocaust-Denkmal von Peter Eisenman in Berlin-Mitte - sieht fast aus wie gemalt durch die Intensität der Sonne und die dadurch größeren Schattenkontraste Foto: ©MM|HSB

Berlin ~ Mittwoch ~ 29.06.2011

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Fähre im Trondheim-Fjord, Norwegen

Fähre im Trondheim-Fjord, Norwegen Foto: ©MM|HSB2011

Über ein letztes Mal, eine erste Anerkennung, eine Ablehnung, eine Unsicherheit, eine Wowi-Party und Perspektiven: die Berliner Themen-Leistungsschau am heißen Mittwoch. Voilà:

✚ Der letzte Ärger mit den Sarrazinen?  Ursula Sarrazin hatte ihren letzten Schultag. Und alle sind froh.

✚ Endlich: die Gedenktafel für die zwangsenteigneten jüdischen Zoo-Aktionäre. Noch 2000 hatte ein Zoo-Justiziar kategorisch jede Diskriminierung von Juden während der Nazi-Zeit geleugnet.

✚ Morgen, am Donnerstag, will die rechtspopulistische und selbsternannte Bürgerbewegung “Pro Berlin” im Bezirksrathaus in Kreuzberg tagen. Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) will einen “Markt gegen Rassismus” und “Bunt statt Braun” zur selben Zeit im Rathaus unterstützen.

✚ Spieglein, Spieglein an der Wand, wer wird der oberste Polizist im ganzen Land? Gesucht: ein neuer Polizeipräsident. Gefunden: Udo Hansen als Kandidat der SPD ohne die Stimmen des Koalitionspartners Die Linke. Ein abgelehnter Kandidat, Klaus Keese, klagt gegen selbige. Und bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtes bleibt die Entscheidung für Hansen nicht rechtskräftig. Hansen gilt als durchsetzungsstark und als exekutiver Hardliner und ist deshalb – je nach politischer Couleur – umstritten.

✚ Jaja, der Wowereit, das Klischee der Feier-Else und die Wirklichkeit. Der Regierende hatte zum Hoffest geladen, 4000 Gäste waren dabei, und der Tagesspiegel glaubt, das Fest generiere sich mehr und mehr als Berliner Leistungsschau. Kulturelle Spitzen gab es wohl genug.

✚ Rund 400 neue Arbeitsplätze schafft ein großes internationales Versandhaus in Mitte, weitere 400 Saisonstellen kommen hinzu. Es gebe hier so viele qualifizierte Menschen, so ein Sprecher des Unternehmens, deshalb sei die Entscheidung für Berlin gefallen. Bleibt zu hoffen, das nicht nur das Ultra-Niedrig-Lohnsegment in der Hauptstadt ausschlaggebend für den Konzern war.

✚ Zum Bild oben: nein, das ist natürlich nicht Berlin. Sondern Trondheim in Mittelnorwegen, genauer: der Trondheimfjord, um ca. 2 Uhr morgens vergangene Woche. Liegt schon ziemlich weit im Norden. Da studieren viele Berliner (Naturwissenschaften). Und es gibt ein mildes Mikro-Klima. In lockerer Folge stelle ich mal hier Städte vor, in der Berliner leben, arbeiten, studieren und die interessant als Lebens- und Urlaubsort sind. Oder die einen kulturellen Bezug zu Berlin haben.

Dienstag, 28. Juni

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Morgen beginnen die Schulferien in Berlin und in der Kommunalpolitik wird es ruhiger. Die meisten Meldungen gibt die Polizei heraus in diesen Tagen: Da wird eine Rückkehrerin aus dem  Frauenhaus von ihrem Ehemann erstochen, ein kleiner Junge wird von einem Kampfhund angefallen,  wir sind geplagt von  nächtlichen Brandanschlägen, in großem Stil gefälschten Klinikabrechnungen, Kabeldieben bei der S-Bahn.

Aber wir wären nicht Metropole, wenn nicht auch für Ablenkung gesorgt wäre:
am Donnerstag öffnet die Humboldt-Box auf dem Schlossplatz;
ab August wird Mozarts Zauberflöte auf einer Wannseebühne aufgeführt;
Und um es den Anmachern und Vergewaltigern mal richtig zu zeigen, veranstalten Berliner Menschen am 13. August einen “Schlampenmarsch” – der erste Slutwalk  in Berlin.

Naturschauspiel

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Abschlussveranstaltung des Festivals Klavierfieber in der Neuen Nationalgalerie am 26. Juni 2011. Foto: Sven Knoch.

Montag, 27. Juni 2011

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BBI heißt ja künftig BER und hat offenbar neben den Flugroutengegnern auch Plane-Spotter. Am Tag der offenen Tür kamen jedenfalls zehntausende auf die Baustelle.

Mehrere NPD-Politiker sind in den letzten Tagen Opfer von Gewalt geworden. Es wird spekuliert, dass die gewalttätige Nazi-Demo in Kreuzberg im Mai einen Rachezug der linken Szene ausgelöst hat.

Der Tagesspiegel führt in das Thema Internationale Bauausstellung ein und lässt diskutieren, ob Berlin eine  IBA braucht.

Ein Konsum-Interview der anderen Art bietet die taz im Gespräch mit den Inhabern der Kauf-dich-glücklich-Läden Andrea Dahmen und Christoph Munier.

Genießt die Sonne!

Jetzt geht’s lohooos

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Ein Banner zur Fussball WM 2011

Nu geit dat los - Viel Erfolg und schöne Spiele - Foto: h|b

Karneval der (Sub-) Kulturen

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Regenbogenfahnen gegen den Himmel

Es lebe die Regenbogenrevolution - Foto: h|b

Kurze Zeit nach dem farbenfrohen Umzug durch Kreuzberg stand ein weiterer Höhepunkt des Berliner Eventsommers an, der CSD. Steckten beim KdK noch Südamerikanerinnen in den farbenfrohen Sambakostümen, sind es diesmal indonesische Jungmänner, war die Musik der Kulturen noch international und zum größten Teil “handmade”, wummert bei diesem Umzug internationaler Techno aus den Lautsprechen der großen Trucks und bläst einem fast die Mütze vom Kopf.

Hier ein paar Impressionen des Umzugs in Höhe des KaDeWe. weiterlesen »

Dit is Berlin – allet juut oder wat?

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Am Samstagnachmittag kam ich aus dem hohen Norden zurück ins bunte, laute und heute besonders schwule Berlin (CSD) – und als erstes fielen mir die Schlagzeilen einer bekannten Berliner Boulevardzeitung ins Auge, die am Flughafen überall aushingen.

Die Boulevardzeitung titelte in den üblichen fetten Lettern. Berlin: Heute rosa, morgen Balla Balla.

Drüber stand noch: Dit is Berlin.

Muss man jetzt rosa sein, oder Balla-Balla, oder beides? Und dann ist “man” Berlin, oder ist Berlin Balla-Balla, oder der Balla rosa oder was??? Ob die Fußballerinnen sich beim sonntäglichen Eröffnungsspiel Balla-Balla finden?

Jedenfalls ist es schön, wieder in einer ganz einfachen Sprache mit ganz einfachen Sätzen an wichtigen Ereignissen teilhaben zu können. Danke, das war ein Knaller, mit Rosa und Balla! Und ein bisschen etwas von Fairplay für Vielfalt hat diese Sprache ja auch…

Sonnabend, den 25. Juni 2011

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Das sommerliche Berlin bietet reichlich Veranstaltungen: CSD schillert, Mariendorf rockt, Bergmannstraße festet und Frauen fußballern. Es geht nicht immer leise zu. Da ist der Veranstalter in der Spandauer Zitadelle froh, nicht als Ruhestörer zu gelten. In Kreuzberg kann es anders ausgehen. Wenn Kinder laut sind, wird der Betreuer verprügelt. Ein ganz übles Ding! Und bei Frau Senatorin gab es Lärm um Nichts. Oder war da was?

Ein ruhig gefeiertes Wochenende wünscht

Bernd

Impressionen von der Fête de la Musique

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Kreuzberg jazzt zum 17. Mal

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Nicht vergessen: Heute beginnt das tollste Straßenfest Berlins. Auch wenn die Bergmannstraße sonst nicht so mein Favorit ist, das Bergmannstraßenfest ist doch immer wieder grandios. Also, ab heute bis zum Sonntag. Viel Spaß!