Dit is Berlin – allet juut oder wat?

Am Samstagnachmittag kam ich aus dem hohen Norden zurück ins bunte, laute und heute besonders schwule Berlin (CSD) – und als erstes fielen mir die Schlagzeilen einer bekannten Berliner Boulevardzeitung ins Auge, die am Flughafen überall aushingen.

Die Boulevardzeitung titelte in den üblichen fetten Lettern. Berlin: Heute rosa, morgen Balla Balla.

Drüber stand noch: Dit is Berlin.

Muss man jetzt rosa sein, oder Balla-Balla, oder beides? Und dann ist “man” Berlin, oder ist Berlin Balla-Balla, oder der Balla rosa oder was??? Ob die Fußballerinnen sich beim sonntäglichen Eröffnungsspiel Balla-Balla finden?

Jedenfalls ist es schön, wieder in einer ganz einfachen Sprache mit ganz einfachen Sätzen an wichtigen Ereignissen teilhaben zu können. Danke, das war ein Knaller, mit Rosa und Balla! Und ein bisschen etwas von Fairplay für Vielfalt hat diese Sprache ja auch…

16 Kommentare
  1. ulla 26. Juni 2011 ⁓ 08:01

    Ein bißchen – mal mehr, mal weniger – durchgeknallt sind wir hier alle.
    “Berlin ist Balla-Balla” reicht also als Zustandsbeschreibung völlig aus :-)

  2. Glis glis 26. Juni 2011 ⁓ 14:47

    Ja, so trägt die “vierte Gewalt” zur allgemeinen Infantilisierung bei. Winke winke, der Wowi kommt.

    P.S. Morgen ist Siebenschläfer…

  3. Zitatezitator 26. Juni 2011 ⁓ 14:47

    Die Idee, die Damen mit einem rosa Ball spielen zu lassen, ist charmant. ;)

  4. Susanne HSB 26. Juni 2011 ⁓ 14:51

    Haben die nicht schon pinke Treter? ;)

  5. Glis glis 26. Juni 2011 ⁓ 15:22

    Irgendwo las ich neulich, daß Carolina Morace, die italienische Trainerin der kanadischen Mannschaft, schon mal Trainerin eines – ich glaube drittklassigen – italienischen Männervereins war, dort aber den Vertrag gekündigt hat, nachdem der Präsident anfing, “ihr zu Ehren” die Stadiontribüne rosa anmalen zu lassen.

  6. Michael HSB 26. Juni 2011 ⁓ 15:23

    Also, ich hab keine pinken Treter auf den Pressefotos gefunden. Aber Strümpfe in einem undefinierten Rot.

    Ganz interessant finde ich dieses Foto: http://static.rp-online.de/lay.....veau__.jpg.
    Ist gut gemacht, gute PR-Darstellung, cool, aber eine Frage stelle ich mir doch: haben FußballerInnen nicht kräftigere Waden?

    Oder sind diese der Spielerei einer Photoretusche der besseren Grazil-Optik geschuldet worden?

  7. Susanne HSB 26. Juni 2011 ⁓ 15:35

    Oh, wo auf diesem Bild haben die denn ihre burschikose Torfrau gelassen?

    Und das mit den Waden ist so: Die hat frau, oder sie hat sie eben nicht. Ich z. B. habe, auch ohne Fußball. (Aber auf dem Bild sieht das schon schwer nach Retusche aus, stimmt.)

  8. Susanne HSB 26. Juni 2011 ⁓ 15:49

    Rosa scheint eine philosophische sowie auch eine gesellschaftliche Dimension zu haben. Mir völlig schleierhaft. ;)

  9. Susanne HSB 26. Juni 2011 ⁓ 16:36

    Wie süß. Ein Kinderlied, für mich zumindest. ;)

  10. 1704 27. Juni 2011 ⁓ 13:42

    @ Michael HSB

    “… Und ein bisschen etwas von Fairplay für Vielfalt hat diese Sprache ja auch…”

    dazu:

    “Schwule und Lesben haben auch in Berlin nach wie vor mit Schikanen und Gewalt zu kämpfen. Erst kürzlich wurden zwei Männer auf der Straße angegriffen. ‘Mir reicht’s – Meine Würde ist unantastbar’, heißt nun eine Kampagne.”

    oder:

    “Homosexuelle Männer, die zwischen 1945 und 1969 verfolgt und verurteilt wurden, warten bis heute auf ihre Rehabilitierung.”

    oder:

    “Nur einen Tag nach dem CSD beginnt in der Hauptstadt die Frauenfußball-WM. Doch Homosexualität im Leistungssport – wie offen wird da schon darüber geredet?”

    oder:

    “Der CSD wurde aus dem Gedanken geboren, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung Homosexueller zu demonstrieren.” und “Bei der ersten Parade waren 400 Teilnehmer dabei, heute kommen bis zu einer halben Million Demonstranten.”

    (zitate siehe link im text von Michael HSB)

    man kann die welt natürlich auch rosa(-rot) sehen und auf “Balla Balla” machen – nebenbei: was ist eigentlich aus der diskussion um die thesen von Judith Butler geworden? (siehe dazu: http://www.tagesspiegel.de/ber.....64540.html)

  11. Sigurd 27. Juni 2011 ⁓ 19:40

    Über Homosexualität im Profifußball hatte ich beim letztjährigen CSD im HSB ausführlich geschrieben. Dies möchte ich jetzt nicht alles wiederholen. Aber ich finde es gut, dass hier, wenn auch sehr langsam ein umdenken zumindest bei den Funktionären eintritt.

    Man muss kein Freund von Egidius Braun sein und kann seine Art den DFB vor der FIFA zu vertreten auch sehr skeptisch betrachten. Aber er hat es mit seiner nach außen unaufdringlichen Art geschafft, dass der Frauenfußball in Deutschland mittlerweile einen gewissen Stellenwert besitzt. Ich kann mich noch gut an die Anfänge erinnern, als man Frauenfußball als Lesbensport abkanzelte. Auch davon befreit man sich so langsam, obgleich die Sprüche, gerade von ehemaligen prominenten männlichen Profifußballern, noch immer sehr pubertär klingen mögen.

    Nun hat er sich ein weiteres Ziel gesetzt, seit einiger Zeit kämpft er gegen die Diskriminierung von Homosexualität im Fußballsport, dort insbesondere der 1. bzw. 2. Fußballbundesliga. Ein sehr ehrgeiziges Ziel, denn es geht nicht nur um die Spieler, von denen erst kürzlich einer tönte „mit einem Analritter würde er nicht unter die Dusche gehen“. Sondern es geht auch darum, bei den „Anhängern“ der Vereine einen Umdenkprozess einzuleiten.

  12. ulla 27. Juni 2011 ⁓ 20:58

    Man könnte ja im Profi-Fußball eine Quotenregelung, ähnlich der Frauenquote im beruflichen Bereich, einführen – “bei gleicher Qualifikation …” usw. usw. :-))

    Auf der ganzen Welt gibt es Krisengebiete, Kriege, Naturkatastrophen, verhungern Menschen, Afrika ist Aids verseucht und hier macht man sich Sorgen um Fußballer, die ganz gewiß auch ohne die freundliche Unterstützung von selbst ernannten Anwälten durch’s Leben kommen.

    Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.

  13. 1704 27. Juni 2011 ⁓ 21:07

    “Auf der ganzen Welt gibt es Krisengebiete, Kriege, Naturkatastrophen, verhungern Menschen, Afrika ist Aids verseucht und hier macht man sich Sorgen um…” EHEC, autobahnmaut, hundekacke auf gehwegen, müll in parkanlagen, wer die nächste wahl gewinnt, s-bahn-probleme, gentrifizierung, Hartz IV, benzinpreise usw. usf. “Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.”

  14. Sigurd 27. Juni 2011 ⁓ 22:01

    Au weia, wie komme ich auf Egidius Braun, das war mal! Der jetzige DFB-Präsident ist natürlich Theo Zwanziger.
    Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.

  15. Sigurd 1. Juli 2011 ⁓ 18:20

    @Susanne (HSB)
    Nö kein Kinderlied, sondern einfach eines dieser etwas durchgeknallten Lieder. Das war Mitte der 60er Jahre nichts ungewöhnliches. Wir waren da eben etwas Balla-Balla. Hier noch eine dieser „heißen“ Scheiben, auf jeder Party damals der Hit. Und oftmals heute noch. J

    http://www.youtube.com/watch?v=ZThquH5t0ow