Karneval der (Sub-) Kulturen

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Regenbogenfahnen gegen den Himmel

Es lebe die Regenbogenrevolution - Foto: h|b

Kurze Zeit nach dem farbenfrohen Umzug durch Kreuzberg stand ein weiterer Höhepunkt des Berliner Eventsommers an, der CSD. Steckten beim KdK noch Südamerikanerinnen in den farbenfrohen Sambakostümen, sind es diesmal indonesische Jungmänner, war die Musik der Kulturen noch international und zum größten Teil “handmade”, wummert bei diesem Umzug internationaler Techno aus den Lautsprechen der großen Trucks und bläst einem fast die Mütze vom Kopf.

Hier ein paar Impressionen des Umzugs in Höhe des KaDeWe.

Klasu Wowereit auf dem CSD

Klaus Wowereit an der Spitze des Umzuges und der Bewegung - Foto: h|b

Ein CSD Teilnehmer wird fotografiert

Die Stimmung am CSD war ausgelassen - Foto: h|b

Ein Mann mit Lederklamotten und Engelsflügeln

"Gefallene" Engel gab es einige zu bewundern - Foto: h|b

Männerfüße in roten Damenschuhen

Die durchschnittliche Schuhgröße der High-Heels war weit jenseits der 40 - Foto: h|b

Kunstvolles Kostüm auf dem CSD

Karneval der Kulturen oder CSD, das ist die Frage - Foto: h|b

8 Kommentare
  1. Toska 26. Juni 2011 ⁓ 17:46

    Ich finde es richtig und auch wichtig, dass für Gleichberechtigung der Schwulen und Lesben demonstriert wird.

    Nur wage ich zu behaupten, dass der CSD das absolut nicht vermittelt. Es kann sich ja jeder verkleiden wie er will, oder jeder kann den anderen hinfassen wo er will, aber dummerweise stürzen sich die Medien meist auf die schräg verkleideten Schwulen, oder diejenigen die sich nun gegenseitig am Hinterteil oder Vorderteil bekrabbeln müssen, und die vielen ganz “normalen” Schwulen und Lesben kommen gar nicht zu Worte geschweige ins Bild.

    Toleranz, Rechte, Normalität , Gleichberechtigung für Schwule und Lesben kann durch diesen Karneval nicht einfordern.
    Dieser CSD, wie auch die vorhergehenden erzeugen immer noch in der Öffentlichkeit das Bild von “Abartigkeit”

  2. Peter B. 27. Juni 2011 ⁓ 15:07

    Das kann ich nur unterstützen. Dieses Event ist weit davon entfernt eine politische Demonstration für Gleichberechtigung zu sein. Hier geht es augenscheinlich nur um ein Thema. Um Sexualität und deren ungehemmte Praktizierung, möglichst schon in aller Öffentlichkeit. Ich behaupte auch etwas. Ich kenne kaum ein Land, wo Schwule und Lesben derart frei agieren können. Wenn sie sich in der Gesellschaft so bewegen, wie andere Menschen auch, wird ihnen niemand etwas tun. Niemand zwingt sie, ihre Art der Sexualität vor sich her zu tragen.
    Ich war mehrfach auf dem CSD. Was sich dort am Rande in aller Öffentlichkeit zuträgt, treibt einem die Schamröte ins Gesicht. Was ist das für ein Event, wenn man sich vor seinen eigenen Kindern schämen muss?
    Sie werden das löschen. Ganz sicher.

  3. Ralf 28. Juni 2011 ⁓ 12:02

    Der CSD hat sich selbst überlebt, als ein Event was einmal wichtig war.
    Ob man da hingehen mag, sei jedem selbst überlassen.
    Sogar so mancher Berliner Homosexuelle geht da nicht mehr hin.
    Dafür trampelt so mancher (verklemmte) Heterosexuelle dort hin, schleppt sogar seine Kinder mit, um sich hinterher dann auch noch aufzuregen, was er dort sah, es einem die Schamesröte im Gesicht (oder wo sonst) trieb.
    Solange es derartige Intoleranz gibt, hat der CSD (s)eine Existenzberechtigung.

  4. Hernando 28. Juni 2011 ⁓ 15:56

    Ob wir es noch erleben, dass sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt?

    Es wäre zu wünschen. Dann könnte man auch auf solche “Demos” wie den CSD-Umzug verzichten.

    Weltoffen, kultiviert und liberal ist was anderes.
    Zum Beispiel das Berlin der 20-er und frühen 30-er Jahre.
    Nachzulesen z.B. bei Christopher Isherwood.
    Goodbye to Berlin / Cabaret kennen wohl alle.

    Jetzt gibt es auch einen tollen biographischen Film.
    Neulich auf arte. Wird sicher mal wiederholt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_und_Heinz_%E2%80%93_Eine_Liebe_in_Berlin

  5. Peter B. 29. Juni 2011 ⁓ 14:37

    Wenn ich eine der Reaktionen richtig verstehe, dann sollten Heterosexuelle nicht zum CSD gehen und keinesfalls ihre Kinder mitnehmen. Das verstehe wer will. Dieser Tag soll doch gerade in der Öffentlichkeit für mehr Verständnis werben und nun das! Wenn eine öffentliche Veranstaltung mit Karnevalscharakter nicht mehr kinder- und jugendtauglich ist, dann stimmt doch irgend etwas nicht. Man muss auch nicht verklemmt sein, um einige der dortigen Erscheinungen, wie ich sie selbst erlebt habe, als abartig und ekelig zu empfinden. Und deswegen auch meine Kritik. Dieser CSD ist zu 90% eine reine Darstellung von Sexualität und nichts weiter. Wenn Heterosexuelle angesichts dieser Tatsache als verklemmt gelten, dann kann ich mit diesem Prädikat gut leben. Ich habe kein Interesse daran, meine Sexualität und meine sexuelle Ausrichtung vor mir her zu tragen. Sie geht nur mich und meinen Partner etwas an. Würden Homosexuelle ebenso denken, keiner bräuchte in Deutschland derartige Events.

  6. Sigurd 29. Juni 2011 ⁓ 17:14

    Ist jemand verklemmt der mit den Zurschaustellungen beim CSD nicht klarkommt? Ich wahr noch nie beim CSD, nicht weil ich Schwule oder Lesben ablehnen würde, nein im täglichen Umgang mit ihnen habe ich keinerlei Probleme und kann die Vorurteile, die es noch immer gibt, nicht nachvollziehen. Aber der CSD interessiert mich ganz einfach nicht, auch wenn ich die Notwendigkeit auf die Probleme von Schwulen und Lesben hinzuweisen als dringlich ansehe. Aber ist es nicht genau so untolerant hier jemanden anzugreifen, der verschiedene „Auswüchse“ eben nicht mag? Ich finde schon. Wenn man für sich, zurecht, Toleranz einfordert, so sollte man selbst tolerant sein.
    Was viele Jahre teilweise über den Bildschirm hoppelte, fand bei mir auch oftmals wenig anklang. Andererseits sehe ich aber ein, dass man provokativ auftreten muss, um etwas zu verändern. Es ist halt ein sehr schmaler Grad.
    Bei der Frauenfußballweltmeisterschaft hat die ARD ob bewusst oder unbewusst wieder das Klischee des Lesbensports bedient. Als man vor dem Spiel Ulrike Volkerts, manchem wohl besser bekannt als Kommissarin Lena Odenthal/Tatort interviewte. Sie ist bekennente Lesbe. So werden eben Klischees bedient.
    Und auf @Hernandos Frage, ob wir es noch erleben, dass sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt, möchte ich schreiben. @Hernando, wenn ich Ihr Alter richtig einschätze, so müssten Sie so etwa in meiner „Altersklasse“ sein, nein wir werden dies nicht mehr erleben. Dies ist meine feste Überzeugung.

  7. ostsee 29. Juni 2011 ⁓ 18:29

    @ Sigurd

    Da stimme ich zu – wir werden es nicht mehr erleben, das sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt.

    Im Gegenteil, das gesellschaftliche Klima wandelt sich wieder hin zu Intoleranz und Schwulenhass. Den Eindruck habe ich wenigstens, auch wenn das Politik sicher anders sieht. Ich bekomme aber mit, was auf den Schulhöfen so abgeht, welche Schimpfworte dort am liebsten verwendet werden (und zwar nicht “spaßeshalber”), wie Jungs und Mädels gemobbt werden, wenn sie auch nur den Anschein erwecken “anders” zu sein.

    Insofern hätte der CSD durchaus seine Berechtigung, ist allerdings in seiner jetzigen Form eine reine Spaßparade.

  8. Peter B. 30. Juni 2011 ⁓ 08:28

    Sie haben Recht wenn sie darauf abstellen, dass Bezeichnungen wie Schwuchtel etc., mittlerweile im Milieu zum gängigen Umgangston gehören. Ich glaube allerdings nicht, dass das schon etwas mit Hass auf Homosexuelle zu tun hat, sondern mit einer allgemeinen Verwahrlosung der Gesellschaft und der Sprache. Es gibt auch keinen signifikanten Hinweis darauf, dass Homosexuelle insbesondere Opfer von Gewalt werden, wohl aber darauf, dass solche Straftaten gern aufgebauscht werden, obwohl es sich zumeist um “ganz normale” Straßenkriminalität handelt.
    Schnell wird daraus ein Trend konstruiert, um die eigenen Ansprüche zu forcieren.
    Während schon immer besonders ältere Frauen auf der Straße Opfer von Straßenraub werden, was nachprüfbar ist, kommt niemand auf die Idee, ein Event für alte Frauen zu veranstalten und die Seniorenheime zu Demos aufzurufen. Solche Opfer haben keine Lobby.
    Übrigens. Man hat mir neulich erzählt, dass schon der Begriff SCHWUL in der DDR als Schimpfwort galt. Man sprach, wenn auch nicht gern öffentlich, ausnahmslos von Homosexuellen.