Norweger, bleibt offen! Berliner, seid offen!

Tiefe Trauer und düstere Stimmung in Norwegen nach den Terroranschlägen Foto: ©MM|HSB2011

Die Terroranschläge gestern Nachmittag in Norwegen waren furchtbar und unfassbar – wie alle Terroranschläge. Menschen sind grausam zu ihren Artgenossen, auch wenn unsere Zivilisation in kleinen Schritten nach vorne kommt, sich entwickelt.

Niemand weiß bis jetzt genau, welche tatsächlichen Hintergründe die Anschläge im Osloer Regierungsviertel und auf der Jugend-Freizeitlager-Insel Utøya hatten. Egal ob, wie zunächst (vorschnell?) vermutet, ein islamistischer Anschlag, oder, wie nun ermittelt wird, ein norwegischer Einzeltäter mit ultrarechter Gesinnung dahinter steckt – es ist allemal eine menschliche Katastrophe, die Wunden und langandauernde Erinnerungen generiert hat und es weiter tun wird.

Norwegen ist nicht überall. Ich arbeite dort regelmäßig und schätze das Land sehr. Es ist ein besonders tolerantes und weltoffenes Land, hat viele der Integrationsprobleme mit Einwanderern aus verschiedenen Kulturen früher als Deutschland, als andere Länder erkannt und sich in einem schmerzvollem innenpolitischen Prozess zwischen rechten Parteien, Mitte und traditionell linksorientierten Arbeiterparteien auf Kompromisse geeinigt – zuletzt ohne parteipolitische Allüren, gegenseitige Schuldzuweisungen und mit Blick auf eine wachsende Wirtschaft, wachsenden Wohlstand gleich für Norweger und Einwanderer, wenn sie sich denn integrieren.

Was wir im Aufschwung in Berlin für Integration tun können

Und hier sehe ich den Bezug zu Berlin sehr deutlich. Ganz Deutschland, sogar die Hauptstadt, befindet sich in einem tatsächlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch Sarrazin und andere ist eine teils unselige, aber teils auch aus der Verkrustung aufbrechenden Diskussion um Einwanderer und ihre Perspektiven, letztendlich um Einwanderer und unsere gemeinsamen Perspektiven mit ihnen in unserem Land entstanden.

Es geht nicht um rechts, um links, um “neue Mitten”, es geht um ein menschenwürdiges Zusammenleben, was beiden – Einwanderern und Einheimischen – noch viele Diskussionen, viel Mühe, viel Wut, aber auch viel Erfolg, viel kulturelle Bereicherung und viel Gemeinsamkeiten bringen kann. Sogar in Neukölln. Der Aufschwung muss bei ALLEN Menschen ankommen, sonst zerfällt Berlin weiter in Mikro-Gesellschaften mit unterschiedlichen Ambitionen.

Es wäre ein guter Ansatz, darüber nachzudenken, ob man nicht die persönlichen Befindlichkeiten zurückstellen sollte. Taten folgen ließe: Migrantenkinder fördern, gemeinsam mit deutschen Kindern lernen helfen, Gemeinsamkeiten erkennen, identitätsstiftende Gemeinsamkeiten herausstellen und nicht Gegensätze vertiefen.

Es wäre ein guter Ansatz, die Parteien in Berlin vor der Parlamentswahl im September zu überprüfen, ob sie auf dem richtigen Weg für ein besseres, faires, weltoffenes und internationales Berlin für die Menschen sind, die hier leben und arbeiten und nicht nur international im Sinne von wie viele Touristen aus anderen Ländern hier drei oder fünf oder 10 Tage verbringen. Zu erkennen, welche Politiker sind nur Parteisoldaten, müde, ohne Visionen, ohne Esprit für die Stadt.

Bildung und Entlohnung: Es muss würdig sein

Politiker zu fragen, ob sie endlich Frauen und Männer für gleiche Arbeit gleich bezahlen. Ob sie endlich einen Mindestlohn einführen, Zeitarbeit entweder abschaffen oder nur zulassen, wenn Zeitarbeiten den gleichen Lohn bekommen wie Festangestellte. Das sind Themen, die alle Menschen interessieren, und die helfen, Armut, Hoffnungslosigkeit und Fanatismus zu   verringern. Wichtig: Auch Migranten in den öffentlichen Dienst einstellen – mit perfekten Deutschkenntnissen. Aber auch, Migranten auszuweisen, die nach vielen Angeboten unseres Landes integrations-, sprach – und kulturresistent geblieben sind.

Denn hierüber verschärfen sich Gegensätze. Armut, mangelnde Bildung, sprachliches Unverständnis, Missverständnisse, Vorurteile auf beiden Seiten führen zu dem, was wir heute in seiner Extremform Terrorismus nennen. Und der zumeist entweder mit Xenophobie oder einer verdrängend-unkritischen Haltung gegenüber den Problem beginnt. Und das ist das Berliner Problem.

Terrorismus hat keine Verwurzelung in einer Religion, nicht in einer bestimmten Kultur. Terrorismus ist ein Ausdruck der Ohnmacht, basierend auf Unwissen, Hoffnungslosigkeit und geistiger wie materieller Armut – der Nährboden für Fanatismus.

Hier sollten wir Berliner auf die Norweger schauen – sie verurteilen nicht gleich, muslimische Gemeinden dort zeigen sich ebenso betroffen wie christliche, Linke und Rechte schieben sich keine Schuld zu.

Jeder kann seinen Beitrag für ein besseres Zusammenleben leisten. In Berlin, in Norwegen und überall. Wir müssen dafür aber die Begrenzungen, die Religionen, Parteien, und vielleicht auch schlechte persönliche Erfahrungen hervorgerufen haben, überwinden und aufeinander zugehen.

Nur so kann etwas so Schreckliches wie es gestern in Norwegen passiert ist, vielleicht verhindert werden, mit aller Hoffnung, die Menschen einander geben könnten – wenn sie den woll(t)en und die Politik die Rahmenbedingungen vorgibt.

Norwegen wird offen bleiben. Anders vielleicht, aber offen. Aber ist Berlin wirklich offen? Oder stecken wir noch in einer populistischen links-rechts-Schuld-Diskussion, während linke Chaoten und Neo-Nazis, Islamisten und christliche Fanatiker sowie Kampf-Atheisten die Stadt durch Auto anzünden, brutale Überfälle, ätzende politische Diskussionen schon längst in der Bevölkerung das (unrichtige) Bild hinterlassen, es könnte sich nichts mehr ändern?

7 Kommentare
  1. Barbara 24. Juli 2011 ⁓ 14:17

    Was in Norwegen passiert ist, kann man kaum nachempfinden. Ich bin aber der Meinung, es sollte keine Plattform darstellen, um Weltverbesserungsmaßnahmen zu machen.

    Es wird solche Attentate nicht verhindern.

    Was für mich viel schlimmer ist, ist der Zustand in Somalia. Da schaut die ganze Welt einen Massenmord zu.

  2. Werner 25. Juli 2011 ⁓ 01:12

    Attentate, gleich von welchen Verblendeten, wird man nie völlig verhindern können. Allerdings liegt mir denn doch Nordeuropa (hier Norwegen) etwas näher, als Somalia. Da handelt es sich – T’schuldigung politisch unkorrekt – um einen Sumpf aus Warlords, Piraten und Korruption, in dem jegliche Hilfsmaßnahmen zum Großteil versanden. Wollen wir da wirklich nachhaltig intervenieren, vielleicht wie in Afghanistan? Wohl kaum!!
    Bei Norwegen handelt es sich hingegen um ein zivilisiertes und geordnetes Staatswesen, ähnlich dem unseren. Umso erschreckender, zu welchen Perversionen politischer Fanatismus führen kann. Insofern gebe ich @Michael ja Recht. Ich bezweifele nur, dass die Idioten aus allen radikalen Lagern daraus irgendeine Lehre ziehen, außer vielleicht der, welche grandiose Öffentlichkeitswirkung man durch derartige Schandtaten erzielen kann.

  3. 1704 25. Juli 2011 ⁓ 11:38

    @ Michael HSB

    “… Terrorismus ist ein Ausdruck der Ohnmacht, basierend auf Unwissen, Hoffnungslosigkeit und geistiger wie materieller Armut – der Nährboden für Fanatismus…”

    man kann es sich immer schön einfach machen und dann benutzt man massenpsychologische argumente, um ein indiviudelles denken/handeln zu erklären, das sich aber möglicherweise genau diesen aufgestellten behauptungen widersetzt. dabei kann auch dahingestellt bleiben, ob Anders Behring Breivik nun verrückt (geworden) ist oder nicht. über den benutzten ausdruck der “Ohnmacht” kann man sicher lang und breit diskutieren, aber es führt nicht wirklich weit, weil ohnmächtig sind wir letztlich alle, gerade dann, wenn gesellschaftliche entwicklungen in eine richtung gehen, die wir für völlig falsch erachten. und “Hoffnungslosigkeit”, nun ja, angesichts der tatsache, daß bisher jeder mensch letztlich das faktum akzeptieren muß, daß er sterben wird, steht als antwort auf “Hoffnungslosigkeit” immer bestenfalls ein ‘Hoffnungskonstrukt’ – religionen leben davon. was man dem attentäter aber sicher nicht “vorwerfen” kann ist so etwas wie geistige/materielle armut. nach dem, was ich bisher über den attentäter erfahren habe, lebte er keineswegs in materieller armut, und geistig arm war er auch nicht, eher das gegenteil. ich sehe in dem geschehen auch weniger ein “Attentat” als vielmehr einen lange zuvor und gut vorbereiteten “Amok-Lauf” – allerdings einen mit einem untypischen ende. der attentäter ist nicht als ein problem anzusehen, sondern als ein symptom, und eine der fragen, die sich daran knüpft ist sicher, inwieweit dieses symptom so etwas wie allgemeingültigkeit hat, was in der form einer beantowrtung mit ja den worst case formulieren würde. ich würde dabei auch auf all jene sehen, die hier als geistige wegbereiter anzusehen sind, und von denen werden etliche ja auch in “2083 – A European Declaration of Independence” genannt.

    langer rede kurzer sinn: ich finde, wenn man etwas zu diesem entsetzlichen vorfall sagen will, dann sollte man zuvor erst einmal wirklich nachdenken und nicht ganz so schnell zu bekannten erklärungsmustern greifen, nur um etwas irgendwie halbwegs sinvolles zu sagen/schreiben. ich denke, ein solches atttentat macht vor allem erst einmal sprachlos.

    und man sollte auch nicht gleich so übertreiben: so wie nine eleven, wohl eines der schwersten attentate neuerer geschichte, zu keinem zeitpunkt die USA gefährdete, so wenig wird auch dieses attentat, so fürchterlich es auch letztlich ist, nun etwa Norwegen grundlegend erschüttern können. allerdings arbeiten solche ereignisse immer jenen in die hände, die im namen von freiheit und demokratie gern genau das gegenteil anstreben. und solche gibt es auch in Norwegen.

    ich hoffe für die überlebenden/verletzten wie für die angehörigen der opfer, daß die norwegische gesellschaft sich als solidarisch und hilfsbereit erweist, denn diese haben jetzt am allerschwersten zu (er)tragen…

  4. Peter B. 26. Juli 2011 ⁓ 11:00

    Für solche Ereignisse fehlen uns einfach die Worte und es existiert nirgends eine nachvollziehbare Erklärung dafür, weshalb es zu derartigen Amokläufen auch in allgemein als zivilisiert angesehenen Bereichen der westlichen Welt immer wieder kommt. An die Terroranschläge in Afghanistan, im Irak und anderswo haben wir uns nahezu gewöhnt. Da stellen wir nicht einmal mehr die Kaffeetasse ab, wenn die schauerlichen Bilder über den Bildschirm flimmern. Es ist zu einfach die Täter als Idioten zu bezeichnen, denn das sind sie zumeist nicht. Keiner der Täter vom 11. September passt in diese Kategorie und der jetzige Massenmörder auch nicht. Was eint sie? In nahezu allen Fällen spielt die Religion eine überaus tragende Rolle und nicht etwa nur die der Muslime. Christliche Fundamentalisten, nicht zuletzt in den USA, sind bereit, jederzeit auch die Waffe in die Hand zu nehmen, um für ihre Ansichten zu töten und eine Staatsform zu errichten, die diesen Ansichten entspricht. All diese geistigen Brandstifter sind international vernetzt und niemand stellt sich ihnen auf breiter Front entgegen. Im Gegenteil. Die westliche Welt wehrt sich selbst dagegen, Bombenbauanleitungen aus dem Internet zu verbannen, weil dies ja eine vehemente Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellen könnte. Die westlichen Demokratien sind dabei, sich durch eine pervertierte Auffassung darüber, was individuelle Freiheit ist, selbst abzuschaffen. Ist es Freiheit, dass jeder machen kann was er will und alle hoffen, dass er es nicht tut? Auf diesem Nährboden gedeihen nicht nur krude Ansichten, sondern auch die Personen, die sie in die Tat umsetzen. Norwegen ist sicherlich ein idyllisch und friedlich anmutendes Land, doch es ist auch voller Widersprüche. Es beteiligt sich an einem ungerechten Krieg, der bisher nichts als Elend und Tod gebracht hat. Und es hat mit einer unüberlegten Einwanderungspolitik Widersprüche geschaffen, die von einem Teil der Bevölkerung nicht verarbeitet werden und derer sich die etablierten Parteien nicht annehmen. Nicht umsonst verzeichnen alle skandinavischen Länder einen immensen Rechtsruck in der Politik. Der jetzige Täter ist mit diesen Widersprüchen offenbar auch nicht fertig geworden und griff zu einem furchtbaren und verabscheuungswürdigen Mittel. Die Paarung von ungelösten Widersprüchen und geistiger Veranlagung dürfte zu solchen Exzessen führen. Wir müssen die durchaus bekannten geistigen Ursachen solcher Handlungen aufklären und da wo es notwendig ist, mit allen Mitteln bekämpfen. Dazu gehört auch eine intellektuelle Offensive gegen jede Art von Religion. Es gibt auf dieser Welt keinen einzigen Grund der uns daran hindern sollte, atheistische Werte zu schützen und zu verteidigen. Der Glaube an einen Gott wird diese Welt nicht friedlicher machen.

  5. 1704 27. Juli 2011 ⁓ 10:42

    “Die westliche Welt wehrt sich selbst dagegen, Bombenbauanleitungen aus dem Internet zu verbannen, weil dies ja eine vehemente Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellen könnte.”

    die begründung, die Sie nennen, ist wohl eher Ihrem hang zu einfachen erklärungen geschuldet. evtl. beschäftigen Sie sich inhaltlich einmal mit dem § 130a StGB in verbindung mit dem § 126 StGB – und es gibt zu “Bombenbauanleitungen aus dem Internet” bereits diverse rechtskräftige urteile. das problem ist denn wohl doch eher praktischer natur, zum einen, weil viele solcher seiten serverseits nicht in Deutschland veröffentlicht werden, zum anderen die masse von “verdächtigen” seiten immens ist, also einen hohen aufwand bedeuten, sie überhaupt zu erfassen und regelmäßig auf strafrechtsrelevante inhalte zu prüfen. in ländern wie China oder dem Iran u.ä. ist das natürlich einfacher, denn dort gibt es entsprechende behörden und verwaltungen, die ausschließlich dem zweck der zensur dienen und somit auch in der lage sind, inhalte relativ effektiv aus dem internet zu verbannen. in dieser hinsicht haben Sie dann recht: “eine vehemente Einschränkung der Meinungsfreiheit” steht in diesen ländern ganz oben auf der prioritätenliste, und es finden sich auf chinesischen oder iranischen servern nur schwerlich anleitungen zum bombenbau. bezogen auf die “westliche Welt” ist es dann aber doch erstaunlich, daß angesichts der vielen seiten im internet, auf denen bauanleitungen zum bombenbau zu finden sind, so wenige straftaten registriert werden, die in verbindung mit der verwendung von bomben stehen.

    “… Die westlichen Demokratien sind dabei, sich durch eine pervertierte Auffassung darüber, was individuelle Freiheit ist, selbst abzuschaffen. Ist es Freiheit, dass jeder machen kann was er will und alle hoffen, dass er es nicht tut? Auf diesem Nährboden gedeihen nicht nur krude Ansichten, sondern auch die Personen, die sie in die Tat umsetzen…”

    das ist dann wohl wieder eine argumentation aus dem (rechts)populistischen mustopf – und so gar nicht im sinne der westlichen aufklärung, und schon gar nicht dem erhalt dessen bestimmt, was hier mit “individuelle[r] Freiheit” angesprochen wird. im übrigen wenden Sie hier auch wieder den rhetorischen kniff an, eine bewußt konstruierte frage schon als antwort zu nehmen. es scheint Ihrem denken bisher entgangen zu sein, daß jeder mensch tatsächlich u.a. z.b. die freiheit hat, ein verbrecher zu werden, und natürlich hoffen alle anderen, daß er sich die freiheit nimmt, es sein zu lassen. möglicherweise haben Sie zudem aber auch ein etwas antiquiertes staatsverständnis? der staat im demokratischen sinne hat keine absolutistische legitimation zu bestimmen, was freiheit ist und wie sie zu verstehen/leben ist, aber er hat sie weitmöglichst zu schützen und zu gewährleisten, nach innen wie nach außen. damit kehren wir gedanklich auch wieder zurück zum beitrag von @Michael HSB – eine gesellschaft, die sich vor lauter sicherheitsinteressen nicht mehr als frei bezeichnen kann, ist keine offene gesellschaft mehr, sondern eine autoritäre, zudem eine, die letztlich ihren eigenen bürgern grundsätzlich mißtraut. genau diesen weg sollte weder Norwegen noch irgendeine andere westliche gesellschaft nehmen.

    nebenbei: aus dem internet “verbannen” ist letztlich nichts anderes als eine forderung nach zensur, dessen sind Sie sich sicherlich bewußt, oder? und mit zensur einher geht dann natürlich auch die frage, wer denn darüber bestimmt, was “verbannt” werden soll, und wer kontrolliert, was dann tatsächlich “verbannt” ist. und natürlich kann man sich bei dieser thematik sorgenvolle gedanken darum machen, ob dabei dann nicht auch die meinungsfreiheit auf der strecke bleibt…

    bzgl. “Auf diesem Nährboden gedeihen nicht nur krude Ansichten, sondern auch die Personen, die sie in die Tat umsetzen” ist in diesem sinne falsch und m.m.n. auch unsinn, denn solche personen gibt es in allen gesellschaften, sogar oder erst recht in sehr autoritäten/repressiven regimen, in denen auch die zensur eine große rolle spielt. es ist gerade andersherum: dieser geistige nährboden (“individuelle Freiheit”) ist der beste garant dafür, daß es immer nur wenige sind, die sich zu taten hinreißen lassen, die sie nicht mehr verantworten können und letztlich die freiheit der anderen mißachten!

  6. Peter B. 29. Juli 2011 ⁓ 15:51

    1704

    Übrigens.Sie müssen nicht wieder in die Rolle des Welterklärers schlüpfen. Vielen Dank.
    Und wenn sie es als Zensur bezeichnen, gefährdende Inhalte aus dem Netz zu bannen, dann bin ich für Zensur. Völlig richtig. Wenn es wichtig werden sollte, an jede Ecke einen Polizisten zu stellen, um die Menschen vor Kriminalität und Terror zu schützen, dann bin ich auch dafür. Ich bin auch dafür Telefone abzuhören, wenn damit schwere Straftaten verhindert werden können. Sie würden das Polizeistaat nennen. Vermutlich. Ich, – eine Einsicht in Notwendigkeiten, die mir von außen, von einer Minderheit, aufgezwungen werden. Leider. Oma Kassupke und Opa Bräsig wird es egal sein, wenn der Staat etwas tut, dass auch ihrer Sicherheit dient. Mir auch. Niemand wird jemals in der Lage sein, alle zu überwachen, selbst wenn er das wollte. Ich habe nichts zu verbergen. Sie?

  7. 1704 30. Juli 2011 ⁓ 03:27

    “Übrigens.Sie müssen nicht wieder in die Rolle des Welterklärers schlüpfen. Vielen Dank.”

    ich muß nicht, das sehen Sie völlig richtig, aber wofür bedanken Sie sich? zeigt einmal mehr, daß Sie dialogisch merkwürdigste blümchen pflegen, weswegen Sie auch gern die primel bemühen?

    “Und wenn sie es als Zensur bezeichnen, gefährdende Inhalte aus dem Netz zu bannen, dann bin ich für Zensur. Völlig richtig.”

    ich betrachte z.b. Ihre kommentare oder die einiger anderer hier im HSB schon seit einiger zeit als “gefährdende Inhalte” – haben Sie von mir jemals gelesen, man sollte Sie aus dem netz verbannen?

    “Wenn es wichtig werden sollte, an jede Ecke einen Polizisten zu stellen,…”

    dann wäre das arbeitslosenproblem in Berlin wahrscheinlich in nullkommanichts gelöst, aber wer will das schon? es müssen doch mindetens noch so viele übeltäter übrigebleiben, damit der einsatz der vielen polizisten gerechtfertigt erscheinen kann, alles andere wäre in Irrem sinne doch sicher kontraproduktiv…

    Sie vermuten falsch, ich würde nicht gleich von einem “polizeistaat” reden, sondern von einer hysterisierten und hochneurotischen gesellschaft, tue ich aber bzgl. letztgenanntem heute oft schon, ganz ohne “an jede Ecke einen Polizisten”…

    “Oma Kassupke und Opa Bräsig wird es egal sein, wenn der Staat etwas tut, dass auch ihrer Sicherheit dient.”

    woher wissen Sie das? vielleicht machte oma Kassupke seinerzeit unliebsame bekanntschaft mit einer bestimmten polizei? und onkel Bräsig war in jüngeren jahren vielleicht kommunist, na, der würde Ihnen aber was erzählen…

    “Ich habe nichts zu verbergen. Sie?”

    eigentlich eine bescheuerte frage, verbunden mit einer bescheuerten behauptung. Sie wissen doch (noch) gar nicht, ob Sie etwas zu verbergen haben. man wird Ihnen das dann beizeiten schon mitteilen, aber ich kann Sie beruhigen: ich habe auch nichts zu verbergen, soweit ich weiß – trotzdem halte ich all das, was Ihnen so vorzuschweben scheint, nicht nur für übertrieben bis überflüssig, sondern auch für demokratieschädlich, aber das werde ich Ihnen ganz sicherlich inhaltlich nicht näher bringen können…