Berlin bei Nacht

Die Stadt ist lebendig heute Nacht. Wie in jeder Nacht im Sommer. Noch ist Sommer. Auf der Ecke schräg gegenüber wird gearbeitet. Holz wird geschliffen und die Schutzfolie von dem vor ein paar Tagen installierten Firmenschild gezogen. Vielleicht macht das neue Café morgen endlich auf. Seit ich Wochen wird daran gearbeitet. Seit fast einem Monat jetzt.

Die Biertrinker sitzen auch noch draußen, auf der Biergartengarnitur vor dem Spätkauf. Die, die jeden Tag dort sitzen. Und jeden Abend bis in die Nacht. Immer dieselben. Sie reden in gedämpftem Ton. Immerhin. Manchmal jubeln sie auch, mitten in der Nacht. Oder sie grölen. Einer von ihnen kichert, wenn er betrunken ist. Wenn er das wüsste.

Radfahrer radeln klappernd vorbei. Hundehalsbänder klingeln leise im Trab. Hundebesitzer pfeifen von weitem ihren Hunden nach. Autos huschen vereinzelt über das Kopfsteinpflaster, jedes dritte oder vierte ein bisschen zu schnell. Zu laut. Menschen wandern quatschend durch die Straßen, ihre Stimmen kommen und gehen. Manchmal wird auch gesungen.

Auf einem Balkon gegenüber glimmt ab und zu eine Zigarette auf. Gläserklirren, auch dort. Auch ich nehme noch einen Schluck. Irgendwo ist Musik.

Irgendwo in Berlin ist immer Sommer Foto: HSBengl

Da drüben werden Beats gemixt, bei Nacht und offenem Fenster. Gestern bis zwei oder drei. Heute nur bis kurz nach elf. Jetzt ist das Vorglühen beendet, weiter geht es in den Clubs. Und das ist gut so.

Später, viel später wird es still. Dann fliegen die Fledermäuse, man kann es nur ahnen. Durch die Bäume, hoch. Und Füchse traben durch die Straßen. Ganz für sich allein.

9 Kommentare
  1. fritz 9. August 2011 ⁓ 04:01

    Liest vor dem Publizieren der Sammlung von Hauptsätzen keiner mehr drüber, oder wie lassen sich die vielen Fehler erklären?

  2. Nassforsch 9. August 2011 ⁓ 10:30

    Wenn man beim Bloggen einen im Tee hat und schon ganz zittrig der 580. Caféeröffnung entgegenfiebert, bleibt für Profanitäten wie Rechtschreibung (oder auch inhaltlicher Minimalrelevanz) keine Zeit.

  3. ulla 9. August 2011 ⁓ 11:08

    Ach, das sind doch keine Fehler, das ist gehobene moderne Literatur pur :-)

  4. Filou 9. August 2011 ⁓ 12:33

    warum so fiese reaktionen? ich finds schön geschrieben.

  5. waldnase 9. August 2011 ⁓ 13:43

    schön geschrieben, eine Ode an Berlin, im Träumer-Schlummerland^^

  6. Helen 9. August 2011 ⁓ 20:37

    Mir gefällt der Stil. Besser als verschachtelte Bandwurmsätze, wo man am Ende des Satzes den Anfang vergessen hat.

  7. Mark S 10. August 2011 ⁓ 10:19

    Ich mag den Text auch, frage mich allerdings etwas anderes: Ist das Foto mit der Nachbarin abgesprochen? Ich fände es unschön, wenn man in meine Wohnung hinein fotografierte und das dann online stellte, egal wie scharf oder unscharf die Aufnahme wäre…

  8. Susanne HSB 10. August 2011 ⁓ 10:29

    Das Foto ist zwar nicht abgesprochen, es ist aber in echt auch keine Nachbarin. Von daher kann die Wohnung wohl kaum jemand finden. Es gibt übrigens auch kein Café, sondern eine kleine Pizzabude. Und das ist alles schon über ein Jahr her. Aber was soll’s. Anders als derart verpixelt hätte ich es sicher nicht gemacht.

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