Berliner Piraten mit Krawatte
Susanne HSB in Schlagzeilen ⁓ 24. September 2011 ⁓ 13:07 Uhr ⁓ 6 Kommentare
Vor einer Woche waren sie noch eine Randerscheinung, irgend so ein Netzdings, und wurden weitgehend belächelt. Inzwischen werden sie von allen Seiten, besonders natürlich von Seiten der (alten) Medien, belagert, ja nahezu hofiert. Alle scheinen auf einmal vermitteln zu wollen, wer die denn sind, diese Berliner Piraten. Sogar im Fernsehen dürfen sie sich von gestandenen Politikern und Politikberaterinnen wie auch von Moderatorinnen und anderen Schwatzfressen bestaunen und belehren lassen.
Bov Bjerg – Schriftsteller, Blogger und Kabarettist, wie es heißt – hat sich ebenfalls Gedanken gemacht. Dabei ist er bei den Piraten schon ausgetreten, als sie noch in kleinen finnischen Clubs spielten. (So heißt es auch.) Und er kommt zu ganz eigenen Schlüssen, hier ein paar Auszüge:
Das Programm? Was der alleinstehende junge, weiße Mann halt gern unterm Weihnachtsbaum hätte: U-Bahn und Internet sollen für lau sein und Raubkopien nicht verboten. Nicht zu vergessen, Seite 21 des Berliner Wahlprogramms: Schulobst für alle! Ach, das uralte Problem des Seefahrers: Skorbut! …
Das Wichtigste sind den Piraten Transparenz und direkte Demokratie, gern auch technisch auf dem neuesten Stand, mit Internet. Sie wollen nichts Bestimmtes, Hauptsache, »der Bürger« (Andreas Baum) stimmt darüber ab. In diesem Punkt erweisen sich Piraten als echte Liberale: Sie brauchen in Sachfragen weder Ahnung noch Meinung zu haben. Der Markt, ach nee, »der Bürger« wird’s schon richten. …
Piraten sind, mit dieser Selbsteinschätzung liegen sie richtig, weder rechts noch links. Ob sie aber »vorn« sind? Eher unten. Sie krabbeln unterm Schreibtisch rum und sorgen dafür, dass die Rechner richtig zusammengesteckt sind – den Content müssen andere liefern.
Weiter geht’s zur Quelle. Los, lesen und lachen. Oder wenigstens ein bisschen schmunzeln. Politik soll doch auch mal Spaß machen.





Die Piraten sind überfordert und haben keine Ahnung von korrekter Öffentlichkeitsarbeit. Mal sehen was da noch kommt. (Auch schön: http://kiekste.wordpress.com/2.....um-andern/)
Kann auch sein, daß Leute, die nur die Schwachpunkte bei den Piraten sehen, überfordert sind.
Warten wir’s ab – die “Piraten” sind überwiegend intelligente junge Leute und mit Sicherheit lernfähig, das mit der Öffentlichkeitsarbeit kriegen sie bestimmt schnell hin, ebenso das Reden vor laufenden Kameras in Talkshows. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, geben wir Ihnen also die Chance wenigstens erstmal die Gesellenprüfung zu bestehen.
Alleine durch ihr Wahlergebnis haben sie uns vor Rot-Rot bewahrt, das ist doch schon mal was :-))
Ich finde es zu einfach. Auch wenn es wohl die ersten naheliegenden Fragen sind. Vielleicht ist das so, ja sie sind gewählt worden weil sie ansprechende Ideen haben wie man technisch die Politik transparent bekommt. Sie bemühen sich redlich Ihre Inhalte nach vorne zu tragen. Aber dies wird oftmals überhört, da es für die meisten ja illustrativer ist die Piraten beim Namen zu nehmen.
Abwarten. Zeit geben. Ich finde es höchstinteressant und verfolge gerne ihre politische Arbeit. Deshalb habe ich sie gewählt
Ihr Völker der Welt schaut auf diese Stadt, nein lieber nicht. Das wäre langsam peinlich. PISA-Studien haben es bereits belegt, Berliner/innen haben es mit der Bildung nicht leicht, aber, dass man schon zu blöd ist, Wahlzettel korrekt auszuzählen stimmt mich sehr nachdenklich.
http://www.tagesspiegel.de/ber.....70214.html
Was sollen hier 15 Piraten noch anrichten? Kann ja eigentlich nur noch besser werden. Ich hatte es schon geschrieben, lasst den Piraten doch Zeit, sie müssen sich finden und erst einarbeiten, es ist alles neu. Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen ihre Ideale nicht all zu schnell abhandenkommen.
Leider stellt man dies immer mehr bei der Öko-FDP, sprich den GRÜNEN fest. Diese haben sich im parlamentarischen Alltag fest integriert. Das meine ich bestimmt nicht als Kompliment.
vielleicht sollte man mal Viertklässler zum Auszählen anheuern. Das wird vielleicht ein bißchen länger dauern, und die Zettel werden dann nicht mehr so knackig anzusehen sein, aber die Zahlen würden dann stimmen. Die Schüler werden nämlich sehr ehrgeizig bei der Sache sein.
Sehe ich auch so Ulla, aber so wie es aussieht haben sie durch den Stimmenklau bei Grün auch die Wahrscheinlichkeit von Rot-Schwarz erhöht. Nach Rot-Grün siehts ja im Moment nicht wirklich aus. (Zumindest nicht nach Rot-”Glaubwürdig-Grün”) Was mir gar nicht gefallen würde. Ich wünsche den Piraten trotzdem viel Erfolg.