Berlin am Mittwoch, den 12. Oktober 2011

Beim Festival of Lights werden ab heute Abend wieder historische und moderne Gebäude in Berlin illuminiert. Hier der Berliner Dom beim FoL 2010. Foto: ©MM|HSB2010

Eine Serie von Brandanschlägen auf die Bahn, Koalitionsverhandlungen und die Deportation von Juden vor 70 Jahren, eine richterliche Entscheidung zu Nachtflügen und ein gut gelaunter, machtwilliger Klaus Wowereit. Die Hauptstadt verhandelt und entscheidet. Die Einzelheiten:

Erneute Brandanschläge auf die Bahn in Berlin: Zwischen Klaus Wowereits (SPD) Beschwichtigung – “kein neuer Linksterrorismus” -  und dem Aufbauschen Peter Ramsauers, dem Bundesverkehrsminister (CSU),  – “verbrecherische terroristische Anschläge” liegen politische Welten, aber es bleibt eine tiefe Verunsicherung und Verärgerung in der Bevölkerung, denn: Es waren kriminelle Anschläge auf Menschenleben. Und es ist laut Tagesspiegel (ergänzt um 22:00 Uhr) eine politische Erziehungsdikatur, wie sie auch die RAF zuweilen an den Tag legte. Auch wenn die Bekenner die Stadt lediglich in einen “Pausenmodus” versetzen wollten. Nun ermittelt neben dem LKA auch die Bundesanwaltschaft (BAW), die in der Regel für Terrorismus und Spionage zuständig ist. Auch die weiteren Stellenstreichungen bei der Polizei für das Jahr 2012 werden von der Gewerkschaft der Polizei in diesem Zusammenhang erneut kritisiert.

✚ Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU beginnen heute. Sollte die CDU klug vorgehen, hätte sie einen Gestaltungsspielraum, wieder an Profil zu gewinnen, an welchem es ihr derzeit mangelt. Kritisch wäre ein erneuter Klüngel der beiden großen Koalitionäre, der an dem Willen der Bürger vorbei Politik macht. Das wird die Oppositionsparteien deutlich stärken. Wowereit beweist machtpolitischen Pragmatismus und preist nun, nach dem Verlust der Wunschkoalition mit den Grünen, ein Zusammengehen mit den Schwarzen an, da nun zügig verhandelt werden könne, vor Weihnachten solle alles bereit sein. Ob nun neben dem A100-Ausbau auch die Streichung der beschlossenen und sinnvollen neuen Straßenbahnstrecken kommt, wird sich zeigen, wenn, wäre das eine weitere Schwächung von Müller und der Parteibasis. Die Stadt bin ich, meint Wowereit, wen interessiert die Basis, frotzelten bereits einige SPD-Mitglieder. Ach ja, Udo Hansen wird neuer Polizeipräsident. Mit Duldung der CDU. Schon mal vorab.

✚ 55.000 Berliner Juden wurden in der Nazi-Zeit deportiert. Am kommenden Dienstag findet eine Gedenkveranstaltung am Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald statt. Kulturstaatssekretär André Schmitz wünscht sich viele Berliner, die mit einer weißen Rose zur Gedenkstätte kommen.

✚ Heute fällt die richterliche Entscheidung: In welchem Zeitrahmen und wie viele Nachtflüge dürfen auf dem neuen Berliner Großflughafen BER durchgeführt werden?

74 Kommentare
  1. Hernando 12. Oktober 2011 ⁓ 16:24

    Der Dom sieht doch wesentlich besser aus, als letztes Jahr mit der blöden Joop-Reklame.
    Am Tag der Deutschen Einheit/Erntedankfest waren wir drin zum Einheitskonzert (Bach). Ein Augen- und Ohrenschmaus.
    Zu Säufern und Pissern gibt es immer eine Alternative in unserer Stadt.


    Die uns in den “Pausenmodus” versetzen wollen, die sollte man auf Wassersuppe und Brot setzen. Nicht im Knast, sondern allenfalls in der Armenküche.
    Mit “Kein Hartz4 für gemeinschaftsschädigende Terroristen” wäre mein Gerechtigkeitsempfinden vollauf befriedigt.

  2. 1704 12. Oktober 2011 ⁓ 17:37

    da ist aber mal wieder jemand sowas von nachtragend!

    was macht Sie denn so sicher, daß unter den musikanten/zuhörern keine säufer waren? und wo gehen eigentlich die hin, die zwischenzeitlich mal müssen und kein kleingeld für die Wall-Citytoilette haben/ausgeben wollen? hoffentlich nicht zur rückseite des doms, wäre ja eklig! noch dazu an so einem tag!

    so ein wort wie “Einheitskonzert” hat einen merkwürdigen klang, finden Sie nicht auch? ein einheitskonzert in einem einheitsdom in einer einheitsstadt eines einheitsstaates für einheitsohren und einheitsaugen als einheitsschmaus… ich persönlich finde Bach ja immer zu dudelig, besonders in seinen fugen, was gab es denn zu hören? sicher nicht die “Achtzehn Choräle von verschiedener Art”, denn das widerspräche ja einem einheitskonzert, und die motette “Singet dem Herrn ein neues Lied, für zwei vierstimmige gemischte Chöre” war es wohl auch nicht, oder, vielleicht “Entfliehet, verschwindet, entweichet, ihr Sorgen”?

    ach ja, bevor ich es vergesse und sich hier wieder jemand völlig unnötig echauffiert: ironie off

    “gemeinschaftsschädigende terroristen” – sie kennen also auch solche terroristen, die nicht gemeinschaftsschädigend sind? können Sie da ein paar beispiele nennen? abe wahrscheinlich färben hier nur einige formulierungsformeln ab, z.b.: “verbrecherische terroristische Anschläge” oder “kriminelle Anschläge auf Menschenleben” – über so ein wort wie “Erziehungsdiktatur” (“Wir wissen, was gut ist.”) gar nicht erst zu reden…

  3. Glis glis 12. Oktober 2011 ⁓ 19:03

    Ich hör ja ganz gern Bach, u.a.die Schübler-Choräle… die sind dudelig, aber ich bin ein schlichtes Gemüt… Mahler oder so ist mir zu kompliziert…

    Bach hilft gegen dunkelheitsbedingte Schwermut, vor allem, wenn man nebenbei säuft…

    “Einheitskonzert”… vielleicht war “Einheizkonzert” gemeint, analog zum “Einheizpreis” eines Gasanbieters. Obwohl, dann wäre Bach vielleicht doch nicht die richtige Wahl…

  4. Susanne HSB 12. Oktober 2011 ⁓ 20:01

    Martin Jander im Tagesschauinterview über Linksterrorismus und das Schüren von Hysterie: Die Anschläge in Berlin sind natürlich gefährlich, das will ich überhaupt nicht verharmlosen. Dennoch sehe ich grundsätzlich keinen linken Terrorismus, der Attacken auf Menschenleben freigegeben hätte. Es gibt Auseinandersetzungen mit Polizisten, die brennenden Autos in Berlin wurden auch gewaltbereiten Linken zugeschrieben. Die Gewaltbereitschaft der Rechten hat aber eien (sic!) andere Qualität.

    via @annnalist

  5. Michael HSB 12. Oktober 2011 ⁓ 20:12

    Habe das Tagesschau-Interview auch gerade gelesen – eine vernünftige und sachliche Analyse.

    Die andere Frage, die sich hier stellt, ist die Einstufung von Links- und Rechtsterrorismus in Berlin. Darüber wurde ja in der letzten Zeit zu Recht kritisch berichtet, denn die gängige Praxis der hiesigen Polizei, erst mal alles “auf links” zu schieben, ist wenig hilfreich bei der Befriedung einer inhomogenen Gesellschaft, wie wir sie in Berlin haben.

    Will sagen: wie authentisch ist der Bekennerbrief, ist er wirklich von den Linken, sind die heutigen Vorfälle ebenfalls rechtssicher den gleichen Täter zuzuschreiben?

    Viele offene Fragen, die bei einer Bewertung inkludiert werden müssen!

  6. Hernando 12. Oktober 2011 ⁓ 20:19

    @1704

    Neben dem Praeceptor Germaniae in punkto Politik geben Sie hier doch auch gern den Kultur-Papst.
    Sie geben ihn – sind es aber nicht!

    Denn sonst hätte die auf Unwissenheit zurückzuführende Geschmacklosigkeit bezüglich menschlicher Bedürfnisse im Dom nicht passieren können.
    In den Untergeschossen beider spreeseitigen Türme des Domes befinden sich saubere und bequeme Toiletten, in die man auch ohne Kleingeld reinkommt.


    Selbstverständlich gibt es neben dem unmittelbar die Gemeinschafts beschädigenden Terrorismus auch andere Formen. Auf kleine Teilgruppen gerichtet, oder auf Einzelpersonen.
    Buback, Ponto, Herrhausen usw.

  7. Hernando 12. Oktober 2011 ⁓ 20:33

    “…Es gibt Auseinandersetzungen mit Polizisten…”

    Was soll das denn in diesem Zusammenhang?

    Jander bringt eine Meinung.
    Ich halte mich lieber an Leute, die Erkennnisse haben.
    Polizeigewerkschaft oder Körting z.B.
    Letzterer hat auch die lebensbedrohlichen Gefahren angesprochen.

    Übrigens: Die Zeichenkette “links” findet sich in meinen Beiträgen nicht. Auf Schwerverbrecher und Terroristen sind solche Kategorien nicht so richtig anzuwenden.
    “Befürworter, Unterstützer, klammheimliche Beifallklatscher” (wörtlich Körting), die lassen sich aber sehr wohl einordnen: linksalternativ bis linksradikal.
    Das hatten wir alles schon mal.

  8. 1704 12. Oktober 2011 ⁓ 20:54

    “Die Sprengkraft einer Bombe hatte aber keine der Konstruktionen” (tagesschau24, 12.10.2011 17:43 Uhr, Berlin: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Brandsätzen auf Bahnstrecken http://www.tagesschau.de/multi.....93828.html)

    @ Michael HSB

    “tagesschau.de: Trotzdem führen Politiker und Polizisten nun eine Debatte über einen “neuen Linksterrorismus”.

    Jander: Das halte ich ehrlich gesagt für vorgeschoben. Seit die schwarz-gelbe Koalition regiert, gilt die Parole “rechts = links”. Das halte ich zum einen für vollkommen falsch, zum anderen für gefährlich. Wenn nun Politiker eine Linksterrorismusdebatte führen, dann setzen sie damit die linke Gewaltbereitschaft einmal mehr auf eine Stufe mit der rechten. Und das bedeutet auch, dass bestimmte Politiker hier gegenüber dem Rechtsterrorismus beide Augen sehr fest zudrücken, indem sie ihn relativieren.

    tagesschau.de: Inwiefern?

    Jander: Zwischen links und rechts gibt es einen wesentlichen Unterschied: Seit dem 3. Oktober 1990 hat es rund 150 Todesopfer von rechtsradikal motivierten Straftaten gegeben. Sie wurden totgeprügelt, verbrannt, und anderes. Auf der linken Seite gibt es Auseinandersetzungen mit Polizisten, es gibt in Berlin diese Truppe, die Autos anzündet. Aber Todesopfer durch linke Gewalt gab es in den vergangenen 20 Jahren meines Wissens nach nicht.”

    was meinen Sie wohl, was im lande los wäre, wenn man berechtigt behaupten würde, auf das konto von linken/linksextremisten gingen 150 todesopfer? dieses schweigen um diese opfer macht mir persönlich wesentlich mehr sorgen als die brandsätze von ein paar leuten, die ganz offensichtlich völlig falsch ticken!

  9. Michael HSB 12. Oktober 2011 ⁓ 21:32

    Die Bahn sieht keine Gefahr für ihre Kunden in Berlin. http://www.stern.de/panorama/f.....paign=alle

  10. Susanne HSB 12. Oktober 2011 ⁓ 21:42

    Interview mit dem Politologen Carsten Koschmieder im ZDFheute Magazin: Ich glaube den heutigen Tätern erst mal, dass sie keine Menschen bewusst verletzen wollen, sonst würden sie die Brandsätze wohl anders einsetzen, aber dennoch nehmen sie bei einem Brandanschlag mögliche Verletzte in Kauf. Der Vergleich mit dem RAF-Terror ist aber Quatsch. Man sollte vorsichtig sein, damalige und heutige Vorgänge leichtfertig in einen Topf zu werfen. Anders wäre es, wenn wir Informationen darüber hätten, dass es innerhalb der linken Szene eine Radikalisierung dahingehend gäbe, dass sich die Leute schwere Waffen kaufen und darüber nachdenken, auf Polizisten zu schießen oder sie Todeslisten hätten von rechtsextremen Politikern oder ähnliches. Aber dafür gibt es keinerlei Anzeichen, …

  11. Helen 12. Oktober 2011 ⁓ 21:48

    Ich hoffe nur, daß man die Bande bald faßt und ordentlich den H… versohlt.

  12. Sigurd 12. Oktober 2011 ⁓ 22:02

    Vielleicht haben diese Idioten das mit dem Festival of Light völlig missverstanden. Gut ich höre ja schon auf, da verstehen einige ohnehin keinen Spaß. Nur diese Anschläge mit denen der RAF zu vergleichen erscheint mir schon etwas sehr weit hergeholt. Einige möchten scheinbar unbedingt den linken Terror erkennen, obwohl diese Heinis selbst in der linken Szene isoliert sind.
    Auf den Terror von rechts möchte ich hier nicht eingehen, der wird eh verharmlost und wurde hier schon angesprochen.
    Da lobe ich mir doch Bach, besonders hier:
    http://www.youtube.com/watch?v.....re=related

  13. 1704 12. Oktober 2011 ⁓ 22:31

    @ Hernando (12. Oktober 2011 ⁓ 20:33)

    bei Ihnen findet sich die “Zeichenkette ‘links’” nicht, was ja nicht viel heißt, wo Sie doch oft nur schreiben, was doch angeblich jedes kind schon weiß, aber nachweislich findet sich das in Ihrer zeichenkette: “Mit ‘Kein Hartz4 für gemeinschaftsschädigende Terroristen’ wäre mein Gerechtigkeitsempfinden vollauf befriedigt.” – ziemlicher unsinn, oder, präziser: vorurteilsbelasteter quark! dabei einmal völlig offen lassend, ob wir es hier überhaupt mit “Terroristen” zu tun haben.

    apropos Körting: “Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich bei den Tätern aber um keine große, organisierte, sondern um eine kleine linksextremistische Gruppe, deren Aktivitäten von der linksextremistischen Szene überwiegend abgelehnt werden.” und “Ich halte solche historischen Vergleiche ['Polizeigewerkschafter warnen jetzt schon vor einer Art 'neue RAF' – zu Recht? '] für unangebracht, insbesondere deshalb, weil die Täter kein Umfeld von Unterstützern haben, wie es seinerzeit bei der RAF der Fall war. Ich halte die Täter im Gegenteil in der linksextremistischen Szene für isoliert. “(http://www.bz-berlin.de/tatorte/koerting-spricht-ueber-bahn-terror-article1293642.html)

  14. Hernando 12. Oktober 2011 ⁓ 22:49

    Diese Fuge gab’s auch am Einheitstag im morgendlichen Orgelkonzert. Die Akkustik im Dom ist phantastisch.
    Abends dann diverse Quintette,Sextette, Septette von Bach.

    Einheitstag, Erntedanfest und Reformationsfest liegen ja dicht beieinander. Und an einem dieser Tage ist jeweils “Offene Tür”. Kostenlose Besichtigungen mit Führungen (Gruft, Logen, Predigerzimmer, Kuppelumlauf usw.) und Konzerte.
    Normaler Eintritt ansonsten immerhin: 7 €, was mir bei einer Kirche schon etwas merkwürdig vorkommt.

  15. ulla 12. Oktober 2011 ⁓ 22:55

    Die künstliche Aufregung hier verstehe ich nicht. Zu den Anschlägen hat sich eine Gruppe bekannt, die sich selbst als links bezeichnet – könnte natürlich auch der Kaninchenzüchterverein von nebenan dahinterstecken; aber solange man nur dieses Schreiben hat, wird halt von einer linken Gruppe, häufig auch von einer vermutlich linken Gruppe, gesprochen. Die Herren Jander und Koschmieder rennen m.M. nach offene Türen ein:

    Herr Körting hat heute in der AS und auch in der BZ (die außer mir wohl niemand liest) betont, daß diese Gruppe ganz offensichtlich nichts mit den Berliner Autonomen zu tun hat. “Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich bei den Tätern aber um keine große, organisierte, sondern um eine kleine linksextremistische Gruppe, deren Aktivitäten von der linksextremistischen Szene überwiegend abgelehnt werden.” und bezügl. RAF “Ich halte solche historischen Vergleiche für unangebracht, insbesondere deshalb, weil die Täter kein Umfeld von Unterstützern haben, wie es seinerzeit bei der RAF der Fall war. Ich halte die Täter im Gegenteil in der linksextremistischen Szene für isoliert.” Beides aus http://www.bz-berlin.de/tatort.....93642.html

    und die Süddeutsche schreibt in http://www.sueddeutsche.de/pol.....-1.1160607
    “Wowereit sieht keinen neuen Linksterrorismus
    Es sei ein “furchtbarer Zustand”, wenn Menschen durch solche Anschläge gefährdet würden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Dies müsse bekämpft werden. Der Regierungschef fügte hinzu, die Verantwortlichen würden alles unternehmen, “um die Täter zu fassen”. Von einem neuen Linksterrorismus geht er allerdings nicht aus.”

  16. Michael HSB 12. Oktober 2011 ⁓ 23:51

    ulla, was die Süddeutsche schreibt, steht auch in dem von mir verlinkten Tagesspiegel-Artikel. Und das habe ich ja auch so wiedergegeben.

    Aber Sie wissen doch: ein bisserl aufregen gehört doch hier gern dazu!

  17. Werner 12. Oktober 2011 ⁓ 23:59

    Zu „Martin Jander”:
    Einfach und kurz formuliert: Bullshit!
    Ja geht’s denn noch? Brandsätze an Signalleitungen der Eisenbahn sind kein Terrorismus (schon gar kein linker)?!
    Begründung: „keine Auseinandersetzung mit Polizisten“!
    Frage: Bazooka gegen Zug (natürlich ohne Auseindersetzung mit …“) ist dann auch kein Terrorismus?
    Bei solchen Wertungen frage ich mich, wo ich eigentlich lebe. Aber vielleicht bin ich ja auch schon vieeel zu alt.

  18. ulla 13. Oktober 2011 ⁓ 00:00

    Stimmt – ist das Salz in der Supe, das Aufregen :-)

  19. Hernando 13. Oktober 2011 ⁓ 00:01

    So isses!

  20. Werner 13. Oktober 2011 ⁓ 00:02

    Sehr aussagekräftig und glaubhaft! Was meinen Sie, soll die DB denn verkünden? Meidet die Bahn, kann lebensgefährlich werden?

  21. Werner 13. Oktober 2011 ⁓ 00:08

    @ Sigurd
    Ich glaube mich -dank der Gnade der frühen Geburt – daran erinnern zu können, dass auch die RAF in erheblichen Teilen der Linken „isoliert“ war!

  22. Michael HSB 13. Oktober 2011 ⁓ 00:09

    Na ja, wenn es lebensgefährlich wäre und sie würden nicht warnen, wird es nicht unbedingt einfacher für die Bahn. Wenn dann doch etwas passiert. Im Hintergrund wird nun garantiert großer Überwachungsaufwand getrieben.

    Aber unser System basiert ja auf Vertrauen, und vielleicht sind Berliner mittlerweile ähnlich gutgläubig/optimistisch/vergesslich wie viele Amerikaner.

    Da kann man viel hoffen, denn das Leben wird einfacher…in allen Schattierungen und Interpretationsvarianten dieses Wortes.

  23. Werner 13. Oktober 2011 ⁓ 00:19

    @ Michael
    Die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)

  24. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 01:13

    in diesem thread hätten Sie nachlesen können, daß Sie keineswegs die einzige sind, die die “BZ” liest…

    “Zu den Anschlägen hat sich eine Gruppe bekannt, die sich selbst als links bezeichnet” aha, woher haben Sie das? meines wissens nach haben sich die (angeblichen) bekenner als “normale Menschen” bezeichnet!.

  25. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 01:17

    also, wenn ich lesen kann, dann haben Sie geschrieben: “Zwischen Klaus Wowereits (SPD) Beschwichtigung – ‘kein neuer Linksterrorismus’ – und dem Aufbauschen Peter Ramsauers, dem Bundesverkehrsminister (CSU), – ‘verbrecherische terroristische Anschläge’ liegen politische Welten” – von daher haben Sie das eben nicht so wiedergegeben. wie nennt sich diese denksportübung? salto mentale?

  26. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 01:47

    ich kann mich, wohl auch dank der frühen geburt, ebenfalls daran erinnern, daß der damalige mainstream trotzdem alle linken entweder als potentielle terroristen und, natürlich, als potentielle mörder ansah, oder doch mindestens als (gefährliche) sympathisanten oder gar als aktive unterstützer, und wie man es eben brauchte: mal waren die terroristen einfach nur kriminelle = amoralische schwerverbrecher, dann wieder politisch irre als gefährliche systemfeinde oder auch ‘nur’ kommunisten. das damalige innenpolitische klima war völlig hysterisiert, da hat niemand, der sich im bewußtseins des rechten standpunktes wähnte, etwa eingeräumt, die RAF sei “in erheblichen Teilen der Linken ‘isoliert’!” von daher erstaunlich, daß Sie sich daran “erinnern” können! ich würde sonst doch glatt darauf tippen, daß diese einsicht sich erst wesentlich später bei Ihnen einstellte…

  27. Werner 13. Oktober 2011 ⁓ 02:41

    @ 1704
    Da tippen Sie falsch; vielleicht ist und war mein „Feindbild“ denn doch etwas differenzierter, als Sie meinen (oder das Ihrige).
    Aber um Sie nicht ganz zu verwirren:
    „Terroristen, einfach nur Kriminelle = amoralische Schwerverbrecher, politisch Irre“ trifft auch auf die heute hier angesprochenen „brandgefährlichen“ Zeitgenossen durchaus zu!

  28. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 03:05

    weder “Praeceptor Germaniae” noch “Kultur-Papst” – ich behaupte von Ihnen doch auch nicht, daß Sie sich als nashorn geben. aber keines sind!

    ich persönlich würde bzgl. der ermordung von “Buback, Ponto, Herrhausen usw.” die unterscheidung, die Sie hier vornehmen, so nicht vornehmen, da haben wir wohl einen dissens!

  29. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 03:29

    Sie haben/hatten ein “Feindbild”? intressant! und ob die von Ihnen zitierte bezeichnung tatsächlich zutrifft, können Sie zum jetzigen zeitpunkt nicht wissen, bestenfalls unter vorbehalt vermuten! mit einer bezeichnung wie “irre” tue ich mich sowieso immer sehr schwer, denn oftmals erscheinen mir die verrückten wesentlich unverrückter als die normalen. außerdem schätze ich Arno Grün und dessen “Der Wahnsinn der Normalität – Realismus als Krankheit. Eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität” (1987) sehr. und jeder irre oder normale ist natürlich auch politisch – das muß man wohl auch nicht weiter erläutern. aus einem anderen werk von Grün: “Wir sind so ‘gesund’, daß, würden wir uns selbst auf der Straße begegnen, wir uns nicht erkennen würden, weil uns ein Selbst gegenübersteht, das uns Angst macht.” (Der Fremde in uns, 2000), weswegen sich auch viele gar nicht so sehen (wollen), wie sie sind, sondern so, wie sie sich einbilden zu sein – mit anderen worten, wenn Sie das zitat in dem sinne aufgreifen, wie Sie es tun, dann tun Sie es, weil Sie sich beschwichtigen möchten! wenn ich hier im blog so manche kommentare lese, gerade wenn es um kriminelle, kinderschänder, jugendliche gewalttäter, hausbesetzer, militante, autonome, gewalttäter und strafen und gesetze und zero tolerance usw. lese, dann weiß ich, daß die grenze zum (politischen) “irre”-sein sehr fließend ist!

  30. Toska 13. Oktober 2011 ⁓ 07:51

    Genau, ein wenig Aufregung muss sein und gehört dazu, genau wie das verlinken diverser Artikel und überhaupt die Meinungen einiger Oberschlauen hier.

    Wartet doch einfach mal ab, bis die erste vollbesetzte Bahn in die Luft fliegt.
    Immer nur Brandsätze legen, macht doch keinen Spaß. da muss mehr her.

  31. ulla 13. Oktober 2011 ⁓ 08:14

    Welcher user außer mir liest denn noch die BZ? Also @Sigurd ist es nicht – mit dem hatte ich mal ein heftiges Wortgefecht wegen der Springer-Presse. @Hernando schaut wohl rein, ist mir jedenfalls so dunkel in Erinnerung; aber in diesem thread hat er nichts draus zitiert.

  32. Sigurd 13. Oktober 2011 ⁓ 11:36

    @Werner
    Durch die Gnade der frühen Geburt erlebte ich die Zeit der RAF sehr intensiv. Wenn ich die Vergangenheit nicht all zu sehr verklärt sehe, so hatte die RAF in ihrer Anfangszeit durchaus Sympathien und dies nicht nur in der sogenannten linken Szene. Ich betone ausdrücklich in ihrer Anfangsphase. Dies änderte sich nach dem die Gruppe sich zusehends radikalisierte. Morde sind durch nichts zu rechtfertigen. Deshalb finde ich vergleiche zu den aktuellen Ereignissen völlig irrsinnig.
    So lange etwas mit Geld wieder in Ordnung gebracht werden kann, ist es zwar für die Betroffenen eine mehr als ärgerliche Angelegenheit, jedoch ist es reparabel. Menschenleben jedoch, kann man nicht ersetzen.

  33. central station 13. Oktober 2011 ⁓ 12:05

    Es freut mich dass einigen der aufgezwungene Pausenmodus offenbar zugute kam und der Tag dadurch ihnen gehört hat, ganz so wie von den glorreichen Freiheitskämpfern gedacht. Bei mir und anderen war das nicht so. Es ist noch nicht mal Winter und schon geht mal wieder nichts bei der Bahn. Informationspolitik inklusive.

    Und was soll nun wieder diese rechts-links-Diskussion? Was bringt’s?
    Mich persönlich interessiert gar nicht ob die rechts oder links sind.

    Ihre “Motive” interessieren mich nicht. Hier werden Leute in Sippenhaft genommen weil sie angeblich das falsche Leben leben, hier wird eine Art Erpressung betrieben (“macht was wir sagen, sonst Brandsatz!”).

    Mich nervt’s einfach nur, das Hyperventilieren der Medien inbegriffen. “Linksterroismus”, “neue RAF” – vermutlich bekräftigt das die Täter noch in ihrem Tun. Denn sie wissen, sie haben den Staat, die Gesellschaft empfindlich “getroffen”.

    Aber was sollte mehr Überwachung in diesem Fall bringen? Das müsste man mir schon schlüssig schon erklären, welche Überwachungsmaßnahmen, die nicht schon längst existieren, uns durch diesen “Terror” jetzt freiheitsrechteeinschränkenderweise drohen.

  34. Hernando 13. Oktober 2011 ⁓ 13:09

    Ich stimme Ihnen voll zu, @central station

    Schon erstaunlich, dass einige die Verspätung bzw. den Ausfall von 2000 Zügen mit Hunderttausenden von betroffen Reisenden ganz einfach unter den Tisch fallen lassen.
    Solange kein Blut spritzt wird verharmlost, dass es einem graust.
    @Sigurd schreibt von änfänglichen Sympathien für die RAF. Das war gottseidank nur eine kleine verblendete Minderheit. Damals wurden auch die Kaufhausbrandstiftungen verniedlicht als “Gewalt gegen Sachen”.

  35. Hernando 13. Oktober 2011 ⁓ 13:24

    Berlins Innensenator Ehrhart Körting wandte sich dagegen, in Zusammenhang mit den Brandanschlägen auf die Bahn von Terrorismus zu sprechen. Zwar könne man den Begriff “Terror-Aktion” verwenden, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im rbb-Inforadio…

    Körting bietet allen was. Heute so, morgen so. Manchmal auch schon nach ein paar Stunden das Gegenteil.
    In dem info-Radio-Interview, aus dem das Zitat stammt, wurde auch sein Spruch über “Befürworter, Unterstützer, klammheimliche Beifallklatscher” angesprochen, von dem ich gestern schon schrieb.
    Er kokettiert geradezu mit solchen Sachen. Ungefragt schob er nach, dass der Ausdruck von den “rotlackierten Faschisten” auch von ihm stamme.
    Tja, lieber Herr Körting, wenn Sie sich denn mal auf einen Standpunkt festlegen würden, dann wäre Ihnen auch mehr Respekt sicher.

    Hier das Interview im Ton:
    http://www.inforadio.de/progra.....65009.html

    Ganz anders sein Parteigenosse Buschkowski. Der hat gestern bei Anne will mal wieder seinen Mann gestanden. Bravo!

    Wer die Sendung nicht gesehen hat: ARD-Mediothek oder die Wiederholung heute abend in EinsExtra um 21.02 Uhr.

    http://daserste.ndr.de/annewil.....index.html

    Sehr sehenswert!

  36. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 14:35

    lange nichts mehr von Ihnen gelesen, zumindest nicht unter diesem nick!

    die “glorreichen Freiheitskämpfer” – woher haben Sie das?

    “Ihre ‘Motive’ interessieren mich nicht. Hier werden Leute in Sippenhaft genommen weil sie angeblich das falsche Leben leben, hier wird eine Art Erpressung betrieben (‘macht was wir sagen, sonst Brandsatz!’).”

    ich finde es immer erschreckend, wie salopp das wort “Sippenhaft” mittlerweile daherkommt – wenn die Bahn die radlager ihrer züge verrotten läßt, nimmt sie dann die reisenden, die dann deshalb nicht von der stelle kommen, auch in “Sippenhaft”? geht es nicht auch eine nummer kleiner? vor allem auch ohne diese so mißbrauchte vokabel? und das mit dem “angeblich das falsche Leben leben” haben Sie woher?

    und “… weil sie angeblich das falsche Leben leben, hier wird eine Art Erpressung betrieben” (‘macht was wir sagen, sonst Brandsatz!’” ist ja eigentlich blühender unsinn – die brandsätze wurden wohl eher deswegen gelegt, weil sich bestimmte/viele/andere/etc. gar nichts sagen lassen, sondern einfach immer so weitermachen oder geschehen lassen. von daher sprechen die täter wohl ganz zu recht von “Sabotage” (“Als Sabotage bezeichnet man die absichtliche Störung eines wirtschaftlichen oder militärischen Ablaufs zur Erreichung eines bestimmten (oft politischen) Zieles.”, wikipedia, Sabotage) – die herkunft des wortes führt übrigens wieder zur eisenbahn: “The word is said to date from a French railway strike of 1910 when workers destroyed the wooden shoes (sabots) that held the rails in place.” (Encyclopædia Britannica, sabotage), aber das wird Sie sicher nur am rande interessieren…

    “Denn sie wissen, sie haben den Staat, die Gesellschaft empfindlich “getroffen”.”

    da folgen Sie jetzt aber der selbstüberschätzung der täter!

    so ein ganz klein wenig habe ich ja die vermutung, daß Sie sich bzgl. Ihres kommentars von der Bahn AG ispirieren ließen: “… „Unsere Kunden sollen nach den Bekennerschreiben für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr herhalten. Das ist absolut verantwortungslos“, so Prof. Gerd Neubeck, Leiter der Konzernsicherheit der DB…” (http://www.deutschebahn.com/si.....1010a.html) – stimmt so auch nicht, aber wer will schon jedes wort auf die goldwaage legen, besonders, wenn man über bestimmte sachen gar nicht reden will…

  37. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 15:35

    Damals wurden auch die Kaufhausbrandstiftungen verniedlicht als “Gewalt gegen Sachen”.

    nein, wurden sie nicht. aber in dieser hinsicht sind Sie ja notorisch schwerhörig!

    “2000 Züge[n] mit Hunderttausenden von betroffen Reisenden” – wo haben Sie diese zahlen her?

  38. Glis glis 13. Oktober 2011 ⁓ 17:48

    Nun muß ich mal eine alte Kritik wieder aufgreifen, wenn auch schon etwas abgenutzt: Bei dem verschachtelten Format ist es in langen Threads sehr mühsam, dem Gang der Diskussion zu folgen, da verliert man gleich die Lust.

  39. Sigurd 13. Oktober 2011 ⁓ 18:43

    @Ulla
    Stimmt ich lese weder BZ noch Bild oder Morgenpost. Aber wir hatten deshalb mal ein heftiges Wortgefecht? Kann mich daran beim besten Willen nicht erinnern.

    @Hernando
    Um die Kaufhausbrandstiftung ging es dabei nicht, diese war, wenn ich mich recht erinnere, vor den RAF-Zeiten und wurde soweit ich mich erinnern kann von A. Baader alleine verübt. Wir haben damals viele Diskussionsrunden geführt, es war die Zeit der „großen Diskussionsrunden“ falls Sie sich daran erinnern können. Das kann Ihnen, als ehemaligem Wahlhelfer von Willy Brandt, doch nicht entgangen sein. Bei diesen Diskussionen konnte man bei so manchem, so mancher, eine gewisse Sympathie für die RAF erkennen. Ob das nun verblendete waren kann, und möchte ich nicht beurteilen. Ist auch egal, die Sympathien legten sich sehr schnell. Für das Morden gab es kein Verständnis und das ist auch gut so.
    Vergessen Sie auch nicht, in welch einer Zeit die RAF gegründet wurde. Es war vieles im Umbruch, man wollte den Nachkriegsmief hinter sich lassen und die große Koalition hatte viel Unruhe ins Land gebracht. Gewerkschaften waren noch „Kampforganisationen“ der Arbeiterklasse und nicht wie heute handzahme Riesenmonster. Es war eine unruhige Zeit. Aber nun ist es genug mit Nostalgie, apropos Nostalgie, ich hatte damals an meinem alten VW einen schönen Spruch aufgeklebt, „Nostalgie ist noch lange kein Grund CDU zu wählen“. Das war das einzige Mal, dass mein Opa sauer auf mich war.

    @ Glis glis
    Ja das ist dem Lesefluss nicht dienlich, da haben Sie völlig recht. Wenigstens ein Datum mit Uhrzeit ist als kleiner Anhaltspunkt wieder vorhanden.

  40. 1704 13. Oktober 2011 ⁓ 18:54

    mindestens diese völlig unnütze einrückerei könnte man ja mal abschalten – muß man nicht einmal viel von programmieren verstehen, würde aber die lesbarkeit von threads deutlich erhöhen!

  41. Hernando 13. Oktober 2011 ⁓ 19:48

    @1704

    Das mit den 2000 Zügen können Sie in jedem Käseblatt lesen. u.a. hier:

    http://www.stern.de/auto/servi.....38055.html


    @Sigurd 13. Oktober 2011 ⁓ 18:43

    Ich gebe Ihnen teilweise recht. Und ja, ich habe auch Konkret und gelegentlich die Sankt-Pauli-Nachrichten gelesen.
    Das fällt aber unter “Wer mit 20 nicht links ist ,der hat kein Herz, wer es mit 40 (?) immer noch ist, der hat keinen Verstand.”

    Ihre Gedankengänge ähneln denen hier:
    http://www.ftd.de/politik/deut.....tml?page=1


    @Betreiber
    Ich bin froh, dass nun auch mal ein paar andere User schreiben, wie verbesserungswürdig sie die neue Blog-Struktur finden. Ich kam mir schon fast als Querulant mit meinen diesbezüglichen E-Mails vor.

  42. Allgemein 13. Oktober 2011 ⁓ 20:02

    Mal ehrlich einige haben ein Mitteilungsbedürfnis – erschreckend.

    Obwohl kann man ja weltweit lesen , ja das ist schon was.

    Ich vermute hier sind alles Leute,,dessen einziger Höhepunkt des Tages es ist hier nen Kommentar reinzusetzen.

  43. ulla 13. Oktober 2011 ⁓ 20:31

    @Sigurd

    Ist auch schon ziemlich lange her, war sozusagen in grauer Vorzeit :-)

  44. Helen 13. Oktober 2011 ⁓ 21:53

    Ich hoffe nur, daß die Straßenbahnen verlängert bzw. neue Strecken gebaut werden und die Pläne dafür nicht so unter den Tisch fallen. Mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, das würde mir gefallen.

  45. Glis glis 13. Oktober 2011 ⁓ 22:04

    Datum mit Uhrzeit ist fein, es ist immer gut zu wissen, wie spät es früher mal war… Wäre hier aber nicht wichtig, wenn die Kommentare einfach in chronologischer Reihenfolge untereinander stünden.

  46. Glis glis 13. Oktober 2011 ⁓ 22:09

    Ja, was soll man machen? Das Füjjedong druckt meine Texte nicht mehr, und am Bachmann-Preis bin ich das letzte Mal knapp vorbeigeschrammt. Da muß man sich halt anderweitig Genugtuung verschaffen.

  47. ulla 13. Oktober 2011 ⁓ 22:17

    Ich widerspreche Ihnen ja ungerne @Helen; aber bitte, bitte, nicht noch mehr von diesen gräßlichen Verkehrshindernissen.

    Da bin ich ganz CDU

  48. Helen 13. Oktober 2011 ⁓ 22:32

    Das Füjjedong ist Klasse.

  49. central station 13. Oktober 2011 ⁓ 23:25

    Hallo 1704.

    Von mir ist fast jeden Tag was zu lesen, nur nicht unbedingt hier. ;-)

    Hmm. Eigentlich habe ich jetzt keine Lust auf ellenlange Diskussionen…

    die “glorreichen Freiheitskämpfer” – woher haben Sie das?

    Woher? Von der Bahn AG natürlich.

    Ich bezeichne die Täter so, da sie sich selbst ja offenbar als solche begreifen. Stimmt nicht? Gut, dann eben nicht.

    und das mit dem “angeblich das falsche Leben leben” haben Sie woher?

    Ich habe das Bekennerschreiben gelesen, das im selben Ton verfasst ist wie die übliche anarchistische Gesellschaftskritik. Sie sind doch ein schlaues Kerlchen, Sie werden schon drauf kommen was ich damit meinen könnte, zumal Sie ja scheinbar die Motive der Täter gut zu kennen scheinen und ein ähnliches Weltbild zu pflegen scheinen. Woher habe ich das nun wieder – das ist ganz einfach meine Interpretation Ihrer Kommentare. Und jetzt bitte keine Essays über Interpretationen, subjektive Empfindungen, Meinungen… wir wissen ja dass diese keinerlei Wert für Sie haben.

    Und nein, es geht keine Nummer kleiner. Meinetwegen finden Sie es doch erschreckend, ich aber finde, “Sippenhaft” passt. Wir (Fahrgäste) werden mitverantwortlich für die angeprangerten Missstände gemacht, wir müssen die Folgen dieses “Protests” ausbaden. Dafür habe ich kein Verständnis und keine Sympathie.
    Und wenn “die Bahn die radlager ihrer züge verrotten läßt”, dann regt es mich nicht weniger auf.
    (Komischerweise gab es da keine RAF-Vergleiche, obwohl die Bahn dadurch mindestens ebenso leichtsinnig mit Menschenleben gespielt hat!)
    Aber hier geht es nun mal nicht um die Fehler der Bahn, also wozu dieses Ablenkungsmanöver?

    so ein ganz klein wenig habe ich ja die vermutung, daß Sie sich bzgl. Ihres kommentars von der Bahn AG ispirieren ließen:

    Hat es sich etwa noch nicht bis zu Ihnen herumgesprochen dass ich PR-Schreiber der Bahn bin? ;-)

    Spaß beiseite: Ich brauche mich nicht von der DB zu irgendwas inspirieren lassen, ich bin durchaus fähig mir meine eigene Meinung zu bilden. Dennoch kann ich diesem Zitat von Neubeck zustimmen.

    Aber es geht ja – laut Bekennerschreiben – eben nicht nur um Afghanistan sondern auch um die Gesellschaft, die man “wachrütteln” möchte, also um das System an sich. Womit wir wieder beim falschen Leben (sh. oben) wären.

    Danke für die Info bzgl. Sabotage. Und für die Blumen in Form von blühendem Unsinn – ich geh dann mal gießen.

  50. central station 13. Oktober 2011 ⁓ 23:31

    @Helen
    Die sinnvollste Straßenbahnstrecke Berlins befindet sich doch “schon” im Bau. Damit die Invalidenstraße ihrem Namen auch irgendwann gerecht wird.

  51. Glis glis 14. Oktober 2011 ⁓ 00:10

    Hm, was dem einen sein Verkehrsmittel, das ist dem anderen sein Verkehrshindernis. Kann man auch genau umgekehrt sehen. Und dann stehen in der Stadt auch noch Häuser dazwischen. Eigentlich eine Unverschämtheit…

  52. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 01:04

    @ central station

    schade, Sie hätten Ihr “eigentlich keine Lust” ernster nehmen sollen, und, bzgl. “wir wissen ja dass diese [Interpretationen] keinerlei Wert für Sie haben” – lasse ich einmal unkommentiert, aber “wir” wissen natürlich nicht, welchen wert diese [Interpretationen] für Sie haben!

    wenn Sie meinen, daß “Sippenhaft” paßt, dann erlauben Sie mir, Sie einfach einen ignoranten zu nennen, denn letztlich meinen Sie eine art “kollektivhaftung”, oder sehen Sie sich mit allen anderen fahrgästen blutsverwandt? große familie, die Sie da haben. daß ausgerechnet der begriff der “Sippenhaft” in Deutschland in der unseligen tradition steht, ein mittel staatlicher repression und staatlichen terrors zu sein, ist dann für Sie wahrscheinlich schon stulle.

    “Wir (Fahrgäste) werden mitverantwortlich für die angeprangerten Missstände gemacht” – objektiv gesehen ist es doch auch richtig! oder sehen Sie das etwa tatsächlich anders? die “bekenner” haben doch recht, es jährt sich zum 10ten mal der beginn des Afghanistan-einsatzes, der von der mehrheit der Deutschen abgelehnt wird, und trotzdem sind “wir” eben 10 jahre weiter und Afghanistan ist im grunde einfach nur banane. können “wir” ja nur froh darüber sein, daß seinerzeit nicht entschieden wurde, daß sich Deutschland am Irak-krieg beteiligt… aber Sie haben etwas ganz wichtiges nicht richtig verstanden (“wir müssen die Folgen dieses ‘Protests’ ausbaden) – es geht den tätern hier nicht um einen protest, auch nicht einen in anführungsstrichen, es geht ihnen tatsächlich und erklärtermaßen um “Sabotage” bzw. um “Intervention”, das wort protest finden Sie im gesamten schreiben nicht. und wie das bei sabotageakten so ist: die folgen tragen alle, die mittel- oder unmittelbar davon betroffen sind, von daher müssen Sie auch nichts “ausbaden”, sondern sind tatsächlich betroffen. keine ahnung, warum Sie da so herumeiern.

    zum abschluß – Sie meinten ja, das bekennerschreiben gelesen zu haben, dann hätten Sie aber mächtig zusammenzucken müssen beim tippern des wortes “wachrütteln” – ich denke nämlich, daß Sie eigentlich ein intelligenter mensch sind, nur manchmal “eigentlich keine lust haben”, und das wohl nicht nur bezogen auf das verfassen eines kommentars…

  53. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 02:44

    @ Hernando

    ich hatte ja ein bißchen gehofft, Sie hätten eine andere quelle – aber merci, und Sie haben recht, alle “Käseblätter” berichten (wortgleich) dasselbe! potz dpa agenturmeldungen und pressemitteilungen

  54. ulla 14. Oktober 2011 ⁓ 08:31

    Aus http://www.tagesspiegel.de/ber.....52048.html “Ein Blick in die letzten veröffentlichten Zahlen der Innenverwaltung unterstützt zumindest die Feststellung, dass die linksextremistische Gewalt zugenommen hat – und die Zahl vergleichbarer rechtsextremistisch motivierter Taten überholt hat: 841 Fälle von linksextremistisch motivierter Gewalt wurden in Berlin alleine im ersten Halbjahr 2011 gezählt …” und „Die linksextremistische Szene wurde hier unter Rot-Rot nicht gleichermaßen bekämpft wie die rechtsextremistische.“ schätzt Gram

    Wollen wir hoffen, daß die zukünftige (hoffentlich) Rot/Schwarze Regierung die Scheuklappen von beiden Augen nimmt.

  55. Hernando 14. Oktober 2011 ⁓ 10:24

    @1704
    Ich habe bewußt den STERN als eine etwas linkere Quelle angegeben, um Ihnen einen kleinen Impuls zu geben, mal Tatsachen anzuerkennen. Bei WELT u.ä. wär doch gleich Ihr Springer-Reflex angesprungen.

    Was für eine Quelle haben Sie denn erwartet?
    indymedia?

    Sie sind der einzige hier im Blog, der nicht mal den kleinsten Fehler zugeben kann.

  56. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 13:12

    @ Hernando

    Sie sind ja lustig! Sie meinen, Sie nach der quellenangabe zu fragen ist schon das einräumen eines kleinen fehlers? wie schlicht muß man denn drauf sein, um das so zu sehen? mir ging es um etwas völlig anderes, nicht so sehr bzgl. der 2000 züge sondern bzgl. der angegebenen verspätungsminuten und der schadenersatzforderung, die die Bahn AG ggf. erheben wird. auch die ungewöhnlich hohe summe von 100.000 euro für hinweise auf die täter ist bemerkenswert. und wenn Sie nicht ständig so mental-ideologisch blockiert wären, hätten Sie, bzgl. “Springer-Reflex”, bemerken können, daß ich hier im blog des öfteren sogar aus springer-blättern zitiert habe, sogar in diesem thread ist das geschehen (http://www.hauptstadtblog.de/2.....mment-2550 ). indymedia lese ich eher selten, wegen der etwas dubiosen veröffentlichungspraxis, man weiß da nie so genau, ob die texte nun originär tatsächlich von denen kommen, die sich dort als urheber der texte nennen.

    übrigens gibt es bei Axel Springer ein recht gutes “Medienarchiv” – sollten Sie ruhig einmal benutzen, besonders dann, wenn es mal wieder z.b. wg. 68 zu erinnerungslücken bei Ihnen gekommen ist. da finden Sie z.b. eine “Chronik der Studentenproteste”, und für das datum 21. Februar 1968 ein aufschlußreiches bild mit dem untertext:

    “Drei Tage nach der Vietnamkonferenz organisiert der Berliner Senat unter dem Motto ‘Berlin darf nicht Saigon werden’ eine Massendemonstration gegen die studentischen Rebellen. Etwa 80.000 Menschen versammeln sich vor dem Schöneberger Rathaus. ‘Dutschke Volksfeind Nummer eins’ und ‘Für ein Verbot des SDS’ ist auf einigen Transparenten zu lesen. Am Rande der Demonstration kommt es auch zu Überfällen auf APO-Aktivisten.”

    nur einmal zur erinnerung: Saigon wurde am 30. April 1975 durch nordvietnamesische truppen eingenommen, der Berliner Senat hatte also andere vorstellungen, warum Berlin nicht Saigon werden sollte, und, weil Sie immer so tun als wäre die gewalt, z.b. der späteren RAF, von links gekommen, ist in dieser hinsicht ja auch interessant zu wissen, daß es am rande der demonstration zu “Überfällen auf APO-Aktivisten” gekommen sei. Sie scheinen ja auch vergessen zu haben, daß am 2. Juni 1967 der student Benno Ohnesorg gewaltsam ums leben gekommen war und daß am 11.04.1968 das attentat auf Rudi Dutschke erfolgte – beide daten markieren ja nicht nur gewalt an sich, sondern illustrieren auch das innenpolitisch aufgeheizte klima jener zeit, die gewalt, werter @Hernando, kam aus einer ganz anderen ecke als hier und anderswo ständig suggeriert werden soll. und vergessen ist wohl auch, daß die ersten waffen der RAF aus den beständen des verfassungsschutzes kamen. können Sie nachlesen bei wikipedia, Peter Urbach – und es ist z.b. auch seit langem bekannt, daß bei den damaligen aktionen gegen Springer auch der verfassungschutz sozusagen “motivierend” zur seite stand.

  57. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 13:27

    “… Ob und in welchem Ausmaß der Linksextremismus hier tatsächlich auf dem Vormarsch ist, ist unter Fachleuten allerdings umstritten. Die Zahlen in den Verfassungsschutzberichten sind dafür zumindest keine sichere Basis, sagt der Extremismusexperte Hans-Gerd Jaschke. Die Angaben über die politisch motivierten Delikte basieren auf der individuellen Einschätzung von Taten durch Polizei und Staatsschutz – wobei von Behörde zu Behörde unterschiedliche Kriterien angelegt werden, sagt der Professor für Politikwissenschaft, der an der Hochschule für Wirtschaft und Recht unter anderem angehende Polizisten unterrichtet. Er weist darauf hin, dass zum Beispiel in Hamburg Anschläge gegen Autos und ähnliche Aktionen nur dann als politisch motiviert eingeschätzt werden, wenn es Bekennerschreiben gebe. In Berlin hingegen teilt die Polizei das nach den Umständen der Tat selbst ein. ‘Deswegen ist die Zahl der Anschläge in Berlin höher als anderswo’, sagt Jaschke. Von den 105 Brandanschlägen mit 269 beschädigten Wagen, die die Berliner Polizei im laufenden Jahr als politisch einschätzte, waren lediglich elf von Bekennerschreiben begleitet. Wenn nun Politiker auf Grundlage dieser Zahlen feststellen, dass es eine dramatische Veränderung bei extremistischen Anschlägen gebe, sei das ‘abenteuerlich’, findet Jaschke. Und auch die Angaben über Mitglieder radikaler Gruppen seien nur ‘Schätzzahlen.’ Ähnlich skeptisch äußern sich auch andere Beobachter wie der SPD-Verfassungsschutzexperte Tom Schreiber…”

    (quelle: link in @ulla 14. Oktober 2011 ⁓ 08:31, http://www.hauptstadtblog.de/2.....mment-2596)

  58. ulla 14. Oktober 2011 ⁓ 15:23

    Gram sagt weiterhin “… Das sei Ziel der Koalitionsverhandlungen über eine rot- schwarze Regierung mit der SPD: „Wir müssen die autonome Szene mehr durchdringen.“

    “Die Diagnose der Einseitigkeit bestätigt auch Extremismusforscher Jaschke: „Der Linksextremismus ist lange vernachlässigt worden.“

    Beides auch aus dem oben angeführten Link

  59. central station 14. Oktober 2011 ⁓ 15:56

    @1704

    Aber dann wären Sie doch traurig gewesen, dass wieder keiner mit Ihnen diskutiert. :-)

    Außerdem interessiert es mich jetzt doch mal, inwiefern ich, meine Familie, meine Freunde denn mitverantwortlich sein sollen. Spannende Frage: Sie kennen mich nicht, die Täter kennen mich nicht. Aber es wird ein anmaßendes (Pauschal-)Urteil gefällt und die “Bestrafung” kommt gleich mit dazu. Wenn man nur dadurch schon mitschuldig ist, dass man in diesem System geboren wurde, lebt und atmet, na vielen Dank auch.

    es geht ihnen tatsächlich und erklärtermaßen um “Sabotage” bzw. um “Intervention”

    Inwiefern wurde denn – durch Sabotage des Personenverkehrs – interveniert bezüglich Waffenexport und Afghanistan-Einsatz?
    Ich halte das Afghanistan-Argument ganz ehrlich für einen Vorwand. Ich glaube viel mehr, hier sollten im Ansatz eher Macht- und Anarchiephantasien a la “Der kommende Aufstand” (habe ich im Übrigen komplett gelesen) ausgelebt werden.

    Was macht eigentlich diese selbsternannten Alles-Durchblicker und Weltverbesserer so sicher, dass nicht sie es sind, die schlafen und geweckt werden müssen, etwa weil sie völlig den Kontakt zur “Realität” verloren haben? Woher nimmt man nur immer diese unglaubliche Arroganz… – gut, das werden Sie nicht beantworten können, da sich das aus Ihrer Perspektive wohl auch nicht so darstellt.

    nur manchmal “eigentlich keine lust haben”

    Ich habe keine Lust auf ein dogmatisches Weltbild, keine Lust auf Gesinnungsdiktatur und deren “Umerziehungsmaßnahmen”, und ich habe keine Lust, bestimmte Freiheits- und Lebensvorstellungen aufgezwungen zu bekommen, deren Nicht-Befolgen / Nicht-Teilen eine automatische Einordnung ins “feindliche Lager” zur Folge hat. Ich erlaube mir, anders zu denken, auch wenn das für ein bestimmtes Lager dann “nicht denken” / “ignorieren”/ “schlafen” usw. usf. impliziert.

    So einfach ist das.

  60. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 18:02

    @ central station

    bzgl. Ihrer frage: wen würden Sie denn “verantwortlich” machen für einen krieg, den eine mehrheit der deutschen bevölkerung nach wie vor ablehnt? die politiker? die generäle? die deutsche rüstungsindustrie? (mit)verantwortung drückt sich auch dadurch aus, daß man nichts gegen diesen einsatz unternimmt und seit nunmehr 10 jahren geschehen läßt, obwohl man doch dagegen ist. und wenn man dafür war und/oder (immer noch) ist, dann doch wohl umso mehr, oder? oder haben Sie das gefühl, daß die sache Sie gar nichts angeht? auf das konto deutscher soldaten gehen auch z.b. zivile opfer, es operieren im einsatzgebiet deutsche einheiten, die nur sehr schwer dahingehend zu kontrollieren sind, inwieweit sie sich an geschriebenes recht halten (ich drücke das hier jetzt einmal ganz bewußt sehr neutral aus). ich sehe mich übrigens genauso in der mitverantwortung wie Sie, nur mache ich mir das vielleicht ein wenig mehr zum problem als Sie. die logik von politik und menschlichem handeln bringt es mit sich, daß auch nichts-tun unverantwortlich sein kann und mit-verantwortlichkeit begründet. natürlich kann es sein, daß Sie nun völlig unbegründet in diese “mitverantwortung” genommen werden, weil man nicht weiß, daß Sie täglich petitionen an den deutschen Bundestag schreiben, ständig den verteidigungsminister mit dringenden schreiben und e-mails behelligen, mit Ihren arbeitskollegen ständig den Afghanistan-einsatz diskutieren, sogar schon einmal die arbeit niederlegten, um an Afghanistan zu erinnern, jeden tag mit einem transparent vor dem deutschen Reichstag auf- und abschlendern, sich an gegen-den–afghanistaneinsatz-demos beteiligen, eine stadtteilgruppe oder bürgerinitiative gegründet haben, um irgendetwas gegen diesen einsatz zu unternehmen, unterschriften sammeln gegen diesen krieg, spenden sammeln für die opfer dieses krieges, geld überweisen für die zivilen opfer und familienangehörigen dieser opfer des krieges, usw. usf. – das kann alles sein, und trotzdem würde Sie das aus dieser mitverantwortung nicht entlassen. und wenn Sie das jetzt immer noch nicht verstehen können, dann wollen Sie es nicht verstehen.

    “Inwiefern wurde denn – durch Sabotage des Personenverkehrs – interveniert bezüglich Waffenexport und Afghanistan-Einsatz?” – na, weiter oben wird Ihnen doch erzählt, daß 2.000 züge durch diese brandanschläge nicht fahrplanmäßg fahren konnten, was meinen Sie, wie sich das wohl auf die fahrpläne von güterzügen ausgewirkt haben wird, und was meinen Sie, was man unter gütern alles so verstehen kann? natürlich wird das die betreffenden nicht sonderlich beeindrucken, die betroffenen aber umso mehr aufregen, von daher kann man sich natürlich auch die frage stellen, inwieweit eine solche aktion für eine solche “intervention” überhaupt das richtige mittel ist, aber wir wollen ja hier nicht etwa noch tipps geben, wie man es besser = effektiver machte, nicht? und seien wir doch froh, daß das angewandte mittel letztlich so harmlos ist! wie würde hier wohl hysterisiert werden, wenn diese “Intervention” noch effektiver wäre?

    “Was macht eigentlich diese selbsternannten Alles-Durchblicker und Weltverbesserer so sicher, dass nicht sie es sind, die schlafen und geweckt werden müssen, etwa weil sie völlig den Kontakt zur ‘Realität’ verloren haben? Woher nimmt man nur immer diese unglaubliche Arroganz… – gut, das werden Sie nicht beantworten können, da sich das aus Ihrer Perspektive wohl auch nicht so darstellt.”

    nette frage, die Sie sich hoffentlich auch schon des öfteren und immer wieder mal für sich selbst und bezogen auf die eigene person gestellt haben und auch weiterhin stellen werden – ich bin ja nun schon seit jahrzehnten davon überzeugt, daß “Realität” etwas ist, wovon wir i.d.R. nur sehr wenig gesichert wissen und daß wir uns, wenn wir uns mit der “Realität” befassen, letztlich mit einem wahrnehmungsproblem und uns selbst befassen. und gerade in einem zeitalter des informations-overflow ist es nicht mehr so einfach wie früher zu meinen, man wisse, was “Realität” ist – aber, bezogen auf das thema hier: es spielt doch gar keine rolle, ob die täter nun tatsächlich irgendetwas besser wissen oder nicht, ob es träumer oder spinner sind. wenn Sie meinen, Sie müßten die “aufwecken”, na, dann tun sie es doch! aber tun Sie nicht so, als wäre Ihre frage schon die antwort!

    und den kontakt zur “Realität” verloren haben ist eine art von unterstellung, die man wahrscheinlich gegen jedermann formulieren könnte. versuchen Sie sich einmal zu beweisen, daß Sie diesen konakt nicht verloren haben, evtl. werden Sie erstaunt feststellen, daß das mindestens so schwer ist wie sich darüber zu vergewissern, was denn eigentlich (die) “Realität” ist. und natürlich kann ich Ihnen die frage, woher diese leute die sicherheit nehmen, dieses oder jenes besser zu wissen, nicht beantworten, nicht etwa, weil sich da irgendetwas aus meiner perpektive nicht stellt, sondern einfach, weil ich diese leute gar nicht kenne. ich weiß nicht einmal, ob diese leute sich tatsächlich so sicher sind. das bekennerschreiben ist aber in den dort genannten begründungen nachvollziehbar, wenn auch u.U. nicht unbedingt schlüssig und es ist letztlich als begründung von brandanschlägen untauglich, weil brandanschläge m.M.n. ein falsches mittel sind. aber, nehmen Sie es mir nicht übel, ich denke, Ihre frage hat eh nur vorgeschobenen charakter, aber da mag ich mich irren und ich will das hier auch gar nicht weiter erläutern.

    “Der kommende Aufstand”, gut und schön – mir sind auch ein paar passagen des bekennerschreibens aufgefallen, die mich an diesen text erinnert haben, aber so fürchterlich neu, wie so oft zu hören, ist das alles nicht, was in diesem text zu lesen ist. ich kenne da texte aus den 1950/60er jahren, an die ich mich erinnern mußte, als ich “Der kommende Aufstand” las – es ist nämlich der gleiche gedankenansatz – die sind mindestens genauso “spannend”. und wenn wir schon dabei sind, dann sei zumindest noch die “Propaganda der Tat” als stichwort genannt.

    ich hoffe, Sie waren wiklich sehr hellwach und sehr selbstkritisch, als Sie ihren letzten absatz schrieben. es ist aber nicht meine sache, darüber zu befinden, worauf Sie so lust haben, möglicherweise machen Sie es sich mit Ihrem “so einfach ist das” auch nur zu einfach, vielelicht, damit es für Sie einfach ist. man kann aber wohl mit einer gewissen bestimmtheit sagen, daß Sie wohl jemand sind, der hin- und wieder mit der eisenbahn fährt und es sehr persönlich nimmt, wenn man ihn nicht läßt, und dafür haben sich die bekenner sogar schon entschuldigt, allerdings eher in dem sinne, daß sie meinten, darauf keine rücksicht nehmen zu wollen! woher Sie das mit dem “dogmatischen Weltbild”, der “Gesinnungsdiktatur” und den “Umerziehungsmaßnahmen” haben, erschließt sich mir nicht, aber für Ihre interpretationen sind schließlich Sie selbst verantwortlich, und das mit dem “feindliche[n] Lager” ist dann wohl die “Sippenhaft” als rhetorische fortsetzung eines falsch gewählten begriffes und, wie ich meine, auch eines großen mißverständnisses…

    ich denke, als tapetenwechsel soll es damit dann auch sein bewenden haben…

  61. Hernando 14. Oktober 2011 ⁓ 18:15

    @1704 14. Oktober 2011 ⁓ 13:12

    Eigentlich hab ich was besseres zu tun, als mit Ihnen hier um Tatsachen zu streiten. Deshalb nur kurz:

    In meinem von Ihnen beanstandeten Posting mit 2000 Zügen ging es nur um das:
    “2000 Züge[n] mit Hunderttausenden von betroffen Reisenden” – wo haben Sie diese zahlen her?

    Nachdem Sie das nun offensichtlich nicht mehr bestreiten können, wird – statt mal einen kleinen Irrtum einzugestehen – munter gefälscht und manipuliert:

    mir ging es um etwas völlig anderes, nicht so sehr bzgl. der 2000 züge sondern bzgl. der angegebenen verspätungsminuten und der schadenersatzforderung, die die Bahn AG ggf. erheben wird.

    Davon war überhaupt nicht die Rede. Kein Wort von Verspätungsminuten und Schadenersatz. Sie haben lediglich nach den 2000 Zügen gefragt.
    Halten Sie die Leser für so doof, nicht zu merken, wie Sie hier was nachschieben, weil Sie auch nicht den kleinsten Fehler eingestehen können?

    Und dann noch Springer und Ohnesorg.
    Hallo!
    Es ging um die Zahl der Züge.

    Getroffenen Hunde bellen.
    Diesmal aber sehr krächzend und kraftlos.

  62. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 20:28

    keine ahnung, warum Sie jetzt ins wattenmeer reiten, aber achten Sie darauf, daß irgendwann die flut kommt! und bzgl. “Halten Sie die Leser für so doof” frage ich mich, warum Sie den plural benutzen…

  63. Helen 14. Oktober 2011 ⁓ 22:10

    Ich habe mit der Straßenbahn fast den ganzen Osten erkundet, ohne dieses Verkehrsmkittel wäre ich dort nie hingekommen. Man kann unterwegs aussteigen, wenn es etwas zu sehen gibt und steigt dann wieder irgendwo ein.
    Neulich war Moabit dran, dann aber wieder mit dem Bus zurück, das war dann nicht so schön. Aber die Geschmäcker sind verschieden.

  64. 1704 14. Oktober 2011 ⁓ 23:47

    “… Die Diagnose der Einseitigkeit bestätigt auch Extremismusforscher Jaschke: ‘Der Linksextremismus ist lange vernachlässigt worden.’ Das habe zum Teil damit zu tun, dass große Teile der linksextremistischen Szene zwar orthodoxe Weltbilder vertreten, aber nicht gewaltbereit sind…”

    auch aus dem oben angeführten link.

  65. 99 prozent 15. Oktober 2011 ⁓ 00:44

    Ich finde man sollte mal aufhören die Brandsatzleger zu kriminalisieren! Sie meinen es schließlich nur gut mit uns allen. Schlimm genug dass die uns überhaupt erklären müssen was Freiheit bedeutet und in welch schrecklichen Verhältnissen wir leben. Kriegt ja kaum noch einer mit vor lauter BILD-Lesen, DSDS-Schauen und Konsumieren.

    Und es ist doch wirklich großzügig von denen, dass sie, so gut es eben geht, versuchen keine Menschenleben zu gefährden. Ich meine, das ist ja nicht selbstverständlich heutzutage. Ja, und wer wird sich denn über Sabotage u. Sachbeschädigung aufregen. Doch nur reaktionäre Spießer, findet ihr nicht? Ist doch nur die Bahn, ist doch sonst auch nicht pünktlich. Klar trifft es auch die Fahrgäste, aber meine Güte, ein paar Stündchen auf dem Bahnsteig verharren und ein paar Termine verpassen, ein bisschen Entschleunigung tut doch gut, immerhin gehts um eine gute Sache. (Nimmt man halt das Fahrrad wenns so dringend ist!)

    Statt auf den Formen des Widerstands rumzuhacken, hackt lieber auf den Ursachen rum.

    Ich meine was soll man denn sonst machen? Die Politik lässt keine Wahl außer aktivem Widerstand und direkten Aktionen. Anders kapieren sie es nicht und auch für die ganze bewusstlose Masse muss endlich mal der Wecker klingeln!

    Denkt ihr nichts tun ist besser? Jammert nicht, guckt lieber was in Afghanistan los ist. Oder in Afrika, wo so viele Menschen und Kinder den Hungertod sterben. Nur das gewalttätige Schweinesystem ist Schuld daran.

    Wo bleiben eigentlich die kritischen Comments zum Festival of Lights? Lichtsmog, Energieverschwendung und vor allem Unterhaltung (die nur dazu da ist, von der Euro-Krise abzulenken!) – geht gar nicht! Nun mal nicht so unreflektiert hier – Empört Euch gefälligst!

    Also, wir sehn uns dann morgen (heute). Jeder normale, aufgeklärte #Bürger mit gesundem #Menschenverstand ist morgen bei #Occupy dabei!

    Runter vom Sofa, raus auf die Straße! Da wohnen wir sowieso bald alle, wenn das so weitergeht mit Stuttgart21 und Rettungsschirm.

  66. ulla 15. Oktober 2011 ⁓ 08:47

    Na sicher hat das auch zum Teil etwas damit zu tun – sagt doch keiner, daß die breite Masse der Menschen mit linkem Gedankengut, wenn auch manche etwas spinnert sind, gewaltbereit ist. Herr Gram und Herr Jaschke sagen aber übereinstimmend, daß der rot/rote Senat nicht energisch genug gegen den Linksextremismus vorgegangen ist.

    Widerlegen Sie die Herren doch wenn Sie es können (Kopie bitte an mich) statt hier rumzuwursteln – ich warte drauf. Wäre ja gelacht, wenn Sie anerkannten Wissenschaftlern nicht beweisen könnten, daß Sie der Klügere sind.

  67. ulla 15. Oktober 2011 ⁓ 10:27

    Na bitte, das ist doch schon mal was: Im Radio höre ich gerade, daß man sich bei den Koalitionsgesprächen darauf geeinigt hat das Grillen im Tiergarten und anderen innerstädtischen Parks ab 1. Januar 2012 generell zu verbieten.

    Gefällt mir.

  68. ulla 15. Oktober 2011 ⁓ 11:37

    Da haben sie im Radio wohl etwas übertrieben – geeinigt hat man sich bei den “kleinen” Koalitionsgesprächen zur BVV in Mitte. Ändert aber nichts daran, daß mir das mit dem Grillverbot gefällt.

  69. 1704 15. Oktober 2011 ⁓ 14:33

    “Widerlegen Sie die Herren doch wenn Sie es können” – ich habe aus dem artikel, auf den Sie verlinkt haben, lediglich zitiert, warum soll ich die äußerungen, die dort gemacht wurden, jetzt widerlegen? weil Sie unbedingt eine einzige lesart des interviews gelten lassen wollen?

    eine zunahme linksextremistischer straftaten läßt sich nur schwerlich anhand z.b. der gefaßten täter tatsächlich belegen – von den delikten her ist eine zuordnung oftmals rein willkürlich – es besteht ja nicht einmal eine wirklich klare definition, was denn “linksextremistisch” überhaupt ist!

    in Ihrem ersten komentar zitieren Sie Gram: “Wir müssen die autonome Szene mehr durchdringen.” – damit habe ich gar kein problem, soll man! abgesehen davon meine ich ja, daß man das längst gemacht hat. nur sollte man dann auch darauf achten, daß es dann nicht zugeht wie bei der NPD, wo man irgendwann zwischen durchdringern und durchdrungenden nicht mehr unterscheiden kann. problem ist doch, daß z.b. die täter, um die es hier geht, als gruppe, die es zu durchdringen gilt, möglicherweise so klein ist, daß da ein “durchdringen” gar nicht möglich ist, wir wissen ja nicht einmal, ob es sich überhaupt um eine gruppe handelt.

    “Der Berliner Verfassungsschutz geht davon aus, dass hinter den Anschlägen eine in der Szene isolierte Tätergruppe steckt.” ( http://www.zeit.de/gesellschaf.....ege-taeter ) – man weiß nicht einmal, ob diese gruppe überhaupt teil der “Szene” ist, man weiß nicht einmal, ob z.b. das bekennerschreiben tatsächlich von den tätern stammt, man weiß so vieles nicht…

    “Gerechnet auf 100 000 Einwohner gab es in der Hauptstadt 2010 rund 2,3 Gewalttaten aus dem linksextremistischen Spektrum. 2009 waren es 6,2 – das war bundesweit ein Spitzenwert.” ( http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1217574 )

    und wenn Sie schon bestimmte leute nachplappern, dann sollten Sie sich auch folgendes schon einmal durch den kopf gehen lassen: “Die Polizeigewerkschaft will mehr Beamte in die linke Szene einschleusen. Um dort anerkannt zu werden, sollen sie auch Straftaten begehen dürfen.” ( http://www.zeit.de/politik/deu.....-ermittler )

  70. Hernando 15. Oktober 2011 ⁓ 22:35

    Ich finde die Maßnahme zu radikal.
    Man könnte das doch schrittweise machen.
    Zum Beispiel: Nur noch Rostbratwurst und Schweinenackensteaks zulassen. Da würden sich schon mal einige Phänomene deutlich reduzieren.

  71. Helen 16. Oktober 2011 ⁓ 11:42

    @ Hernando
    Wer soll das kontrollieren? Manchmal muß etwas radikal angepackt werdedn, Ausflüchte gibt es immer.

  72. central station 16. Oktober 2011 ⁓ 12:22

    Ganz kurz @1704

    Bezüglich Realität: Sehe ich ganz genauso. Deswegen die Anführungszeichen. Und deswegen auch das Problem mit Leuten, die meinen die Wahrheit für sich gepachtet zu haben und den vermeintlich “schlafenden deutschen Michel” wachrütteln, belehren und bekehren zu müssen.

    Missverständnisse sind leider nie auszuchließen.

    Wünsche noch einen schönen Sonntag.

  73. Grillfan 17. Oktober 2011 ⁓ 14:23

    Grillverbot. Also ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist. Das ist für meine Begriffe sehr intergrationsunfreundlich. Mein Gott, lasst doch diesen Familien ihrem Spaß nachgehen. Nicht jeder hat einen Garten zum Grillen, und die 300 000 Euro, die das Beseitigen der Abfälle kostet, ist gut angelegtes Geld. Und wenn da mal eine Grube ausgehoben wird oder die Därme des ausgeweideten Lamms in die Büsche geworfen werden, was ist das schon gegen den Kulturgewinn?