Archiv für November 2011

Graffiti: Der Knaller von MTO

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Graffiti von MTO iam Spreeufer/Nähe Elsenbrücke. Der Künstler hat neben seinen Graffitis in Berlin auch Auftragsarbeiten angenommen und Objekte in Galerien platziert- also genau die Entwicklung von der "illegalen Arbeitsfläche" an Gebäuden zur Urban Street Art genommen, die Straße und Galerie verbindet und für die Berlin mittlerweile berühmt ist. Foto: ©MM|HSB2011

Mehr über den Graffiti-Künstler MTO auf myspace und bei rebelart und noch mehr Werke von ihm bei Google.

Macht Grundeinkommen faul? Eine BGE-Kulturimpuls-Diskussion im Berliner Relais

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Faul kontra Produktivität

Eine provokative Frage, die wohl eher mit NEIN beantwortet werden kann – natürlich aus subjektiver Sicht. Aber auch prominente Unternehmer und Professoren sind durchaus dieser Meinung. Das System BGE könnte zu einer deutlichen Vereinfachung des Steuersystems führen, zu einer einzigen Konsumsteuer (ähnlich wie in skandinavischen Ländern). Ein “Grundeinkommen macht genauso wenig faul, wie Erwerbsarbeit grundsätzlich fleißig macht!” – sagt Professor Theo Wehner aus der Schweiz.

Das Thema bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist ohne Zweifel eines der großen Reizthemen, welches mehr und mehr Menschen in Zukunft beschäftigen wird. Bei den einen ruft es einen Würgereiz hervor, sie lehnen es als unbezahlbar, inflationstreibend, nicht finanzierbar ab und gehen von einer Grundträgheit des Menschen aus.

Für die anderen ist es ein mögliches und tragfähiges Gesellschaftsmodell, welches soziale Ungleichheiten mildert. Es könne den Menschen Freiräume ermöglichen, die sie zu einer besseren, gesünderen Arbeitswelt mit sehr hoher Produktivität führen werde, denn sie gehen von einem inneren Trieb des Menschen zur Wertschaffung, zur Selbstverwirklichung, zur Produktivität aus. Die BGE-Lobby-Homepage thematisiert gängige (Vor-)Urteile, beschreibt die IST-Situation und klärt mit Fakten und Modellen auf, will eine Diskussion über das Modell initiieren, die über pauschale Statements wie “Schwachsinn, unbezahlbar” oder “ist die einzige Lösung zur Beseitigung der sozialen Probleme” hinausgeht, in Richtung einer Machbarkeits-Analyste auf breitem gesellschaftlichen Konsens.

Am Mittwochabend (morgen) um 20 Uhr findet im Berliner Kulturzentrum RELAIS (keine eigene Homepage) in der Monbijoustraße 3 (1.OG) die Vorführung eines Schweizer Filmessays mit anschließender Diskussion zum Thema ”Grundeinkommen – Ein Kulturimpuls” statt.

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Ostkreuz: Nachts an einer Baustelle

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Eine Baustelle in der Nähe des Ostkreuzes Foto: © Stefan Reisener 2011

Viele Menschen arbeiten beim Umbau des Ostkreuzes in Berlin-Friedrichshain/Lichtenberg, Tag und Nacht. Viele Männer und Frauen schieben ihre Schichten dort, bei Sturm, Regen, Schnee und Frost. Es ist zugig. Und doch entsteht, langsam, in Millionen von Arbeitsschritten, ein neuer moderner Umsteigebahnhof, ein Knotenpunkt. Ergänzt mit einer 6spurigen Autobahn, die den Bahnhof unterirdisch kreuzen wird (A100 bis Frankfurter Tor, 18. Bauabschnitt). 2016 soll der Bahnhof Ostkreuz fertig sein.

Hier eine Baustelle in Alt-Stralau an der Ringbahntrasse, nahe dem alten Wasserturm.

Der aus Perleberg stammende Stefan Reisener, jetzt in Berlin wohnend, hat als Gast-Fotograf das Bild gemacht. Weitere Bilder des jungen Fotografen auf seinem Blog.

Weihnachtsbaumsimulation

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Weihnachtsbaum aus Recyclingmaterial am Breitscheidplatz in Berlin

Die Form erinnert noch an das Original - Foto: h|b

Alle Jahre wieder erfreuen sich die Berliner an den skurrilen Einfällen der Weihnachtsbaumkünstler am Breitscheidplatz in der City-West. War es letztes Jahr ein aufgeblasener, leuchtender Weihnachtsbaumkegel, ist es dieses Jahr der “Traffic-Tree” – aus allerlei Recyclingmaterial rund um die Mobilität zusammengebastelt – der im Dunklen auch noch fauchend Feuer ausstößt. Das Murmeln des fleißig fotografierenden Volkes besteht meist aus “Das muss man nicht verstehen, oder?” Nein, muss man nicht, aber so ist es eben mit der Kunst. Wenn an dieser Stelle endlich die Bikini-Idylle eingekehrt ist, die Gedächtniskirche ihren merkwürdigen Mantel verloren hat, dann, endlich, wird auch wieder eine vielleicht zerfledderte, manchmal auch schon mal hässliche und wenig grüne Tanne wieder den Weihnachtsmarkt der City-West bereichern. Bis dahin muss man noch ein wenig grübeln. Übrigens sieht die am heutigen 1. Advent übergebene Tanne auf dem Pariser Platz auch reichlich derangiert aus. Ist ja auch ein weiter Weg von Norwegen bis hierher. Vielleicht doch lieber bei den Kunsttannen bleiben. Gemecker gibt es so oder so.

Magischer Leuchtkörper

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Eine grüne Lampe an einem Stand des Weihnachtsmarktes vor dem Berliner Rathaus. Die verschlungenen, endlos wirkenden Formen und das sanft schimmernde Licht erinnern mich an den niederländischen Grafiker/Künstler M.C. Escher. Foto: ©MM|HSB2011

Klaus Wowereit wiedergewählt als Regierender Bürgermeister

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Überraschung, der Wahlsieger heißt: Klaus Wowereit (58). Von den 149 Abgeordneten für die 17. Wahlperiode bis 2016 wählten 84 Abgeordnete den amtierenden regierenden Bürgermeister wieder, 63 stimmten gegen ihn, einer enthielt sich der Stimme. Ein Abgeordneter war nicht anwesend. Damit wurde Klaus Wowereit zum vierten Mal wiedergewählt, denn er stand bereits am 16. Juni 2001 dem Übergangssenat nach dem Scheitern der großen Koalition vor.

Im künftigen rot-schwarzen Senat sind je vier Senatoren von der SPD und der CDU. Die Kandidaten für die noch offenen Senatorenposten werden in der kommenden Woche vorgestellt.

Den Ablauf der 89. Sitzung des Abgeordnetenhauses ab 14.30 Uhr kann man hier live verfolgen.

Berlin am Mittwoch, den 23. November 2011

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Im Novembernebel verstecken sich allerlei politische Tücken: ausstehende Personalentscheidungen, fehlendes Vertrauen in den Staat, Neonazis, Occupy und verarmende Berliner. Die klaren Details hier im Hauptstadtblog gesammelt:

Besiegelt: die große Koalition zwischen SPD und CDU. Die Wahl des Regierenden Bürgermeisters findet morgen statt, auch die bis jetzt noch offenen Personalien sollen bis morgen, spätestens nächste Woche geklärt sein.

✚ Keine Einsicht: Der eigentlich kluge und besonnene Innensenator Ehrhart Körting (SPD), der nun sein Amt aufgibt, meint, dass die Möglichkeiten des Rechtsstaates wie der Einsatz von V-Leuten gezielter genutzt werden sollen. Klüger und wirklichkeitsnäher wäre eine Reflektion darüber gewesen, ob V-Leute überhaupt Sinn machen. Ihre Rolle ist sehr umstritten, und so mancher Bürger mag denken, sie hätten die rechte Szene eher aufgeputscht denn beobachtet. Das Vertrauen in den Staat gehe verloren, Gleichgültigkeit mache sich breit, weil die Behörde sich weder transparent noch erkennbar rechtsstaatlich verhalte – meint der Leiter der Kriminalpolizei in Mitte.

Kühe gegen Nazis – wie sich rechte Szene und linke Jugendverbände in Schöneweide begegnen.

✚ Occupy-Anhänger haben seit ca. 12.30 Uhr eine kleine Ecke des Washington-Platzes vor dem Berliner Hauptbahnhof besetzt. Wie lange sie sich dort geduldet aufhalten dürfen, wird politisch im Hintergrund geklärt.

✚ Jeder achte Berliner (363.000 Personen) ist nicht nur ver-, sondern auch überschuldet. Im statistischen Schnitt natürlich nur.

✚ Eine Castor Attrappe rollte am Vormittag durch Berlin – wegen des Nebels leider sehr unauffällig. Campact protestiert auch am Nachmittag im Regierungsviertel und zwar um 17 Uhr vor dem Bundeskanzleramt.

Wandernder Weihnachtskalender in Schöneweide

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Logo Wandernder Weihnachtskalender

Vom 26. November an wandert ein “Weihnachtskalender” bis Heiligabend mit täglich neuen “offenen Türen” an einen anderen Ort in Schöneweide. Wer nur Orgelmusik und Plätzchenbacken vermutet liegt ziemlich daneben. Das Programm (PDF) reicht von einer Führung durch das ehemalige Rundfunk-Zentrum in der Nalepastraße über Techno Minimal im General Dealer Club und dem Blick in das Innere einer Bootswerft bis hin zu traurig aktuellen Veranstaltungen wie dem Infoabend “Die sanfte Seite? Mädchen und Frauen im Rechtsextremismus”.

Rot-schwarze Koalitionsvereinbarungen abgesegnet

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Die am 15. November abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen zwischen Wowereits SPD und Henkels CDU sind von beiden Parteien auf Landesparteitagen abgesegnet worden.

Gar keine  Widerstände gab es bei der CDU – nicht mal eine Enthaltung. Bei der SPD hingegen hatten einige Genossen Schwierigkeiten, dem Vertrag, der eine deutliche sozialdemokratische Handschrift trägt, zuzustimmen. Beim Landesparteitag gestern Nachmittag (21.11.) votierten immerhin 39 Delegierte dagegen und sieben enthielten sich der Stimme.

Entwurf der Koalitionsvereinbarung für SPD-Freunde.

Entwurf der Koalitionsvereinbarung für CDU-Freunde.

Müggelsee ist überall

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Demonstranten mit Banner vor dem Brandenburger Tor

Das Motto des heutigen Tages (ganz links fehlt noch ein "Nicht") - Foto: h|b

Auch in Mainz, in München, in Frankfurt, in Hattersheim und vor allen Dingen rund um Berlin. Fanden die Demonstrationen der Flugroutengegner bisher eher am Rande der Stadt und damit außerhalb der Wahrnehmung der Berliner statt, bewegte sich der heutige Zug mitten durch die Stadt. Rund 20.000 Menschen aus der Gegend rund um den neuen Flughafen Berlin Schönefeld, darunter viele Familien mit Kindern, zogen vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt. Sozusagen zur – vermeintlich – letzten Instanz.

Von den beiden landesverantwortlichen Wowereit und Platzeck beharrlich ignoriert, brüllten die Teilnehmer ihren Frust vorm Brandenburger Tor weg. Zusätzlich wurde über die Lautsprecheranlage der infernalische Lärm von startenden Flugzeugen eingespielt, ein wahrhaftiger Höllenlärm. Verstärkung erhielten die Brandenburger durch Abordnungen der oben erwähnten Orte, ist doch unlängst am Frankfurter Flughafen eine vierte Landebahn in Betrieb gegangen, die Horrorvorstellung der Flughafenanrainer, die jetzt schon die dritte Bahn kommen sehen, bevor der Flughafen überhaupt eröffnet ist. In Frankfurt hat es immerhin fast 30 Jahre gedauert, bis nach dem Bau der Startbahn-West nun eine weitere Piste durch den Wald geschlagen wurde.

Demonstranten mit Schildern und Parolen gegen den Flughafen Schönefeld

Forderungen allerorten - Foto: h|b

Nachtflugverbot, keine Drehkreuzfunktion, gegen Fluglärm bis hin zur kompletten Ablehnung des Flughafens BER gehen die Forderungen der vielen Initiativen. Was davon endgültig kommt, mal abgesehen von der Schließung von BER, wird man sehen. Bis jetzt haben in Deutschland die Flughafenbetreiber noch immer bekommen, was sie wollten.

Sonnabend, den 19. November 2011

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Wie ist es, wenn man gewinnt und doch Verlierer ist? Das machen uns in diesen Tagen die Grünen vor. Rund 76.000 Stimmen gab es mehr als vor fümf Jahren. Damit könnte man zufrieden sein. Aber innerhalb der Partei streitet man, wie die berühmten Kesselflicker. Man analysiert eine gefühlte Niederlage. Einer tritt zurück und niemand will den Platz einnehmen. Warum will der schärfste Kritiker keine Verantwortung übernehmen? Wäre doch einigermaßen folgerichtig. Er mag offensichtlich nicht. Weswegen auch immer. Also hofft man auf den nächsten Dienstag.

Ein gut gewähltes Wochenende wünscht

Bernd

Stoppt Staatstrojaner! 19.11.2011 Demo in Berlin-Neukölln!

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Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren/verdient weder Freiheit noch Sicherheit. Benjamin Franklin (1706-1790), Wissenschaftler, Kongressabgeordneter, Diplomat.

Ablauf-Planung: (alle Zeiten ca. Angaben)

13 Uhr Versammlung mit Redebeiträgen.
13:30 Uhr Start -Demozug.
15:30 Uhr Ankunft – BKA Hauptquartier Treptower Park. Demozug und Redebeiträge, lustige Spassaktionen.
16:00 Uhr Ende, wer mag siedelt um, z. B.  zur Silvio-Meier2011 oder zu Occupy.

Wer nimmt teil, welche Gruppen haben ein Bündnis zur Demo gebildet? Diese Informationen gibt es auch hier im Hauptstadtblog! Bündnisteilnehmer ist auch die Piratenpartei LV Berlin, noch mehr Hintergrund bei Ozapftis.info.

Berliner Bilder: Karl-Marx-Allee am frühen Abend

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Novemberabend mit feuchtkalter Luft, die eine leicht unwirkliche Stimmung schafft, auf der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain Foto: ©MM|HSB2011