Müggelsee ist überall
Harald (HSB) in Schlagzeilen ⁓ 19. November 2011 ⁓ 18:05 Uhr ⁓ 28 Kommentare
Auch in Mainz, in München, in Frankfurt, in Hattersheim und vor allen Dingen rund um Berlin. Fanden die Demonstrationen der Flugroutengegner bisher eher am Rande der Stadt und damit außerhalb der Wahrnehmung der Berliner statt, bewegte sich der heutige Zug mitten durch die Stadt. Rund 20.000 Menschen aus der Gegend rund um den neuen Flughafen Berlin Schönefeld, darunter viele Familien mit Kindern, zogen vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt. Sozusagen zur – vermeintlich – letzten Instanz.
Von den beiden landesverantwortlichen Wowereit und Platzeck beharrlich ignoriert, brüllten die Teilnehmer ihren Frust vorm Brandenburger Tor weg. Zusätzlich wurde über die Lautsprecheranlage der infernalische Lärm von startenden Flugzeugen eingespielt, ein wahrhaftiger Höllenlärm. Verstärkung erhielten die Brandenburger durch Abordnungen der oben erwähnten Orte, ist doch unlängst am Frankfurter Flughafen eine vierte Landebahn in Betrieb gegangen, die Horrorvorstellung der Flughafenanrainer, die jetzt schon die dritte Bahn kommen sehen, bevor der Flughafen überhaupt eröffnet ist. In Frankfurt hat es immerhin fast 30 Jahre gedauert, bis nach dem Bau der Startbahn-West nun eine weitere Piste durch den Wald geschlagen wurde.
Nachtflugverbot, keine Drehkreuzfunktion, gegen Fluglärm bis hin zur kompletten Ablehnung des Flughafens BER gehen die Forderungen der vielen Initiativen. Was davon endgültig kommt, mal abgesehen von der Schließung von BER, wird man sehen. Bis jetzt haben in Deutschland die Flughafenbetreiber noch immer bekommen, was sie wollten.






Die wollen lieber alle weiterhin von Tegel fliegen. Wetten daß?
Wird ja wohl niemand von den armen Leuten, auch mit Kindern, verlangen, daß sie auf Flugreisen verzichten sollen :-)
Es sollten mal die Demonstranten den Finger heben, die jedes Jahr – oder auch öfter – irgendwohin fliegen. Dann würde das Bild schon anders aussehen. Auf die Antworten wäre ich schon sehr gespannt. Es ist eben so, alles ja, aber nur beim Nachbarn, nicht bei mir.
also wer sich sowas nur ausgedacht hat, flughäfen in die nähe einer stadt zu bauen. überhaupt flughäfen. fast so schlimm wie bahnhöfe.
na immerhin, endlich mal eine generation die aufwacht und diesem terror einhalt gebieten will. sh stuttgart 21. die fehlentscheidungen unserer vorfahren werden endlich korrigiert und menschenfeindliche infrastruktur hat keine chance mehr! berlin-brandenburger blockade 2.0, wir schreiben geschichte! unsre bewegung wird mehr umkrempeln als 68 und 89 zusammen. selbst bertolt brecht wusste schon zu seinen lebzeiten dass seine zitate später einmal gebraucht werden!
wie man auf dem bild sieht, war heute eine bunte mischung aller bevölkerungsschichten dabei.
schön dass es hier jetzt immerhin 20.000 tn sind, das klingt schon gleich viel besser. ich habe vorhin als offizielle meldung nur 10.000 gelesen. wahrscheinlich wurde da die unterstützung aus anderen städten nicht mitgezählt.
voll cool war übrigens das gratiskonzert von diesem rapper – name ist mir grad entfallen – und die tolle luftballon-zerplatz-aktion. bemerkenswert auch wie viele politisch engagierte kinder vor ort waren: ich bewundere dass man sich bereits so früh, manche schon mit 2 jahren, seiner verantwortung als mündiger bürger bewusst ist!
während der show ließ die fluchhafenlobby, ich meine, der gemeinnützige verein bvbb-ev, die kollekte herumgehen. ist ja klar, so viel courage und kreativität muss belohnt werden. das ganze hatte sowieso was von gottesdienst, so feierlich, so bewegende ansprachen und predigten, alle waren vereint, in ihrem glauben, und entschlossen dafür zu kämpfen.
übrigens hätte man tempelhof offen gelassen, würde es das problem (fluglärm) gar nicht geben – so stand es zumindest sinngemäß auf einem plakat. “freibier für alle” habe ich auch gelesen – da unterstütze ich die bewegung doch erst recht!
Vielleicht bin ich etwas blöde … aber:
Der BBI (BER) wird/ist in Schönefeld gebaut. Meines Wissens nach ist dort bereits ein Flughafen vorhanden, inklusive Fluglärm und Flugrouten. Der neue Flughafen wird größer und mehr frequentiert,
eine moderate Lösung der Flugrouten und Zeiten wurde entsprechend vieler Vorschläge erarbeitet.
Nun verstehe ich nicht, was bei der heutigen Demo alles an Protestplakaten etc. zu finden war …
Eigentlich ging es um die Verbesserung der Flugrouten und des Nachtflugverbots. Aber zwischeinzeitlich sind nette Zeitgenossen zu finden gewesen, die einen kompletten Baustopp des Flughafens fordern. Naja, etwas spät, oder?
Das Gebäude steht. Soll man es nun wieder abreißen und sonstewo wiederaufbauen? Und auch dort würden Streitereien entstehen.
Das BESTE Schild hab ich heute gesehen in Bezug auf Tempelhof:
Motto: Wenn der noch in Betrieb wäre …
Fragwürdig: Tempelhof und Tegel liegen/lagen inmitten einer Großstadt. Da ist Fluglärm egal? Da ist das Gefahrenpotential egal?
Den meisten dieser Demonstranten. die man sonst ja nie auf ner Demo sieht gehts doch gar nicht um Flugrouten
,Es geht um die Entwertung Ihrer Grundstücke ,ihres Eigentums und Besitzes. Es würde doch keinen kratzen (incl. Medien) wenn die Flugrouten über Marzahn gehen würden.Oder???
Ein guter Arzt kann vielleicht auch das Nimby-Syndrom behandeln.
Optimist!
wie sich doch immer wieder immer mehr dieser bösen anglizismen in die deutsche alltagssprache einschleichen, und sei es auch nur in form eines akronyms. aber, werter @Aussteiger, hand auf´s herz: wo steht Ihr haus? ich meine nicht das domizil anderwso, sondern jenes in Berlin. evtl. stellt sich dann heraus, daß jemand, der anderen vom “Nimby-Syndrom” spricht (vermutlich vorwurfsvoll?), jemand ist, der selbst mit diesem syndrom zu kämpfen hat, aber aufgrund irgendeiner glücklichen fügung, eines gnädigen zufalls wegen so unmittelbar nicht betroffen ist. ich habe zu zeiten, als der Flughafen Tempelhof noch sein unwesen treiben konnte, das vegnügen gehabt, flugzeuge beim landeanflug erleben zu dürfen. ich kann den flugroutengegnern von daher, zumindest aufgrund der eigenen erfahrung(en), nicht jede berechtigung oder nachvollziehbarkeit des protests absprechen. und so ganz selbstlos argumentieren Sie wohl auch nicht, oder wie kommen Sie so zu Ihrem anderen domizil?
Wow, man lernt ja hier richtig was ;) Nachdem ich nimby ge”googled” habe, musste ich feststellen dass es inzwischen auch “numby” und “nomby” gibt. Nicht zu fassen. Ist das nun was “typisch” deutsches, oder eher was typisch menschliches?
Natürlich kann man die Proteste der Menschen verstehen. Wer hat schon gerne Kerosin im Frühstückskaffee, wer möchte sein Telefonat unterbrechen wegen eines Flugzeuges, wer seine Unterhaltung im Garten? Wie idyllisch mag es wohl sein, wenn man im Freibad Müggelsee liegt und die Ruhe ständig durch Flugzeuge gestört wird. Das alles kann man verstehen.
Nur weil man selbst zwei- bis drei Mal im Jahr in den Urlaub fliegt, müssen einem die Flugzeuge der anderen nicht ständig auf den Wecker fallen.
Die, die heute protestieren sind eventuell auch die, die bei der Schließung von Tempelhof meinten, die Menschen dort mögen sich wegen des bischen Fluglärmes nicht so albern haben.
So funktioniert das St. Florians Prinzip.
Hat schon jemand über unterirdische Flugrouten nachgedacht? Ach nee, versteh schon.
Mir gefällt das hier am besten:
BANANA – Build absolutely nothing anywhere near anybody
Also, ich freue mich schon auf meinen ersten Flug vom neuen BBI.
Und auf den Rückflug erst, hoffentlich kreist die Maschine noch zwei Stunden in der Warteschleife über Klein-Machnow .
Aber tun Sie mir einen Gefallen – ziehen Sie dann eine farbige Jacke, am besten gelb oder orange, an damit man Sie wiederfindet falls die Maschine mangels Treibstoff überm Müggelsee abschmiert :-))
@Toska 18:15
:-))
Der war gut!
Vor einigen Tagen ist mir erst mal richtig bewußt geworden, daß ich Tegel ein bißchen vermissen werde. Im nächsten Jahr, im März, werde ich dann noch mal von dort abfliegen, aber im Herbst dann muß ich schon nach Schönefeld. Zurück dann auch. Tegel ist klein und übersichtlich. Das Taxi bringt mich bis zur Abfertigunghalle, dort ist gleich der Abfertigungsschalter, alles ist in kurzen Strecken zu erreichen. Der Horror ist für mich der Frakfurter Flughafen, aber der steht hier nicht zur Debatte, sorry.
@ 1704,
Mein Haus ist im nördlichen Rudow und wurde als THF noch Zentralflughafen war, immer überflogen und trotzdem war ich für die Offenhaltung von THF. Wissen Sie noch wie laut die B 727 und BAC One-Eleven waren?
Zu meinem Inseldomizil (was ich letzten Monat, auf Wunsch meiner Frau, verkauft habe), sind wir fast immer nur mit Auto und Fähre gefahren. Zu unseren neuen Zweitwohnsitz müssen wir immer fliegen, über 6000km sind einfach sehr weit.
Ich freue mich auf den Flughafen (BER), da können wir immer preiswert ein Taxi nutzen.
also ich muss doch sehr bitten. ihr diffamiert hier massiv die aufrechten mutbürger, die etwas verändern wollen. das prangere ich an!
an matthias schumacher:
kennst du nicht stuttgart 22?
http://www.youtube.com/watch?v=sIBWGfxEh5M
@ Helen,
wenn Frankfurt schon für Sie ein Horror ist, dann sind Sie noch nie aus der EU in Atlanta angekommen, das ist ein Horror!
Ankunft aus der EU, Einreise in die USA incl. Zoll (1,5h), erneute Aufgabe des Gepäcks, neuer Sicherheits-Check (nach US-Bedingungen u.a. mit Schuhe ausziehen) 1,00h, fahrt mit der U-Bahn zum Ankunftsbereich, noch mal etwa 30Minuten warten aufs Gepäck.
Wie gesagt das ist ein Horror!
Aber was macht Mann nicht alles, auf Wunsch seiner Ehefrau, um in der Nähe seiner Enkel zu sein.
dann sei Ihnen hiermit bestätigt, daß Sie nicht an dem Nimby-syndrom leiden, oder daß sie einen guten arzt gefunden haben. 6000 km zu Ihrem zweitdomizil sind hinsichtlich umwelt und klima eindeutig zu entlegen. ich war seinerzeit ein befürworter des standortes Sperenberg, weil die heutigen probleme bzgl. Schönefeld schon damals absehbar waren und eine gewisse infrastruktur an diesem standort schon vorhanden, allerdings waren seinerzeit die CDU und die Grünen dagegen und auch der Bundesrechnungshof hatte vorgerechnet, daß die planungen darauf hinwiesen, daß das ganze zu teuer wird. letzteres würde mich allerdings heute bzgl. der tatsächlichen kosten im sinne einer überprüfung denn doch noch einmal interessieren. angesichts der geografischen lage und gegebenheiten halte ich allerdings das wirtschaftliche argument hinsichtlich der flugrouten-überlegungen für verfehlt, weil die bereits in der frühphase der standortwahl verbindlich hätten mit einfließen müssen, schließlich war das “lärmargument” immer als standortvorteil-argument für Sperenberg genannt worden!
@ fluchzeuch
ich könnt mich kringeln :-)
@ 1704,
„6000 km zu Ihrem zweitdomizil sind hinsichtlich umwelt und klima eindeutig zu entlegen“
Vollkommen richtig und mir auch.
Ich weiss nicht ob Sie mit einer Mutter und Oma zusammen leben. Ich bin seit ewigen Zeiten mit solch einer Frau verheiratet und als alter „Ehekrüppel“ widerspreche ich nicht, wenn meine Frau regelmässig (unsere) Kinder & Enkel besuchen möchte.
Ich mag keine „Stummfilme“.
Ich kenne das ganze Internet auswendig, aber das kannte ich nicht, hihi, lustig, aber 30 Sekunden hätten es auch getan ;)
@ Aussteiger
so etwas nennt man wahre Liebe ;-)
Haben Sie schon mal An-und Abflug in Singapur erlebt? da hilft nur beten oder drei Schnäpse oder am besten beides.
Aber mal ehrlich, gegen Flughäfen in den USA und anderen Ländern, sind unsere Flughäfen kleine Spielplätze.
Selbst die schöne Stadt Milano hat drei Flughäfen und hier muss man sich einen begnügen.
ich würde es so sagen: manche zwänge schafft man sich selbst und dann schaffen die zwänge einen selbst. ich glaube auch nicht, daß das leben als “ehekrüppel” erstrebenswert ist, ich jedenfalls würde dann wohl eher eine vorliebe für stummfilme entwickeln und anfangen, hier und da einen eigenen film zu drehen. aber jeder hat da wohl so seine eigenen präferenzen und emotionalen bedürfnisse, abgesehen von irgendwelchen praktikabilitsüberlegungen, die so manchen zu vernünftig erscheinenden, wenn auch oftmals völlig verqueren verhaltensmustern kommen lassen… zumindest kann ich jetzt besser nachvollziehen, warum Sie einen flughafen quasie vor der haustür ganz praktisch finden…
@ Aussteiger
Atlanta ist mein Lieblingsflugplatz, dort kenne ich mich aus. Ich versuche immer dort hin- und wieder abzufliegen – das ist kein Witz.
Auch wenn es Abflüge nach New York von Tegel gibt, vermeide ich diese Linie.
@ 1704 20.11. 15:50
„ich habe zu zeiten, als der Flughafen Tempelhof noch sein unwesen treiben konnte, das vergnügen gehabt, flugzeuge beim landeanflug erleben zu dürfen“
Selbiges hatte ich mein Leben lang, bis zur Schließung von THF und ich habe es weder als Unwesen empfunden, noch hat es mir nicht geschadet und mich auch nicht gestört! Hab ich hier zwar schon einige Male zum Ausdruck gebracht, aber das Gezeter der „Wutbürger“ geht mir wirklich nur noch auf gewisse Körperteile!
@ Aussteiger 12:53
:-) Glaube aber, die entsprechenden Therapien sind hier verboten!
Grundsätzlich finde ich es immer wieder bemerkenswert, wie man sich in diesen Zeiten über „Kirchtürme“ erregen kann, während es doch eigentlich größere Katastrophen zu bewältigen gälte. Aber genau dass ist ja vielleicht auch politisch gewollt?!
( nach längerer Enthaltsamkeit wg. PC-Zusammenbruch wieder online).
@ Werner (22. November 2011 ⁓ 00:35)
es gibt menschen, die wohnen an hauptverkehrsstraßen und können bei geöffnetem fenster ihr eigenes wort nicht mehr verstehen, darauf angesprochen sagen sie, daß sie den lärm schon gar nicht mehr hören. wenn Sie meinen, der fluglärm, dem Sie ein leben lang ausgesetzt waren, habe Ihnen nicht geschadet und Sie auch nicht gestört, dann ist das als aussage hier gar nicht überprüfbar. und selbst, wenn es für Sie als person zutreffend ist, heißt das noch lange nicht, daß es auch für andere gilt.
lärm macht bekanntlich und auch nachgewiesenermaßen ab gewissen dezibelzahlen krank. dauerhafte lärmbelästiggungen können erkrankungen des herz-kreislaufsystems verursachen. damit verbunden steigt die gefahr von herzkranzgefäßverengungen und das wiederum erhöht das risiko eines herzinfarkts. dabei ist es unerheblich, ob die lärmquelle von flugzeugen, automobilen oder schienenfahrzeugen herrührt. problematisch ist die häufigkeit des auftretenden lärms und die dezibelzahl, auch ständig schreiende kinder z.b. können krank machen. so weit so gut. die mir bekannten studien zum thema krank durch lärm belegen eine erkrankungsquote von 15 % der menschen, die solchen lärmquellen dauerhaft ausgesetzt sind. d.h. aber nicht, daß 85% mit lärm gut leben können, sondern lediglich, daß bei deren erkrankungen lärm als alleinige ursache nicht zweifelsfrei angenommen werden kann. vielleicht, langer rede kurzer sinn, wissen Sie gar nicht, was Sie krank gemacht hat, falls Sie z.b. herz-kreislaufprobleme haben sollten!
daß Ihnen irgendein gezeter auf irgendwelche “körperteile” geht, könnte übrigens ein hinweis darauf sein, daß der fluglärm bei Ihnen eben doch nicht so schadlos war wie behauptet. und nur, weil Sie ein leben lang etwas als (vermeintlich) nicht störend hingenommen haben, heißt das noch lange nicht, daß andere das dann auch müssen. evtl. ist Ihnen entgangen, daß menschen verschieden sind und es auch recht viele gibt, die überdurchschnittlich geräuschempfindlich sind. ich gehe einmal davon aus, daß Sie diesen menschen dann eben lapidar persönliches pech attestieren…
“ich kann den flugroutengegnern von daher, zumindest aufgrund der eigenen erfahrung(en), nicht jede berechtigung oder nachvollziehbarkeit des protests absprechen.”