Archiv für Dezember 2011

Eurozone

Großbildschirme am Brandenburger Tor

Ein erfolgreiches 2012 allen HSB Leserinnen und Lesern - Foto: h|b

Heute vor genau 10 Jahren bereitete ich mich in Berlin auf Silvester am Brandenburger Tor vor, übrigens das erste und letzte Mal. Im Sommer 2001 waren wir endgültig hierher umgezogen und nun wollten wir wenigstens mal wissen, wie sich das so anfühlt, so mitten zwischen zehntausenden von Menschen am Brandenburger Tor. Um Zwölf sollte dort das neue Jahr beginnen, soweit nichts Neues, passiert ja dauernd, aber etwas war diesmal doch anders. Etwas, dessen Tragweite ich noch gar nicht so genau abschätzen konnte. Es war diesmal ein wenig … aufregend. weiterlesen »

Sonnabend, Silvester 2011

Das Jahr ist fast rum. Die übliche Rückschau spare ich mir. Das können Zeitungen, Magazine, Fernsehen und Rundfunk besser. Mir gefallen die Vorschau auf 2012 und die statistischen Betrachtungen zu Berlinerinnen und Berlinern. Ich gehöre also zur Ein-Drittel-Minderheit der hierorts Geborenen. Obwohl mein Migrationshintergrund am Namen mit dem wicz am Ende deutlich erkennbar bleibt. Der Urgroßvater auf väterlicher Seite kam in Kozmin auf die Welt. Da war man mal Preuße oder Pole, je nach politischer Großwetterlage. In Berlin war ich Kreuzberger, Neuköllner, Tempelhofer und Wilmersdorfer. Nach einem Intermezzo in Hessen bin ich wieder in Neukölln gelandet. Für Silvester wünsche ich mir richtig schlechtes Wetter. Vor allem viel Regen! Dann dauert das kriegsähnliche Geballer nicht ganz so lange.

Einen gelungenen Jahreswechsel wünscht

Bernd

30.12.2011 – BERLIN RECYCLING Volleys gegen EnBW TV Rottenburg

Wenn die Berliner von erstklassigem Mannschaftssport reden, denken die meisten an das Gleiche: Blau-weiß gekleidete Kurzhosenträger laufen über den adrett gestutzten Rasen im Olympiastadion hinter einer Lederkugel her. Für einige kommen auch noch die langen Kerls der „ALBAner“ ins Gedächtnis, die versuchen, einen orangefarbenen Gummiball in ein hoch aufgehängtes Netz zu befördern. Oder man denkt an die Nachfolger von Knut, die eine schwarze Gummischeibe über das Eis jagen. Und kürzlich war ich selbst Zeuge einer beeindruckenden Sportart, bei der sogar Füchse aus Berlin mit Bällen um sich warfen.

Wie man sieht, hat also der Sportbegeisterte in Berlin die Qual der Wahl.


Heute stand aber ein weiterer erstklassiger Mannschaftssport auf dem Programm: Ich besuchte die langen Jungs der BERLIN RECYCLING Volleys, die im Vergleich zu den anderen vorher genannten Sportarten nicht so im Rampenlicht stehen.

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Street #2

Akkordeonspieler in Unterführung

Musikalische Bescherung - Foto: h|b

Das HSB wünscht frohe Weihnachten

Sonnabend, Heiliger Abend 2011

Bevor ich auf Heute zu schreiben komme, sei ein kurzer Rückblick gestattet: Hertha hat einen neuen Trainer, der einer der Besten sein soll. Nach dem das Märchenerzählen vorbei war, ging es da sehr flott. Ansonsten bleiben Ämter unbesetzt. Wegen Geld das Eine? Wegen Bürokratie und weiß keiner, das Andere.

Jetze aber Weihnachten! Alle die Familie haben, sind heute und in den nächsten Tagen meist voll beschäftigt. Ich brauche nur noch Lebensmittel. Wie ich sonst das Fest überstehe? Zum Glück gibt es fast jeden Tag einen Ritterfilm in der Glotze. Das hält jung und genügend Nostagie bereit, um mich in Zeiten zu versetzen, als die Welt noch einfach schien.

Allotria

Stammkino

Den Rest der Zeit wird geputzt und geräumt; werden Freunde und Kneipen besucht, bei/in denen ich nach Herzenslust paffen darf.

Ein besinnliches Fest wünscht

Bernd

Ein Fest für die Liebe?

Berlin brummelt sich dem Fest der Liebe entgegen. Selbst in kirchlichen Einrichten leuchten heute bunte Lichteffekte – wie in Weihnachtswerbespots global agierender Getränkehersteller. Überall laufen Menschen mit verzweifeltem Bemühen, tatsächliches oder vorgestelltes Alleinsein zu verhindern. Man müsse jetzt zusammenkommen, ruft einer auf dem Alexanderplatz. Occupy your Mind. Das Fest der Liebe ist da. Wollen wir uns dieses Liebe zusammen etwas genauer ansehen? Nein, nein, das ist kein unmoralisches Angebot. Aber ein Blick in die Gesichter der Menschen um uns herum, erzählt mehr von der Liebe, als wir vielleicht wissen (wollen). weiterlesen »

Achtung, Weihnachten!

Achtung Weihnachten! Und das in wenigen Tagen; Schild gesehen in Friedrichshagen. War die Adventszeit entspannend? Foto: ©MM|HSB2011

Das S-Bahn-Ärger-Spiel

Spielfeld mit Ereigniskarten Foto: ÖPNV

Für alle, die die Stadt über die Feiertage verlassen oder die Wohnungstür hinter sich schließen und drei bis sieben Tage nicht mehr öffnen, aber dennoch die täglichen S-Bahn-Erlebnisse nicht missen möchten, gibt es übrigens „das (etwas satirische) Spiel zur Berliner S-Bahn“:  Fahrgast, ärgere Dich nicht!

Spielfeld, Spielanleitung und das überhaupt Wichtigste, die „Störungskarten“, können auf der Seite des ÖPNV Berlin/Brandenburg heruntergeladen werden und sind mit ein klein wenig Bastelei fertig für den heimischen S-Bahn-Ärger.

Viel Spaß!

Berlin am Mittwoch, den 21. Dezember 2011

Heute ist der kürzeste Tag des Jahres – es geht wieder aufwärts mit dem Licht! Licht und Schatten der Berliner Politik: keine klaren Konzepte zur S-Bahn, wachsende Armut in Berlin, viele Obdachlose, die Konsequenzen der Abschaffung des ÖBS-Sektors. Die beleuchteten Details:

✚ Ich kann den Spruch “Arm, aber sexy” nicht mehr hören. Er ist in Kenntnis der real existierenden, wachsenden Armut der Bevölkerung, der prekären Beschäftigungsverhältnisse und der Situation der niedrig ENT-Lohnten einfach nur menschenverachtend. Berlin ist weiterhin besonders von Armut betroffen.

✚ Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden die Lichtenberger U-Bahn-Schläger (11. Februar 2011) nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

✚ Eine “Kritische Prüfung” der Richtlinien der Notarkammer in Berlin steht bevor. Hintergrund: Schrottimmobilien, zuletzt unrühmlich im Zusammenhang mit dem ge-exten Senator Michael Braun ans Licht der Öffentlichkeit gezogen. Ob Notare gemäß ihrem originären Auftrag immer neutral und korrekt waren, darf bezweifelt werden. Vorsorglich lässt eine Kanzlei erklären, dass alle Vorwürfe “frei erfunden” seien.

✚ Kein Platz für tutige Besinnlichkeit: Rund 11.000 Obdachlose leben und sterben auf Berlins Straßen und Plätzen. Aber Platz für traurige Erinnerungen an ein besseres Leben gibt es schon. Manchmal. Die Weihnachtsfeiern der sozialen Einrichtungen zeugen davon. Und sind für finanzielle und humane Unterstützung jederzeit dankbar.

Bisher tatenlos: Senatorin Kolat hat noch keine Entwürfe vorgelegt, wie die nun wegfallenden ÖBS-Stellen durch andere, vielleicht bessere Konzepte ersetzt werden können. Allgemeine Ratlosigkeit und Betroffenheit bei den Einrichtungen: So werden jahrelang aufgebaute Projekte zerstört, die Menschen wieder in die Arbeitslosigkeit gedrängt.

✚ Berliner S-Bahn – anscheinend spielt die SPD konkret mit Teilausschreibungsideen. Die DB will die S-Bahn behalten, legt aber kein Konzept vor, eine Kommunalisierung wäre sehr teuer und risikoreich. Was tun?

Wohin zum Jahreswechsel?

Silvester in Berlin ist eine Katastrophe! Das finde ich zumindest, immer noch. Obwohl ich das ja jetzt schon häufiger durchgemacht habe, einmal bin ich sogar nachts durch Kreuzberger Straßen  gezogen. Fürchterlich! Berlin ist zum Jahreswechsel einfach nur laut und lärmig und gegen zwölf hüllen sich die Straßenschluchten endgültig in einen Pulvernebel, der sich in den nächsten Tagen nicht mehr verzieht.

Es gibt wirklich Schöneres. Jedes Jahr denke ich darüber nach, die Stadt kurz nach Weihnachten fluchtartig zu verlassen. Etwas, was mir sonst nicht so schnell in den Sinn kommt. Am liebsten würde ich nach England flüchten, wo es am New Year’s Eve Knaller und Böller überhaupt nicht gibt. Einmal habe ich das erlebt, vor Jahren. Und Vollmond war da auch noch. Ein Traum! Doch auch in diesem Jahr wird das wohl wieder einmal nicht klappen. Obwohl: Vielleicht gibt es ja schöne, ruhige, stille Gegenden irgendwo in Brandenburg?

Für die, die in Berlin bleiben müssen der wollen, hat der langediente HSB-Leser waldnase auf seinem Blog ein paar Ideen zusammengestellt. Und auch hier sammeln wir in den Kommentaren gerne Tipps und Anregungen zur konstruktiven Gestaltung dieser ersten Nacht des Jahres.

Also: Weihnachten ist nicht alles, jetzt schon an die schrecklich unbesinnliche Zeit danach denken!

Kleine Vor-Weihnachtsrunde

Nach den Erfahrungen der beiden letzten Jahre ist Weihnachten ohne Schnee irgendwie nicht vollständig. Aber auch irgendwie interessant. So haben wir alle doch die Möglichkeit, aktuell der einen oder anderen Leidenschaft nachzugehen, für die ansonsten zu dieser Zeit kaum Möglichkeiten bestehen. Klar, dass ich da keine Ausnahme mache.

Bekanntlich bin ich gerne auf motorisierten zwei Rädern unterwegs. Auch wenn solche Ausritte ansonsten gerne etwas weiter weg gehen dürfen, zaubern zu dieser Jahreszeit auch kleine und kurze Runden ein zufriedenes Dauergrinsen in mein Gesicht. Heute habe ich mir mal den Südosten, also die Gegend rund um Köpenick und die daran angrenzenden Wald- und Seengebiete, vorgenommen.

Wintersonne

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I live by the river!

Buchcover

Titelbild Johnny Häusler

Ein spannendes Experiment hat jetzt der Berliner Spreeblogger Johnny Häusler gestartet. Da die Verlage am jammern sind, das mit den E-Books, das wäre ja nichts und verdienen könnte man damit auch nichts, wollte er es wissen. Er nahm 15 Geschichten aus seinem Blog spreeblick.com, suchte sich ein schönes Cover und ab damit nach Amazon. Zum Marketing benutzt er alle zur Verfügung stehenden Kanäle und, O-Ton Johnny: “Nicht zuletzt ist diese eBook auch ein Social-Media-Experiment. Ich werde euch auf allen Kanälen damit auf den Wecker gehen und bin gespannt, ob das für den Verkauf wirklich etwas bringt, oder ob ihr mich einfach nur überall aus euren Freundeslisten schmeißt.”

Grundsätzlich scheint es funktioniert zu haben, denn seit Onlinestellung ist das kleine Büchlein “I live by the river!” inzwischen auf Platz 8 der Top 100 für verkaufte Kindle-Bücher. Johnny Häusler lässt seine Leser weiterhin am Experiment teilhaben und berichtet über aktuelle Platzierungen in den Verkaufscharts und die Geschichte “hinter dem Buch” ist bereits angekündigt. Wer also in der Lage ist, elektronische Bücher lesen zu können – ein Kindle wird dafür nicht zwangsweise benötigt – und für 99 Cent gerne über Geschichten von Proktologen, The Clash, russischen Hochzeitsfeiern und anderen kurzweiligen Dingen des Lebens lachen möchte, lege ich die kleine Sammlung ans Herz. Da man es schlecht verschenken kann, vielleicht als Geschenk für sich selber, zur Belohnung für ein verrücktes 2011.

Ach ja, ein weiteres eBook für 1,50 € gibts aus unserer Blogroll von unserem Gastautoren Matthias Schumacher. “Hans’ Wunsch – Eine Weihnachtsgeschichte”. Mehr dazu auf seiner Website verbunden mit dem kleinen Wunsch aller Blogger und Autoren: “Vielleicht ist der Kauf dieses eBooks eine gute Gelegenheit, dem Autor, der auf dieser blogartigen Website auf jegliche Werbung, PayPal, Flattr oder sonstige Bettelbuttons verzichtet, einfach mal zu zeigen, dass man ihn mag und gern liest. Danke!”