Dinner for fun

Die Themen „Kochen“ und „Essen“ sind aus unserem Alltag weder zur Nahrungsaufnahme noch aus den verschiedenen Printmedien und dem TV momentan wegzudenken. Grund genug, auch von dieser Stelle aus einen Blick darauf zu werfen.

Die akustische Parallele des Titels zum jährlich wiederkehrenden Sylvester-Highlight gibt die Richtung einer aktuellen Aufführung im Umfeld Berlins vor: Die Vorstellungen von Dinner for Fun möchten Kulinarik und Unterhaltung miteinander verbinden.

Die Idee ist nicht neu: Bereits vor Jahren feierten Vorstellungen eine ganze Zeit lang Erfolge, in denen köstlich zubereitete Speisen mit Akrobatik, Humor und weiteren Vorführungen kombiniert wurden. Die Besetzung von Dinner for Fun rund um Sabrina Bienas und Dave Blundell führt diesen Gedanken konsequent fort.

Dinner for fun ©Hauptstadt-Presse.de

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Denken Sie nicht mal an Island!

Popette Betancor macht Kammerpopmusik über Themen, die absolut keinen interessieren. So wie „Fallobst“ und „K-pü“. Eine unerklärliche Rolle spielt dabei der Buchstabe „ü“ (zum Beispiel in „Trüb“). Trotzdem lockt sie mit der Vorstellung ihrer neuen „Platte“ Kein Island eine ziemlich große Fan-Gemeinde ins BKA-Theater.

Betancor & Band im BKA am 27. Januar 2012 Foto:HSBengl

Irgendwie schafft sie es, HartzIV-Empfängern, der FDP, verkorksten Nächten und völlig misslungenen Essenseinladungen auf musikalisch-humoristischem Wege die heiteren Aspekte abzutrotzen. Obwohl sie die Musik (Betancor am Klavier) gar nicht zelebriert sondern immer ein bißchen demontiert. Mit einer engelsgeduldigen Band, die mindestens genausogut Trauermärsche in New Orleans spielen könnte.  Tenorsaxophon (Tobias Delius) und Posaune (Matthias Müller) mischen sich unverschämt  gurrend und püstelnd in den Gesang ein und lehnen alle konventionellen Songabschlüsse kategorisch ab. Die Saiteninstrumente (Gitarre: Dirk Berger, Violine: Matthias Leupold) könnten theoretisch die  Glückshormone aktivieren, tragen damit aber letztlich nur noch mehr zur Verwirrung bei. Perkussionist Joe Bauer hat eine Riesenpauke – mit der Größe kann man in einem Kammerpopensemble überhaupt nicht rechnen!

Aber: Ach. Über Musik bloggen ist noch blöder als den Doppler-Effekt twittern. Einfach hören ist immer noch die beste Lösung! Was das alles mit Island zu tun hat? Keine Ahnung, vielleicht sollte man mal hinfahren.

Nachtrag von Susanne: Auch nicht ohne waren die lyrischen Einschübe, wunderbar verzwirbelt und absurd. Totmüde war ich eigentlich gestern Abend und habe mich dann kräftig wachgelacht. Nur leider kein besonders gutes Foto mitgebracht. Bin halt nur ne Knipse.

Espresso-Konzerte

Eine interessante Idee verfolgt das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Mitte: An jedem vierten Mittwoch im Monat werden dort Espresso-Konzerte aufgeführt.

Nach einem leckeren Namensgeber vor der Vorstellung beginnt dann immer um 14 Uhr die Vorstellung. Dabei wissen die Gäste vorab nicht, in welchem der dortigen Räumlichkeiten das Konzert jeweils stattfindet.

Gestern spielte Lili Grigoryan auf dem Flügel verschiedene Stücke von Mozart im großen Saal.

Ganz erstaunlich war die Wirkung, als ich mich mittags von dem alltäglichen Trubel gelöst hatte und in diese entspannte Atmosphäre begab: Nach der Unruhe und den Geräuschen des Straßenverkehrs in Mitte umgab mich beruhigende Stille in den Räumlichkeiten des beeindruckenden Gebäudes. Als der prächtige Saal in Dunkelheit getaucht wurde und anschließend die Musik erklang, war es ein wenig wie das Eintauchen in eine völlig andere Welt.

Eine gute Dreiviertelstunde lang ließ es sich auf diese Weise gut entspannen und ich konnte mich anschließend irgendwie “aufgetankt” wieder den Herausforderungen des Jobs stellen.

Wer das einmal probieren möchte, hat dazu auch in den folgenden Monaten Gelegenheit.

Warum Fluglärm Menschen krank macht

Das erklärt heute die Berliner Zeitung und fasst dabei einiges über Verkehrs- und Industrielärm zusammen:

Unsere Körper sind so gebaut, dass Geräusche unser Nerven- und Hormonsystem aktivieren – auch nachts. Sie verändern unseren Blutdruck, die Herzfrequenz, den Kreislauf. Bei unseren Ahnen war es sinnvoll, dass Geräusche den Körper Stresshormone ausschütten ließen. Heute aber sind Menschen, die an Straßen, Schienen oder unter Flugrouten leben, einer Dauerbeschallung ausgesetzt, die zu – oft unbewussten – Dauerstress führt.

Mediziner fanden heraus, dass das auch im Schlaf der Fall ist und auch bei Personen, die glauben, sich an Lärm gewöhnt zu haben. Die Folgen, von Gehörschäden abgesehen: Herzerkrankungen, Herz-Kreislauf-Störungen wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck und – wegen der Hormonstörungen – auch veränderte Blutfett und -zuckerwerte.

Überhaupt, eine solide Berlinquelle diese Berliner Zeitung, entwickelt sich eindeutig zur besten Berliner Zeitung. Finde ich.  Und verstehe gar nicht, wie ich die derart aus den Augen verlieren konnte in letzter Zeit. Das wird sich ändern, ist jetzt wieder fix im Feedreader.

Brandwände

Brandwände dienen dazu, ein Feuer davon abzuhalten auf andere Gebäudeteile überzugreifen. In Berlin gibt es davon schöne Exemplare. Manche sind einfach weiß, andere kunstvoll bemalt. Wer kennt nicht den “Lebensbaum” von Ben Wagin der – noch – auf der linken Seite zu sehen ist, wenn man die S-Bahn Station Tiergarten in Richtung Hauptbahnhof verlässt, oder die Politikermarionetten kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Zoo von Charlottenburg kommend.

Ein Dampfer als Wandmalerei auf einer Häuserwand
Volle Kraft voraus - Foto: h|b

In den 70er und 80er Jahren war das wohl ein richtiger Kunstzweig, bis zu 75 Wandkunstwerke wurden auf Brandmauern in Berlin realisiert. Wie das Riesenschiff Phönix vom Künstler Gert Neuhaus in der Nähe der Caprivibrücke in Charlottenburg, nahe der Spree. Durch die rege Bautätigkeit und die dadurch bedingte Schließung von Baulücken verschwinden inzwischen viele dieser Kunstwerke. Der Tagesspiegel widmete in der letzten Wochenendausgabe dem Thema einen großen Artikel und stellte den Erschaffer der Phönix näher vor.

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Sonnabend, den 21. Januar 2012

Große Aufregung herrscht um die Auswertung von Mobilfunk-Daten. Der Begriff Überwachung, wie er im Artikel steht, erscheint mir für den Vorgang nicht passend. Darunter verstehe ich eine direkte Verfolgung. Das fand nicht statt. Ob das Ganze überhaupt Sinn macht, ist für mich höchst zweifelhaft. Die meisten Geräte werden zwischen 3:45 und 5:00 Uhr, so steht es im Dokument, ganz still in den Wohnungen ihrer Besitzer gelegen haben. Und die nächste Richterin könnte fragen, ob die Maßnahme einen Ermittlungserfolg erbracht hat. Die Behörden schweigen zu dieser Frage. Bis jetzt!

Ein auf(s)gewertetes Wochenende wünscht

Bernd

Berliner Hauptbahnhof muss saniert werden

Es ist noch keine sechs Jahre, da wurde der Mehdornbau irgendwo in Ulan Bator eröffnet. Ein Jahr später riss der Sturm Kyrill bereits einige Bauelemente aus der (soweit ich mich erinnere nicht vorhandenen) Verankerung. Und jetzt das:

Erst das verkürzte Dach – und jetzt lockere Schrauben: Das Bautempo, das der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn durchgedrückt hat, um den Hauptbahnhof wie vom ihm gewünscht zur Fußball-WM 2006 eröffnen zu können, hat dem Bau erheblich geschadet. Optisch und jetzt auch materiell. Der Austausch der verschlissenen Verbindungsteile an den Brücken wird wohl weit mehr als zehn Millionen Euro kosten. Rund eine Million Euro hat bereits die vorläufige Sanierung verschlungen.

An dem Brückenbauwerk der Ost-West-Stadtbahn gibt es im Bereich des Hauptbahnhofs insgesamt neun Zwischenfugen, bei denen die durch die Züge ausgelösten Kräfte über besondere Konstruktionen geleitet werden, um die Schienen zu entlasten; von den Ingenieuren Fahrbahn-Übergangskonstruktion genannt.

Weil die Gleise in einer Kurve liegen, wäre eine Sonderbauart erforderlich gewesen. Bei dem engen Terminplan sei dafür jedoch keine Zeit gewesen, heißt es heute bei der Bahn.

(Quelle: Tagesspiegel)