Berliner Hauptbahnhof muss saniert werden
Susanne HSB in Schlagzeilen ⁓ 19. Januar 2012 ⁓ 13:28 Uhr ⁓ 8 Kommentare
Es ist noch keine sechs Jahre, da wurde der Mehdornbau irgendwo in Ulan Bator eröffnet. Ein Jahr später riss der Sturm Kyrill bereits einige Bauelemente aus der (soweit ich mich erinnere nicht vorhandenen) Verankerung. Und jetzt das:
Erst das verkürzte Dach – und jetzt lockere Schrauben: Das Bautempo, das der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn durchgedrückt hat, um den Hauptbahnhof wie vom ihm gewünscht zur Fußball-WM 2006 eröffnen zu können, hat dem Bau erheblich geschadet. Optisch und jetzt auch materiell. Der Austausch der verschlissenen Verbindungsteile an den Brücken wird wohl weit mehr als zehn Millionen Euro kosten. Rund eine Million Euro hat bereits die vorläufige Sanierung verschlungen.
An dem Brückenbauwerk der Ost-West-Stadtbahn gibt es im Bereich des Hauptbahnhofs insgesamt neun Zwischenfugen, bei denen die durch die Züge ausgelösten Kräfte über besondere Konstruktionen geleitet werden, um die Schienen zu entlasten; von den Ingenieuren Fahrbahn-Übergangskonstruktion genannt.
Weil die Gleise in einer Kurve liegen, wäre eine Sonderbauart erforderlich gewesen. Bei dem engen Terminplan sei dafür jedoch keine Zeit gewesen, heißt es heute bei der Bahn.
(Quelle: Tagesspiegel)






Willkommen am neuen Baubahnhof ;-) Hoffentlich machen die am Ostkreuz nicht dieselbe Sche….. der Lärm reicht jetzt schon ;-)
Tja. Man weiß wieder mal nicht was nun stimmt.
Es gibt noch einen anderen Artikel
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article13823338/Brueckensanierung-am-Hauptbahnhof-nicht-akut.html
Ehrlichgesagt hätte mich auch interessiert, wer die benannten “Experten” (TSP) sind und ob man nicht vielleicht doch einige Dinge bewusst übertreibt, weils sich besser verkauft.
Andererseits fällt es mir zunehmend schwer, den Aussagen der Bahn überhaupt noch Glauben zu schenken.
Fakt ist, es wurden beim Bau einige Fehler aufgrund des Zeitdrucks gemacht, auch wenn sie vielleicht keine konkrete Gefahr darstellen. In jedem Fall sollte darauf bestanden werden, dass die Bahn diese eigens verschuldeten Kosten auch komplett selbst übernimmt!
Baupfusch scheint grundsätzlich ein Problem unserer Zeit zu sein, sh Potsdamer Platz usw.
PS: Wie man den HBF noch immer “Mehdornbau” nennen kann, obwohl Mehdorn ihn a) nicht geplant hat und b) ihm in jeder Weise nur geschadet hat, ist für mich ehrlichgesagt nicht nachvollziehbar.
PPS: Der “Ulan Bator”-Kiez mal aus einer anderen Perspektive: http://www.tagesspiegel.de/berlin/kiezkultur-in-moabit-ein-dorf-von-welt/6081080.html :-)
@Central-Station
In jedem Fall sollte darauf bestanden werden, dass die Bahn diese eigens verschuldeten Kosten auch komplett selbst übernimmt!
Diese Kosten müssen wir alle übernehmen, weil die Bahn nun mal uns allen gehört.
Wie man den HBF noch immer “Mehdornbau” nennen kann, obwohl Mehdorn ihn a) nicht geplant hat und b) ihm in jeder Weise nur geschadet hat, ist für mich ehrlichgesagt nicht nachvollziehbar.
…für mich schon!
Auf Feindbilder und Reflexe ist immer Verlass.
@Central Station
im Tsp – Thema egal – haben schon seit geraumer Zeit “Experten” das Sagen. Von irgendwas muß der Schornstein ja rauchen oder soll man das Geschäft der BILD überlassen?
Hoffentlich wird am BER nicht so gepfuscht.
Na ja, ist ja so bautechnisch wohl schon ‘ne dolle Sache gewesen… ich erinnere mich an das Spektakel mit dem Herunterklappen der zunächst steil nach oben gestellten Bügelbauten. Aber eigentlich ist es schon auch ein Ärgernis, daß das Gerkan-Projekt aus terminlichen Prestigegründen nicht vollständig ausgeführt wurde und die Halle zu kurz geraten ist. Ich meine, man sieht das ja auch… Wenn dann eh wieder Gleise gesperrt werden und der Bahnverkehr umgeleitet werden muß, dann sollte endlich auch die Bahnhofshalle zu Ende gebaut werden.
Was Herrn Mehdorn angeht, so erinnere ich mich, daß er mal zum schlechtesten Manager eines Großunternehmens in Deutschland und auch gleich noch zum unsympathischsten Deutschen gewählt wurde. Ich nahm seinerzeit an, dies könne ihn vielleicht in Schwermut versetzt haben, und auch eingedenk der vielen Streckenstillegungen (mit 2 “l”) widmete ich ihm folgende kleine lyrische Durchhalteparole:
Sich auf ein Gleis zu legen
ist lang’ noch nicht genug
Das wird nicht viel bewegen
denn es kommt kein Zug
Hartmut Mehdorn soll doch nun Air Berlin retten. Ich sag nur lockere Schrauben am Hauptbahnhof …
Lockere Schrauben: Bei einigen Berichterstattungen und Kommentaren zu diesem Thema frage ich mich manchmal, an welcher Stelle die Mehrzahl der lockeren Schrauben vorhanden sind.
Dass (mal wieder) aus zeit- und kostentechnischen Gründen an einem Bauwerk gespart wurde ist nicht nur sicherheitstechnisch gefährlich. Es verringert zunehmend das Vertrauen in alle neu geplanten Vorhaben. Und das zu Recht.
Es wird allerdings leider nicht bedacht, wohin die Kritik sich richten sollte.
Es sind nicht zwingend die Architekten oder die Statiker mit ihren Entwürfen und Planungen… Ein guter Plan kann nicht funktionieren ohne die adäquate Ausführung. Genau dort sind jedoch die Mankos zu suchen und zu finden: Es wird “im Nachhinein” zwangsweise was geändert, die Bauausführung “auf Tempo und Zeit” gedrückt – das geht halt nicht gut, weil die Qualität auf der Strecke bleibt. Dann muss “nachgebessert werden”. Das ist im Endeffekt teurer als der ursprüngliche Plan und kann sogar gefährlich werden.
Zum Leitartikel: Die Überschrift ist etwas unglücklich. Nicht der HBF selbst muss saniert werden. Es handelt sich um die Brücke, die u.a. den Humboldthafen in einer starken Krümmung überquert (es wird gut im Leitartikel beschrieben).
Und: Der Bahnhof ist kein Mehdorn-Bau! Der Mensch hat zwar einiges verzapft (z.B. das verkürzte Dach), aber mit den Entwürfen und der Bestellung des HBF hat er nichts zu tun. Ganz einfach: Am Ursprung und der Entwicklung war er noch nicht im Amt.
Ulan Bator: Immer wieder finde ich diesen Vergleich. Ich kenne diese Stadt nicht, aber es liest sich, als würde man “am Arsch der Welt” wohnen, und das soll Moabit sein. Das ist sehr diffamierend! Ich wohne in der Rathenowerstraße. Fußläufig ca. 15 Minuten vom HBF entfernt.