Warum Fluglärm Menschen krank macht
Susanne HSB in Schlagzeilen ⁓ 26. Januar 2012 ⁓ 16:40 Uhr ⁓ 15 Kommentare
Das erklärt heute die Berliner Zeitung und fasst dabei einiges über Verkehrs- und Industrielärm zusammen:
Unsere Körper sind so gebaut, dass Geräusche unser Nerven- und Hormonsystem aktivieren – auch nachts. Sie verändern unseren Blutdruck, die Herzfrequenz, den Kreislauf. Bei unseren Ahnen war es sinnvoll, dass Geräusche den Körper Stresshormone ausschütten ließen. Heute aber sind Menschen, die an Straßen, Schienen oder unter Flugrouten leben, einer Dauerbeschallung ausgesetzt, die zu – oft unbewussten – Dauerstress führt.
Mediziner fanden heraus, dass das auch im Schlaf der Fall ist und auch bei Personen, die glauben, sich an Lärm gewöhnt zu haben. Die Folgen, von Gehörschäden abgesehen: Herzerkrankungen, Herz-Kreislauf-Störungen wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck und – wegen der Hormonstörungen – auch veränderte Blutfett und -zuckerwerte.
Überhaupt, eine solide Berlinquelle diese Berliner Zeitung, entwickelt sich eindeutig zur besten Berliner Zeitung. Finde ich. Und verstehe gar nicht, wie ich die derart aus den Augen verlieren konnte in letzter Zeit. Das wird sich ändern, ist jetzt wieder fix im Feedreader.






daran sieht man: wir müssen dringend mit dem rückbau von straßen, schienen, bahnhöfen und flughäfen beginnen, – oder sie einfach unter die erde verlegen – bevor noch mehr menschenleben zu beklagen sind!
ich erinnere an das modell stuttgart 22, das sogar einen innerstädtischen flughafen ermöglicht!
http://de-de.facebook.com/stuttgart22
berlin 22 jetzt!
Irgendwann und irgendwo las ich mal, daß Lärm und Lärm nicht das gleiche ist – soll heißen, daß eher monotoner Lärm ohne Informationsgehalt weniger problematisch ist im Vergleich zu variablem Lärm, der noch eine Information beinhaltet. So von der Evolution her scheint das ja nicht unlogisch: unsere Altvorderen, welche sich da in der Höhle zusammenkauerten, mußte das Rauschen der Blätter im Wind nicht groß bekümmern… wenn aber Gevatter Bär sich tapsend und grunzend durchs Unterholz schob, dann Obacht!
Ich wohne ja auch noch in relativer Nähe zu Tegel, und dieses spezielle Geräusch hat mich nie so recht gestört… (O.K., wer noch näher dran ist, mag es anders sehen) … Aber exzessiver Baulärm nervt gewaltig. Ebenso Autoverkehrslärm in unmittelbarer Nähe, den es hier zum Glück nicht gibt. In größerer Entfernung, wenn er so zu einem monotonen Rauschen zusammenschmilzt, geht es dann schon wieder.
Die Applikation des vorzüglichen Werkstoffes Gummi schützt aber auch hier:
http://www.schwaebische.de/cms_media/module_img/665/332948_1_articlegross_4d9ee1f74777e.jpg
Die Berliner Zeitung finde ich vom Preis-Leistungs-Verhältnis her auch erstaunlich gut. U.a. die informativen Artikel auf der Wissenschaftsseite mit oftmals toll gemachten Graphiken und Skizzen. Und auf S. 8 gelegentlich gute Reportagen aus diversen Ländern mit oft überraschenden Hintergrundinfos.
@ Glis glis (27. Januar 2012 ⁓ 16:12)
das mit der “Information” sollten Sie noch einmal überdenken, denn lärm ist lärm, die information (dazu) entsteht im kopf. das “Rauschen der Blätter im Wind” ist ebenso eine information wie der bär, der “sich tapsend und grunzend durchs Unterholz” schiebt. das hirn filtert solche informationen. aber: wenn das hirn, oder besser das cerebrospinale oder willkürliche nervensystem, dauerhauft z.b. verkehrslärm ausfiltert, dann heißt das nicht, daß der lärm nicht mehr “gehört” wird, im gegenteil: wir hören wesentlich mehr als wir wissen, was und daß wir hören. hinzu kommt natürlich das, was Sie anzusprechen suchen: die vom gehirn als mit dem signal “gefahr” oder anderem versehenen zuordnungen zu tönen/geräuschen, aber diese “information” kennt auch das vegetative nervensystem… . eine sirene hören wir, weil sie ungewohnlich ist und weil sie in einer frequenz gesendet wird, die üblicherweise nicht zum gewöhnlichen klangbild unserer umwelt gehört ist – würde die sirene ständig zu hören sein, würden wir sie nach einiger zeit (natürlich einen jeweils individuell unterschiedlichen zeitraum umfassend) nicht mehr “hören”, aber das trug(hör)bild, das unser gehirn uns als “gewohnheit” zusammenbastelt, heißt eben nicht, daß wir das geräusch nicht mehr hören, wir haben uns eben nur daran “gewöhnt”, was nichts anderes ist, als daß das gehirn das geräusch sozusagen in das ständige hintergrundrauschen integriert und somit “wegfiltert”. vom verkehrslärm kennt man das schon lange! bzgl. krankmachendem lärm kann sich niemand darauf verlassen, daß das, was ihn an geräuschen nicht stört oder was er als hinnehmbar empfindet oder als nicht gesundheitsgefährdend empfindet, tatsächlich harm-los ist. das vegetative (viszerale/autonome) nervensystem ist wesentlich sensibler als es unser hirn uns glauben macht! und es ist zuständig für die aufrechterhaltung der vitalfunktionen wie herzschlag, atmung, blutdruck, verdauung und stoffwechsel. das ist auch das “gemeine” am lärm, er macht auf dauer “unterschwellig” krank, nicht subito mit gehörsturz oder taubheitsgefühl oder schmerzenden ohren (den gibt es allerdings auch!) viele erkrankungen hinsichtlich der vitalfunktionen lassen sich auf lärm als ursache zurückführen, obwohl die betroffenen sagen, sie hätten sich längst an den sie umgebenden lärm gewöhnt. eine oft fatale fehleinschätzung! viele erkrankungen hinsichtlich der vitalfunktionen werden auch demgemäßt falsch behandelt, weil die ursache nicht gesehen wird oder als unabänderlich hingenommen wird/werden muß…
p.s. ich vergaß zu erwähnen, daß herz-kreislauferkrankungen die weitaus häufigste todesursache in den zivilisierten ländern darstellen, und lärm als ursache für diese erkrankungen wird zunehmend als solche auch erkannt, allerdings ist damit auch eine schwerwiegende interessenkollision verbunden, gesundheitsrisiken vs. ökonomie, und wie das beim menschen halt so ist, setzt sich die ökonomie meistens durch, weil meistens erst später krank geworden oder noch später gestorben wird…
Um nicht krank zu werden schlage ich vor, alle Geräusche abzuschaffen und alle Flughäfen zu schließen. In den Urlaub geht es dann nur noch mit dem Fahrrad.
Früher, als es noch keine Geräusch und Flugzeuge gab, sind die Menschen überhaupt nicht gestorben. Sie würden heute noch leben, wären sie zwischenzeitlich nicht von wilden Tieren, die sich geräuschlos anzuschleichen pflegten, aufgefressen worden. Wo sind sie nur hin, diese schönen Zeiten?
Fahrrad aber bitte ohne Klingel und klappernde Einzelteile und vor allem nur schallgedämpfte Wege benutzen :-)
Tötö, tötö, Tötö
Als ich das gestern im Radio hörte
http://www.welt.de/regionales/berlin/article13842618/Berliner-Senat-dreht-Jecken-auf-70-Dezibel-runter.html
schaute ich etwas beunruhigt auf den Kalender. Glaubte ich doch zwei Monate verschlafen zu haben und wir hätten schon den 1. April.
Nein es war kein Aprilscherz, sondern die Jecken sitzen offensichtlich in der Berliner Verwaltung. Das ist wohl nur in Berlin möglich, Weltstadt möchte man sein, aber leben wie auf dem Lande.
Damit ich nicht falsch verstanden werde, mich interessiert dieses Karnevalgedöns auch nicht, aber solch eine Aussage finde ich lächerlich.
Oder Berlin geht mit gutem Beispiel voran und die Stadt wird lärmberuhigt. Wäre auch blöd, dann hört man das Schnarchen aus dem Abgeordnetenhaus wohl zu deutlich. Womit ich natürlich nicht gesagt haben möchte, und dementiere das natürlich sofort, dass im Abgeordnetenhaus lauter Schnarchkasper sitzen.
Tötö, tötö, tötö
ich versuche mal einen link zu setzen
http://www.bvbb-ev.de/index.php/de/component/content/article/469–mit-zwangsgebuehren-zur-satire-verurteilt-oder-was-der-rbb-unter-
Leute , das ist jetzt Premiere .
hab die ganze Nacht geübt
http://meinungen.web.de/forum-webde/post/14216836http://meinungen.web.de/forum-
mein erster Link
Mist, irgend was war falsch :-) bein nächsten mal klapp es.
Der etwa? -> http://meinungen.web.de/forum-webde/post/14216836
Ach @Susanne HSB können Sie nicht mal zum Kaffee rumkommen und mit mir üben;-) ich kann toll backen.
Genau der ist es.
Die Meinungen finde ich auch sehr gut.
http://www.stern.de/noch-fragen/wenn-fluglaerm-krank-macht-warum-wollen-dann-soviele-menschen-mit-dem-flugzeug-in-urlaub-fliegen-1000130671.html
na, wenn hier so schön verlinkt wird, dann will ich auch:
“… Im Ergebnis der Untersuchung zeigte sich für alle Flughäfen” [Amsterdam, Athen, Berlin, London, Mailand und Stockholm] “: Personen, die Nachtfluglärm ausgesetzt waren (mittlere Lärmbelastung im Zeitraum zwischen 22:00 Uhr bis 6:00 oder 23:00 bis 7:00 Uhr, je nach Land) wiesen häufiger höhere Blutdruckwerte (vor Ort gemessen) auf oder waren bereits wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung, als Personen aus ruhigeren Wohngebieten. Die Forscher fanden heraus: Ein um 10 dB(A) höherer Fluglärmpegel ist mit einem Anstieg des Risikos für Bluthochdruck um rund 14 Prozent verbunden. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
Für den Flughafen Berlin-Tegel existiert ein Nachtflugverbot. Die Ergebnisse der Berliner Teilstichprobe stellen sich daher etwas anders dar: Hier war es vornehmlich die Tages-Lärmbelastung (gemessen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), die mit einem erhöhten Blutdruckrisiko einherging.
Darüber hinaus ermittelten die Forscher die Straßenverkehrslärmbelastung der Anwohner. Dies geschah in Berlin mit Hilfe der Berliner Verkehrslärmkarte. Im Ergebnis ist auch für den Straßenverkehrslärm ein Zusammenhang zwischen Lärm und höherem Blutdruck nachweisbar. Steigt der mittlere Straßenverkehrslärmpegel (24 Stunden-Mittelwert) um 10 dB(A), erhöht sich das Risiko für Bluthochdruck um etwa zehn Prozent, im Schallpegelbereich von 45 bis 70 dB(A). Diese leichte Risikoerhöhung betraf vornehmlich Männer. Bei den Frauen war der Effekt nicht so stark ausgeprägt. Die Berliner Ergebnisse weichen im Vergleich zu den anderen Flughäfen insofern etwas von der Gesamtauswertung ab, als in Berlin der Straßenverkehrslärm einen etwas stärkeren Einfluss auf den Blutdruck hatte als der Fluglärm…”
Umweltbundesamt, Presse-Information 003/2008, Verkehrs- und Fluglärm machen auf Dauer krank, http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2008/pd08-003.htm
wir können das natürlich auch einfach ökonomisch betrachten: wenn eine lärmsteigerung um 10db (A) das erkrankungsrisiko um 14 prozent steigert, dann ergibt das auch eine steigerung bluthochdrucksenkender arzneimittel, d.h. von einer erhöhung von fluglärm profitieren nicht nur der flughafenbetreiber und die fluggesellschaften, sondern auch die pharmakonzerne, ärzte und apotheker. hinzu kommen die positiven effekte für die rentenversicherung. und, was arbeitsplätze, einkommen und erträge schafft oder sichert oder gesellschaftliche kosten minimiert, das kann nicht falsch sein! und, da wir im Friedrich II-gedächtnisjahr leben, sei an den großen weisen alten mit seinen worten erinnert: “Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?”
kleine anmerkung für @Peter B. (“Um nicht krank zu werden schlage ich vor, alle Geräusche abzuschaffen und alle Flughäfen zu schließen.”, http://www.hauptstadtblog.de/2012/01/26/warum-fluglarm-menschen-krank-macht/#comment-4644), dem sicher nicht bekannt ist, daß alle geräusche abschaffen auch krank macht, hauptsächlich im kopf, dann aber auch rein körperlich. verrückt werden ist natürlich lustiger/unterhaltsamer für das soziale umfeld als menschen, die sich zu tode siechen. das schöne am fluglärm ist aber, daß man gar nicht sieht, daß die leute krank werden- sie fallen immer erst auf, wenn sie schon krank sind, und dann sagt man ihnen, sie hätten eben zu viel geraucht, zu viel kaffee getrunken, zu oft zu laut musik gehört, zu wenig geschlafen, sich zu wenig bewegt und all das andere an vorwürfen, die man einem menschen so machen kann, denn, merke: das leben an sich macht krank, wer das nicht glaubt, kann sich auf den städtischen friedhöfen eines besseren belehren. fahrradfahren ist auch eine möglichkeit, sich zu ruinieren, aber in maßen ist es der gesundheit förderlich, allerdings im heutigen straßenverkehr auch nicht ganz ungefährlich. man sollte sich die streckenkilometer gut einteilen, weil es sonst auch schon wieder krankmachend ist, und die ohrschützer dabei nicht vergessen. ich plädiere ja schon seit jahren dafür, daß der preßlufthammer zur grundausstattung jeder wohnung gehört und eine gesetzliche betriebspflicht besteht, dieses nützliche gerät mindestens pro tag 2 stunden lang zu nutzen. daneben gehören natürlich endlich auch die gesetzlichen und mietrechtlichen bestimmungen bzgl. nachtruhe, ruhestörenden lärms bzw. groben unfugs auf den prüfstand, denn wo flugzeuge kreisen, da kann man auch auf töpfe schlagen oder party feiern, und so mancher, der um seine nachtruhe gebracht, kann sich dann ganz ungeniert als heimwerker exponieren…
und weil es so schön, mal was lustiges
http://www.koschis-web.de/witziges/flugabenteuer.html
@Tosca
Na bitte, geht doch :-)