Archiv für Mai 2012

Wild Wonders of Europe

Ausstellungbild vor dem Berliner Hauptbahnhof

Ausstellungbild vor dem Berliner Hauptbahnhof - Foto: h|b

Wildschweine auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof? Turmfalken vor dem Berliner Fernsehturm? Waschbären im Parkhaus am Alex? Bis auf das Erste alles reale Szenarien. Und die Wildschweine sind dort zumindest bis zum 27. Juli zu sehen. Um den Artenschwund zu stoppen und die Öffentlichkeit für den Wert der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren, haben die Vereinten Nationen die “UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020″ ausgerufen.

Als Beitrag zur UN-Dekade präsentiert das Bundesumweltministerium in Berlin die Open-Air-Fotoausstellung “Wild Wonders of Europe“. Die Ausstellung zeigt über einhundert einzigartige und unvergessliche Fotos der europäischen Natur und bringt die vielfältigen, überraschend exotischen und faszinierenden Naturschätze unseres Kontinents zum Vorschein.

Wer auf einzigartige Tier- und Naturfotos steht, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Fotos gibt’s bei “Berlin Central“, einem unserer Leser.

Karneval der Kulturen 2012

Schnappschüsse (am Rand) der heutigen Parade, die zurzeit noch unterwegs sein müsste.

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Sonnabend, den 26. Mai 2012

Wenn die gefiederten Freunde nicht für Schlagzeilen sorgen, wendet man sich anderen Vorfällen und Vorgängen zu. „Abschmettern”, das Wort gefällt mir. Den Hertha-Anhängern wohl eher nicht. Die Einsprüche des Vereins gegen die Wertung des Relegationsspiels haben keinen Erfolg. „Gentrifizierung” ist für mich ein blödes Wort. Denn es scheint nicht sehr klar zu sein, was es bedeutet. Ich frage mich, ob ich ein Gentrifizierer bin, weil ich 2001 von Hessen nach Neukölln gezogen bin, oder ob ich jetzt gentrifiziert werde, weil ich hier schon als Junge gewohnt habe. Darüber werde ich am Wochenende nachdanken.

Ein gut bedachtes Wochende wünscht

Bernd

Aktion “Saubere Spree”

Der erste Tank wird in der Spree versenkt – Foto: u|b

Es ist ein hehres Ziel, doch die Beteiligten sind davon überzeugt, dass es funktionieren wird. Das gewünschte Ergebnis: In einem Jahr soll man wieder in der Spree baden können. Warum das heute noch nicht geht? Mehrfach im Jahr ergießt sich aus der Mischkanalisation – die nach Starkregen regelmäßig überläuft – ein Mix aus Regenwasser, Haushalts- und Straßendreck in den Fluss. Damit ist der Verschmutzungsgrad zu hoch, um eine Freigabe als Badegewässer zu bekommen. Noch im 19. Jahrhundert gab es mehr als 30 Badeanstalten entlang der Spree. Erst 1925 wurde die letzte wegen der hohen Verschmutzung des Flusses von der Stadtverwaltung geschlossen. weiterlesen »

Peace Wall

Das – vorübergehende – Ende der Welt am oberen Ende der Friedrichstraße.
Man beachte das Verkehrsschild „Durchfahrt verboten“ ;) – Foto: h|b

Was ein wenig aussieht wie der schwarze Monolith aus „2001“ von Stanley Kubrick, ist ein Kunstwerk der Künstlerin Nada Prlja im Rahmen der Berlin Biennale. Am oberen Ende der Friedrichstraße, Ecke Besselstraße errichtete sie die „Friedensmauer”. Der Biennaletext dazu: „Wenn auch Assoziationen zur früheren Teilung der Stadt naheliegen, bezieht sich ihr Projekt nicht etwa auf die historische Berliner Mauer, sondern auf die gesellschaftliche Spaltung, die sich heute in der Gegend manifestiert.“

Das sehen die Anwohner natürlich etwas anderes und sammeln Unterschriften gegen das Kunstwerk. Laut Tagesspiegel sind sie „erbost über die politisch instinktlose Entscheidung, das Ghetto Mehringplatz abzuriegeln“.

Gemäß der Philosophie der Kuratoren der 7. Berlin Biennale soll Kunst im öffentlichen Raum wieder politisch und kein Selbstzweck sein. Reaktionen sind durchaus gewünscht und gewissermaßen Bestandteil der Aktion. Das Fazit im Tagesspiegel dazu: „Insofern haben die Initiatoren eigentlich alles richtig gemacht: An Aufmerksamkeit für den Einfluss von Kunst auf den politischen Entscheidungsprozess mangelt es nicht.“

Wer sich das Mauerstück anschauen möchte, hat dazu noch bis zum Ende der Biennale Zeit. Wer die Augen offen hält, findet übrigens noch andere „Objekte“ im Berliner Stadtbild, zum Beispiel überdimensionale Schlüssel aus Palästina oder Birken aus der Umgebung von Auschwitz-Birkenau.

Sonnabend, den 19. Mai 2012

Die bösen Vögel kennen wir seit Alfred Hitchcock. In seinem Trailer zum Film erläutert er ihre Motive. Auch in unserer Stadt greifen sie jetzt an. Hier das neueste Opfer: Mäxchen. Lasst Euch von harmlos wirkenden Ringeltauben nicht täuschen. Warum wird der neue Flughafen nicht rechtzeitig fertig? Weil es den Vögeln, die das mit dem Fliegen besser können und keine Flughäfen brauchen, gelungen ist, Saboteure einzuschleusen. Damit wir die Gefahr besser erkennen, finden jetzt Lehrgänge statt. Demnächst werden in den Ordnungsämtern Schrotflinten ausgegeben.

Ein sicheres Wochenende wünscht

Bernd

Sie nennen es Wasser

Originalabbildung von what-a-water.de

Das Produkt ist nicht bahnbrechend, und die Idee könnte einfacher nicht sein. Dennoch ist das Konzept bestechend: Wasser in Flaschen, Wasserflaschen sozusagen. Das kann, das muss einfach ein Erfolg werden. Denn wer ist nicht interessiert an Wasser?

Ich bin es, auf jeden Fall. Tagtäglich nehme ich ein bis zwei Liter davon zu mir, ganz abgesehen von den unzähligen anderen Möglichkeiten des Wasserverbrauchs, die sich mir jederzeit vielfältig bieten. Ich gieße meine Pflanzen damit, ich wasche mein Geschirr, und ich spüle meine Toilette mit allerbestem Wasser blitzeblank. Wasser ist einfach, immer und überall vorhanden, und deshalb wirklich phantastisch.

Beachten Sie daher das Neueste vom Neusten am Markt: Wasser!

Und lesen Sie dazu das Unternehmen in Gründung selbst:

In weiten Teilen Deutschlands, insbesondere in Berlin, werden private Haushalte mit qualitativ hochwertigem Leitungswasser versorgt. Aber die Verbraucher hierzulande bevorzugen es, ihr Trinkwasser in Supermärkten oder im Einzelhandel einzukaufen. Seit Jahrzehnten steigt der Absatz von Mineral- und Tafelwassern, die teilweise aus der ganzen Welt importiert werden.

Deswegen wird es jetzt Zeit für Wasser. Wasser bietet den Verbrauchern ein ganz neues Produkt im Getränkeregal. Es vereint die hohe Qualität und die Vorteile des Berliner Trinkwassers mit der Vorliebe für Wasser aus dem Supermarkt. Und es vermeidet die Nachteile von Wasser aus der Leitung und von umweltschädlichem Importwasser.

Hauptstadtente

Hauptstadtente zwischen Ost und West Foto: HSBengl

Ein feines Ruheplätzchen vor großer Kulisse hat dieser Erpel gefunden, direkt an der Spree zwischen Ost und West im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain. Der Vogel, hier besser zu erkennen, ist übrigens echt.

Sonnabend, den 12. Mai 2012

Was sagt mein Boss am Telefon zum auswärtigen Kunden: „Flughafen können wir nicht. Fußball auch nicht. Nur unsere Software, die wir Ihnen verkauft haben, taugt was.” Wahr gesprochen! Doch neben der Posse und der halben Tragödie gibt es die kleinen Nachrichten der Stadt. Da ist eine Straße In Charlottenburg. Benannnt nach dem Herrn Knobelsdorff. Sie war für ein paar Jahre keine richtige Straße mehr. War gesperrt. Man konnte nicht mit dem Auto durchfahren. Das hat dem daneben liegenden Horstweg, der keinen berühmten Namen trägt, nicht gefallen. Also ist er vor’s Straßengericht gezogen und hat dort gewonnen. Was Durchfahrt war, muss Durchfahrt bleiben. Gestern rückte man an, baute Sperre ab und malte neue Striche auf den Boden. Wir haben fertig. Das freut den Weg.

Ein zügiges Wochenende wünscht

Bernd

WINWIN – Klassenschau der UDK in Kreuzberg

Es gibt KünsterInnen in dieser Stadt, das ist nicht neu. Es gibt Autoren, Schriftstellerinnen und Dichter, Malerinnen und Sprayer, ohne Zweifel gibt es auch Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Taxifahrer zuhauf. Die meisten krabbeln so vor sich hin, Urheberrecht hin oder her. Die aktuelle Debatte geht ja vielfach am Kern vorbei. Kunst ist ein hartes Brot, das war sie schon immer.

Da könnte eine Ausstellung der Klasse Meise mit dem Titel WINWIN der UDK durchaus interessant sein, auch wenn ich nicht viel darüber weiß. Und der Flyer ebenfalls nicht viel verrät. Aber ich werde wohl hingehen und herausfinden, was es damit auf sich hat.

Ausstellungseröffnung Samstag, 12. Mai 2012, 19 Uhr, SENATSRESERVENSPEICHER, Cuvrystraße 3–4, Performance gegen 21 Uhr, anschließend geöffnet bis 19. Mai, 14-18 Uhr

Abendstimmung

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Gestern Abend am Brandenburger Tor.

Leben auf dem Pulverfass

Beeindruckendes Bild von einiger (kindlicher) Brisanz. Foto: HSBengl

Aufgeflogen

Auf einer Pressekonferenz hat die Betreibergesellschaft am Dienstagmittag mitgeteilt, dass der Flughafen BER nicht wie geplant zum 3. Juni in Betrieb gehen wird. Laut Flughafen-Chef Rainer Schwarz sind die Sicherheitsanlagen nicht in einem “Reifegrad”, der eine Abnahme erlauben würde. Die regionalen Politiker sind bestürzt bis sauer. Der Spiegel berichtet dazu ausführlich und der Tagesspiegel hat einen Ticker aufgesetzt, der die Ereignisse seit der Pressekonferenz dokumentiert.