48 Stunden Neukölln

Wir picken hier mal nur eines von vielen Highlights des  Kunst- und Kulturfestival im Süden von Berlin raus, sozusagen Köln in Neukölln – der Neuköllner Prachtsaal präsentiert: Die Hände von Otto Waalkes, Alfred Biolek und dem Zahnarzt von Frau Krafft.

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Ute Krafft

Die in Köln ansässige, rumänischstämmige Bildhauerin Ute Krafft stellt bis zum Sonntag im Rahmen des Ausstellungsprojekts “48 Stunden Neukölln” aus und Ute Krafft ist eine Ikone des Deutschen Fernsehens. Nein Sie haben sie nie gesehen – wohl aber ihre Arbeit, die aber war omnipräsent im TV der Frühen Wendejahre, zu bewundern immer am späten Freitagabend im legendären WDR-Fernsehmagazin ZAK mit Friedrich Küppersbusch, neben “Schmidteinander” damals ein Muss im TV. Dort – und auf deutschlandweiten Tourneen – gab es “Hurra Deutschland!”, die nach dem Muster der englischen Comedy “Spitting Image” hergestellte derb-schräge Sketchreihe mit irrlichternden Latex-Karikaturpuppen aus Pop und Politik, hergestellt in einem Hinterhof der sich gerade zum Mediendrehkreuz mausernden Rheinmetropole Köln. Und die Puppen von “Hurra Deutschland”, die modellierte die Bildhauerin Ute Krafft.

Heute hat Ute endlich mehr Zeit für ihre freien Projekte und so wie Jim Jarmusch seit jeher alle Stars neben den offiziellen Einsätzen in seinen Filmen nochmal bei Kaffee und Zigaretten um einen Tisch drapiert um sie dann bei laufender Kamera improvisieren zu lassen, so lässt Ute seit jeher alle, die sie portraitiert,  – Promis und “normale” Menschen, auch ihre Hände für zwei Minuten in einen Eimer mit der Latexmischung halten, aus denen sie auch die Karikaturpuppen herstellt. Aus dem Latexrohling werden dann – als Unikate – die Hände der Personen abgegossen.

Neben einigen Gemälden hat Ute Krafft eine Auswahl ihrer Handabgüsse für das Ausstellungsprojekt “48 Stunden Neukölln” zusammengestellt, in dessen Rahmen sie sie zusammen mit den Fotos ihrer Entstehung bis zum Sonntag im Neuköllner Prachtsaal ausstellt. Die Künstlerin ist anwesend und modelliert während der Öffnungszeiten live eine Karikaturbüste des Neuköllner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky, der persönlich herzlich zur Ausstellung eingeladen wurde…

Ute Krafft: Abformung / Hidden Beauties, Ausstellung bei 48 Stunden Neukölln
‎16. Juni 11-23 Uhr, 17. Juni 11-19 Uhr, Prachtsaal Jonasstraße 22, D-12053 Berlin
48-stunden-neukoelln.de

6 Kommentare
  1. Hernando 16. Juni 2012 ⁓ 10:45

    Eine tolle Frau!
    Schade, dass ich nicht in Berlin bin. Das hätte ich mir gern angesehen.

    Ob Künstler wirklich froh sind, dass sie nun viel Zeit für kleine Projekte haben? Eine Massenwirkung wie bei “ZAK” und “Hurra Deutschland” dürfte doch eigentlich vorzuziehen sein. Oder?
    Der Mensch lebt zwar nicht vom Brot allein. Aber brotlos sollte die Kunst dann doch auch nicht sein.

    Nebenbei:
    Die Künslerin kam 1980 mit ihren Eltern aus Siebenbürgen in die Bundesrepublik. Also sehr unwahrscheinlich dass sie “rumänischstämmig” ist. Eher deutschstämmig. Wenn man in unserer heutigen Welt überhaupt noch solche Begriffe benutzen soll/kann/darf.

  2. Susanne HSB 16. Juni 2012 ⁓ 12:12

    Auch nur nebenbei und dann zurück zur Kunst: Ich war gestern auch dort und habe gehört, wie Ute die angrenzende Künsterlin im Nachbarraum mit einem fröhlichen „auch aus Rumänien“ vorstellte. Und genau so ist das „Stämmige“ zu verstehen. So wie ich aus dem Ruhrpott stamme, obwohl meine Ahnen in Thüringen, Ost- und Westpreußen sowie Tschechien und Österreich beheimatet waren. Soweit ich weiß. Von der Abstammungslehre sind wir ja in Deutschland inzwischen so gut wie weg. Zum Glück. Noch nicht ganz, aber immerhin, es besteht Grund zur Hoffnung.

  3. Matthias Schumacher 16. Juni 2012 ⁓ 13:13

    Sowas wünscht man sich mal für Moabit, die Strukturen, die Bevölkerung, alles recht ähnlich. Aber tote Hose. Auf nach Neukölln!

  4. Glis glis 16. Juni 2012 ⁓ 14:12

    Sieht aber recht jung aus, die Ute Krafft. Und vor über 20 Jahren hat sie die Puppen für “Hurra Deutschland” gemacht. Staun…

  5. Susanne HSB 16. Juni 2012 ⁓ 14:31

    Na, damals war sie dann eben auch noch jung, siehe hier. ;)

Trackbacks/Pingbacks
  1. [...] die deutsche Ver­sion von “Spit­ting Image”, in den 199oern die Pup­pen baute. Wir trafen Ute auf ihre aktuellen Berliner Ausstel­lung. Noch bis Son­ntag in der [...]