Neuköllner Nächte sind lang

Neuköllner Flasche leer Foto: HSBengl

Und sie hinterlassen Spuren, unübersehbar, die nicht immer ganz so ganz zurückbleiben, wie etwa dieses akurat platzierte Exemplar.

32 Kommentare
  1. 1704 18. Juni 2012 ⁓ 00:09

    finde ich doof, daß man für dieses gesöff auch noch werbung macht!

  2. Susanne HSB 18. Juni 2012 ⁓ 10:30

    War ja klar, dass das mit der Werbung kommen musste.

  3. 1704 18. Juni 2012 ⁓ 12:27

    nein, nicht werbung schlechthin – es geht (mir) hier speziell um die “Alkoholwerbung”, zumal der bezug zu Berlin ja wohl auch lediglich über das saufen hergestellt wird, nicht? und gerade auch dieses gesöff steht für “SAUFEN” (ggf.) bis der arzt kommt.

    es ist auch nicht nur die werbung, es ist auch das klischee (“Neuköllner Nächte sind lang”), das hier bedient wird, zumal für die meisten Neuköllner die nächte eher kurz sind, aber ich verstehe schon, man möchte gern an vergangene “Kreuzberger Nächte” anknüpfen, aber das wäre/ist der versuch einer (wieder)belebung eines mythos´ am falschen ort, angemessener für Neukölln wäre dann ja wohl Littke-Carlsen/Eugen Philippi – gab es hier auch schon (“In Rixdorf ist Musike”, http://www.hauptstadtblog.de/2012/02/19/in-rixdorf-ist-musike/) – dazu wurde auch ein “kieztypisches” (?) foto benutzt, das ein ganz bestimmtes klischee bedient, aber da hatte ich meine kritik an der fotografie zugunsten des textbeitrags zurückgestellt – aber hier nun einfach nur eine klischeehafte überschrift und dann dieses foto, das finde ich sehr kritikwürdig ( -ganz moderat formuliert!).

  4. ulla 18. Juni 2012 ⁓ 12:55

    Ach, @Susanne, ich glaube Sie lernen es nie jedes Ding, und sei es eine noch so kleine Flasche, erstmal von allen Seiten zu bedenken und alle Pro und Contras gegeneinander abzuwägen bevor sie damit an die Öffentlichkeit, bzw. hier in das Blog gehen. Stellen Sie sich nur mal vor wie groß die Gefahr ist, daß sich aufgrund dieses Bildes jetzt etliche user dem Suff ergeben :-)

  5. Toska 18. Juni 2012 ⁓ 15:52

    Man kann das ja jetzt sehen wie man will, aber so ganz Unrecht hat @1704 nicht.

    Mal jetzt ganz abgesehen von den Foto, @ Susanne hsb kann hier einstellen was sie will und es werden bestimmt nun keine user/innen deswegen zur Flasche greifen, es sei denn, das jemand aufgrund einer Alkohol Erkrankung und die damit verbundene Problematik bei diesen Anblick des Fotos unbedingt einen Schnaps braucht.

    Deswegen finde ich die Einlage von @ Ulla jetzt nicht so witzig, weil es tatsächlich passieren kann, das jemand der im Entzug ist bei solch einen Anblick rückfällig werden kann.

  6. Susanne HSB 18. Juni 2012 ⁓ 21:52

    Ganz ehrlich: Ich mag das Zeug einfach. Tatsache. ;)

  7. Susanne HSB 18. Juni 2012 ⁓ 22:12

    Und da ist tatsächlich noch so eine. Alle von mir.

  8. Werner 18. Juni 2012 ⁓ 23:20

    @ Susanne HSB 18. Juni 2012 ⁓ 21:52
    Und das ist auch gut so, weil nämlich die Geschmäcker zum Glück verschieden sind.
    Bei mir hätte allerdings ein Fläschchen Ouzo eher zu wohlwollenden Betrachtungen geführt (trotz aktueller politischer Lage) oder auch ein netter Rotwein (das alles sogar ohne schlechtes Gewissen!) ;-).

  9. Toska 19. Juni 2012 ⁓ 07:51

    Tja, @ Susanne hsb

    scheint Ihr Markenzeichen zu sein.
    Neukölln und Jägermeister ;-)

  10. ulla 19. Juni 2012 ⁓ 14:57

    Brrrrrrrr!

    Wer Jägermeister – oder Ouzo – trinkt, der tritt auch kleinen Spatzen vor’s Schienbein.

  11. Susanne HSB 19. Juni 2012 ⁓ 15:11

    Never!

  12. ulla 19. Juni 2012 ⁓ 15:24

    :-)

  13. sigurd 19. Juni 2012 ⁓ 18:39

    Jägermeister hat es sogar schon bis auf die Brust eines damaligen Erstligavereines geschafft. Davon gibt es jetzt ein Retro Shirt.

    http://shop.eintracht.com/specials/eintracht-braunschweig-jagermeister-retro-shirt.html

    Der damalige Jägermeister-Chef Günther Mast war ein Sponsor von Eintracht Braunschweig. Er führte damit 1973 die Trikot-Werbung in der Fußballbundesliga ein.

    Bleibt die Frage, ob die Mannschaft immer angetütert spielte. ;-))

  14. Glis glis 19. Juni 2012 ⁓ 18:58

    Neuköllner Nächte sind nicht lang
    und das liegt an dem Vogelsang
    Kurz vor der Sommersonnenwende
    da hat die Nacht gar früh ein Ende
    Amseln Drosseln Elstern Finken
    wecken euch! Da hilft kein Trinken

  15. Toska 19. Juni 2012 ⁓ 20:19

    @ Glis glis

    :-)) Sehr gut.

    Jetzt weiß ich auch, warum das mit den Rotwein irgendwie nicht wirkt….
    kaum eingeschlafen – schon wieder geweckt.

  16. Werner 20. Juni 2012 ⁓ 00:05

    @ Toska
    Und hier das Gegenmittel:
    http://anti-jagd.blog.de/2011/02/27/ndr-stenkelfeld-hochsitz-10702852/

  17. Susanne HSB 20. Juni 2012 ⁓ 10:38

    Ich vermisse die Schnapsdrossel. ;)

  18. 1704 20. Juni 2012 ⁓ 11:21

    @ Sigurd (19. Juni 2012 ⁓ 18:39)

    als dieser schnaps 1935 erstmals auf den markt kam, war der damalige Jägermeister ein umjubeltes großmaul. das hat der marke sicher nicht geschadet, sich am markt etablieren zu können.

    bzgl. trikotwerbung mußte seinerzeit, weil damals vom DFB noch verboten, der verein sein trikotwappen ändern, weil er ach so gern doch gesponsert werden wollte/mußte, weil nahezu pleite (http://www.braunschweiger-zeitung.de/sport/eintracht/wie-jaegermeister-vor-35-jahren-den-fussball-revolutionierte-id164257.html). “Jahre später scheiterte der Versuch, die Eintracht in Jägermeister-Braunschweig umzubenennen.” na, immerhin…

    besonders lustig ist auch, daß sich im marketing kodex der firma der satz findet: “Alkohol und aktiver Sport gehören nicht zusammen.” (‘Grundsatz 3′), wobei die betonung wahrscheinlich auf ‘aktiver’ liegt, sicher nicht auf “gehören nicht zusammen” – auch schön: “Wir bei jägermeister sind gegen die verharmlosung der Wirkung von Alkohol. Weil Alkohol weder gesundheitsfördernd ist noch zu sozialer Akzeptanz beitragen sollte.” (quelle: http://newsroom.jaegermeister.de/wp-content/uploads/2011/03/Jaegermeister_Marketing_Kodex.pdf)

    und die marketingstrategen dieser marke haben viel dafür getan, das prädikat “Altherren-~” loszuwerden, leider mit erfolg! daran ändert auch nicht, daß es im Marketing Kodex heißt: “Wir bei jägermeister sind für Alkoholkonsum ausschließlich ab 18. Weil Jugendliche besonderen Schutz brauchen.” Und erläutert wird dazu: “Wir respektieren dabei die international unterschiedlichen gesetzlichen Mindestalter für den Erwerb und Konsum von Spirituosen. In Deutschland tritt Jägermeister für Alkohol ab 18 ein.” in den USA liegt das mindestalter bei 21 – da zeigt sich die firma natürlich flexibel!

    über das thema sport/werbung und alkohol ließe sich sicher noch mehr sagen, aber die versammelte schreiberschar hier scheint beim stichwort alkohol wie angeknipst lustig werden zu wollen… da will ich natürlich nicht stören.

    @ moderation

    das Hallervorden-Spatz-Syndrom wird nur sehr selten diagnostiziert, weil es nur selten vorkommt, und es war im konkreten fall hier auch nicht im medizinischen/neurologischen sinne, sondern im übertragenen sinne zu verstehen (gerade auch, weil das syndrom heute aus relativ gutem grund lieber als NBIA bezeichnet wird, wobei das eigentlich verbindende der eisenmangel ist, dessen symptome zu überwinden manche eben nicht zu Rotbäckchen oder nahrungsergänzungsmitteln, sondern zu Jägermeister u.ä. greifen läßt, obwohl eine signifikant heilsame wirkung sowohl bei dem einen wie beim anderen eher zweifelhaft ist).
    das schöne an sprache ist ja, daß die eindeutigkeit, die sie suggeriert, oft mehrdeutig zu verstehen ist. allerdings findet die mehrdeutigkeit oft ihre begrenzung im verständnis des lesers/hörers von sprache, ggf. auch in der befähigung zu humor…

  19. 1704 20. Juni 2012 ⁓ 11:37

    @ Susanne HSB

    Sie sollten den ‘Schluckspecht’ nicht vergessen, der sich in analogie zur “Schnapsdrossel” gebildet hat – wie bei ‘Modersohn’ ist auch bei “Schnapsdrossel” die wörtliche/hochdeutsche ableitung irrig/irreführend – “drossel” meint hier keinen vogel (was Sie auch nicht explizit behauptet haben), sondern ist ein altes wort für “Kehle”… s.a. link

  20. ulla 20. Juni 2012 ⁓ 12:19

    @Susanne

    Nicht verzagen – in Neukölln und natürlich auch im Wedding werden sich schon ein paar besonders schöne Exemplare auftreiben lassen :-)

  21. Susanne HSB 20. Juni 2012 ⁓ 13:26

    Nur mal so am Rande: Der Beitrag bezieht sich auf das wilde 48-Stunden-Neukölln-Wochenende, an dem sich insbesondere nächtens Menschenmengen durch den Kiez bewegen und dabei eine wahrlich überraschend große Menge an Scherben hinterlassen. Scherben, die aus leeren Flaschen entstehen, das ist nun mal so.

    Die abgebildete Flasche war tatsächlich die einzig intakte, die ich am Sonntag entdecken konnte. Und sie stand da so schön. Deshalb.

    Und jetzt bitte die Aufmerksamkeit auf den unscharfen Radfahrer im Hintergrund richten. Der radelt nämlich auf dem Fußweg. ;)

  22. 1704 20. Juni 2012 ⁓ 14:09

    @Susanne HSB (Susanne HSB)

    48 Stunden Neukölln fand an 340 veranstaltungsorten statt, etliche davon habe ich live besucht, und weder vor noch nach den veranstaltungen habe ich eine “wahrlich überraschend große Menge an Scherben hinterlassen” gefunden, zumal der zusammenhang zwischen “nächtens Menschenmengen” und 48 Stunden Neukölln auch keineswegs zwingend ist, immerhin fand das “Festival” an einem wochenende statt, also zu den üblichen tagen für habituelle oder gelegentliche saufgelage. aber: wenn es Ihnen um die scherben ging, dann wäre doch auch ein bild von dieser “überraschend große[n] Menge an Scherben” das dem (anschauungs)zweck entsprechende gewesen, nicht? und wenn “Der Beitrag bezieht sich auf das wilde 48-Stunden-Neukölln-Wochenende” dann umso erstaunlicher die flaschenwerbung, wüßte nicht, daß diese firma zu den sponsoren von 48 Stunden Neukölln zuzurechnen ist – siehe auch: http://www.48-stunden-neukoelln.de/2012/index.php?lang=de&page=supporter und “das wilde 48-Stunden-Neukölln-Wochenende”? ich hatte eher den eindruck, daß das festival diesmal doch sehr mit der event-konkurrenz zu kämpfen hatte (z.b. dieses berühmt-berüchtigte “public viewing”), weil es bei vielen veranstaltungsorten/veranstaltungen eher (mehr als) sehr ruhig zuging, ganz anders als im vorjahr, so die auskunft vieler veranstalter/festivalteilnehmer…

    um auf das unscharfe des fotobeitrags sprechen zu kommen, wollen wir hoffen, daß der abgestellte wohnwagenanhänger nicht schon länger als 2 wochen dort steht, könnte sich sonst um eine genehmigungspflichtige sondernutzung öffentlichen straßenraums handeln…

  23. Glis glis 20. Juni 2012 ⁓ 14:12

    Der Vögeltod, der Schnaps, wie heißt er?
    Genau: er nennt sich „Jägermeister“
    Vögel, laßt den Fusel sein!
    Gedenket des Hans Huckebein!

    http://images.zeit.de/bilder/2007/45/bildergalerien/galerien/bg-busch1/01.jpg

    Der soff das Zeug, war hammerhart
    Bis er am End’ erdrosselt ward

    http://w-schlegel.de/Kraehe/HHuckebein.jpg

    Auch Reiher, die mit Fusel feiern
    Die vögeln nicht mehr. Nein, die reihern!

  24. Toska 20. Juni 2012 ⁓ 15:53

    @ Ulla 20.06.12 /07:31

    einmalig !!! :-)

    ich glaub, bei den Wetter trinke ich auch mal einen Jägermeister, anders ist das nicht zu ertragen.

    @ Susanne hsb /13:26

    also auf den Fußweg radelt ist doch normal, oder haben Sie schon mal einen Radfahrer auf den dafür vorgesehenen Fahrradweg radeln sehen?

    Und was das Thema betrifft, Ach @ Susanne hsb , Sie haben schnell den Jägermeister hinter die Binde gegossen und dann die Flasche fotografiert -stimmst ??
    Bei 48 Stunden Neukölln gab es doch bestimmt andere interessante Motive.

    @ Glis glis

    an Ihnen ist ja ein Poet verloren gegangen ;-)

  25. ulla 20. Juni 2012 ⁓ 18:43

    @Glis glis

    gerade habe ich überlegt ob ich mir diesen “Sommer”abend auch schön trinken soll; aber dann habe ich Ihr Gedicht gelesen – es ist so toll daß meine gute Laune für heute auch ohne “Lustigmacher” gerettet ist.

  26. Glis glis 20. Juni 2012 ⁓ 19:51

    @ ulla

    Ich hab mir Ihre Stilkritik neulich zu Herzen genommen…

    Übrigens, der letzte Zweizeiler scheint mir gut für eine Trockenheitskampagne geeignet. Also falls ein Volksaufklärer mitliest, der das Jungvolk vom Hochprozentigen abhalten will: Für eine Kiste Riesling Spätlese Trocken oder Weißen Burgunder trete die Rechte an dem Reihervers ab.

  27. sigurd 20. Juni 2012 ⁓ 19:59

    Wie schmeckt das Zeug überhaupt? Ich kenne das Zeugs schon seit Jahrzehnten, aber probiert habe ich‘s noch nie. Und werde es auch nicht probieren.
    Schön, dass man sich in diesem Thread so amüsiert, soll ja auch sein. Aber ein anderer Thread, John can’t wait, hätte es verdient, dass man ihm mehr Aufmerksamkeit widmet.

  28. ulla 20. Juni 2012 ⁓ 22:25

    @Glis glis

    :-))

    @Sigurd

    woher Ihre Annahme, daß wir dem thread “John can’t wait” weniger Aufmerksamkeit widmen als Sie vielleicht? An den von uns fehlenden Kommentaren kann’s nicht liegen – Sie haben auch keinen dazu geschrieben.

  29. Glis glis 20. Juni 2012 ⁓ 23:24

    @ sigurd – “Wie schmeckt das Zeugs überhaupt?”

    Grauenhaft. Sagt ein erfahrener Trinker. Es hat so eine sirupartige Süße, die den tatsächlichen Alkoholgehalt überdeckt. Insofern ist es gut geeignet, einen Kater und alkoholbedingtes Fehlverhalten herbeizuführen, ohne daß die Konsumenten den Alkoholkonsum überhaupt so richtig wahrgenommen haben. Ist wie mit der angeblich unbefleckten Empfängnis…

    “Aber ein anderer Thread, John can’t wait, hätte es verdient, dass man ihm mehr Aufmerksamkeit widmet.”

    Aufmerksamkeit, ja. Aber muß man dazu einen Kommentar schreiben? Ich denke nein.

  30. 1704 21. Juni 2012 ⁓ 10:29

    @ Glis glis

    in Hans Huckebein finden Sie das gleiche grundmuster wie z.b. bei ‘Max und Moritz’, ‘Diogenes und die bösen Buben von Korinth’, ‘Plisch und Plum’, ‘Fipps, der Affe’…

    was ich in bezug auf Wilhelm Busch interessant finde: er wird eher einhellig positiv und zustimmend gesehen, während man die philosophie Arthur Schopenhauers eher negativ und ablehnend sieht, wobei übersehen wird, daß Busch wesentlich pessimistischer dachte als Schopenhauer, aber in vielem mit dem denken Arthur Schopenhauer übereinstimmte. besonders lustig finde ich, daß gerade das antipädagogische in den werken von Wilhelm Busch so selten gesehen wird. wenn Sie also formulieren: “Vögel, laßt den Fusel sein! / Gedenket des Hans Huckebein!” dann wollen Sie ausgerechnet mit jenem “padagogisch” agieren, der eher davon überzeugt war, daß “Erziehung” eigentlich nicht möglich ist und der über die ‘bürgerliche Moral’ so seine scherze machte…

    “Obwohl sein Ende mich bewegt
    Ich durft es anders nicht vermelden
    Er stirbt, denn tragisch angelegt
    War der Charakter dieses Helden.”

    (Wilhelm Busch, Einleitung zu ‘Hans Huckebein der Unglücksrabe’)

    die letzten beiden zeilen sind durchaus im sinne eines Arthur Schopenhauer und ganz im sinne der klassischen griechischen tragödie zu lesen, von daher auch zutiefst pessimistisch zu verstehen.

    dies nur als ein gedankenanstoß, weil die Busch-rezeption i.d.R. Busch zu einem moralistischen “Humoristen” macht, aber dabei das “schwarze” seines humors i.d.R. stark vernachlässigt. in diesem sinne war Busch nie ein “Moralist”, wie ihn m.M.n. viele mißverstehen…