Überleben auf der Flucht

Menschen vor einem Hochhaus

Christoph Hey (rechts) von “Ärzte ohne Grenzen” stellt einfache Tse Tse Fliegenfallen vor – Foto: h|b

Ärzte ohne Grenzen Mitarbeiter Christoph Hey war bereits in Äthiopien und hat in Afghanistan ein Krankenhaus mit aufgebaut. Jetzt steht er am Potsdamer Platz und erklärt den Besuchern, was es bedeutet plötzlich die Heimat verlassen zu müssen und mit Zehntausenden in einem Flüchtlingslager zu leben und auf grundlegende sanitäre Standards wie Toiletten oder frisches Wasser verzichten zu müssen. Ärzte ohne Grenzen versucht in der – noch bis nächsten Dienstag andauernden – Ausstellung ”Überleben auf der Flucht” mitten auf dem belebten Platz, Antworten auf diese Fragen zu geben. Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisationen handelt strikt unpolitisch und lässt sich von keiner Seite vereinnahmen.

Im Gespräch erzählt Christoph Hey, das es gerade diese Position ermögliche, leichter Zugang zu den Bewohnern der Flüchtlingslager zu bekommen und bestehende Vorbehalte gegen die “Fremden” abzubauen. Gerade als Arzt in Afrika gilt es viele Hürden zu überwinden, sei es die Hierarchie der Stammesältesten oder den Einfluss des örtlichen Heilers, bis man Kinder impfen oder Frauen behandeln darf. Ein Weg der anstrengend ist, sich aber immer wieder lohnt. Auch kleine Schritte bewirken eine langsame und unwiederkehrbare Änderung der Zustände, auch wenn durch immer wieder aufflackernde Konflikte der Einsatz nicht ungefährlich ist.

Ein Besuch lohnt sich. Wer am Wochenende mal ein Stündchen Zeit hat, sei die Ausstellung auf jeden Fall empfohlen.

2 Kommentare
  1. ulla 23. Juni 2012 ⁓ 10:27

    Von allen sinnvollen Hilfsorganisationen ist nach meinem Dafürhalten “Ärzte ohne Grenzen” eine der Besten, eine die in jeder Hinsicht von staatlicher und privater Seite unterstützt werden soll.

  2. 1704 2. Juli 2012 ⁓ 15:53

    “Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation[...] handelt strikt unpolitisch und lässt sich von keiner Seite vereinnahmen.”

    das zweite mag stimmen, ersteres ist als behauptung falsch bzw. einem sehr eingeschränkten politikbegriff verpflichtet! “Nach sehr allgemeiner Definition bezeichnet Politik ‘jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.’” (Wikipedia, Politik) daß diese “definition” von politik auch für Ärzte ohne Grenzen gilt, wird im zweiten teil des beitrags deutlich, wenn es dort heißt: “… Gerade als Arzt in Afrika gilt es viele Hürden zu überwinden, sei es die Hierarchie der Stammesältesten oder den Einfluss des örtlichen Heilers, bis man Kinder impfen oder Frauen behandeln darf… Auch kleine Schritte bewirken eine langsame und unwiederkehrbare Änderung der Zustände…”

    um nicht mißverstanden zu werden: ich finde die arbeit von “Ärzte ohne Grenzen” gut und wichtig, aber die meinung, diese handelten “strikt unpolitisch”, ist m.M.n. irrig/falsch!

    im übrigen meine ich, daß der “Friedensnobelpreis” ein politischer preis ist, von daher widerspricht schon der hinweis auf die preisverleihung der behauptung des satzes!