Neues vom Checkpoint
Harald (HSB) in Stadtnotizen ⁓ 25. Juli 2012 ⁓ 20:07 Uhr ⁓ 10 Kommentare
Neben Fressbuden und der üblichen Disneywerdung am Checkpoint Charlie entsteht dort seit Juni “DIE MAUER – Das asisi Panorama zum geteilten Berlin”. Die zylindrische Stahlrotunde – das Pendant zum Panorama am Pergamonmuseum – soll ab 22. September 2012 für Besucher geöffnet sein. In seinem Panoramabild zeigt Asisi dann den Alltag mit der Berliner Mauer in Ost wie West an einem Herbsttag in den 1980er Jahren.







Wieviel Geld für noch mehr Gedenken ausgegeben wird. Man sollte an die Lebenden denken.
Es geht nicht nur um “Gedenken”.
Obwohl die Mauertoten das verdient haben.
Es geht um das Verdrängen.
Und um die Unwissenheit.
Über die Form solcher Projekte können wir streiten.
@ Helen
es wird dabei vorwiegend an die lebenden gedacht, denn wer sollte denn “gedenken” wenn nicht die lebenden?
@ Helen,
Berlin (oder auch Bayern) hat es doch.
Ich war in Buchenwald und habe der KZ-Opfer gedacht. Ich habe mich vorher informiert, allerdings habe ich DDR-Material dazu benutzt.
Was in Berlin als Gedenken, bzw. Gedenkorte hingebaut wird, schreckt mich ab. Ich bin neulich bei meinen Spaziergängen durch Zufall in der Genslerstr. gelandet, dort standen 10 Reisebusse aus verschiedenen deutschen Ländern, diese Besuche sind im Programm vorgesehen, das nehme ich mal an. Das ist mir bekannt durch meine Auslandsreisen, dort sind auch feste Punkte vorgesehen. Nun ja. ich nehme sie mit oder ignoriere sie. Ich werde eben auch begekippt, wie es so heißt.
“abgekippt” muß es heißen.
@Helen: “Ich bin neulich bei meinen Spaziergängen durch Zufall in der Genslerstr. gelandet, dort standen 10 Reisebusse aus verschiedenen deutschen Ländern…”
Wahrscheinlich waren sehr wenige oder gar keine aus den neuen Bundesländern dabei.
Auch Schulklassen mit einem DDR-Lehrern werden dort sehr vermisst.
Die Allierten haben unmittelbar nach Kriegsende die Bevölkerung der KZ-nahen Ortschaften zwangsweise mit ihrer Vergangenheit und Verantwortung konfrontiert. Das war zwar die Holzhammermethode – aber sehr wirksam.
Schade, dass das in Ost-Berlin mit den Hunderttausenden Kadern der Regierung, der Stasi, der SED nicht gemacht werden konnte. Eine Führung durch Hohenschönhausen durch Opfer des Regimes hätte vielleicht doch bei dem einen oder anderen etwas bewirkt.
Warum sollen die ehem. DDR-Bewohner den Ort besichtigen, wird ihnen doch von verschiedenen Seiten eingeredet, daß sie selbst involviert waren. Ich kann die Menschen verstehen, mich kriegt da auch keiner rein. Und was sollen Schulklassen dort, na ja, ist alles Ansichtssache.
@Helen
Ich denke mal, das weiß jeder ganz genau selbst, ob er involviert war oder nicht.
Im Übrigen halte ich einen Besuch dort sowohl für Involvierte wie auch für Nichtinvolvierte für sinnvoll.
Muss ja nicht immer mit “Gedenken” verbunden sein. Informationsgewinn ist auch was wert.
@ Hernando (1. August 2012 ⁓ 20:58/23:07)
apropos “Holzhammermethode” empfehle ich Ihnen 3 links:
http://www.br-online.de/bildung/databrd/trm02.htm/trm02in.htm
http://www.br-online.de/bildung/databrd/trm02.htm/trm02f1.htm
http://www.br-online.de/bildung/databrd/trm02.htm/trm02f2.htm
evtl. erkennen Sie am inhalt dieser ausführungen, was für ein märchen Sie hier verbreiten. die “Zwangsbesichtigungen” waren keineswegs “erfolgreich”, sondern wurden größtenteils als schikane der besatzer empfunden. ein beispiel dazu: “In der Bevölkerung stießen die Zwangsbesichtigungen der Lager und Friedhöfe ähnlich wie die präsentierten Fotos aus den Lagern jedoch im allgemeinen auf eine massive Abwehrhaltung… Die Zwangsbesichtigungen der Lager verstärkten den Prozess der Umdeutung, der aus der Tätergesellschaft eine besiegte und von Strafangst und Schuldabwehr geprägte Gesellschaft mit ausgesprochenem Opferbewusstsein machte…” (Jens-Christian Wagner, Mittelbau-Dora. Die Erinnerung an das Konzentrationslager im deutsch-deutschen Grenzbereich nach 1945, in: Das Erbe der Provinz, Heimatkultur und Geschichtspolitik nach 1945, Bd. Nr. 18, Wallstein Verlag Göttingen, 2001)
daß Sie hier auch einer gleichsetzung von NS-Diktatur und DDR-Regime das wort reden, ist Ihnen sicher bewußt! hoffentlich auch, wie fragwürdig diese gleichsetzung ist! evtl. gehören Sie aber auch zu jenen, die sich von Hubertus Knabe um den kritischen verstand bringen lassen, dann wäre der besuch der gedenkstätte wohl eher vergeblich gewesen! Sie eröffneten damit den “ostdeutschen” sogar so etwas wie ein “argumentationsfenster”, denn sie haben außer diktaturen bis 1989 nichts anderes gekannt, und in diesem sinne wäre die DDR noch als die harmlosere anzusehen, was ja so gar nicht in Ihrem sinne wäre, nicht?
bzgl. “Die Allierten haben unmittelbar nach Kriegsende die Bevölkerung… zwangsweise mit ihrer Vergangenheit und Verantwortung konfrontiert… Schade, dass das in Ost-Berlin mit den Hunderttausenden Kadern der Regierung, der Stasi, der SED nicht gemacht werden konnte. Eine Führung durch Hohenschönhausen durch Opfer des Regimes hätte vielleicht doch bei dem einen oder anderen etwas bewirkt.”
wenn es hätte gemacht werden können, welchen eindruck hätten dann wohl die ‘neubürger’ der Bundesrepublik Deutschland von just diesem land vermittelt bekommen? und inwieweit wäre dieser eindruck dann nicht nur subjektiv zutreffend gewesen? manchmal wäre es schon gut, vor dem bemühen der tastatur den kritischen verstand einzuschalten!