KISS

Triebzug der ODEG

In Berlin kommt Farbe ins Spiel – Foto: h|b

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember kommt ein wenig Farbe in die Stadt. Die ODEG die den Zuschlag für die ehemaligen Linien RE 2 von Cottbus nach Wismar und die RE 4 von Stendal nach Jüteborg bekommen hat, stellt auf der Innotrans ihren neuen Zug KISS (Komfortabler Innovativer spurtstarker Schnellbahnzug) vor. Es ist ein Triebzug, der – im Gegensatz zu den DB Zügen – keine Lokomotiven benötigt, sondern wie eine S-Bahn mit Steuerwagen an beiden Enden ausgestattet ist. Er ist auch nicht einfach rot, wie die Regelzüge des DB Konzerns, sondern begrüßt den Reisenden in den ODEG Farben gelb, grün und weiß.

Wie die anderen RE Linien handelt es sich auch um Doppelstockwagen, der Innenausbau ist ähnlich dem des aktuell eingesetzten Wagenparks der DB. Beim Gang durch den Wagen fällt auf, dass die Steckdosendichte um einiges höher liegt, als bei den DB Zügen, wo sich Steckdosen meist nur in der ersten Klasse finden. Hier wird der starken Nutzung mobiler Geräte konsequent Rechnung getragen. Wir dürfen gespannt auf die Fahrpreisgestaltung sein und ob die ODEG zum Fahrplanwechsel die geforderten 16 Zugeinheiten auf die Schiene bringen kann. Bisher sind sieben von 16 Zügen geliefert, die Abnahme der EBA steht scheinbar auch noch aus. Auf dem Zug der Innotrans fehlt der entsprechende Hinweis.

2 Kommentare
  1. Hernando 20. September 2012 ⁓ 23:11

    Variatio delectat.

    Ich fahr ganz gern mal mit Regionalzügen.
    Außerhalb der Stoßzeiten.
    Die sind oft sauberer als die teureren ICs und ICEs.
    Auch bequemer, wenn man die guten Plätze kennt.

    Im tieferen Meckpomm muss man aber leider immer mit verwahrlosten Jugendgruppen rechnen. (Vielleicht hab ich auch immer nur Pech gehabt).

    Ich nehme an, die ODEG akzeptiert mein VBB-Seniorenticket.
    Dann werd ich sie im Dezember sicher mal testen.

    Mit neuen Zügen für die Berliner S-Bahn sieht es leider schlechter aus. Da hört man ja schlimme Sachen, was die Ersatzbeschaffung von Zügen angeht.

  2. Glis glis 22. September 2012 ⁓ 22:36

    Ja, das Design wirkt gut…

    Man kann u.a. nach Ludwigslust fahren… Fand ich vom sehr “flächigen” Stadtbild und der damit verbundenen Ausstrahlung her ziemlich beeindruckend. Ein Klischee meiner eskapistischen Sehnsüchte… Sehnt man sich in der vertikalen Umgebung nach der Horizontale… und umgekehrt?

    @ Hernando

    Wo liegt das “tiefere Meckpomm”? Ich vermute, Sie meinen die Gebiete außerhalb des dortigen Berglandes? Es betrübt mich, daß Sie dort auf verwahrloste Jugendgruppen gestoßen sind. Um so mehr, als ich dort selbst den größeren Teil meiner verwahrlosten Jugend zugebracht habe. Womöglich sind Sie nur mit den Gebräuchen der Einheimischen nicht so vertraut? Man muß nun freilich nicht das Land bereisen, wenn Hansa Rostock ein Heimspiel hat; solche zweiwöchentlich vorkommenden Naturereignisse zeigen den gemeinen Pommern in der Tat nicht in seinem besten Lichte, insbesondere wenn er die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit dem Gebrauch des regionaltypischen Rauschmittels kombiniert. Aber der Spielplan läßt sich vorher eruieren, auch soll eventuelles Mißvergnügen aus solchem Anlaß nicht zu einem allzu harschen Urteil über den zwar meist wenig zuvorkommenden, aber auch wenig anspruchsvollen Nordländer führen. Ich meine, wenn schon Neukölln im eigenen Stadtgebiet nicht unbedingt ein Naherholungsgebiet ist, so sollte man doch das Umland umso mehr zu schätzen wissen und da nicht auch gleich kulturell fremdeln, oder?

    Im übrigen reist der Verfasser dieser Zeilen auch bei Gelegenheit mit der Regionalbahn durch jene Landstriche, und – abgesehen wie gesagt von oben erwähnten kalendarischen Regelmäßigkeiten – hat er sowas wie “verwahrloste Jugendgruppen” in solchen Zügen ausschließlich auf der spätabendlichen Rückfahrt zwischen dem brandenburgischen Berlin-Umland und der Hauptstadt selbst wahrgenommen – den üblichen Sauf- und Ecstasy-Nahverkehrstourismus eben. Aus Sicht der Pommern ist gewiß Berlin “verwahrlost”.