Archiv für Februar 2013

Runde Dinger

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Foto:h|b
(Gesehen in der Nähe vom Hackeschen Markt)

Berlinale vergessen

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So geht es mir oft. Ich lebe in Berlin, seit über acht Jahren, die Hauptstadt liegt mir quasi zu Füßen. Nun ja, auf jeden Fall ist sie da draußen, irgendwo, ohne jeden Zweifel. Und mit ihr die Konzerte, Museen und Theaterpremieren. Die großen Events und die kleinen Mucken, die vielen Dinge, die man mal gesehen haben sollte. Unbedingt. Und ich verpasse es, ich verpasse soviel. Ich verpasse im Grunde alles. Außer die eine oder andere Literaturveranstaltung, immerhin.

Die Berlinale zum Beispiel. Sie war da, da bin ich sicher. Sie war bestimmt nicht weit, aber ehe ich mich aufraffen konnte, was sie auch schon wieder vorbei. Morgen gibt es nämlich schon die Oscars, sehe ich gerade. Verdammt!

Deshalb lese ich jetzt schnell bei Maike nach, denn die war, das habe ich bei Twitter mitgekriegt, intensiv mit dabei und hat in ihrem Blog beim Meinungsmedium (soso!) der freitag auch fleißig darüber geschrieben: Prolog, Entschleunigung, Porno, Verwechslungsgefahr, Schlafes Schwester, Hey Jude und Love Zombie.

Puh. Ich glaub, Berlinale ist anstrengend.

Nettmachtershier

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„Bin ich ein Geschenk?“ ist die spontane Reaktion von Bernhard Hoecker, als er erfährt, dass in seinem Publikum ein dreizehnjähriges Geburtstagskind sitzt. „Und sag mir nicht, ich wäre verpackt in einem kleinen Kasten gekommen!“

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Der Blick

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Ick gloob es hackt

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Das Restaurant zum goldenen Bogen und ein gewisser Herr U.H. aus M. versuchen in einer Testphase einer altehrwürdigen Berliner Institution Konkurrenz zu machen. Werblich unterstützt wird die Aktion von einem weiteren Berliner, der schon mal ganze Stadien damit füllt, über seine Freundin abzulästern. Die Rede ist von der Currywurst, die es jetzt für sechs Wochen für 2,99€ bei Mc Donalds zu kaufen gibt, immerhin mit Brötchen. Spontan stemmt sich seit zwei Tagen eine Gruppe unbeugsamer Currywurst-Liebhaber mit einer Facebook-Aktion “Save the Currywurst” dagegen und hat bereits über 1000 Mitstreiter eingesammelt, darunter viele Imbissbetreiber.

Bernd Matthies vom Tagesspiegel hat die Probe aufs Exempel gemacht und kommt zum Schluss.” Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht so charmant, dass sich auch nur ein einziger deutscher Wurstbudenbesitzer Sorgen machen müsste.” Hauptkritikpunkt ist ein wesentlicher Bestandteil einer Currywurst, nämlich die Soße. So urteilt der Tester: “Die Konsistenz des Ketchups reicht grad so aus, um an den Wurststücken haften zu bleiben, und es ergibt sich ein konturlos süßliches Mundgefühl”. Hertha Heuwer muss sich also  nicht im Grab umdrehe und es geht in Berlin weiterhin nichts über Konopke. Oder was meint ihr? Wo gibt es in Berlin die beste Currywurst?

Die Gabys und Boat People im Rickenbackers

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Nicht zum ersten Mal sorgte die bunte Damen-Band „Die Gabys“ gestern Abend im Rickenbackers an der Bundesallee mit Live-Musik für gute Laune. Aber erstmals tat sie dies zusammen mit der befreundeten Band „Boat People“ aus dem Gelsenkirchener Ruhrpott.

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Zwangsräumung heute morgen in Kreuzberg

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Kurzer, sehenswerter Bericht über eine womöglich ein ganz klein wenig überzogene Aktion.

Tischlein deck dich

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Schneebedeckter Tisch mit Worten

Von den Runden zu den Berliner Tischen – Foto: h|b

Der Berliner S-Bahn-Tisch kämpft aktuell vor Gericht, um seine Zulassung als Volksbegehren. Unterschriften wurden ausreichend gesammelt, aber der Senat hat das beantragte Volksbegehren als unzulässig eingestuft und die Entscheidung darüber dem Verfassungsgerichtshof überlassen. Der sollte gestern darüber entscheiden, hat allerdings die Verkündung des Urteils auf den 13. Mai terminiert. Die Initiative will u.a. verhindern, dass der Betrieb der S-Bahn in Berlin nach 2017 privatisiert wird.

Der bereits erfolgreiche Wassertisch hat sich zwischenzeitlich leider entzweit und durch den Rückkauf der RWE Anteile wurde die Forderung nach Rekommunalisierung bereits teilweise erfüllt, wenn auch aus Sicht der Initiative zu einem völlig überhöhtem Preis. Immerhin ließ sich die Stadt den Rückkauf 600 Millionen Euro kosten.

Seit vorgestern ist nun auch der Energietisch aktiv und muss bis zum 10. Juni 2013 mindestens 200.000 Unterschriften sammeln. Auf seiner Website listet er dabei “Sieben gute Gründe für eine kommunale Energieversorgung” auf, die ihr gerne nachlesen könnt.

Auch der Tagesspiegel widmete in seiner gestrigen Ausgabe dem Thema einen ausführlichen Bericht.

One Billion Rising in Berlin

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Morgen wird auf dem Pariser Platz getanzt, und ich bin leider nicht dabei, weil ich Trottel genau zu dem Zeitpunkt einen beruflichen Termin vereinbart habe. Deshalb tanze ich jetzt hier, auf und ab und hin und her am Schreibtisch, damit möglichst viele andere, die zufällig Zeit haben oder von vorn herein besser geplant haben, es nicht verpassen.

One Billion Rising operiert weltweit und will nichts anderes als die Welt verändern:

Am 14. Februar 2013 läd der V-Day eine Milliarde Frauen dazu ein, raus zu gehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende dieser Gewalt zu fordern. Eine Milliarde Frauen – und Männer – überall auf der Welt. Wir zeigen der Welt unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg. Zeig auch Du der Welt am 14. Februar 2013, wie EINE MILLIARDE aussieht. Am 14. Februar sieht sie aus wie eine REVOLUTION.

Auch Deutschland und Berlin ist vielfältig mit dabei und ganz besonders eben tanzend auf dem Pariser Platz:

Am 14. Februar 2013 um 17.30 Uhr versammeln sich im Rahmen der weltweiten Aktion One Billion Rising auf dem Pariser Platz Menschen, die gegen Gewalt an Mädchen und Frauen demonstrieren wollen. Schirmherrin der Demonstration gegen Gewalt ist die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat.

Ich wünsche viel Erfolg, viel Spaß, und ich bin im Herzen mit dabei. Auf jeden Fall.

Abhängen

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99 Sekunden in 99 Stunden

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Wer sich mal wie ein richtiger Filmjuror auf der Berlinale Stress machen möchte, oder in die Rolle eines akkreditierten Journalisten schlüpfen will, der am Tag mindestens fünf Filme schaut und sie anschließend in seiner Zeitung verreißen muss, obwohl er gar nicht mehr genau weiß, was er eigentlich gesehen hat, kann das aktuell beim “99Fire-Films-Award 2013” mal selbst austesten.

Die Aufgabe für die Filmemacher: 99 Stunden Zeit für einen 99-Sekunden-Film. Die Aufgabe für euch, die Juroren: 99 Filme wurden vorausgewählt und ihr habt 99 Stunden Zeit eure Filmlieblinge online zu wählen, 9 Stimmen kann jeder vergeben. Der Gewinner des Publikumspreises bekommt 999 € und wird zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Von den 99 Stunden sind aktuell noch 50 Stunden übrig. Da draußen eh merkwürdiges Wetter ist, ist das doch eine gute Gelegenheit kleine Filmperlen zu finden. Einziger Wermutstropfen: Vor jedem Wettbewerbsfilm muss man einen kurzen Werbespot über sich ergehen lassen. Die ersten Eindrücke sind aber für die gestellte Aufgabe durchaus bemerkenswert.

Wodkawege

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Es ist ein absolut gängiges Berliner Accessoire und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit: Das Bier für den Weg, das so genannte Wegbier. Wirklich, ich würde es vermissen, säße nicht in jeder S- oder U-Bahn, in der ich ein paar Stationen mitfahre, ein Mensch mit einer Bierflasche in der Hand oder am Hals. Das gehört einfach dazu. Das sind mal fröhliche, mal deprimierte, manchmal auch lästige Mitmenschen, die sich eine kleine Freiheit im Leben gönnen.

Gestern allerdings durfte ich einen jungen Mann beobachten, der mit einer großen Flasche Wegwodka in der Ringbahn unterwegs war. Das war Mal etwas Neues, etwas Besonderes, zumindest am frühen Nachmittag. Und daraus entstand eine wunderschöne, hingebungsvolle Szene mit dem typischen Berliner Charme.

Der Mann ging sehr ruhig und bedacht vor, penibel tupfte er beispielsweise die Flasche mit einem Papiertaschentuch ab, als ihm ein paar Tropfen daneben gegangen waren. Ebenso tat er es mit dem Sitz, auf dem er die Flasche zu diesem Zweck kurz abgesetzt und einen Wodkaring hinterlassen hatte. Alle Bewegungen führte der Mann sehr langsam und mit nur einer Hand aus, denn die andere war in einem Gipsverband ruhig gestellt. Ebenso gründlich und langsam sah er zwischendurch um sich, mit offenen Augen und Ohren. Diese Schlichtheit und Ruhe, ist das der Unterschied zwischen Bier und Wodka?

Um diesen traurigen Trinker herum saßen und standen die anderen Menschen, sie lasen, hörten Musik oder telefonierten. Wie das so ist, wie immer. In Berlin.

Verliebt in Berlin

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