Berlinale vergessen

So geht es mir oft. Ich lebe in Berlin, seit über acht Jahren, die Hauptstadt liegt mir quasi zu Füßen. Nun ja, auf jeden Fall ist sie da draußen, irgendwo, ohne jeden Zweifel. Und mit ihr die Konzerte, Museen und Theaterpremieren. Die großen Events und die kleinen Mucken, die vielen Dinge, die man mal gesehen haben sollte. Unbedingt. Und ich verpasse es, ich verpasse soviel. Ich verpasse im Grunde alles. Außer die eine oder andere Literaturveranstaltung, immerhin.

Die Berlinale zum Beispiel. Sie war da, da bin ich sicher. Sie war bestimmt nicht weit, aber ehe ich mich aufraffen konnte, was sie auch schon wieder vorbei. Morgen gibt es nämlich schon die Oscars, sehe ich gerade. Verdammt!

Deshalb lese ich jetzt schnell bei Maike nach, denn die war, das habe ich bei Twitter mitgekriegt, intensiv mit dabei und hat in ihrem Blog beim Meinungsmedium (soso!) der freitag auch fleißig darüber geschrieben: Prolog, Entschleunigung, Porno, Verwechslungsgefahr, Schlafes Schwester, Hey Jude und Love Zombie.

Puh. Ich glaub, Berlinale ist anstrengend.

Ick gloob es hackt

Das Restaurant zum goldenen Bogen und ein gewisser Herr U.H. aus M. versuchen in einer Testphase einer altehrwürdigen Berliner Institution Konkurrenz zu machen. Werblich unterstützt wird die Aktion von einem weiteren Berliner, der schon mal ganze Stadien damit füllt, über seine Freundin abzulästern. Die Rede ist von der Currywurst, die es jetzt für sechs Wochen für 2,99€ bei Mc Donalds zu kaufen gibt, immerhin mit Brötchen. Spontan stemmt sich seit zwei Tagen eine Gruppe unbeugsamer Currywurst-Liebhaber mit einer Facebook-Aktion “Save the Currywurst” dagegen und hat bereits über 1000 Mitstreiter eingesammelt, darunter viele Imbissbetreiber.

Bernd Matthies vom Tagesspiegel hat die Probe aufs Exempel gemacht und kommt zum Schluss.” Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht so charmant, dass sich auch nur ein einziger deutscher Wurstbudenbesitzer Sorgen machen müsste.” Hauptkritikpunkt ist ein wesentlicher Bestandteil einer Currywurst, nämlich die Soße. So urteilt der Tester: “Die Konsistenz des Ketchups reicht grad so aus, um an den Wurststücken haften zu bleiben, und es ergibt sich ein konturlos süßliches Mundgefühl”. Hertha Heuwer muss sich also  nicht im Grab umdrehe und es geht in Berlin weiterhin nichts über Konopke. Oder was meint ihr? Wo gibt es in Berlin die beste Currywurst?

Tischlein deck dich

Schneebedeckter Tisch mit Worten
Von den Runden zu den Berliner Tischen – Foto: h|b

Der Berliner S-Bahn-Tisch kämpft aktuell vor Gericht, um seine Zulassung als Volksbegehren. Unterschriften wurden ausreichend gesammelt, aber der Senat hat das beantragte Volksbegehren als unzulässig eingestuft und die Entscheidung darüber dem Verfassungsgerichtshof überlassen. Der sollte gestern darüber entscheiden, hat allerdings die Verkündung des Urteils auf den 13. Mai terminiert. Die Initiative will u.a. verhindern, dass der Betrieb der S-Bahn in Berlin nach 2017 privatisiert wird.

Der bereits erfolgreiche Wassertisch hat sich zwischenzeitlich leider entzweit und durch den Rückkauf der RWE Anteile wurde die Forderung nach Rekommunalisierung bereits teilweise erfüllt, wenn auch aus Sicht der Initiative zu einem völlig überhöhtem Preis. Immerhin ließ sich die Stadt den Rückkauf 600 Millionen Euro kosten.

Seit vorgestern ist nun auch der Energietisch aktiv und muss bis zum 10. Juni 2013 mindestens 200.000 Unterschriften sammeln. Auf seiner Website listet er dabei “Sieben gute Gründe für eine kommunale Energieversorgung” auf, die ihr gerne nachlesen könnt.

Auch der Tagesspiegel widmete in seiner gestrigen Ausgabe dem Thema einen ausführlichen Bericht.

One Billion Rising in Berlin

Morgen wird auf dem Pariser Platz getanzt, und ich bin leider nicht dabei, weil ich Trottel genau zu dem Zeitpunkt einen beruflichen Termin vereinbart habe. Deshalb tanze ich jetzt hier, auf und ab und hin und her am Schreibtisch, damit möglichst viele andere, die zufällig Zeit haben oder von vorn herein besser geplant haben, es nicht verpassen.

One Billion Rising operiert weltweit und will nichts anderes als die Welt verändern:

Am 14. Februar 2013 läd der V-Day eine Milliarde Frauen dazu ein, raus zu gehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende dieser Gewalt zu fordern. Eine Milliarde Frauen – und Männer – überall auf der Welt. Wir zeigen der Welt unsere kollektive Stärke und unsere globale Solidarität über alle Grenzen hinweg. Zeig auch Du der Welt am 14. Februar 2013, wie EINE MILLIARDE aussieht. Am 14. Februar sieht sie aus wie eine REVOLUTION.

Auch Deutschland und Berlin ist vielfältig mit dabei und ganz besonders eben tanzend auf dem Pariser Platz:

Am 14. Februar 2013 um 17.30 Uhr versammeln sich im Rahmen der weltweiten Aktion One Billion Rising auf dem Pariser Platz Menschen, die gegen Gewalt an Mädchen und Frauen demonstrieren wollen. Schirmherrin der Demonstration gegen Gewalt ist die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat.

Ich wünsche viel Erfolg, viel Spaß, und ich bin im Herzen mit dabei. Auf jeden Fall.