Schöneberger Südgelände, tief im Schnee versunken
Susanne in Stadtnotizen am 29. Dezember 2005, 21:29 1 Kommentar »
Ein trüber Tag heute in Berlin. Schneefall die ganze Nacht und weit in den Morgen hinein. Da bleibt nicht viel Platz für Sonne und Licht. Aber Schnee natürlich, und das nicht zu knapp. Schnee in Mengen, wie sonst nur in den Bergen. Oder zumindest im Bergischen, von wo ich einst ahnungslos und unbedarft hierher kam.
Wie in allen Städten matscht die in der Nacht noch weiße Masse bald schon übel in den Straßen und auf den Gehwegen. Die Farbe allein ist unbeschreiblich. Dieses Grau, das ins Braun spielt, hier und da. Wie Dreck. Das Geräusch der Autoreifen, die dieses Zeug immer und immer wieder umwälzen. Nur in abgelegenen, kleineren Straßen knirscht es noch frisch unter den Schuhen, während allerfeinster Pulverschnee fällt und fällt und fällt…
Ein guter Tag, um sich zum Schöneberger Südgelände zu begeben. Ein paarmal umsteigen, von der U-Bahn in den Bus, dann in die S-Bahn. Am Priesterweg aber steht man sofort vor dem Eingang zu dem Naturschutzgebiet. Es scheint eine Berliner Tradition zu sein, ehemalige Bahnhöfe in eigenartige Parks umzuwandeln. Da ist der Görlitzer mit seiner Pamukkale-Katastrophe zum Beispiel. Und eben das Südgelände, eine Mischung aus Bahnmuseum, Künstlerkolonie und Graffitigalerie sowie eben auch Naturschutzgebiet. Eine wahrlich bemerkenswerte Mischung, sicher nicht nur im städtischen Tiefschnee.
1 Kommentare
am 30. Dezember 2005, 08:23 #
Zum Görlitzer Bahnhof fällt mir eine Menge ein. Vielleicht mache ich mal einen nostalgischen Artikel daraus.