Flohmarkt am Mauerpark

Timo in am 9. Januar 2006, 13:03   1 Kommentar »

Die erste Januarwoche des neuen Jahres, die durchweg durch einen eisigen Ostwind mit düsterer Stimmung, trostlosem Schneematsch und –regen dominiert wurde, verabschiedete sich gestern mit einem wunderschönen, sonnenreichen und windstillen Tag.

Einem Sonntag der zum Spazierengehen einlud. Die Wahl des Zieles war für Prenzlauer Berg ansässige Menschen, die Flohmarktkultur in ihrer ursprünglichen und reinsten Form bevorzugen, schnell getroffen: Der allwöchentliche Markt am Mauerpark.

Hier wird dem Besucher einmal mehr vor Augen geführt, dass ein Flohmarkt manchmal noch ein Flohmarkt sein kann. Ohne kommerzielles Übergewicht, ohne orangefarbene „Kult-Retro-Objekte“. Hier verkauft Berlin, was es im Moment nicht mehr braucht. Leider aufgrund der Temperatur von dezenten minus vier Grad etwas in Größe und Auswahl dezimiert, lohnt es sich dennoch einen Besuch zu wagen. Entspannte Gesichter, die fröhlich grinsend über den Platz schlendern. Es duftet nach Kaffee. Zwischendurch immer wieder das vielfältige Angebot an kulinarischen Besonderheiten: Bratwurst, Curry oder einfach Pommes. Aber auch exotische Speisen, von privaten Leuten zubereitet zu fairen Preisen sind zu finden. Selbst an den normalen Ständen kann der aufmerksame Flohmarktbesucher immer mal wieder zwischen den Bluesplatten, den selbst gestrickten Stulpen für die Damen, dem Portrait des ehemaligen Lampenpalastbesitzers oder der „Joga für Katzen“ – Fachlektüre einen selbstgebackenen Kuchen als Schnäppchen entdecken.

Das Publikum gibt sich gelassen und entspannt. Sicherlich kann man auch einige Individuen entdecken, die bereits am frühen Sonntagvormittag der Meinung sind, jedes einzelne Haar perfekt gestyled zurechtgezupft haben zu müssen und ihre Nierenregion lasziv den sommerlichen Temperaturen darbieten zu müssen. Das angenehme dabei ist, dass die, wegen der anfänglichen Anzeichen einer Erfrierung, verkrampften Gesichter nicht zu erkennen sind, da sie netterweise hinter einer viel zu großen Sonnenbrille gänzlich verborgen liegen. Das Bild wird abschließend noch von den weißen Ipodkopfhörern im Ohr und dem Cofe-to-go in der Hand abgerundet.

Auch die beiden im Sommer immer gut besuchten Strandbars versuchten, Menschen auf ihren Sand zu locken. Sonnenstühle, die zwischen den vom Hauseigenen DJ mit Loungemusik befütterten Lautsprechern aufgestellt waren, luden zum winterlichen Sonnenbad ein.
Insgesamt auch im Januar ein lohnender Spaziergang.

1 Kommentare

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HSB Matthias

Wer setzt sich denn im Winter an eine Strandbar? Am Besten unter einem Heizpilz?

Manchmal kommt einem der Prenzlauer Berg wirklich skurril vor.

Ungeklärt bleibt die Frage, was Yoga für Katzen ist. Aber da kann das Wortschnittchen sicher helfen. Sie ist ja inzwischen Chi-Gong-erfahren.

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