Umdenken oder abdanken...
Alex in Stadtnotizen am 25. Januar 2006, 13:02 3 Kommentare »
Das folgende hat – dem Himmel sei Dank – nichts direkt mit unserer wunderschönen Hauptstadt zu tun, betrifft aber ungemein auch eine bedeutende “Randgruppe” Berlins, die lange keine mehr ist. Außerdem ist die politische Brisanz von überregionaler Bedeutung. Irgendwann ist das Maß einfach voll…
“Ich würde liebend gern über das Ranch-Leben reden, aber ich habe den Film nicht gesehen. Ich habe davon gehört. Ich hoffe, dass Sie – verstehen Sie – ich hoffe, Sie kehren zurück zur Ranch und zur Farm und das ist alles was ich dazu sagen will!”
So die überaus lächerliche und absolut erschreckende Antwort eines völlig zurückgebliebenen Menschen, der als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika über sein Land und in seinen kühnsten Träumen wohl auch über die ganze Welt regiert. Die Frage bezog sich auf den Erfolgsfilm “Brokeback Mountain” über eine Liebe unter Cowboys. Dieser für mich absolut wegweisende Film in der amerikanischen Kino-Geschichte wurde immerhin mit vier Golden Globes ausgezeichnet und wird als Favorit für die Oscar-Verleihung am 5. März gehandelt. Offenbar nicht in der Vorstellung eines Herrn Bush. Und somit leider vermutlich auch nicht in derjenigen eines durchschnittlichen US-Bürger…
Die Krönung erreichte diese unsägliche Debatte allerdings durch einen neu ausgerufenen Filmpreis des US-Filmproduzenten Michael Class, der Filme auszeichnen wird, in dem die “amerikanischen Werte” hochgehalten werden und “patriotisches Gefühl und Respekt für die Familie” zum Ausdruck kommen. Da kann man beiden nur sagen: Umdenken oder abdanken…
3 Kommentare
am 26. Januar 2006, 11:13 #
Bin ich echt der einzige, der sich darüber wirklich aufgregt? :-) Komisch… Aber vielleicht werden alle Leserbriefe auch gleich von der CIA eingezogen und ich werde demnächst mit einem geheimen Flug in ein Gefangenenlager abtransportiert…
am 26. Januar 2006, 14:10 #
.... die golden globe verleihung war für mich das erste rauchzeichen aus hollywood – nach den kino-erfahrungen der vergangenen 3 jahre war ich allmählich zu der überzeugung gelangt, auf us-filme künftig gut verzichten zu können.
herr bush gehört natürlich sofort abgewählt: ein us-präsi, der keine reklame für filme macht, hat seinen job gründlich verfehlt ;-)
fmü
am 27. Januar 2006, 17:20 #
nein, herr grünfisch, auch für mich ist das denken und handeln des vermeintlichen “weltpolizisten” nicht nachvollziehbar – nicht nur in seinem offenkundigen verhältnis zu schwulen.