Karneval an der Spree - oje, oje, oje...

Alex in am 27. Februar 2006, 10:00   5 Kommentare »

Kölle alaaf, alaaf, Kölle alaaf!

Das sollte man sich schenken: Mit echten Berlinern Karneval, also Straßenkarneval feiern. Der gestrige Umzug durch Berlins schmucke Mitte war ein Ereignis durchweg zum Abgewöhnen. Das hätte ich nicht gedacht, hatte ich doch gehofft, die Stimmung der kleinen karnevalesken Enklaven am Schiffbauerdamm könnten auf die Straße schappen. Denkste! Die Berliner Jecken haben noch nicht ganz begriffen, dass da auch eine ganze Menge Frohsinn, Selbtsironie und vor allem Herzlichkeit dazu gehört…

Den absoluten Höhepunkt erreichte der Zug immer dann, wenn jemand darauf kam, ein Bonbon vom Wagen zu werfen. Die spontane Reaktion meiner Familie: “Noch eins!” Manchmal entschlossen wir uns auch, eines der drei geworfenen Kamelle zurück zu werfen. Jaja, den Karnevalsvereinen in Berlin gehts wohl auch nicht mehr ganz gut, von denen des ländlichen Umland einmal ganz zu schweigen. Da tut man gerne eine gute Tat…

Alles erinnerte irgendwie an die eher traurigen Ersatz-Karnevalsumzüge fern des Kölner Doms in der westfälischen Provinz. Da freute sich mein Vater wenigstens daran, immer wieder einmal den Namen “Jupp” in die Menge zu rufen – mit dem Resultat, dass sich ganze Spielmannszüge zu uns wendeten. Schienen alle irgendwie gleich zu heißen. Auch sehr einfallsreich…

Die mitgenommene Sektflasche und meine sehr gut aufgelegten Eltern retteten mich über den Nachmittag. Nach der ersten Flasche zu Hause haute mich die zweite gänzlich weg. Ich war im Grunde nicht mehr zurechnungsfähig und fiel zu Hause einfach ins Bett – Tiefschlaf! Heute fühle ich mich nach diversen Fieberattacken am Abend wieder fit. Das ist auch gut so, immerhin will ich heute noch mein Trauma der Bonbon werfenden und -sammelnden Hartz IV-Empfänger hinter mir lassen und mich wieder dorthin begeben, wo die Stimmung so richtig gut und irgendwie ehrlich ist: In die Stäv...

5 Kommentare

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Bufflon

Ich persönlich, als Berliner, werde dieses Treiben wohl nie verstehen, ich bin da grausam ehrlich zu mir selbst, obwohl es sicherlich kulturbanausig klingt. Woran es liegt, weiß ich nicht, vielleicht fehlt mir irgendetwas, obwohl ich mir oft selbst dreist Frohsinn, Selbstironie und Herzlichkeit attestiere.

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[HSB] Alex

Das will ich auch keinem Berliner absprechen, aber die auf dem Karnevalsumzug hatten diese drei Eigenschaften bestimmt nicht… :-)

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Stefan

Ich habs mir nun bislang zweimal angeschaut, dieses Jahr ging es nicht. Die beiden Male, an denen ich dort war fand ich die Stimmung im Zug weitaus besser als beim Karneval in Köln oder Düsseldorf. Dort ist alles zu durchgeplant und kommerziell geworden, die Stimmung leided. Die Stimmung der Berliner Besucher des Zuges war so halb/halb, es waren viele dort, die gefeiert haben, auch viele die nur geguckt haben. Nicht wie in Köln oder Düsseldorf, wo sich am Rand zugereiste Auswärtige so schnell wie möglich die Kante geben und meinen in ihrem Vollrausch den Geist des Karnevals gefunden zu haben.
Und was die Kritik an den geworfenen Mengen angeht, selber schonmal einen solchen Wagen bestückt? Dagehen ruckzuck mal ein paar tausender für Wurfmaterial drauf, dass Dorfvereine das nicht aufbringen können, da sie für ihre Wagen ja auch noch zum TÜV müssen und einige Genehmigungen brauchen ist da nur zu verständlich.

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thbl

Dem lieben Gott im Himmel sei Dank, dass diese beknackte Tradition in diesem Jahr komplett an mir vorbeizieht. Jedem Karnevalsmuffel sollte in dieser Woche des Jahres ein Freiflug ins Ausland spendiert werden. Egal wohin, nur weg.

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[HSB] alex

Am schönsten finde ich die Geschichte des Kölners, der vor dem heimischen Karneval flüchtend nach Berlin gefahren ist. Leider befand sich sein Hotelzimmer direkt oberhalb der Route des Berliner Umzugs. Na, der war vielleicht bediehnt! :-)

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