Das rote Ampelmännchen
Sandra in Stadtnotizen am 14. März 2006, 23:33 10 Kommentare »
Dies ist die Geschichte des roten Ampelmännchens, das sicher bekannteste und schönste, das Berlin zu bieten hat. Das Ampelmännchen ist beliebter, als das Brandenburger Tor, die Siegessäule und die U-Bahn. Dies vor allem darum, weil es häufiger vorhanden ist, und weil man es schlicht und ergreifend häufiger sieht. Doch, hat sich irgendjemand schon mal gefragt, was das rote Männchen Tag für Tag so erlebt? Genau darüber wird die Geschichte erzählen.
Vor langer, langer Zeit, in einer kleinen Stadt im Nord-Osten von Deutschland stand eine Mauer, die eingerissen werden sollte. Da kam ein Männchen zum Vorschein, das vorher noch niee ein westmenschliches Auge erblickt haben soll. Das Männchen war klein, sehr klein sogar. So klein, dass man ihm kaum Bedeutung zukommen ließ. Es war ja auch wirklich schwer, ihm Bedeutung zuzumessen, zumal es ja gefangen in einer Ampel war, und sich entsprechend nicht wehren konnte. Doch zum Glück fand das Ampelmännchen jemand, eine Freundin, eine Schweizerin, um genau zu sein. Sie versprach dem Ampelmännchen, ihm gaaaaaanz Berlin zu zeigen. Doch das Ampelmännchen traute sich noch nicht so recht, und sagte der Schweizerin, dass es lieber zuerst seine Welt zeigen wollte. Und so beginnt unsere Fotogeschichte. Ab sofort werden (fast) wöchentlich (manchmal mehr, manchmal auch nicht) zwei neue Fotos erscheinen, und die Geschichte, die das rote Ampelmännchen Sandra zu erzählen hat. Wir werden sie mit ihm und ihr zusammen erleben.
Der erste Teil:
Es steht ein Ampelmännchen in Ostberlin. Es steht genau am Brandenburger Tor, und fragt sich, was wohl hinter sich ist. Es sieht immer nur in die Ferne, nämlich viele Reisecars. Aber das war nicht immer so. Nein, so erzählt es mir, das war mal anders. Da wo es heute steht, da war einst eine Mauer, groß, und kaum zu überwinden. Dazwischen eingezwängt stand dieses wohl besagte Tor. Es war da wohl sehr einsam, will das Männchen wissen. Es, allerdings, so scheint mir, ist auch nicht gerade Wohlbesungen. Jedenfalls ist es sehr traurig, dass die vielen Menschen nur da warten, wenn es da ist, aber immer so unglücklich scheinen. Es glaubt, dass die ganzen Menschen auf irgendwas warten, weiß aber, nicht genau, worauf. Jedenfalls hat es mich gebeten, auch den Rücken, also das hinter sich, zu zeigen. Was ich tat. Es war hocherfreut. Das ist doch wunder, wunderschön, was da bei herausgekommen ist. Das sah doch früher hier schon erheblich anders aus, sagt es mir. Jedenfalls hat es mich gebeten, ihm eine Geschichte zu erzählen. Ich hab ihm eine erzählt. Welche erfährt ihr das nächste Mal.
10 Kommentare
am 14. März 2006, 23:48 #
die is ja süss.. Wow.. ich glaub, da kann ich die zwei vllt irgend wann zusammenbringen.. wo is das?