Das Ampelmännchen im Westen

Sandra in am 23. April 2006, 13:30   Kommentar schreiben »

Sandrot, der Bockige

Nach dem das Ampelmännchen im ersten Teil der Geschichte entdeckt wurde, durfte es im zweiten Teil erfahren, das es doch eigentlich frei sein konnte. Im dritten hat es sich endlich befreien lassen. An diesem Punkt der Geschichte stehen wir nun.
“Ampelmännchen”, fragt Sandra-Lia, “hast du auch einen Namen?”
“Ja, das habe ich! Ich heisse Rotbert!”
“Einen schönen Name, find ich, Rotbert, wenn auch etwas ausgefallen und selten gehört”
“Er stammt auch von meiner Farbe, Rot!” Antwortet Rotbert etwas gehässig.
“Ach, nur nicht so gehässig. Wollte doch nur nett fragen” sagte Sandra-Lia “Sag mal, möchtest du nun deine Freunde kennen lernen? Ich kenne darum einen, der möchte dich unbedingt kennen lernen. Er hat mir sein Name noch nicht verraten, aber dir wird er es bestimmt, so denke ich!”
“Ja, das möchte ich!” kam begeisternd und freudig von Rotbert zurück.

Sandra-Lia packte Rotbert am Arm, und ging mit ihm in den Westen. Da diese Reise länger dauerte, als Sandra-Lia plante, war es bereits Nacht, als Rotbert und Sandra-Lia das Rote Männchen Ecke Kantstrasse/Kuno-Fischer erreichten. Das Treffen sollte jedoch nicht so ausgehen, wie es sich Sandra-Lia vorstellte. Eigentlich war ja geplant, dass Rotbert auf Sandrot trifft. Doch Sandrot ist ein scheuer Genosse, der es eigentlich überhaupt nicht ausstehen konnte, dass er vom Osten in den Westen strafversetzt wurde. Damals, als er noch im Osten stand, war auch alles viel besser! Unglaublich viel besser sogar! Deshalb, und nur deshalb ist es zu erklären, warum Rotbert schon sehr früh in unserer Geschichte auf das grüne Ampelmännchen trifft. Eins, das er ja zuvor noch nie erblickt hat. Eine andere Art. Etwas Seltsames. Das Grüne Ampelmännchen, so wird in der Roten Welt gespottet, sei irgendwie seltsam, anders, halt irgendwie einfach doof. Es spiegle sich hin und wieder und mache auch sonst allerlei Dumme Sachen, wird in der Roten Welt gemunkelt. Dies sind freilich nur Gerüchte, und Unbestätigte Wahrheiten, die nie überprüft werden konnten, da ja noch nie zuvor ein Rotes auf ein Grünes Männchen traf.

Doch heute sollte es geschehen! Ausgerechnet heute! Und dies alles nur, weil Sandrot so stur war, und sich einfach nicht zeigen wollte. Unglaubliche 34 Minuten lang wartete Rotbert und Sandra-Lia geduldig, bis sich nach Joshua Grün endlich Rotbert zeigte. 34 Minuten, in denen Rotbert und Joshua Grün sich kennen lernen konnten. Das die zwei nicht auf anhieb beste Freunde werden konnte, versteht sich von selbst. Zum einen hatte ja jeder seine eigene Welt, die keiner des anderen je sah, und zum anderen waren ja da noch dieses Anderssein des jeweils anderen.

Nicht, das Rotbert nicht sehr tolerant und Freiheitsliebend gewesen wäre, und Anderswelten verstehen und auch sehen wollte. Aber Joshua Grün wollte dies nicht. Er war sich zu gut, um die andere Seite der Welt kennen zu lernen. Er lehnte es zu anfangs gar ab, sich überhaupt mit Rotbert zu unterhalten. Er befürchtete, er könnte durch diese “rote Seuche” wie er es nannte, angesteckt zu werden. Viel Überzeugungsarbeit und ein bisschen Diplomatisches Ungeschick von Sandra-Lia, und die beiden kamen dennoch zwei Sätze lang ins Gespräch. Dieses wurde leider, oder zum Glück, wir werden es später irgendwann, im verlauf dieser Unendlich unwahrscheinlich spannenden Geschichte erfahren, durch das endliche erscheinen von Sandrot unterbrochen.

Was Sandrot und Rotbert zu bereden hatten, entzieht sich unserer Kenntnis, zumal sie sich in einer unbekannten Sprache unterhielten. Doch, wir werden über tausende von Umwege später dann noch erfahren, um was es sich ungefähr gehandelt haben könnte.

Rotbert war jedenfalls begeistert von dieser Begegnung, und bat mich, ihm Berlin zu zeigen. Das werd ich natürlich machen! Und der Beginn wird im Untergrund sein! Wo, und wie? Das und viel mehr, im nächsten Teil, wenn es wieder Heisst: Das Rote Ampelmännchen!

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