Ladenöffnungszeiten

Georg in am 6. Juli 2006, 12:52   37 Kommentare »

Ich freute mich schon darauf, dass nach der WM endlich in Berlin das Shoppen 24 Stunden möglich wäre. Der Senat tagt aber nur noch eimal vor der Abgeordnetenhauswahl am 17. September und somit kann es nicht zur ordnungsgemäßen Beschlussfassung kommen. Einheitlich Landesweit in Berlin soll es sowieso nicht geregelt werden. Jeder Bezirk kann selbst entscheiden wie er es handhabt. Hoffentlich sind für meinen Kiez die Pankower Verordneten einsichtig!

Ein US-Magazin hat einmal in einem Beitrag über die “Shopping hell Germany”, die Einkaufshölle Deutschland gestaunt “Alle in Deutschland jammerten über die Krise auf dem Arbeitsmarkt, aber kaum irgendwo könne man nach 20:00 Uhr Milch und Brot kaufen”. Wie wahr. Abgesehen vom Ullrich am Zoo oder dem Edeka im Bahnhof Friedrichstrasse. Am neuen Hauptbahnhof ist ein Kaiser´s der aber wesentlich teurer ist. Aber bis dorthin bin ich ja eine Weile unterwegs. Also heisst es warten, bis ich im Kiez shoppen kann wann ich es möchte.

37 Kommentare

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belafinster

Und das aus der Konsumhölle Amerika, die nur durch Massenverschuldung funktioniert.
An fast jeder Ecke in der Berliner Innenstadt gibt es Spätkaufs, Telefonläden (mit angeschlossenem Kiosk), Imbisse (mit Verkauf von Grundnahrungsmittel) und außerdem ja noch die Bahnhöfe. Am Haupt-ähhh Ostbahnhof kann man auch einkaufen, ich glaub, da ist es Tengelmann. Und wenn alles zu hat, dann bleibt nichts anderes, als bei den Nachbarn zu klingeln. Aber das würden die Nordamerikaner ja auch nicht machen. Manche Partnerschaften sind daraus schon entstanden, wie ich gehört habe.

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Bliss Draven

naja aber spätverkäufe und ähnliches sind immer sehr teuer, meist wird die ware zum doppelten preis verkauft, darauf hat man ja auch nicht immer lust. aus diesem grund wünschen sich ja eben so viele menschen die langen öffnungszeiten.

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stralau

Ich halte den Glauben, daß durch erweiterte Ladenöffnungszeiten mehr verkauft würde, für etwas naiv. Ich halte einen weitgehend konsumfreien Sonntag für wünschenswert. Und ich halte die momentanen Öffnungszeiten für ausreichend.

Gar nicht gut fände ich es wiederum, wenn sich die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel, die schon schwierig genug sind, noch weiter verschärften.

Schwierig finde ich da eher Banken, die sogar noch Mittagspause machen, nur hülfe da ein Gesetz auch nicht—die dürften ja länger öffnen, sie wollen nur nicht.

[Und wieso entfernt Eure Blogsoftware einfach die Leerzeichen um meine Gedankenstriche? Das ist typographisch falsch.]

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King Fisher

Ob nun mehr Arbeitsplätze entstehen oder nicht; wegfallen werden wohl eher keine.
Eine Ausweitung des Ladenschlusses ist ja auch kein Muss für die Geschäfte. Ich denke, es wird sich von allein regeln (auch in den USA sind nicht überall alle Geschäfte 24h geöffnet!). Und ob man am Sonntag einkaufen geht oder nicht, sollte jedem selbst überlassen bleiben.
Ich persönlich würde die Möglichkeit begrüßen.

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stralau

Es ist sicher kein Muß für die Geschäfte, aber die Verkäuferin bei Lidl wird es sich im Einzelfall nicht aussuchen können.

6

King Fisher

Ich denke, die Verkäuferin bei Lidl wird ihre 35/38,5/40/was-auch-immer Stunden arbeiten. So oder so. Der/die eine oder andere wird das dann vielleicht auch mal an einem Sonntag tun müssen. Na und? Viele andere tun das auch.

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stralau

Nein, ganz so ist es nicht—die Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel sind ziemlich übel. Das fängt u.a. damit an, daß Verkäuferinnen häufig teilzeit arbeiten. Hier kommt es seit Erweiterung der Ladenöffnungszeiten vemehrt dazu, daß am Tag zwei Schichten übernommen werden müssen, mit äußerst unpraktischen Pausen dazwischen, was gerade für Alleinerziehende äußerst ungünstig ist.

„Na und? Viele andere tun das auch.“—Nun ja. In manchen Berufen ist es nicht zu vermeiden, wünschen tue ich es aber niemandem, und im Einzelhandel kann man es wenigstens vermeiden. Zumal mir wirklich nicht einleuchtet, was es bringen soll (bis auf ein bißchen Bequemlichkeit für die, die ihre Wochenplanung nicht auf die Reihe kriegen).

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soporosa

Es ist nicht nur in Amerika wo man 24 Stunden kaufen kann wenn man will. In GB und Irland ist es auch moeglich.Trotzdem machen die meisten Geschaeften, besonders in den Innenstaedte schon um 18 Uhr Dicht.
Das Wahl ist trotzdem doch da.
Naja, so ein geregeltes organisiertes Lebenstil fuehren wir nicht auf den Inseln! Also teilweise viel konservativer (Um 17.30-18Uhr alle Tage ausser Donnerstag), teilweise liberaler -am Sonntags hat den Hauptfilialen auf, aber erst ab 12 oder 14uhr.

Sorry das mein Deutsch so schlecht ist. Bin kein Muttersprachlerin!
-D

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Mickie Opostolidis

Hallo,
ich bin selbst Einzelhändler (Spielwarengeschäft) und kann nur sagen: die Erweiterung der Öffnungszeiten mag für den Kunden wünschenswert erscheinen, für die meisten Einzelhändler ist das aber einfach nicht realisierbar.
Die Kosten würden weiter steigen, aber die Umsätze würden sich dadurch nicht spürbar erhöhen.
Und wer wie ich das Ganze als Familienbetrieb betreibt ist schon jetzt an der Schmerzgrenze. Sechs Tage die Woche von 9 – 20 Uhr offen. Das hält man nur ein paar Jahre durch. Danach ist man reif fürs Krankenhaus.
Also denkt auch an die Verkäuferinnen und Ladeninhaber.
Mit Einzelhandel verdient man sich schon lange keine goldene Nase mehr.
Und ich denke auch, dass der Einkauf bis 20 Uhr und dann an Bahnhöfen und Spätverkaufsstellen vollkommen ausreicht. Und so deutlich teurer ist es da wahrlich nicht. Am Ostbahnhof gibts bei Rossmann genau die gleichen Preise wie überall. Gleiches gilt für den Supermarkt dort.

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HSB Georg

Es ist ja jedem selbst überlassen die Öffnungszeiten zu gestalten. Niemand ist gezwungen 24 Stunden geöffnet zu haben. Es soll ja eine Service Leistung am Kunden sein. Ich denke schon, dass sich der Umsatz leicht erhöhen wird, besonders in den Supermärkten. Wenn es mehr Arbeit dadurch gibt, werden auch mehr Leute eingestellt. Ich möchte schon hier im Kiez einkaufen und nicht erst durch die halbe Stadt fahren. Frech finde ich, dass die Gewerkschaften behaupten, der Kunde wolle gar keine längeren Öffnungszeiten. Das ist glatt gelogen und ich möchte auch nicht, dass die Gewerkschaften über mein Einkaufsverhalten bestimmen. Überlassen wir es doch dem Einzelhandel selbst, anstatt staatlich zu verordnen!

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stralau

Heute in der Taz zum Thema: der Vorsitzende des hessischen Einzelhandelsverbandes (das sind die Arbeitgeber, nicht die Gewerkschaften!) geht davon aus, daß durch die Öffnung allein in Hessen 2000 Arbeitsplätze verlorengehen werden (dadurch, daß eine Verlagerung der Kaufkraft weg vom personalintensiven Fachhandel hin zu den Discountern stattfindet).

Eine Verlagerung zu den großen Ketten wird als wahrscheinlich eingeschätzt und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in den Lohndumpingbereich. Auch sind solche Spätschichten nicht gerade familienfreundlich.

Zusammenfassend heißt es dort: „Die geplante Freigabe des Ladenschlusses ist Lifestyle-Politik: leicht zu machen, weil man dafür keine Staatsgelder ausgeben muss. Aber die Kosten dafür tragen andere.“

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antistroebele

liebe mit- und spießbürger,

hätte es vor jahren schon internetforen dieser art gegeben, hätten sich mindest so viele teilnehmer echauffiert über die einführung eines “langen donnerstags” und hätten später die ausweitung der ladenöffnungszeiten auf 20 uhr (!) als eine rückkehr des manchester-liberalismus gebrandmarkt. ladenöffnungszeiten bis 20 uhr (da ist’s im winter schon dunkel!) würden sich zu einer geißel unserer ach so sozialen sozialogesellschaft entwickeln, hätte es geheißen. heute geht selbst herr lafontaine gerne noch mal um 19:30 uhr streichkäse kaufen. und ist die welt untergegangen? nein.

jetzt schaut doch mal: wenn die (arme lohngedumpte) lidl-verkäuferin künftig bis 22 uhr schuften muß, dann hat die (plötzlich glücklichere) aldi-verkäuferin nach feierabend um 20 uhr (aldi ist ja immer ein wenig langsamer, was neuerungen angeht) immer noch die möglichkeit, bei lidl einen tiefgefrohrenen ferkelnacken zu kaufen. den kann sie dann an ihrem freien montag verzehren, nachdem sie unmenschlicherweise am sonntag arbeiten mußte. ist doch eigentlich ganz klasse.

kein mensch wird auf die idee kommen, “uschi’s fisörsalon” (sic!) in reinickendorf zu zwingen, auch um drei uhr nachts teilblondierungen zu fertigen. da sich berlin aber inzwischen trotz aller bräsigen kiezgemütlichkeit in so etwas wie eine echte großstadt verwandelt, wäre es doch eine idee, sich auch im laienpolitischen lokalkolorit langsam mal deutlicher von bielefeld abzuheben.

es kann doch jeder haben was er will: in den diversen kiezen der müslistänkerer schließen wir die läden wieder um 16 uhr (donnerstags um 18 uhr!) und innerhalb des s-bahn-rings brechen wir im gegenzug das diktat der teilverbeamteten feierabendgesellschaft und fühlen uns mal ein ganz kleines bißchen wie in einer großen stadt des abendlandes im 3. jahrtausend.

warte auf attacken, schmähungen, bezeichtigungen, beleidigung und dergleichen.

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belafinster

Bielefeld existiert nicht!
@antistroebele: Da sieht man es mal wieder, kaum ist die WM vorbei, werden die alten Parteiengräben wieder aufgemacht. Ich nehme also mal an, dass ein konservativer Geist hinter antistroebele sitzt, der eher in Zehlendorf denn in Friedrichshain zu lokalisieren ist. Es wundert mich dann ganz einfach, dass Anhänger der C-Parteien plötzlich gerne drauf verzichten können, ihre Schäfchen am Sonntag um 10 in der Kirche sehen zu wollen. Das verstehe ich einfach nicht. Und was ist mit der Familienpolitik? Wenn auch am Wochenende geschuftet wird, wann sollen denn dann noch die Kinder gezeugt werden?
Wenn jetzt Ladenöffnungszeiten als Gradmesser einer Weltstadt gelten, dann kann ich sagen, ich habe 1988 in einer Weltstadt gelebt. Die hieß Granada, liegt in Andalusien, und hat 250.000 Einwohner. Tante-Emma-Läden hatten offen, wann sie wollten. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, Granada als Weltstadt zu bezeichnen. Da gehört mehr dazu als liberale Öffnungszeiten. Zum Beispiel auch eine liberale Einstellung, die sich sicherlich nicht darin äußert, in den “kiezen der müslistänkerer” die Ladenöffnungszeiten zu beschränken. Das zeugt nicht von weltstädtischem Niveau, sondern eher von Aus- und Abgrenzung, und Strafe für nichtgenehme politische Meinungen.
Wir haben einen kleinen Edeka-Markt in der Straße, der hat bis 20 Uhr auf. Wenn er könnte, würde der Chef den Laden auch länger aufhalten. Das würde er einfach durchsetzen und seine angestellten Frauen müssten sich fügen oder gehen. Er wäre schon längst daheim bei seiner Familie. Insofern bin ich der Meinung, dass die Chefs von längeren Arbeistzeiten profitieren würden, die Angestellten nicht. Und wenn dann auch noch die Nachtzuschläge nicht nur besteuert, sondern auch ganz abgeschafft werden, dann ist alles endlich in guter neoliberaler Ordnung. Die Welt wird dadurch nicht untergehen. Das tut sie eher durch den Klimawandel, an dem ja auch niemand Schuld hat.
Das ist keine attacke, schmähung, bezeichtigung [sic], beleidigung oder dergleichen. Aber dieser Kommentar ist sicherlich zu ernst gefasst für einen Spaßbold wie antistroeble.

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antistroebele

liebes belafinster (ich muß diese anrede wählen, weil ich nicht weiß, ob sie ein männlein oder weiblein sind – vergeben sie mir dies),

zunächst muß ich mich in aller form für meinen tippfehler (bezeichtigung statt bezichtigung) entschuldigen, den sie natürlich mit bestem recht für eine kleine schabernackgetrieben pointe genutzt haben. es gab im übrigen noch einen fehler: na, können sie ihn finden?

konservativ bin ich wohl kaum, denn konservativ bedeutet: “die konservierung (des ist-zustandes) betreibend”. wer also konservativ ist, will das erhalten, was gerade ist. vermutlich meinten sie reaktionär. aber auch reaktionär bin ich nicht, denn der von mir angestrebte zustand existierte ja hier noch nie. aber später wählten sie wohl ganz automatisch (und in völliger ignoranz ihrer eigenen vorher getroffenen einordnung meiner person als konservativ) die richtige rubrik: liberal. bingo. gut erkannt.

insofern bin ich weder religions- noch familienfanatiker. im übrigen bin ich in heterosexuellem paarungsverhalten wenig bewandert, glaube doch aber, daß dafür nicht ein komplettes wochenende von nöten ist.

ladenöffnungszeiten sind sicherlich nicht der einzige gradmesser für die metropolenhaftigkeit einer siedlung. ein liberales ladenöffnungszeiten-konzept scheint mir aber trotzdem als eine conditio sine qua non.

recherchieren sie doch (falls sie schon dabei sind) in einem nachschlagewerk ihrer wahl auch mal die begriffe polemik, ironie und sarkasmus – das dürfte ihnen das verständnis meiner einlassungen vom 08. juli deutlich vereinfachen. daher werde ich mich zu den müslistänkerern auch nicht weiter äußern. das wird sich von allein erklären.

natürlich stimmen sie mir nicht zu, daß mit gesamtwirtschaftlich positiven entwicklungen zu rechnen ist, wenn arbeitgeber profitieren? würde durch deren gesteigerte liquidität nicht auch wieder der einzelhandel gestärkt, die binnenkonjunktur verbessert, mehr konsumiert, mehr investiert, mehr arbeitsplätze geschaffen? und die angestellten arbeiten länger und verdienen mehr geld. oder sie arbeiten zu anderen zeiten und verdienen genauso viel, haben aber auch genauso viel freizeit etc. – nur eben zu anderen zeitpunkten, zu denen ja die stadt ja dann auch nicht mehr in zwangsnarkose verharren würde.

hübsch auch, daß sie in diesem zusammenhang den klimawandel ansprechen. das mußte längst gesagt werden! wir lassen den klimawandel in der debatte um die ladenöffnungszeiten viel zu oft außer acht!

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karl

Ich muss, zum Teil, Herrn antiströbele zustimmen (mal ganz abseits meiner Zu- und Abneigungen zu Herrn Ströbele). Längere Ladenöffnungszeiten sind gut für den Konsumenten. Dass wir, weil wir’s jetzt auch nachts um drei tun können, mehr einkaufen wage ich mal zu bezweifeln und ja – eine Verlagerung zu großen Ketten wird spürbar werden. Aber bitte, wer kauft denn heutzutage nonspezialisierte Lebens- und Gebrauchswaren noch woanders als im Supermarkt?

Andererseits kann ich die Sorge um die EinzelhandelsfachverkäuferInnen teilen. Denen wird die Lobby untergraben, auf eine nicht sozialkonforme Weise. Das muss gestoppt werden. Wenn Lidl & Co weiterhin mit ihren Angestellten machen was sie wollen dann sehe ich es nicht ein ihnen durch liberalisierte Öffnungszeiten noch Umsatz in den Rachen zu spülen. Aber das ist ein politisches Problem, das weit komplizierter zu lösen sein wird als das mit den Ladengesetzen.

Mal ganz abseits aller Gedanken: ich würde sicher das ein oder andere mal nachts um Drei wahlweise Bier, Kopfschmerztabletten oder Kondome einkaufen. Ein gutsortierter Späti würde es zwar da auch tun, aber Supermärkte leuchten auch im Fremdkiez hell genug, damit man sie findet.

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Jan

Geht diese Diskussion nicht genau auf da falsche Thema ein, bzw. vermischt da einfach einiges? Längere Ladenöffnungszeiten auf der einen und Arbeitsbedingungen im Einzelhandel auf der anderen Seite? Auf der einen Seite kommen wir mit der Freigabe der Ladenöffnungszeiten dahin, die starre regulierung des Staates abzuwerfen, was doch eigentlich etwas ganz positives ist. Wie oft wehren wir uns dagegen, wenn etwas vom Staat (über)reguliert ist. Auf der anderen Seite muss man tatsächlich die Arbeitsbedingungen im Einzehandel überprüfen.

Es ist ja nicht nur das Gehalt und die Arbeitszeiten, die hier zu den Problemen führen, sondern vielmehr das Verweigern gegenüber Betriebsräten, nicht zulassen von zustehenden Pausen und chronische Unterbesetzung. So muss die eine Angestellte sowohl kassieren, als auch Ware einräumen und sich um alles weitere kümmern. Also müsste man ähnlich wie bei den Ärzten derzeit eben mal im Einzelhandel einführen. Keine Doppelschichten mindestbesetzung bei bestimmter Ladengröße, Betriebsräte etc.

Aber dann würden wir auf der Seite wieder regulieren. Aber dort wäre es zum Schutz der Arbeitnehemer während wir beim Ladenschlußgesetz weniger den Angestellten regulieren als den Konsumenten. Denn wenn ein angestellter eben nur einen 8 Stunden Tag hat, müsste ein zweiter eingestellt werden für die weiteren acht Stunden. Müsste. Die Arbeitszeiten und Bedingungen werden dadurch weniger angegriffen. Das sind sie doch eh schon.

Und zur Verlagerung kann ich meinem Vorrener nur zustimmen. Wer bitte schönkauft denn nicht hauptsächlich im Supermarkt seine Lebensmittel ein. Die Verlagerung auf die großen Ketten haben wir doch schon hinter uns, da kann sich garnicht mehr hin verlagern.

17

Markgrafendamm

Trackback von Markgrafendamm: Auf der Suche

Ich brauche neue Blogs. Irgendwie sinddie die ich derzeit lese alle in der Sommerpause oder schreiben aus anderen Gründen kaum etwas. So wie ich gestern auch Habe mich gestern damit begnügt beim Hauptstadtblog hier einen Kommentar zu...

18

stralau

> Wer bitte schönkauft denn nicht hauptsächlich im Supermarkt
> seine Lebensmittel ein.

Ich. In Berlin-Stralau gibt es keinen Supermarkt ;)

Davon abgesehen: der Verdängungswettkampf ist noch nicht abgeschlossen. Was ist mit Spielzeugläden (s.o.) etc.?

Ich verstehe auch nicht, was an Deregulierung per se gut sein soll. Das hängt doch ganz von den konkreten Gesetzen ab: es käme ja auch niemand auf die Idee, die StVO oder das Strafgesetzbuch zu deregulieren. Nein, da gibt es überall politischen Gestaltungsspielraum, und auch der Deregulierer will meist mehr, als nur zu deregulieren.

[Das Gerede von der Deregulierung kommt mir manchmal ähnlich unehrlich vor wie das Gerede von Reformen: Reformen an sich sind weder positiv noch negativ, man muß sie mit Inhalt füllen.]

Daß die Öffnung des Ladenschlusses einen negativen Einfluß auf die Arbeitsbedingungen hat, ist wohl unbestritten. Die Frage (und hier setzt der Gestaltungsspielraum an) ist, ob uns unsere Bequemlichkeit wichtiger als diese Arbeitsbedingungen ist. Das kann man entscheiden, sollte dann aber auch so vermittelt werden.

Davon mal abgesehen: man hätte sich natürlich auch andere Lösungen vorstellen können: in Frankreich zum Beispiel gelten die Ladenschlußzeiten nur für die großen Märkte, nicht für die kleinen Händler, die damit ganz gut in ihrer Nische existieren können.

19

Jan

Das Argument mit der Bequemlichkeit kann ich für mich bei der Diskussionhalt leider nicht nachvollziehen. Wenn man einen 12-14 Stunden Arbeitstag hat und nicht vor 21 Uhr zuhause ist, bleibt haltnur der Samstag um einkaufen zu gehen und das finde ich nicht bequem.

Auch der Einzelhandel hat hier doch einen ganz anderen Stellenwert. Wie schon erwähnt kommt wohl kaum jemand auf die Idee nachts einen Videorekorder oder meinetwegen auch Spielzeug zu kaufen. Man muss hier doch zwischen geplanten Einkäufen und “spontanen” unterscheiden. Wenn ich am Donnerstag um 22 Uhr feststelle, dass der Kühlschrank leer ist, dann habe ich ein Problem. Da bleibt dann meist nur noch die Tanke und das dann halt bis Samstag.

Ich glaube weiterhin daran, dass es bei der ganzen Diskussion weniger um die Ladenöffnungszeiten gehen sollte, als die Arbeitsbedingungen. Die Zeiten spielen dabei doch keine Rolle, ich denke es wird sich für jede Zeit jemand finden, dem diese Zeiten passen. Es kann nur eben nicht sein, dass dann der Mutter, deren Kind in einen vier Stunden Betreuung (Wer auch immer auf die Idee kam das vier Stunden ausreichen) ist, Doppelschichten mit unmöglichen Pausen machen muss.

Es ist doch schön, wenn man so viel über Arbeitsschutz im Einzelhandel diskutiert, während genügend andere Firmen ihre Mitarbeiter ausnutzen und kein Mensch sich darum kümmert. Es muss um die allgemeinen Arbeitsbedingungen gehen. Nicht um den Ladenschluss. Der ist das unwichtigste Glied in der Kette.

20

Jan

Zusatz:
Wie wäre es zum Beispiel mit einer Koppelung. Bei Läden mit mehr als 5 Mitarbeitern dürfen nur diejenigen mit Betriebsrat länger als 18 Uhr geöffnet haben.

21

antistroebele

warum 18 uhr?

im übrigen geht es in diesem blogeintrag nun mal aber um die öffnungszeiten. so sehr ich jan in vielen punkten zustimme, erinnert mich der wunsch, ein ganz anderes thema zu diskutieren ein wenig an blafinster’s versuch, auf den klimawandel umzuschwenken.

22

creezy

HInter längeren Ladenöffnungszeiten steckt doch ein ganz anderes Ansinnen (um damit dem amerikanischen Vorbild näher zu kommen): wir werden hier über kurz oder lang nicht ohne ein- bis zwei Nebenjobs neben dem Hauptjob, oder drei gleichberechtige Teilzeitjobs unseren Lebensunterhalt sichern können. D.h. wir werden zunehmend nicht die Möglichkeit haben zu den bisherigen Öffnungszeiten einkaufen gehen zu können – das wird der Handel auch irgendwann merken und von selber die Zeiten erweitern wollen.

Und je früher um so eher werden auch deutsche Arbeitnehmer so flexibel agieren können, wie’s sich so manche Unternehmensnase wünscht.

23

Markgrafendamm

Trackback von Markgrafendamm: Warum Geiz nicht geil, sondern dumm ist

No TagsGeiz ist Geil = Habgier ist geil, so drehte man bei der Sendung Horizonte den Werbeslogan einmal um. Vielleicht kommt ja der ein oder andere noch in die Verlegenheit ein Aufzeichnung der Sendung vom 15. Juli 2006zu bekommen. (War im Übrigen...

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Hennig

Ignoranz ist geil !
NICHT (nur) die Verkäuferin/Verkäufer ist betroffen.
Entlassen wurden und werden : – Hausmeister – Elektriger – Reinigung – Deko – Kraftfahrer – Lagerarbeiter – Sicherheitskräfte – Buchhaltung – Verkauf
etc. , etc. , etc.
Um die steigenden Betriebskosten ,welche die längeren Öffnungszeiten bei gleichbleibenden Umsatz beinhalten
aufzufangen, wurden massiv Arbeitsplätze in div. Branchen abgebaut.
Diese wurden dann ersetzt durch kleinere private Firmen, welche manchmal unglaubliche Arbeitsbedingungen und Löhne den Mitarbeitern zumuten.
Manch einer der sagt “was geht mich fremder Leut`s Elend an” sollte überlegen ob nicht auch seine Branchenkollegen dadurch in der Arbeitslosenstatistik auftauchen.
Und eines ist nicht zu vergessen :
Wie glauben Sie denn bitte werden die Verluste aufgefangen ?
STELLENABBAU & PREISERHÖHUNG & BILLIGKFÄFTE
Nicht nur dem Euro haben wir so manche Preiserhöhung zu verdanken , auch die Umlage der Betrtiebskosten ist auf den Preisschildern zu sehen !
Der Mittelstand wird wegbrechen, große Konzerne fangen
die Unkosten durch o.g. Einsparungen noch auf – der private Einzelhändler überlebt diese Kostenexplosion nicht lange.
Schon jetzt findet man in Einkaufsstrassen und Zentern
die ewiggleichen Ketten.
Warum hat man die Freigabe nicht an Ladengröße und / oder Beschäftigungszahlen gekoppelt ?
Nun ist die Chance verloren dem Kleinunternehmer einen Wettbewerbsvorteil zu geben.

25

Kerstin

Was ist mit den Menschen, die bereits solche Arbeitszeiten haben?
Ich arbeite in der Gastronomie, komme meist nicht vor 20.00 Uhr nach Haus, und gehe morgens gegen 09.00 Uhr ins Büro.
Wann sollen Menschen mit diesen Arbeitszeiten denn bitte einkaufen?
Ich stehe einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten offen gegenüber, wie bereits erwähnt, muss ja niemand öffnen, man kann es nur tun. Der kleine Designerladen um die Ecke wird sicherlich nicht bis spät öffnen, weil es sich nicht rentiert. Und wenn es sich für ein Unternehmen rentiert, warum nicht?
Viele Läden bei mir in der Gegend haben im Dezember probehalber länger geöffnet und genau verfolgt, wie die Kunden einkaufen gehen. Mit der Folge, dass nun manch einer erst um 11.00 öffnet, aber bis 21.00 Uhr.

Dieses Konzept war bereits Anfang der 80er Jahre in Japan gängig, daher finde ich es eher schockierend, dass es sich nicht fürher bei uns durchgesetzt hat. (Wer jetzt sagt, dass Japan ja auch eine Wirtschaftskrise hatte- ja, stimmt!)
Es ist per se nichts negatives daran, beispielsweise an einem Samstag zu arbeiten, wenn dafür ein anderer Wochentag “frei” ist. Nachdem (fast) jeder Berufstätige am Samstag morgen seine Einkäufe erledigen muss, hat man unter der Woche deutlich mehr Muße und weniger Streß.

Daher verstehe ich das Gejammer der Arbeitnehmer nicht, es gibt genug Leute, die seit Jahren unangenehme Arbeitszeiten zu einem miserablen Lohn haben – und das, damit andere Bürger ihr Feierabendbier geniessen können.

26

Stefan S.

Es lebe die Soziale Marktwirtschaft!

Kein Berufstätiger muss am Samstag morgen seine Einkäufe erledigen. Ich bin berufstätig, gehe in der Woche einkaufen und sehe dort nicht nur Rentner, Arbeitslose und ALG2 Empfänger. Aber sonst ein nettes Märchen.

27

Hennig

Kann sich noch jemand an die kleinen “ Tante Emma”-Läden erinnern ? In manchen arbeiteten zwei Generationen.
Diese kleinen Geschäfte an der Ecke ? Mmh.- sie gaben dem Wohnviertel Charme und ermöglichten nette Nachbarschaftskontakte.
Diese Inhaber hätten eine Chance verdient zu überleben.
In diesen Läden kann der Schichtdienstler , die Kellnerin oder der Busfahrer nach Feierabend einkaufen. Oder die Verkäuferin die durch ihre Arbeitszeiten bedingt selber nicht zum einkaufen kommt.
Bei mir an der Ecke ist momentan mal wieder ein kleines Privatgeschäft. Mal wieder ein neuer Besitzer,eine neue Hoffnung. Wie oft dieser Eckladen den Besitzer gewechselt hat – ich kann es nicht mehr zählen.
Doch da parallel auch Aldi und Co geöffnet haben – es geht der Kunde in die großen Ketten.
Lieber H&M – C&A Einheitsbrei ?!
Doch wenn die Öffnung an Ladengröße oder Geschäftsmodell gebunden währe, dann hätten viele Menschen eine reale Chance sich selbstständig zu machen.
Niemand sagt das die Kellnerin nicht zum einkaufen kommen sollte. Niemand jammert. Es ist eine ganz rationale und betriebswirtschaftliche Meinung.
Es geht darum den Mittelstand wieder zu beleben.Ich habe damals oft 50 Stunden und mehr gearbeitet. Es war ein Teil meines Lebens , ich habe es gern getan. Bis die Kunden ausgeblieben sind. In den Räumen ist heute eine …..filiale – eine große Kette – was sonst ?

28

Stefan

@Hennig
Sozialromantik. Jeder bedauert das Sterben der kleinen Läden, aber jedem sind sie zu teuer für den wöchentlichen Großeinkauf.

Ich find’s auch Scheisse, aber ich trug auch meinen Teil dazu immer mal wieder bei. Von Plus über IKEA bis hin zu Thalia. Also was soll ich mich gross beschweren, wäre wohl geheuchelt.

29

Harald Lezius

Eine längere Ladenöffnungszeit bringt sicher keine zusätzlichen Umsätze, das ist der negative Teil. Aber die Lebensqualität der Kunden steigert sich, da er nicht abgehetzt z.B. nach der Arbeit noch schnell einkaufen muss, das ist der positive Aspekt. Eine längere Öffnungszeit schafft zusätzliche Arbeitsplätze! Bei z.B. der öffnung bis 20:00 Uhr muss jeder Arbeitsplatz bis 2,5x besetzt sein, vormitags ist das Stammpersonal zum bestücken da, in den Nachmittags und Abendstunden können das angelernte “Hausfrauen” an 2-3 Tagen in der Woche abwechselnd machen, die sich gerne was verdienen wollen. Das hebt auch das Familienglück. Alles nur eine Sache der Einteilung und Organisation.

Gruß Harald

30

Stefan

...schön, dass die Diskussion nach den ersten Wochen und ersten Erfahrungen mit den neuen Öffnungszeiten nochmal auflebt.

Ich persönlich bin großer Freund einer liberalen Öffnungszeiten-Regelung – was die Läden daraus machen, ist ihre Sache. Ich finde es schade, dass in Deutschland das RECHT auf lange Ladenöffnung immer noch als PFLICHT missverstanden wird. Klar haben die kleinen Läden gegen die “Großen” da v.a. im Bereich Personal(kosten) das Nachsehen. Aber ist die Freigabe nicht auch die Chance, sich eine Nische zu suchen? Warum haben denn in den USA, in Russland(!), ... die kleinen Läden an der Ecke rund um die Uhr offen? Genau: weil man nachts um 3 nicht extra mit dem Auto sonstwohin fährt, um zwei Flaschen Wasser zu holen. Dort (=Russland) machen die Supermärkte 23.00 Uhr zu, weil sich’s nicht lohnt…

Und weil wir gerade beim Thema sind (etwas Werbung in eigener Sache sei mir verziehen?!): mit der Seite www.shopping-hauptstadt.de versuche ich mit einem Öffnungszeiten-Finder für Berlin gerade etwas Durchblick in der Dschungel zu bringen – und freue mich über interessierte Mitstreiter!

Viele Grüße,

Stefan

31

Andy

hiermit gemeldet :-) auf www.oeffnungszeitenbuch.de kann man seit dieser Woche über 32.000 öffnungszeiten für Deutschland finden.

32

Andre

Ja toll in den großen Städten mag das ja sein das einige Geschäfte länger geöffnet haben. Dann geht ja nicht in die Provinz. Da seit Ihr nach 18.00 total aufgeschmissen und es bleibt wirklich nur die Tankstelle.

33

1704

und wieder wurde ein fossil für werbezwecke gefunden…

34

Susanne HSB

Gone!

35

Amely

Ich bin kein Shoppingfan und brauche keine 24h-Läden.
Bei der ganzen Diskussion um Ladenöffnungszeiten möchte ich mich jedoch nicht auf die komplette Neinseite stellen.
In einer Großstadt wie Berlin sollte es zumindest an zentralen Punkten wie Großbahnhöfen möglich sein, auch abends und am Wochenende Einkaufen zu können.
Das ist nicht nur Kunden- und Besucherfreundlich sondern schafft auch Arbeitsplätze (hab meinerseits auch Wochenendarbeit gemacht und fand das nicht störend).
Ostbahnhof zeigt mir immer wieder, dass sonntags der Bär los ist.
Warum am Hauptbahnhof hingegen nun Dicht gemacht wird ist mir nicht ganz verständlich.
Beispiel Rossmann: Am Ostbf ist der komplette Laden zugänglich, am HBF sind viele Areale abgesperrt.
Na, entweder Alle oder gar nix …

36

MK

Ich wundere mich, dass so viele Leute sich immer negativ über verlängerte Ladenöffnungszeiten äußern, von wegen “die armen Mitarbeiter”. Als ob die dann plötzlich gezwungen wären, 7 Tage die Woche rund um die Uhr zu arbeiten. Das ist doch Quatsch, und manche freuen sich sogar über Nacht- und Wochenendzuschläge. Auch Studenten werden sicher eher spätabends oder sonntags Zeit für einen Nebenjob haben als von 9-18 Uhr, wenn sie ihre Kurse besuchen müssen. Das Argument “die armen Mitarbeiter” kann ich also schon mal gar nicht verstehen.
Und dann das Argument “ich würde NIE nach 20 Uhr einkaufen gehen” – da fragt man sich doch, was diese Leute im normalen Leben machen – Hausfrau? HartzIV-Empfänger? Beamter? Fakt ist, dass viele Leute nun mal einen stressigen Job haben und lieber entspannt um kurz nach 9 in den Supermarkt gehen als sich kurz nach Feierabend bzw. kurz vor Ladenschluss mit 100 anderen an der Kasse zu drängeln. Ich war längere Zeit in einem Land, in dem der Ladenschluss etwas liberaler ist – und wenn man einmal den Unterschied zwischen “einkaufen um 7 Uhr abends (stressig)” und “entspannt einkaufen um 22 Uhr abends” kennengelernt hat, wird man sich schnell umstellen.
Ich vermisse das auch sehr, besonders die Sonntagsöffnung. Z.B. bin ich gerade umgezogen und brauche ständig noch irgendwelche Sachen für die neue Wohnung. Unter der Woche komme ich selten dazu, da ich entweder in den “normalen” Supermarkt muss oder einfach zu fertig bin, um in einer Stunde mitten durch den Feierabendverkehr noch zum Baumarkt zu düsen. Der Samstag artet dann oft in Stress aus, da sich über die Woche nicht nur jede Menge unerledigte Hausarbeit gesammelt hat, sondern auch verschiedenste Dinge in und aus ganz unterschiedlichen Ecken der Stadt besorgt werden müssen – und vielleicht will man als Fau ja auch mal gepflegt shoppen gehen. Sonntags dagegen, wenn man mal Zeit hätte, ist dann alles zu, man langweilt sich schon fast, und nicht umsonst versuche ich nötige Wochenendarbeit lieber auf den Sonntag als auf den Samstag zu verschieben. Wenn man mich fragen würde – was ist der beste Tag der Woche – klar: Samstag! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige bin, die so denkt.

37

Andreas Behrens

Von 1995 bis 2009 habe ich in Berlin als Angestellter bei einer Firma gearbeitet, die sich herzlich wenig an Arbeitszeitgesetze gehalten hat. 13 und mehr Arbeitsstunden waren für das Personal keine Seltenheit. Und Niemanden hats interessiert, weder Finanzamt, noch sämtliche Sozialversicherungsträger. Alle haben gut dabei kassiert.

Krank geworden von dieser Arbeit, habe ich meinen alten Job an den Nagel gehängt und mich selbständig gemacht.

Und wieder bekomme ich vorgeschrieben, wann ich zu arbeiten, bzw. meinen Laden zu schliessen habe.

Ich bin Einzelunternehmer und arbeite ohne Personal im Laden. Die Supermärkte um die Ecke haben mittlerweile von Montag bis Samstag 7 bis 24 Uhr geöffnet, also 107 Stunden!!!
Das sind Zeiten, die ich als “Einzelkämpfer” nicht bedienen kann.

Für mich wäre nur der Sonntag eine Gelegenheit, wenigsten noch ein paar zusätzliche Stunden geöffnet zu haben.

Das stinkt verdammt nach gut funktionierender Lobby-Arbeit:

Das Ladenschlussgesetz ist soweit liberalisiert worden, dass nur noch die grossen Haie davon profitieren.

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