Kunst ohne Grenzen
Timo in Stadtnotizen am 4. August 2006, 12:54 4 Kommentare »
Eine neue Art der Straßenkunst erreicht nun auch die deutsche Hauptstadt. “Visual kidnapping” heißt die Verfeinerung der Konsumvorschläge, die das Bild der Baustellenstadt schon lange prägen.
Und schon sind die Diskussionen am laufen. Vermutungen werden geäußert, Theorien aufgestellt. Ist es Vandalismus? Eine Werbeidee? Protest gegen die Hersteller? Oder eventuell doch einfach nur Kunst? Letzteres scheint wahrscheinlich. Es erwischt alle Marken, alle großen Leinwände. Nachts, heimlich, im Schutze der Dunkelheit ziehen die Entführer los und entreißen die Protagonisten der Global Player ihrer beschützenden Umgebung und fordern hinterher ein Lösegeld. Dies scheint zumindest der Ursprung dieser Art von „Art of the Streets“ zu sein.
Im Prinzip eine lobenswerte Aktion. Egal wann, wo oder wie, man wird tagtäglich von den grinsenden Gesichtern überflutet. Alles blinkt und strahlt, brennt sich in die Netzhaut der Betrachter. Ob im Kino, auf der Straße oder in den Printmedien, fehlt nur noch die bedruckte Rolle Klopapier. Keine Halbe Stunde Fernsehen mehr ohne mindestens 50% Werbeanteil. Werbe-Sms vom Mobiltelekommunikationsanbieter, von den Spammails will ich gar nicht erst reden – Werbung ohne Grenzen.
Da ist es doch schon beinahe wünschenswert, dass die Gruppe der geschundenen Konsumenten nun endlich ihre Soldaten rekrutiert hat, die zumindest in Teilen gegen die visuelle Reizüberflutung vorzugehen im Stande sind.
Via Metroblog
4 Kommentare
am 5. August 2006, 19:26 #
Trackback von Der Blogbote: Schöne Aktionen
… von solchen berichten gleich zwei Blogs. Der Popkulturjunkie hat sich eine neue TV-Sendung im Südwest Fernsehen angeschaut “Guildo und seine Gäste”. Der singende Diplom-Pädagoge unterhält sich in seiner Show mit Behinderten übe...
am 11. August 2006, 07:50 #
Jetzt berichtet sogar der Spiegel über die ausgeschnittenen Werbemotive.
Mehr als Spekulationen können sie auch nicht liefern.
Mario
am 11. August 2006, 09:49 #
Mensch, Herr Schlecker, jetzt sind Sie mir mit diesem Hinweis direkt zuvorgekommen. ;-)
am 12. August 2006, 11:01 #
Aber heute bin ich schneller: Die Morgenpost hat das Thema mitbekommen und bezieht sich auf den Werbeblogger