Nun also doch: die Rudi-Dutschke-Straße

Malte in am 30. August 2005, 10:39   4 Kommentare »

Acht Monate dauerte der überraschend kurze Marsch durch die Institutionen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Nach Vorschlägen der taz wird nun ein Teil der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt und die Redaktion der Idee stiftenden Zeitung bekommt eine geschichtsträchtige Adresse.

Gab es in den letzten Tagen meist nur Widersprüchliches vom Hickhack um die Umbenennung zu Ehren des (an den Spätfolgen des Attentates) 1979 verstorbenen Studentenführers zu lesen, so ist es seit gestern abend amtlich: Mit der Mehrheit von Linkspartei.PDS und den Grünen sowie 26 zu 21 Stimmen wurde nun das Bezirksamt aufgefordert, den Namenswechsel zu betreiben.

Zuvor gab es, neben dem üblichen Parteigerangel (die CDU lehnte den Vorschlag strikt ab, auch die SPD war nicht unbedingt dafür) vor allem Diskussionen über die Notwendigkeit und die wirtschaftlichen Risiken einer Umbenennung.

Pikantes Detail der Angelegenheit: Prominentester Anlieger der neuen Rudi-Dutschke-Straße ist der Axel Springer Verlag. Dessen Zeitung BILD wurde vorgeworfen, im Blatt eine Hetzjagd auf Dutschke veranstaltet zu haben, die am 11. April 1968 im Attentat auf den Studentenführer gipfelte.

4 Kommentare

1

Genosse Tabu

Gegönnt hätte ich es Springer ja. Aber der Verlag hat die Adresse “Axel-Springer-Straße 65”, entkommt also der Umbenennung. Schade.
2

[HSB] Malte

Nicht ganz – der Eingang zum Neubau sowie die BILD-Redaktion befinden sich in der Kochstraße 50.

Noch.
3

Genosse Tabu

Hehe, na dann! :-)
4

Solange

Sieg fuer Rudi!
Ich bin eine Studentin an der Uni Pisa und habe in meinem Dissertation ueber die Kochstrasse Umbenennung berichtet!

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