Berlin am Dienstag, den 30. Januar 2007

Helene in am 30. Januar 2007, 10:08   3 Leserbriefe »

“Fördern und Fordern” hieß es im Programm zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. Wie gefordert wird, stand schon öfter in der Zeitung, dass in Berlin aber mit 96 Mio. ein Riesenbatzen Fördergelder unabgerufen blieb, ist neu. Die Berliner Agentur für Arbeit habe damit bundesweit die “zweitschlechteste Förderbilanz”.

“Der Doktor und das liebe Vieh” , titel der Tagesspiegel. In diesem Fall heißt der Doktor Bernhard Blaszkiewitz und ist seit Neuestem Direktor beider Berliner Zoos. Sein Motto so schlicht wie bodenständig: “Jeden Tag mindestens ein Tier anfassen”. Einen reinen Spaßpark aber will er nicht. Noch eine tierische Meldung: Der Katzenklau boomt. Vielleicht sollte man bei Miezi doch in einen Peilsender investieren?
Besser aufzuspüren als ihre Haustiere, sind die persönlichen Daten der Berliner Verbraucher. “Datenschutzbeauftragter Alexander Dix warnt vor einer unzumutbaren Belästigung der Bürger” mit Werbung und verbotener Informationswiederbeschaffung, z.B. über sexuelle oder religiöse Vorlieben und Gewerkschaftsmitgliedschaften. Kundenkarten scheinen inzwischen sehr vielseitig zu sein.

Heitere Meldung: “Cannabis ist nach wie vor verboten. Und deshalb schickt die Polizei nun vermehrt ihre Erntehelfer aus – auch wenn das den Kleinbauern überhaupt nicht passt.” – so kommentiert die taz eine hohe Anzahl Razzien.

Traurige Meldungen: in Drewen bei Kyritz wurde schon wieder ein totes Baby gefunden, dieses Mal in einem Schrank versteckt.

Termine: Gleichzeitig mit dem Finale des Sechstagerennens eröffnet heute abend die Transmediale. Außerdem steht die große Kreuzberger Moschee kurz vor ihrer Fertigstellung. Aber da dürfte es wohl wenig inhaltliche Überschneidungen geben.

Unangenehm: Das Robert-Koch-Institut befürchtet für die nächsten Wochen eine echte Magen-Darm-Epidemie. Also bitte, Händewaschen nicht vergessen.

3 Kommentare

1

claudia

Schön, den „Fördergelder nicht abgerufen” Artikel, den nehme ich gleich mal mit zu meinem nächsten Termin beim Fallmanager. Dem sagte ich neulich ganz deutlich, wo ich persönlich noch Unterstützung brauchen kann, was er mit einem lapidaren: „Das können Sie doch auch beim Training on the job machen, ich genehmige Ihnen gerne eine Trainingsmaßnahme bei Ihrem Arbeitgeber.“ abschmetterte.

Auf meine Frage, wie ich das eigentlich im Vorstellungsgespräch verkaufen soll, wo ich mich als natürlich kompetente in allen Bereichen sehr fitte Arbeitskraft anbieten muß (sonst wird man ja nicht zum Gespräch geladen), konnte er mir nicht erklären.

Das macht alles viel Freude!

2

Irene

http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1074.htm. Also – selbst wenn man’s kriegt, ist’s bald vorbei – allerdings kommt einem die Zeit sehr lang vor. Packt schon mal vorsorglich reichlich leichte Lektüre neben das Klo.

3

Stefan S.

Warum? Warum werden nicht alle Fördergelder abgerufen? Darüber liest man mal wieder nichts. Die Zahlen alleine sagen überhaupt nichts aus. Gibt es in Berlin vielleicht zu wenig förderungswürdige Arbeitssuchende oder haben alle die gleiche Erfahrung wie Claudia gemacht? Man muss ja das Geld nicht zum Fenster rausschmeißen. Ich für meinen Teil freue mich über sinkende Sozialabgaben zum Jahresanfang.

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