Mit Don Alphonso und Clueso bei Fritz im Postbahnhof Berlin

Karl-Heinz in am 4. Februar 2007, 21:42   5 Kommentare »

Radio machen ist schon ein komischer Job. Irgendwie musst du deine Hörer bei der Stange halten, auch und gerade als Jugendsender. Und du musst irgendwie immer wieder auch Themen bringen, die die GEZ-Gebührenverteiler in den Rundfunkräten bei Laune halten.

Fritz - und man hört nix

Radio Fritz glaubt, das Bloggen als Thema entdeckt zu haben, und versteht garnichts nicht viel davon. Da wird mal schnell ein Kulturblog aufgesetzt und die junge Hörerschaft animiert, die Frage „Was bedeutet für dich Kultur?“ zu bloggen. Was man da so liest, lässt dann doch das geflügelte Wort von den Klowänden des Internets fröhliche Urständ feiern.

Den Abschluss des Projektes K 07 („Kultur 2007“) bildete gestern eine Podiumsdiskussion im Fritz-Klub, die dann leider zu einem Pausenfüller vor einem (großartigen) Konzert von Clueso verkam.

Ich war auf die Podiumsdiskussion gespannt. Wir waren von Don Alphonso als Don Alfredo und Don Carlos in den Saal mitgenommen worden. Danke nochmal, zweimal 17 Euro gespart. Von der Diskussion habe ich leider nix, aber auch absolut garnix, mitbekommen, da die Fritz-Leute sich offenbar keinen Tontechniker mehr leisten können. Auch die Diskutierenden konnten sich untereinander nicht hören. Kopfschütteln auf allen Seiten. Zitty-Chefin Mercedes Bunz sagte beispielsweise : „.ch b.n j. ..ch in ..opiusstadt. ..fg.wachsen“ und grinste dabei ins Mikrofon. Don Alphonso wurde gefragt: „K.nn.. S.. ..gentlich a..h ein ..nig …linern?“. Man stelle sich vor: Wegen dieser einen Frage war er extra aus München angereist. Die Antwort hörten wir dank Fritz leider nicht.

Nun noch zum Clueso-Konzert. Der Rapper und Singer-Songwriter aus Erfurt war mit 60-köpfigem Sinfonieorchester gekommen. Die jungen Leute aus Thüringen hatten einen ganz großen Auftritt und die Stimmung ähnelte manchmal der „Last Night of the Proms“. Mehrmals wurde betont, dass sie sogar ihre Anreise selbst bezahlt haben – was machen die eigentlich bei Fritz mit den GEZ-Gebühren? Clueso hatte noch einen weiteren speziellen Gast dabei, Max Herre, mit dem er leider nur ein kurzes Duett sang.

Mehr Fotos beim Rüdnitzer

5 Kommentare

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Daniel B.

ich war einer von denen ders im radio gehört hat und da konnte man die unterhaltung von k 07 mit verfolgen… der fritzmoderator ken jebson hat eine ganz anständige rede über die verwahrlosung der derzeitige kultur gehalten,die ich teileweise ganz gut fand aber von den wartenden clueso-fans mehr oder weniger keinen wirklich interressiert hat… konzert von clueso fand ich persönlich ganz gut muss aber auch sagen das ich das “last night of the proms” nicht kenne…

2

claudia

Tsja in Zeiten von Multimedia und Web 2.0 scheint man immer weniger Talent für die realen Besucher in Echtzeit zu haben ;-)

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Lotte

Die Platzierung der Diskussionsrunde genau am anderen Ende des Saals war auch sehr unklug. Alle, die nachher bei Ken Jebsens Rede buhten, verteidigten wohl schon Stunden vorher ihren Platz vor der Bühne und bekamen von der (fehlenden) Diskussion eh nichts mit. Schade!

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aufmerksamer fritzhörer

aber die rede von ken jebsen vor dem clueso konzert war doch verständlich. und hatte auch noch subtanz!

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Rüdnitzer

Die Jebsen-Rede war zu hören. Über die Substanz kann man streiten. Für mich klang es mehr wie ein Ablesen von Forumseinträgen. Schlimmer als Bloglesungen, die oft auch ihre Tücken haben.

Der Unterschied zur Podiumsdiskussion war aber, dass Herr Jebsen auf der großen Bühne stand und dazu noch Gefahr lief, von den wartenden Clueso-Fans ausgepfiffen zu werden. In der selben Lage war Clueso selbst (er wird sich erinnern), als er einst im alten Fritz-Klub als Vorgruppe zu den Beatsticks auftrat. Da hat er einem auch so Leid getan wegen der ungerechten Pfiffe.

Herr Jebsen hat aber laut und standfest deklamiert, war für seine Verhältnisse schon in Ordnung. Ich hätte nur den Teilnehmern der Podiumsdiskussion ebenfalls eine Mikro gewünscht. Die hatten, so glaube ich, wirklich Wichtiges zu sagen.

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