Berlin, den 18. März 1848

Linda in am 18. März 2007, 14:22   3 Kommentare »

18. März 1848, Abb.: wikimedia

Re-enactment: Vor 159 Jahren versammelten sich in der Breiten Straße in Berlin einige Tausend Bürger, um sich ein “Patent” anzuhören, das war eine Mitteilung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV, zum Thema “Reformen”. Vorausgegangen waren wochenlange politische Auseindersetzungen. Das preußische Königshaus war aufgefordert, ein Parlament einzurichten, geschäftsschädigende Zollschranken abzuschaffen und vor allem: Pressefreiheit zu gewähren. In diesem “Patent” nun machte der König Zugeständnisse, die Ansprache wurde auch überwiegend mit Wohlwollen aufgenommen. Doch plötzlich fielen zwei Schüsse aus einem Militärgewehr.
Das Ergebnis war ein 2-tägiger Aufstand mit brennenden Barrikaden, auf beiden Seiten gab es mehrere hundert Tote. Die “Märzrevolutionäre” konnten sich in diesem Fall zuerst durchsetzen: das preußische Militär musste sich am 19. März zurückziehen. Ein paar Tage später musste der König mit einer schwarz-rot-goldenen Binde am Arm an einer Trauerfeier auf dem Friedhof der Märzgefallenen teilnehmen.
Doch der Einfluss von Adel und Miltär war stärker. Das neuerkämpfte “Märzministerium” wurde im Juni 1848 wieder aufgelöst. Der konservative Abgeordnete Otto von Bismarck positionierte sich hier erstmals als Liberalenkritiker.

3 Kommentare

1

claudia

Oha, danke. Interessante Erinnerung.

2

Demoiselle

Das ganze Project bietet der Bevölkerung zu wenig Möglichkeiten sich zu beteiligen. Ich habe letzten Sommer eine “Discussion” miterleben müssen, wo ein Historiker eine völlig falsche Behauptung aufstellte.

Was wir brauchen, ist ein ‘culturelles 1848’, nämlich daß sich das bislang passive Volk von den sogenannten ‘Professionellen’ befreit. Es ist einfach nicht richtig, wenn Culturveranstaltungen darin bestehen, daß sich bezahlte Kräfte verwirklichen, während das Volk still zuschaut.

3

Demoiselle

Ich wollte das Project auf keinen Fall caputreden!

Wenn man aber die Leute für Geschichte begeistern will, sollte man offener auftreten und die Menschen zum mitagieren animieren.

Ich persönlich bin letzten Sommer auf eine recht kühle Reserviertheit gestoßen, die reichlich überheblich ankam.

Unser Kreis ist einer von Currentschreibern, denen ‘Sütterlin’ zu wenig und zu nichtssagend ist. Wir beschäftigen uns vor allem mit frühneuzeitlicher Hand- und Druckschrift – vor allem auf dem Wege der Brieffreundschaft und teils (je nach Vermögen) in Originalsprache. – Oben habe ich das entsprechende Forum angegeben, das nicht meine eigene Adresse ist.

Wir möchten gern Leute zum Mittun ermuntern – vor allem in Berlin. Wir leben schließlich vom Miteinander, ohne das Conversation ja nicht möglich ist. Wenn hier aber kein Miteinander herrscht, ist das ganz schön schwer.

Vor allem wenn es ins Elitäre abdriftet. – Das bitte ich mal zu bedenken …

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