Berlin am Montag, 19. März 2007
Dani in Schlagzeilen am 19. März 2007, 10:30 10 Leserbriefe »
Herr Wowereit ist wieder daheim. Seine knapp einwöchige Reise wertet er als Erfolg. Berlin wurde also gelobt und die Partnerschaft gepflegt. Das zumindest erzählt Klaus Wowereit auf dem Rückflug dem Morgenpost-Redakteur Karsten Hintzmann.
Die reißerische Überschrift im Tagesspiegel lockt sicher viele Leser an. Tierschützer fordern Tötung von Knuddel-Knut heißt sie, auch wenn im Text dann was ganz anderes steht. Denn da steht nur noch, man hätte ihn viel früher sterben lassen sollen, nun sei es zu spät ihn einzuschläfern und jetzt, jetzt würde Knut wohl ein verhaltensgestörter Eisbär, der auf seinen Pfleger fixiert sei.
SPD-Chef Michael Müller glaubt, Verhaltensänderung von Kindern funktioniert am besten über den Geldbeutel der betroffenen Eltern. Als ob man jegliches Fehlverhalten von Kindern über die Eltern abstellen könnte.
Und sonst? Kommenden Sonnabend beginnt die Brunnensaison. Gestartet wird in Schöneberg am Viktoria-Luise-Platz. Traditionelles Brunnenfest und los sprudelt es.
Berliner Bäume werden alt und deswegen gefällt. Weil der Stadt Geld fehlt, werden jährlich mehr gefällt als gepflanzt. Seit 2003 nimmt der Bestand um etwa 1500 Bäume ab, 2006 waren es 1414.
Die kostenlose Biotonne lehnt die Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinungsbetriebe ab, da sie die Restmülltonne um etwa 10% teurer machen würde und Frau Vera Gäde-Butzlaff kompostierende Berliner nicht bestrafen möchte.
Und das Wetter?
Kalt und bewölkt. Na, hoffentlich kommt bei der Veranstaltungslage am Wochenende der Frühling bis dahin vorbei. Nicht das Berlin einen schlechten Eindruck macht.
In diesem Sinne, eine schöne Woche.
10 Kommentare
am 19. März 2007, 11:33 #
Ich finde den Vorschlag von Michael Müller gar nicht so schlecht. Nur hätte ich ihn eher von der FDP erwartet.
am 19. März 2007, 15:39 #
@massenpublikum
Echt? Ich finde einen Vorschlag ziemlich banane gerade den Eltern, die finanziell eh schon kaum noch über die Runden kommen, obwohl sie drei Jobs am Tag haben und deswegen notgedrungen ihre Kinder viel mehr sich selbst überlassen müssen, als sie es selber vielleicht möchten, dann noch extra einen finanziell überzubraten, wenn die Kids dann sich selbst überlassen Blödsinn fabrizieren. Wenn ein Kind das tut, weil‘s sich zu sehr sich selbst überlassen ist, weil Papi lieber auf dem Golfplatz, Mama ihre Zeit lieber bei der Kosmetikerin verbringen, dann gerne: ran an deren Geld. Aber insofern konnte der Vorschlag gar nicht von der FDP kommen. ;-)
Ich stelle mir das aber in der Hauptsache so vor: die alleinerziehende Mutter mit, sagen wir mal, zwei Kindern und mit einem nur unregelmäßigen Unterhalt zahlenden Ex-Ehemann (das Modell darf gerne geschlechtlich geändert werden), kann dann in ihrer Verzweiflung über solche „Bußgelder“ überlegen, ob sie den/die querschießenden pubertierenden Sohn/Tochter gleich im Ansatz um die Ecke bringt, um die steigenden Kosten von Amts wegen einzudämmen. Denn beide Kinder wird sie dann nicht mehr durchbringen können.
Yo, iss’n super Vorschlag. Bleibe ich bei!
am 19. März 2007, 15:49 #
Natürlich gibt es solche, die alles tun, um ihern Kindern so gute Möglichkeiten, wie es nur irgendwie geht, zu bieten. Und deswegen selten daheim sind, weil sie diverse Jobs haben.
Aber es gibt da auch noch welche, die einfach sich nicht um ihre Kinder kümmern und meinen, dass sie es schon irgendwie hinbekommen. Ich denke, Müller zielt auf diese Eltern. Die ihre Kinder vernachlässigen, weil sie einfach in ein Loch gefallen sind und RTL nachmittags die Quote retten.
am 19. März 2007, 16:55 #
hm, aber da wären wir dann wieder bei dem problem, wo zieht man die grenze. wie unterscheidet man die eltern, die alles tun und die, die nichts tun voneinander? befragt man die kinder? oder die eltern? oder gibts dann den elterntest und eine “jury” entscheidet dann in welche gruppe die eltern fallen?
ich halte den vorschlag auch nicht wirklich für gelungen. alles, was irgendwie nicht hinhaut, wird am liebsten mit strafen oder verboten geregelt. und wie sollen manche eltern ihren kindern herr werden? hausarrest und fernsehverbot? drohen? verprügeln? und ja, man sollte vorher drüber nachdenken, ob man ein kind in die welt setzt, aber das ist dann wieder ein anderes thema…
Stefan S.
am 19. März 2007, 17:35 #
Hat jemand von euch den Vorschlag schon mal gelesen? Oder redet ihr hier nur über die Überschriften komplizierter Texte in den Zeitungen? Mir ist so, als ob Müller die Eltern mit Bußgeld “bestrafen” will, die nicht mit den Behörden oder der Schule zusammenarbeiten. Es gibt viele engagierte Lehrer und Beamte, die bei immer mehr Eltern gegen eine Wand laufen. Genau hier kann und will man die willigen und die unwilligen Eltern erkennen und bestrafen.
Ohne Strafen und Verbote funktioniert unsere Gesellschaft nicht, die Frage ist nur, wie viel wird geregelt. Verbote generell abzulehnen führt uns direkt in die Anarchie.
Jochen
am 19. März 2007, 23:20 #
Hallo, mein Kommentar hat zwar nichts mit den “Tagesthemen” des Hauptstadtblog-Beitrags zu tun, aber ich klinke mich hier einfach mal ein: Der heute erschienene SPIEGEL 12/2007 hat das Titelthema “Berlin – Comeback einer Weltstadt”. Das Beste an der Ausgabe ist für mich die kostenlos beiliegende DVD mit einer Dokumentation über die letzten 100 Jahre Berliner Geschichte. Für mich als zugewanderten Berlin-Fan ein Muß.
am 20. März 2007, 06:15 #
“SPD-Chef Michael Müller glaubt, Verhaltensänderung von Kindern funktioniert am besten über den Geldbeutel der betroffenen Eltern. Als ob man jegliches Fehlverhalten von Kindern über die Eltern abstellen könnte.”
1. Dann müßten die Eltern wissen, was sie ändern sollten; gibt es irgendwo einen “Normenkatalog”, der garantiert, dass nach dem Erziehungsprozeß normierte Einheiten herauskommen? Wer, Herr Müller, definiert “Fehlverhalten”?
2. Wer im Berliner Tagesspiegel die Schilderungen verfolgt, der weiß, ja, das ist auch Berlin, der soziale Brennpunkt, weil Jahrzehnte lang das Thema Ausländer nur mit verklärten Augen gesehen wurde. Es besteht nicht nur die positive Seite, dass die deutsche Kultur etwas mehr Farbe bekommt. Bitte auch nachlesen hier: http://www.deutschland-debatte.de/?p=198
3. Freiheit endet da, wo Unfreiheit beginnt. DD kümmert sich genau um diesen Punkt: die vertrackte derzeitige überaus fragile Lage in Deutschland mit den hauptsächlich wirtschaftlichen, sozialen, grundsatzpolitischen Spannungen. Wir laden Euch ein.
am 20. März 2007, 10:58 #
Bernd, kleiner Tipp von einem misstrauischen User: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Impressum funktioniert. So beteilige ich mich an gar nichts. Weiß ich, wer hinter der Seite steckt?