Von der Kunst ein 50 Cent Stück zu schlucken …

Claudia in am 13. April 2007, 22:10   15 Kommentare »

Man nehme: einen Wunsch nach Hause fahren zu wollen, ein „ja“ zum S-Bahn-Ride, € 2,10 in Kleingeld darunter 3 × 50 Centstücke, einen Bahnhof, ein, zwei oder drei Ticketautomaten der BVG.

Man füttere Automat eins mit dem Geld. Wunschzug fährt ein. Zwei der 50 Cent Stücke fallen immer wieder durch. Nach der Anhauchnummer fällt nur noch eines der 50 Cent Stücke durch. Zug fährt ab. Begeistert schreitet man zum auf der anderen Seite liegenden Automaten und steckt das verschmähte 50 Cent Stück als erstes ein. Automat schluckt es. Restliches Geld folgt. Automat verschmäht anderes 50 Cent Stück. Mehrmals. Neuer Zug fährt ein.

Weg führt an das andere Ende des Bahnhofes zum dritten Automaten. Neuer Zug fährt ab. 50 Cent Stück eingeworfen. Automat schluckt. Zweites 50 Cent Stück eingeworfen. Automat schluckt. Drittes 50 Cent Stück eingeworfen. Automat schluckt. Erstes 20 Cent Stück eingeworfen. Automat schluckt. Zweites 20 Cent Stück eingeworfen. Automat schluckt nicht. Anhauchnummer. Reibenummer. Zug fährt ein. Stimmung ist super.

Ist das die neue Nummer der BVG? Solange die Kunden zur Verzweiflung bringen, bis sie dann entnervt schwarz fahren, um dann möglicherweise den zwanzigfachen Preis vom Kunden kassieren zu können?

Ab morgen wieder Fahrrad-Content.

15 Kommentare

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King Fisher

Genau das passiert mir immer mit den 10 Cent Stücken.

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SteffenBerlin

,,, ist Dir aufgefallen, wie oft ein Zug fährt?

S-Bahn und BVG-Automat? Mhm. Da warst Du wohl in einem großen Bahnhof, wo oben die S-Bahn, die gehört der Bahn, und unten die U-Bahn, die gehört der BVG, fährt. Ich bewundere deine sportliche Leistung, jedesmal die vielen Treppen von der S-Bahn zum BVG-Automat hoch und hinunter zu steigen. Waren die Fahrkartenautomaten der Bahn auch defekt?

Sieh es einfach positiv. Die Ablehnung des Kleingeldes ist der sanfte Hinweis, sich gleich für viel Geld eine Monatskarte zu kaufen. Hat man die, braucht man nie wieder Kleingeld zum ÖPNV-Fahren.

Was war gleich noch einmal Content? Ich kenne nur Kondens (-milch). Und müsste es nicht Bike-Content heißen?

:-)

MfG Steffen

3

Henrik

Hmmm…. wenn ich mal am BVG-Automaten steh’, dann entweder weil ich zu dusselig war mein Hochschulticket einzustecken und zu spät dran bin um noch zurück in die Wohnung zu eilen oder wiel ich ein Anschlussticket für den Tarifbereich C brauche. Aber das mit dem Kleingelt habe ich bereits aufgegeben. Entweder kommt ein 5 Euro Schein in den Automaten oder eben die Geldkarte, die ja nicht nur zum Kippen holen oder an Parkautomaten nützlich ist. So spart man sich so manchen Stress ;)

4

Percy

In Deutschland wird halt immer noch viel zu wenig bargeldlos bezahlt.

5

Oliver Weyhmüller

Bei der Geschwindigkeit, die die Ticketautomaten der BVG bei ec-Zahlung an den Tag legen, warst du vermutlich immer noch schneller ;-)

Ich muss bei meinem nächsten Besuch in Berlin mal schauen, ob das mit aufgeladener Geldkarte merklich schneller geht.

6

Max

In vielen anderen Städten kann man sehr schnell mit der oft verschmähten Geldkarte bezahlen. In Berlin geht das auch, dauert aus unerfindlichen Gründen aber ewig.

7

claudia

@Percy
Das liegt daran, dass man in Deutschland schon keine Kreditkarte mehr bekommt, weil das Scoring schon dann schlecht ist, wenn man in der falschen Straße wohnt …

Ich finde ja diese Ticketautomaten generell extrem langsam. Meinem Gefühl nach sind die seit Euro-Umstellung (Neuinstallation) ja drei Mal langsamer als es die alten waren …

@SteffenBerlin
Friedrichstraße, also da wo alles beieinander ist und die Züge alle 2 Minuten kommen. Und ich bin wirklich froh, endlich den Menschen getroffen zu haben, der vor den Ticket-Aparillos steht und regelmässig denkt, „och der ist jetzt ein S-Bahn-Ticketautomat“ und „wow, ein besonders schönes Exemplar von einem BVG-Automaten“ – ich besitze diese Fähigkeit ja so gar nicht! ;-)

8

Stefan S.

Also Claudia, da wo die S-Bahn fährt, steht ein S-Bahn-Ticketautomat und da wo die U-Bahn fährt steht ein BVG-Ticketautomat. Was ist daran so schwierig. Wenn man sich beschwert sollte man sich den Adressaten schon genau raussuchen.

Der eine HSB Autor will die BVG privatisieren und eine andere HSB Autorin beweist, dass das aufgrund fehlender Differenzierung im ÖPNV nicht möglich ist.

Bargeldlos kann man auch ohne Kreditkarte zahlen. Eine Maestro Card (früher EC-Karte) bekommt man schon problemlos und eine Guthabenkarte gibt es bei jeder Sparkasse. So schlecht ist Deutschland nicht.

Nichts für ungut. ;-)

9

Matthias

Passend zu den differenzierenden Rumnörglern (gelle Stefan S.) schreibt Herr Niggemeier: Schlechte Stimmung im Hauptstadtblog.

10

claudia

Stefan, das hier ist ein Blog. Ich blogge nur. Wirklich. Das hier ist kein Online-Magazin. Ich bin hier nicht als Journalistin tätig. Und wenn ich schreibe, dann ist das okay so, weil ich hier als private Person blogge und diese private Person nutzt im alltäglichen Leben, wenn sie ein öffentliches Verkehrsmittel in Berlin nutzt, kurz und pragmatisch die „BVG“. Ich fahre üblicherweise nicht Bus, nicht U- oder S-Bahn, ich fahre einfach BVG. Ich abstrahiere Metrobus (den werde ich sowieso nie verbal fahren), U-Bahn, Tram, S-Bahn also genauso sprachlich, wie es Zigtausende andere Berliner im Alltagsgeschehen auch tun. Und das ist okay so das zu schreiben, weil ich für mich als Bloggerin subjektiv meine Welt beschreibe. In der ich auch Rad fahre obwohl es ein Bianchi Fahrrad ist und obwohl das eigentlich ein Bianchi Crossbike ist. Das hat nichts mit fehlendem Differenzierungsvermögen zu tun. Niemand will sich beschweren. Wir wollen’s nur bloggen.

Nicht jeder kann bargeldlos zahlen, denn nicht jeder erhält heute noch zwangsläufig ein Konto. Kontos werden sehr schnell gekündigt, wenn z.B. das Finanzamt eine Pfändung rausschickt, weil der Freiberufler seine Einkommenssteuer vier Wochen lang nicht zahlen kann. Selbst die Geldinstitute, die dazu per Landesgesetz verpflichtet sind, haben gelegentlich ein Urvertrauen darin, dass die Pleitegeier nach Kündigung oder Abweisungen eh nicht klagen können. Davon mal abgesehen, dass es Menschen gibt, die bargeldlose Zahlung nicht als die große Leistung des Jahrhunderts verstehen, weil sie für sie genügend Risiken birgt.

Nichts für ungut. ;-)

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Andreas

Also mal abgesehen davon, dass ich sehen möchte, wie man als Selbstständiger/Freiberufler (ich bin ein solcher) ohne Konto auch nur ansatzweise mit Kunden umgehen und Aufträge bearbeiten kann… empfehle ich aus der oben beschriebenen Art und Weise des Automatenumgangs mit Geldstücken heraus die Zahlung mit einer simplen ec-Karte. Geht schnell, kost keinen Cent mehr, und fertig.

P.S. KEIN Finanzamt der Welt pfändet Dir nach 4 Wochen auch nur einen Cent. Wer vernünftig mit seinen Finanzamtleuten umgeht, Briefe nicht einfach ignoriert, sondern mal freundlich anruft oder vorbeischaut, Probleme offen und ehrlich schildert, kann da mit Ratenzahlung und Co. gerne sehr viel an Verständnis herausholen. In diesem Sinne: Daumen hoch fürs meine Freunde am Finanzamt F’Hain&Co

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Stefan S.

“Ich blogge nur.”

Was ist das eigentlich? Ich habe deine Äußerung schon als Privatmeinung verstanden und darin nichts journalistisches gefunden. “Ihr Blogger” haltet “euch” immer für so wichtig (web 2.0) und schreibt aber oft nicht ernst zu nehmende Text. Das du und viele andere nur die “BVG” nutzen habe ich auch schon mitbekommen, ist aber dennoch nicht richtig. Nutella wird fälschlicherweise auch als Überbegriff für Schokocrem verwendet.

Für Knut Fans gibt es jetzt eine maestro-card von der Volksbank mit Knut Bild und Chip für’s Bargeld.

Und Matthias, Aufklärung und Kritik hat mit Rumnörgeln nichts zu tun. Kritik empfangen ist ein Teil von Teamfähigkeit.

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Uns' Uwe

Zu Deiner Ehrenrettung, Claudia, sollte man vielleicht erwähnen, dass auch “professionelle” Journalisten gern S-Bahn und BVG verwechseln. Beispiele dafür werden z.B. in bln.verkehr (via Google Groups— hallo, Matthias! ;-)) immer wieder gern angeführt und genüßlich zerlegt. Zu Recht, wie ich finde. Wenn, wie in Deinem Fall, die S-Bahn Mist baut, dann kann die BVG nun mal nichts dafür. Das sind zwei verschiedene Unternehmen, die seit 13 Jahren nichts mehr miteinander zu tun haben, außer, daß sie sich beim Berliner ÖPNV versuchen, Konkurrenz zu machen. Wenn Du (berechtigterweise!) verbale Prügel austeilst, solltest Du aber schon auch darauf achten, daß derjenige sie bekommt, der sie verdient hat.

Kritik und Einwände mit einem lapidaren “Ich blogge ja nur” abzutun, finde ich dagegen etwas schwach. Warum nicht die Chance nutzen, es besser als die “Professionellen” zu machen? Das ist ja hier immerhin auch das Hauptstadtblog mit Berlin als Thema, da kann man, finde ich, schon eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber solchen lokalen Eigenwilligkeiten (oder Hinweisen darauf) erwarten. Auch, wenn Du, Claudia, “nur” bloggst, ist ein S-Bahn-Fahrkahrtenautomat eben kein BVG-Fahrkahrtenautomat. Es sind übrigens wirklich verschiedene Modelle von, wenn ich richtig informiert bin, verschiedenen Herstellern. Also so, wie z.B. Dein Bianchi-Fahrrad kein Centurion-Fahrrad ist.

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Matthias

Die Tatsache, dass es schwierig ist, eine Fahrkarte zu kaufen, bleibt auch dann bestehen, wenn wir uns darauf einigen können, dass es sich um einen VBB-Fahrscheinautomat (denn er verkauft Fahrscheine, die im VBB gültig sind), der von der S-Bahn (oder einer damit beauftragten Service-Firma) betrieben wird, handelt.

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Uns' Uwe

Deswegen schrieb ich ja auch: “Wenn Du (berechtigterweise!) verbale Prügel austeilst…” Bitte das in den Klammern beachten!

BTW: Warum nicht einfach “Fahrkartenautomat”? Den VBB kennt doch außerhalb der Fankreise eh keiner. :-/

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