Meditative Ruhe im Geschichtspark am Hauptbahnhof
Linda in Ausflug am 19. August 2007, 18:11 5 Kommentare »
Eine wenig einladende Mauer begrüßt den Berlin-Besucher, der aus dem nördlichen Bahnhofsportal heraustritt. Auf der anderen Straßenseite liegt der neu eingerichtete Geschichtspark, entstanden auf dem Grundriss des ehemaligen Zellengefängnisses Moabit.
Die Gefangenen saßen hier – aus “pädagogischen” Gründen – erstmalig in Preußen streng isoliert in Einzelzellen. Eine symbolische Zelle ist hier eingerichtet worden, ebenso wie ein Zitat von Albrecht Haushofer aus seinen Moabiter Sonetten
Berühmte Gefangene waren (neben vielen anderen): Wilhelm Voigt (der “Hauptmann von Köpenick”), der Kaiser-Attentäter Max Hödel, der kommunistische Schauspieler Ernst Busch, der Schriftsteller Wolfgang Borchert sowie Nazi-Widerstandskämpfer York von Wartenberg und Bischof Lilje. Nach 1945 wurde das Gefängnis vorübergehend von den Allierten genutzt, im Deutschland der Nachkriegzeit wurden hier noch bis 1949 die letzten Todesurteile in Deutschland vollzogen.
Der (West-) Berliner Senat wollte das Grundstück schleifen und hier die von den Bürgern heftig bekämpfte Westtangente bauen lassen.
Seit dem 26. Oktober 2006 ist der Park für die Öffentlichkeit freigegeben.
5 Kommentare
am 20. August 2007, 08:10 #
Gestern erst da vorbeigefahren und gefragt, was sich wohl hinter dieser Mauer verbirgt. Schön, dass man das hier und heute gleich nachschlagen kann!
Stefan S.
am 20. August 2007, 17:53 #
War das nicht schon zur WM fertig? Gleich dahinter ist/war doch ein Zeltplatz. Bei Google Maps kann man das gut von oben anschauen. maps.google.de/maps?ie=UTF8
Selma
am 12. September 2007, 09:56 #
Ich fahr da immer mit dem Fahrrad durch, wenn ich ins Büro fahre. Nach der lauten, hektischen Invalidenstraße (die zu meiner Strecke gehört) genieße ich immer den kurzen Moment der Ruhe, wenn ich durch den Park düse. Meistens ist er menschen- und hundeleer. Das gibts noch in Berlin….