15.000 gegen die Datengier

Linda in am 22. September 2007, 20:17   14 Kommentare »

Was will der Staat mit meinem Bankkonto, meinen Gesundheitsdaten, meinen Telefonverbindungen, meinen E-mails, ja mit meiner privaten Computerfestplatte? Mehr Sicherheit? Die Redner der Demonstration gegen Vorratsdatenspeicherung bezweifelten das und vermuten stattdessen: mehr Kontrolle und staatliche Gängelung der datenmäßig Erfassten. Um nicht die Teilnehmerfotos für die Datensammlung der Polizei zu liefern, gibt’s hier nur dies Foto von Padeluun vom FoeBuD. Hier am Alexanderplatz verkündet er gerade voller Begeisterung, dass man insgesamt 15.000 Teilnehmer gezählt hat.

Demo-Moderator Padeluun, Foto: linda link

Nur soviel: es gab eine Datenkrake, einen gläsernen Patienten; ein Vertreter der christlichen Telefonseelsorge sprach sich für Vertrauensschutz für seine Klienten und gegen die staatliche Datensammelei aus ; ver.di-Journalisten protestierten; die Parteien (außer der CDU) waren vertreten, Ströbele von den Grünen war kurz mit dem Fahrrad da und es gab einen riesigen schwarzen Block. Außerdem viele Leute, die aus professionellen oder privaten Gründen etwas gegen die Datensammelei haben.

Die Bilder von oben

Die Polizei war mit einer Einheit in ziemlich gut gepolsterten grünen Anzügen beteiligt; ebenso mit einem Hubschrauber, der uns von oben aus mit geöffneter Tür überflog (also filmte). Ich hätte gern mal Bettina Winsemann (Twister) gesehen, aber sie hat leider am Alexanderplatz nicht geredet.

14 Kommentare

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Linda

Phil beschreibt gerade in seinen Kommentaren, was mit dem schwarzen Block passiert ist….

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Claudi

Zitat: “Hier am Alexanderplatz verkündet er gerade voller Begeisterung, dass man insgesamt 15.000 Teilnehmer gezählt hat.”

Dann haben die Veranstalter ja ebenso Daten gesammelt….das ist ja töricht und grenzt an Völlerei.

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Rico

Bettina Winsemann alias Twister redete aber noch bei der Abschlusskundgebung um 19 Uhr am Brandenburger Tor. Ich fand, dass leider etwas schlecht kommuniziert wurde, dass es nach der Kundgebung am Alexanderplatz noch weiter geht. Viele Leuten haben sich bereits dort verabschiedet.

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Phil v. Sassen - HSB

Naja, diese Daten sind nicht personenbezogen sondern anonym erhoben worden. Bei der Demo ging es eindeutig um Daten, die einzelnen Personen zugeordent werden können.

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Phil v. Sassen - HSB

Die Abendschau berichtet und debattiert auf dem Blog des rbb.

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Claudi

@Phil v. Sassen – HSB

Die Linken vertreten durch Petra Pau haben es gerade nötig dort aufzutreten. Der Wolf im Schafspelz war in Form der Linken auf dieser DEMO vetreten.
Rechts wie Links haben es mit National(Sozialistischen) Gesellschaftsformen in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie nicht in der Lage waren Menschenrechte zu wahren. Sie haben Menschen ausspioniert, denunziert, gegeneinander aufgehetzt, zu unrecht gefangen gehalten, sie gefoltert und auf ihrem perversen Höhepunkt sogar getötet.
Und ich vermute dass sie es auch in der Zukunft nicht sein werden.

Und wie war das noch mit Herrn Ströbele, der damals nach dem Diebstahl seines Fahrrades vor dem Bundestag auf die Videodaten der Bundestagsüberwachungskameras zugreifen wollte…

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Phil v. Sassen - HSB

Stimmt genau!
Die FDP hat den “Lauschangriff” mit verantwortet. Die Linken winken derzeit das neue Polizeigesetz in Berlin durch.

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claudia hsb

Und genau die beiden teilnehmenden Parteien haben sich von den Rednern ja auch gute Argumentationen anhören müssen. Das war eine gute Demo mit guten Rednern.

@claudia
naja, man darf die Kirche ruhig auch im Dorf lassen. Natürlich werden Teilnehmerzahlen von Demonstrationen ermittelt, seitens der Organisatoren als auch seitens der Versammlungsbehörde. Das ist auch völlig okay und sinnvoll für die Planung weiterer Veranstaltungen (oder spätere Gerichtstermine). Da passiert aber auch nichts weiter als das eine Menge Menschen x auf einer Fläche y gezählt werden und dann hochgerechnet werden. Was bitte hat das schon mit der Datenbevorratung gegen die heute demonstriert wurde zu tun?

@Linda
Twister hatte bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor geredet. Sehr kurz aber eindrucksvoll, sie ging auf das Thema ein, dass auch Ängste seitens der Regierung geschürrt letztendlich krank machen, ein ganzes Volk krank machen können. Kurzer knapper guter Beitrag genauso wie von dem Mann von der Telefonseelsorge am Alex: sich mal zu überlegen, was mit den Daten passiert der 2 Millionen Menschen, die verzweifelt pro Jahr die Telefonseelsorge kontaktieren – oder eben auch nicht mehr …

@rico
Die Leute sind nicht schon gegangen, die Leute sind im Grunde charmant von den grünen Jungs getrennt worden, um weitere Eskalationen zu verhindern. So fand die Abschlusskundgebung mehr oder weniger leider an zwei Orten statt. Musikalisch unter den Linden, verbal am Pariser Platz.

Das Auftreten der Polizei war von Anfang an suspekt. Wie die am Anfang am Pariser Platz den einzgigen engen Ausgang zwischen Adlon, S-Bahn-Ausgang und neuen Bahnhofbaustelle zugestellt haben, das war wirklich paradox. So was Dämliches habe ich selten auf einer Demo erlebt. Lassen Aufmaschieren aus Angst vorm schwarzen Block (der an der Stelle nur laut war), anstatt den Weg frei zugeben, damit die Demo los gehen kann und sich die Situation von selbst erledigen kann.

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Simon Columbus

“Riesiger Schwarzer Block”? Ich fand den – wenn man ihn in Relation zum Rest der Demo sieht – gar nicht so groß. Allerdings bin ich auch schlecht im Schätzen, es hieß mal bei welt.de 400, aber das halte ich für deutlich übertrieben (so schlecht, wie der Artikel dort war).

“So fand die Abschlusskundgebung mehr oder weniger leider an zwei Orten statt. Musikalisch unter den Linden, verbal am Pariser Platz.”

Das war allerdings von vornherein so geplant, dass die Wagen nicht mit auf den Pariser Platz kommen…

Und zu “die Parteien waren vertreten” – hat jemand was von den JuSos gesehen? Ich konnte sie weder sehen noch jemanden finden, der sie gesehen hatte…

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claudia hsb

Siehste und Das war allerdings von vornherein so geplant, dass die Wagen nicht mit auf den Pariser Platz kommen… glaube ich keine Schnitte, wobei die Verantstalter konnten natürlich nach dem jüngsten Ablauf nichts anderes sagen, um die negative Stimmung nicht zu sehr noch anzuheizen. Niemand macht eine Demo und splittet die Demo für die Abschlusskundgebung, ähem, das wäre ja hirnrissig ohne Ende und sowas von Demo kontrakproduktiv bzw. kompletter Demo-Neustyle. Zumindest war ihnen eine Trennung auch in der vorherigen Planung Der Protestmarsch durch die Stadt wird unter anderem über den Alexanderplatz führen, bevor er mit einer großen Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor enden wird. noch nicht bewusst, die Abschlusskundgebung hätte wohl deutlich größer sein können. Dafür standen auch die Leute im hinteren Bereich der Wagen zu unmotiviert und fragend rum und warteten auf irgendetwas. Wobei die Organisatoren die spezielle Situation mit dieser kleinen Notlüge sicher am Besten gelöst haben.

Also, da haben ein paar dunkelgefärbte Figuren (nicht die Organisatoren ) – nö ich fand den schwarzen Block im Verhältnis auch eher übersichtlich, 300 waren das aber schon – echte Scheiße gebaut und dem Erfolg der Demo in den Allerwertesten getreten und den Medien eine schöne Handhabe geliefert in der Hauptsache negativ über die Aktion berichten zu können. Super!

Gezählt habe ich von den (großen) Parteien die Linken, die jungen Grünen und die «wir hängen die Fahnen je nach Kooalitonsmöglichkeit in den Wind» jungen FDPler.

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Linda

nee, nee, ich war doch schon froh, dass ich den besuch überreden konnte, 1 1/2 stunden mit mir auf dem alexanderplatz auf die demo zu warten ;-)
mit den teilnehmerzahlen kann man sich ganz schön verschätzen, kommt wohl auch drauf an, wo man den block gesichtet hat. bei denen, die am alexanderplatz angekommen sind, habe ich pro reihe 8-10 leute gezählt, und grob gezählt über 100 reihen, also messerscharf kombiniert: ungefähr 1000!

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Linda

ach, so, noch was: dei spd/jusos/falken waren da mit einer kleinen gruppe und falkenfahne – geschickterweise ziemlich direkt vor dem schwarzen block positioniert – also nicht da, wo die anderen parteien waren ;-)

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Ostprinzessin

I´m just not amused.

ostprinzessin.de/bz/2007/09/25/i%c2%b4m

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Stefan S.

Mit dem Datensammeln ist das so eine Sache, man konnte 15.000 Daten sammeln oder auch nur 8.000. Hat sich da einer versammelt?
Meiner Meinung nach wird das Thema überbewertet. Die Phantasie geht da bei einigen durch. So viele Daten kann keine Behörde von einem sammeln um vernünftige Profile erstellen zu können. Ich wünsche mir bei den ganzen Sicherheits- und Kontrollüberlegungen schon eine liberalere Denke als die konservative Totalüberwachung, dennoch fürchte ich in meinem Land keinen Datensammelextremismus. Als Patient wünsche ich mir sogar mehr zentral gesammelte Daten über mich. Mir ist jede doppelte Untersuchung unangenehm, da dabei nur meine gezahlten Krankenkassenbeiträge verschwendet werden. Unsere Schulmedizin ist sowieso das Letzte.

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