Wurstwoche-Nachlese
Helene in Ausflug am 29. Januar 2008, 12:21 3 Kommentare »
Nach der Grünen Woche ist vor der Grünen Woche… Eine Messe, auf der man viel lernen kann. Über Menschen, Nutztiere, rustikales Marketing und merkwürdige Gebräuche. Zum Beispiel bei der fetisch trachtentragenden Sadomaso Peitschenknaller-Gruppe: die haben statt Strümpfen nur Wadenstutzen (zum knackigeren Schuhplattlern) und als Peitschobjekt gern ein Dirndl in der Mitte sitzen.
In einer großen Halle werden unter ohrenbetäubender Kirmesmusik süße Lämmlein wundgestreichelt. Auf dem Schild stehen alle wesentlichen Infos zum Liebhaben: “Fleischschaf, große Rumpfbreite, asaisonale Brunst, leichtfuttrig, frohwüchsig, verstärkt auf Schlachtleistung gezüchtet”. Daneben können Kinder und angehende Biolehrer einer geduldigen Kuh den Hintern betatschen — und gegenüber hält ein Zehnjähriger mit dem Gewehr auf virtuelle Wildsauen.
Weiter gehts zur Home of the Henkelwurst. Deren Kampagne ein wurstgewordener Blowjob. Wurstbunnies lutschen Wurstzipfel. Gußeiserner Reklamehumor. Aber es werden auch ganz sachliche Fragen beantwortet: “An welche Biergläser passt die Henkelwurst?” — Stück übrigens ein Euro, wie alle Probehäppchen auf der Messe (außer Schlachtvieh streicheln). Nebenan scheppern die Kaierder Jagdhornbläser wacker gegen einen Shantychor. Und das Ueckermünder Maskottchen schafft es nicht allein von der Bühne herunter. Wir hätten gern einen Wodka “Kalaschnikoff”, doch die Russenhalle hat schon zu nach der Happy Hour. Wundgestreichelt. Nächstes Jahr wieder.
3 Kommentare
am 29. Januar 2008, 18:14 #
Nur ein Tisch mit Kartoffeln. Da war nix weiter. Aber videoüberwacht wegen Hamsterfahrern wahrscheinlich.
Jana
am 30. Januar 2008, 09:54 #
Wow, über zehn Euro Eintritt und dann noch mal EINEN Euro pro Naschi? Gut, dass ich da nicht hin bin.. überhaupt: die armen Schäfchen! :(