Streik-Parties

Claudia in am 7. März 2008, 14:29   21 Kommentare »

Man kann die Feste auch feiern wie sie fallen: die Hedonist International ruft zum feucht-fröhlichen Bus- und Bahnfahrer-Support auf. Zum Beispiel heute Abend ab 21:00 Uhr am Betriebsbahnhof Lichtenberg. «We like Strike» nennen sie das. Man müsste nur hinkommen …

21 Kommentare

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Helene HSB

be strike.

2

Leo

Versteh ich nicht. Jeder hat das Recht seine Interessen zu vertreten – so funktioniert ja Demokratie – völlig sinnfrei ist es allerdings, entgegen der eigenen Interessen, sich für andere Interessen einzusetzen, weil es politisch “chic” ist … Was ist toll an dem Streik? Dass man jetzt nicht Bus und Bahn fahren kann? Zudem: Die Erhöhung der Bezüge der BVG Mitarbeiter bedeutet, dass diese Kosten irgendwie kompensiert werden – wahrscheinlich über den Fahrpreis. Das ist eine Kettenreaktion – weil die Lebenshaltung (Fahrpreis) also teuer wird, müssen die Löhne in anderen Bereichen steigen … Also steigt auch in andere Bereichen die Preise von Produkten.
Also nur schlecht für Nicht-BVG Mitarbeiter. Was gibt’s da zu feiern?

3

Helene HSB

be bestriked.

4

truetigger

be fröhlich – Spass ist, was man draus macht :)

5

L'Beloong

Also: ich fahre dann jetzt mal mit der Straßenbahn zum Geldautomaten, dann per U-Bahn zum Lidl und danach, wieder mit U-Bahn, nach Lichtenberg? Und schenke den Streikenden dann auch noch was zum essen? Is klar.

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Marco

Die Streikenden behaupten eine volle Streikkasse zu haben. Das mit dem Essen sollte also, im Gegensatz zur Niedriglöhnerin die nun nich mehr zur Arbeit kommt und deswegen keinen Lohn kriegt, nicht das Problem sein.

7

Carl

@Leo:

Wer nur an seine eigenen Interessen denkt, ist ein Egoist.
Die tatsächlich relevante Frage ist, ob die Forderungen der Lokführer gesamtgesellschaftlich angemessen sind.
Das kann ich nicht beurteilen, dazu kenne ich mich zu wenig aus.
Sollte ihre Forderung aber berechtigt sein, so ist Rückhalt aus der Bevölkerung angebracht.

Oder leben Sie wirklich gerne in einer Ellenbogen-Jeder-gegen-Jeden-Gesellschaft?

8

buntklicker.de

Geht’s noch? Warum sollte ich als Geisel die Geiselnehmer auch noch unterstützen????

Leute gibt’s ….

9

claudia hsb

Also früher war Streikunterstützung tatsächlich an der Tagesordnung. Und selbst wenn die Leute nur zu solchen Treffpunkten gegangen sind, um den streikenden Jungs und Mädels ordentlich ihre Meinung zu geigen.

Ich glaube ja noch, dass persönlicher Austausch über ein Thema sehr interessant sein kann. Gerne zum Beispiel würde ich einen Kommentator sehen, der mutig behauptet «Bahnführer seien exmatrikulierte Busfahrer auf Alkohol». Das möchte ich mal erleben, wie das jemand den Jungs vor Ort ins Gesicht sagt.

be traumtänzer

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Marco

…und was mich interessieren würde: war jemand bei diesen Streikparties? Ist die hedonischtische Internationale ein Gag oder meinten die es ernst? Haben sich alle Streikenden in entlegenen Betriebshöfen verkrochen? Berichtet doch mal…

Abgesehen von den (bezogen auf Alt-BVGler) überzogenen ver.di-Forderungen regt mich am meisten auf, dass sich an den U-Bahnhöfen nirgendwo Streikposten befinden! Jedenfalls nicht an den Stationen Südstern, Schönleinstraße, Voltastraße, Yorckstraße! Wo sind die alle? Ich möchte als Kunde, also eigentlich Hauptbetroffener des Streiks angesprochen werden. Ich möchte, dass mich die Streikenden von ihren Forderungen überzeugen. Aber ich seh sie nirgends! Es kann doch nicht sein, dass ich mich auf den Weg nach Lichtenberg machen muss, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

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Hund

@Marco
geh doch mal ab Montag früh vor die Hauptverwaltung in der Potsdamerstr dort kannst du ab 5:00 Uhr dich gerne mit den BVG ern unterhalten.Wer hat dich den aufgeklärt das die Forderungen überzogen sind ?
Die Springerpresse die z.T. alle Zulagen einfach dazu rechnet.Wenn man vergleicht dann bitte Gleich mit Gleich .und nur weil der Sarrazani das Unternehmen gezwungen hat neue Leute unter Tarif einzustellen und dies jetzt als Tarif verkauft ist es noch lange nicht Rechtens.Denk-Idee

Wenn alle Arbeitnehmer egal wo Organisiert wären, hätten wir eine starke Gegenmacht zu den Arbeitgebern und die Tarife wäre eventuell besser ausgehandelt.Will heissen : Wir müßten uns über die Mindestlohnforderung gar nicht streiten es wäre für alle mehr als diese Sklavenpfennige.Wo sollen den die Streikposten bei der U Bahn herkommen Bahnsteigpersonal wurde doch vom Senat abgeschafft der der hat ja immer noch als Letzter die Finger auf diesen Betrieb.Zähl mal die Züge auf einer Linie sind ca 30 stk also sind es 30 Fahrer auf einer Linie die Zeitgleich vorhanden sind.Und die haben bestimmt auf Ihre Züge aufzupassen damit bei Abruch des Streiks schnellstens wieder alle Züge rollen !.Deine Denke ist hier also etwas kurz gedacht.Vor jedem Betriebshof der Busse stehen doch auch alle Fahrer einer Schicht und sind Ansprechbar(Nicht Anpöbelbar bitte)

12

Tim

Als Geisel die Geiselnehmer unterstützen? Klar, nennt man Stockholm-Syndrom. Eine Ursache: Der maximale Kontrollverlust bei einer Geiselnahme ist nur schwer zu verkraften. Erträglicher wird dies, wenn sich das Opfer einredet, es sei zum Teil auch sein Wille, beispielsweise, da es sich mit den Motiven der Entführer identifiziert.

Anders kann ich die Solidarität mit Angestellten, die einen sicheren Job und relativ erträgliches Auskommen haben, nicht erklären.

13

Thilo

Manueller Trackback:

www.thilo

Lieben Gruß, Thilo

14

Marco

@ Hund
Nur zur Information: Ich lese keine Springerpresse! Lies hier im hauptstadtblog an anderer Stelle meinen Kommentar zum Streik, dann wirst Du sehen, wo ich mich bisher aufgeklärt habe, nämlich dort, wo es schwarz auf weiß nachzulesen steht: im bisher gültigen Tarifvertrag.

15

Dabeigewesener

Ich bei der Aktion. Ungefähr 50 junge Leute sind dort um 21.15 Uhr aufgetaucht und haben für drei Stunden mit Musik, Blumen und Transparenten die etwas überraschten Busfahrer am Betriebshof Lichtenberg unterstützt.

Es gab zahlreiche gute Gespräche, die BVGler haben dargelegt, warum sie streiken und die meisten waren ziemlich erfreut, dass sie unterstützt wurden. Auffällig auch: jedes dritte vorbeifahrende Auto hupte. Auch hier war Solidarität zu spüren.

Die BVGler machten auch klar, dass sie sich in einem Dilemma befinden. Im Gegensatz zu produzierenden Betrieben, trifft ihr Streik nicht so sehr den Arbeitgeber, sondern eben die Fahrgäste. Deswegen hoffen die Streikenden, dass die Berliner weiterhin hinter ihnen stehen.

Insgesamt war das eine schöne Aktion. Wir wurden gefragt, ob wir das nochmal wiederholen. “Und bringt die ganze Presse mit, damit die Leute sehen, dass es auch sowas gibt!”

An diejenigen, die hier auf den Streik schimpfen: Letztlich sitzt ihr doch im gleichen Boot wie dei Streikenden der BVG.

16

Christian

@Dabeigewesener:

“Auffällig auch: jedes dritte vorbeifahrende Auto hupte. Auch hier war Solidarität zu spüren.”

Ja, als Autobesitzer könnte ich mir auch etwas leichter Solidarität mit einem ÖPNV-Streik vorstellen ;-)

17

teamore

Wer sich mit der Thematik ein bisschen auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass die BVG-Mitarbeiter gute Gründe dafür haben, zu streiken! Und wir alle täten gut daran, streikenden Arbeitnehmern grundsätzlich eher mit Solidarität anstatt Antipathie gegenüberzutreten, auch wenn wir wie im vorliegenden Fall unter dem Arbeitskampf leiden.

Sicherlich seid ihr dann auch froh darüber, wenn der ein oder andere Mitbürger sich mit euren Forderungen solidarisch zeigt, wenn ihr auch mal in den Ausstand tretet!

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monophob

ich kann teamore nur recht geben
ich kann auch mit dem fahrrad fahren, und das das nicht so schlimm ist habe ich letzte woche festgestellt – trotz des weges durch die halbe stadt.

ich arbeite um die ecke eines busdepots und habe mich sehr gefreut die streikenden im sonnenschein stehen zu sehen, hätte ich es nicht eilig gehabt hätte ich mich dafür bedankt, dass sie mir zu dem erforderlichen quäntchen bewegung, das sowieso täglich fehlt wenn man den bürostuhl wärmt, verhelfen.

es gibt alternativen! und zu mecker und zu jammern hilft auch nicht weiter, es persönlich nehmen auch nicht!

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hedonist

es sollte vielleicht auch nochmals herausgestellt werden, dass die aktion nicht als unterstützung der bvg’ler in ihrem anliegen gedacht war, auch wenn das anliegen ggf. gerechtfertigt ist.
nein, es ist vielmehr eine unterstützung der protestform streik. dies insbesondere bei dem negativen echo, welches die streikenden durch die bevölkerung bekommen, nur weil diese in ihrer mobilität eingeschränkt ist.
das ist nämlich reiner egoismus. man sollte arbeitskampf unterstützen, erst recht wenn man selbst zur arbeitenden bevölkerungsschicht gehört.

20

hund

@Marco Nr 14
und du findest das 9,41 (wohlgemerkt das ist Brutto)für diese Tätigkeit als Neueingestellter sehr viel ist hast du dir auch die gesamte Tabelle angeschaut der Grundlohn in Stufe eins beträgt 7,41 das ist weniger als der geforderte Mindestlohn.Davon gibt es auch Beschäftigte . Ach ja hatte doch extra heute auf dich zum Diskutieren vor der Zentrale der Bvg gewartet nur leider vergebens.

21

Marco

@ Hund
Lies Dir meinen Kommentar (10 + link in 14) nochmal richtig durch, schön langsam! Dann wirst du erkennen, dass ich durchaus Verständnis für die Foderungen der Neu-BVGler habe! Wenn am Ende für diese Beschäftigten 10% mehr rauskommen, ist das doch ein toller Kompromiss. Die Forderungen der Alt-BVGler sind definitiv überzogen und nicht gerechtfertigt. Würde der ver.di-Vorschlag umgesetzt, würde sich die Schere zwischen Alt- und NeuBVGler noch weiter öffnen.

PS: Ich komme auf meinem Weg zur Arbeit täglich an drei verschiedenen U-Bahnhöfen vorbei, die ich alle in Nicht-Streikzeiten auch regelmäßig benutze. Dort erwarte ich Streikposten, die mit mir diskutieren. Ich renn doch nicht quer durch die Stadt zur BVG-Zentrale. Bei mir im Büro wird gerade nicht gestreikt, daher hab ich dafür keine Zeit.

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