Spreeufer nach Dr. Magnus Hirschfeld benannt
Georg in Stadtnotizen am 6. Mai 2008, 17:14 1 Kommentar »
Heute wurde das Spreeufer zwischen Luther- und Moltkebrücke nach Dr. Magnus Hirschfeld benannt. Dr. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935) gründete im Jahre 1897 die erste “Schwulen-Organisation” der Welt – das Wissenschaftlich-humanitäre Komitée (WHK), das sich zum Ziel gesetzt hatte, sexuelle Handlungen zwischen Männern zu entkriminalisieren (Abschaffung des Paragraphen 175). 1919 gründete er dann in der Villa Joachim das im Bezirk Tiergarten gelegene ebenso weltweit erste Institut für Sexualwissenschaft. Am 6. Mai 1933, also genau vor 75 Jahren, plünderten und zerstörten Studenten der Hochschule für Leibesübungen das Institut und verbrannten auf dem Opernplatz bei der Bücherverbrennung seine Schriften und warfen auch eine Büste Hirschfelds ins Feuer. Der Sozialdemokrat Hirschfeld selbst ging ins französische Exil, wo er 1935 starb.
An der Einweihung des Ufers nahmen unter anderem Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, Dr. Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler und Alexander Zinn, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. (LSVD) teil. Symbolisch wurde ein Bücherregal wieder mit den Schriften von und über Dr. Magnus Hirschfeld bestückt und an die Leistungen Hirschfelds erinnert.
Ein interessanter Text zum Thema ist hier zu lesen. Ab dem 7. Mai findet die Austellung Sex brennt im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité statt, die sich ebenfalls mit Magnus Hirschfeld beschäftigt. Am Magnus Hirschfeld Ufer soll eine Bronze-Büste an den Vorkämpfer der Homosexuellenbewegung erinnern. Der LSVD Berlin-Brandenburg bittet daher um Spenden.
1 Kommentare
am 6. Mai 2008, 19:24 #
Oh danke für die Info und den Bericht von vor Ort. Das wäre an mir vorbeigegangen.


