Pfennig-Geschichten

Claudia in am 22. Mai 2008, 20:35   13 Kommentare »

Ich weiß ja nicht, ob Sie’s schon wussten … der Pfennig lebt! Und er hat seinen eigenen Platz in Berlin.

Kurt-Pfennig-Platz in Berlin-Tempelhof | fotos: c. thomas

Na gut, der andere Pfennig. Wer ab und zu gerne Fertigsalate isst und vielleicht schon so … na, sagen wir mal … sein viertes Jahrzehnt auf dem Buckel hat, der kennt sie noch die Fertigsalate und wie sie früher gerne mit dem Spruch «Pfennig – kenn ich!» beworben wurden. Die Pfennig-Salate kamen lange Zeit aus Berlin. 1907 gründete der Fleischer und Kaufmann Albert Pfennig die Mayonnaisen- und Salatmanufaktur Pfennigs – ein Delikatessenfachgeschäft – damals noch in Moabit. Nach dem Krieg führten Sohn Heinz und Enkel Kurt H. Pfennig das Unternehmen weiter und eröffneten neben dem Firmenstammsitz in der Ringbahnstraße in Tempelhof, 1977 eine weitere Produktionsstätte in Hannover.

1989 wurde Pfennigs an eine britische Unternehmensgruppe veräussert, die als erstes die Produktion in Tempelhof quittierte, so dass dort nur noch die Geschäftsführung verblieb. Seither werden Pfennigs Salate auch unter dem Zusatz Nadler Feinkost vertrieben. Liest man die Geschichte des Unternehmens Pfennigs auf der Homepage nach dem Verkauf nach, kommt man nicht umhin das Unternehmen primär als Spielballopfer einzelner BWL-Strategen zu betrachten. Im Kühlregal haben andere Salate jedenfalls dem Namen Pfennigs schon längst überdeutlich Konkurrenz gemacht. Kurt Pfennigs, Enkel des Gründers starb übrigens im Jahr 2000 im Alter von 63 Jahren.

Gegenüber von dem Geschäftssitz in Berlin-Tempelhof in der Ringbahnstraße 22-30 gelegen, der heute als Standort diverser kleinerer Unternehmen dient und deutlich von seiner Pracht der vergangenen Jahren verloren hat, hat die Stadt dem Unternehmensinhaber den Kurt-Pfennig-Platz gewidmet. (Ich frage mich, warum eigentlich nicht dem Unternehmensgründer?)

Ein netter lustiger kleiner Platz, mehr begrünte Verkehrsinsel, die in ihrer Hauptaufgabe deutlich für etwas Unsicherheit im Straßenverkehr zu sorgen scheint, steht ein antik gestaltetes Namensschild und eine nette Kunstskulptur, ein Windspiel, die ich jetzt dreist aber nicht minder liebevoll als Mayonnaiselöffel bezeichnen würde.

Wie auch immer, es gibt diese Saison fünf Neue von Pfennigs, u. a. den «Berliner Currywurstsalat» und auch den «Kartoffelsalat Berliner Frühling». Könnte man ja mal beim nächsten Grill-Einkauf berücksichtigen und dann bitte hier aber auch über das Geschmackserlebnis berichten. Juten Appetit, wa!

13 Kommentare

1

Lorelei

Um den Currywurstsalat schleiche ich schon seit geraumer Zeit herum, der hat so einen gewissen perversen Reiz. Aber ich trau’ mich einfach nicht! Ich meine: Curry. Wurst. Salat … Wer denkt sich sowas aus?

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creezy

Curry.Wurst.Salat. ist schwierig. Ich habe ja schon mit dem unechten Zeug aus der Kühlabteilung echte Probleme. Aber … vielleicht sollten wir uns mal zusammen trauen? An einem lauen Sommerabend am Flughafen im Sonnenuntergang. Vielleicht muss man für das Zeug einfach die besseren Grundvoraussetzungen schaffen?

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creezy

Andererseits – vielleicht ist es Zeit für ein Picknick auf dem Kurt-Pfennig-Platz mit Curry. Wurst. Salat. …

4

ICHO TOLOT

und wo bleibt der “haste mal ne mark” platz?

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ICHO TOLOT

ich setz die mark auch in ne curry wurst um……..

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Matthias HSB

Darf man denn da grillen, damit man den Salat frisch zubereiten kann? Sonst müssen wir ja doch wieder Klappstullen essen.

7

noumoe

Eher mittel bis enttäuschend, der Currywurstsalat. Eigentlich Zigeunersalat mit Curry und schrumpeligen dünnen Bratwurststücken. Vermutlich hilft da weder Flugplatz noch Sonnenuntergang.

8

Sven

Also, mir schmeckt er – wenn er heiß gemacht ist. Müsst ihr probieren! Kalt dagegen ist er eher was für Curry-Fans, denn für CurryWURST-Fans.

9

claudia hsb

Irgendwie macht Ihr mir Angst … ,-)

@Herr Exit
Sie wissen doch, dass nur an wenigen besonderen Plätzen öffentlich gegrillt werden darf. Wir könnten aber einen Balkon kurzfristig installieren. Auf Balkonien darf man ja ab und zu im Jahr.

10

cora

zu 9)

Hm, auf Balkonien darf man bei uns aber nur Elektro. Gibt es da bei anderen Vermietern andere Regelungen?

Und das ist doch sicher sonst nicht das Wahre für einen gegrillten Currywurstsalat. Da kann man ja das Zeug gleich in die Mocro kippen :-(.

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Matthias HSB

Na, ich dachte da eher an:

Wurst grillen
Wurst kleinschneiden
Ketchup drüber
Curry drüber

Fertig ist die Grill-Curry-Wurst.

12

claudia hsb

Wir grillen Curry-Würste? Ist das nicht gegen den Curry-Wurst-Ehrenkodex?Und überhaupt so einfach isses gar nicht: da fängt es doch wieder an, welches Ketchup? Welche Curry-Mischung?

13

Matthias HSB

Steht bei Curry-Wurst-Buden nicht gerne “Grill” drauf? Auch wenn die strenggenommen die Wurst in eine heiße Pfanne legen.

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