Die Bank und die Kleingärtner, Fortsetzungsgeschichte
Linda in Stadtnotizen am 26. Oktober 2008, 13:53 Kommentare
Der Berliner Senat hat das Kleingartenareal an der Württembergischen Straße für 9,3 Millionen Euro an die Investmentbank Morgan Stanley verkauft, das berichtete gestern der Tagesspiegel. Der Investor sollte dort zehn “Townhouses” mit 110 “höherwertigen” Wohnungen bauen, mit Investitionen im Wert von mindesten 80 Millionen Euro.
In öffentlichem Interesse sei das Projekt, da ist man sich bei den Investoren sicher. Die Nachbarschaft hat allerdings 2800 Einwände gegen den Bebauungsplan erhoben, dort befürchtet man vor allem eine allgemeine Anhebung des Mietpreisspiegels durch die teureren Wohnungen. Der Verdrängungswettbewerb würde sich drastisch verschärfen.
Nun allerdings soll das Grundstück erst einmal weiterverkauft werden. 20 Millionen werden erwartet. Und jetzt rechnen wir mal, 18 Kleingärtner halten noch an ihren Parzellen fest, also, mir würden 3500 Euro als Ablösesumme – zusätzlich zur gesetzlichen Entschädigung – nicht reichen! Aber das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. Denn die Bank hat schon die Erlössumme, die sie nicht hat, in ihre Bilanz eingespeist. Das ist dann seriös und gar nicht mehr Milchmädchen. Wir haben ja in der Finanzkrise viel gelernt!
