Freitag, den 20. Februar 2009
Günter in Schlagzeilen am 20. Februar 2009, 09:56 25 Leserbriefe »
Das ist er also: Ulrich Nußbaum, unser neuer Fischhändler. Und wenn wir schon beim Thema sind: am Samstag beginnt die Berliner Armutskonferenz.
Ich fand’s immer schon befremdlich, dass die Polizei das duldet – jetzt nervt’s auch die Anwohner: Am Kottbusser Tor soll nicht mehr gedealt werden.
Nichts gegen anständige Gehälter im Landesdienst. Aber bei 2700 Euro brutto von ‘Hungerlohn’ zu sprechen, wie es der Hauptpersonalrat tut, das ist – langes Studium hin oder her – schon eine ziemliche Frechheit.
Und:
- Bahnfahrt Berlin–Hamburg dauert ab März länger.
- ‘Bread & Butter’ Thema im Abgeordnetenhaus.
- Alle Schüler kommen in zentrale Datei.
25 Kommentare
thomas
am 20. Februar 2009, 11:01 #
schönen Dank für den Link zur taz.de
könnte denen mal jemand stecken, das Bremen einen Hafen hat, der sich
in der Stadt Bremerhaven befindet. (!)
Rechtschreibreform / Journalismus hin oder her, Geographie ist zeitlos.
Pierre
am 20. Februar 2009, 11:20 #
Ich hoffe mal, dass die Bahnfahrt Berlin-Hamburg für den Zeitraum auch günstiger als 68€ wird. Man soll auf die Bahn umsteigen, wenns sogar günstiger ist, mit nem Mietwagen rüberzufahren? Der Zeitvorteil fällt jedenfalls weg.
ulla
am 20. Februar 2009, 11:28 #
Wer nach dem Studium in den öffentlichen Dienst geht, wird seine Gründe dafür haben. Häufig ist es der noch immer sehr sichere Arbeitsplatz. Häufig aber auch die Tatsache, daß es für die freie Wirtschaft, wo mehr verdient wird, einfach nicht gereicht hat. Ist ja nicht jeder Hochschulabsolvent eine Koryphäe.
Wenn etwas nur 2. Wahl ist, sind die Preise eben entsprechend. Darüber sollten auch der Hauptpersonalrat mal nachdenken.
oStsEe
am 20. Februar 2009, 11:29 #
Das diese unsägliche Schülerdatei wirklich kommen wird, ist nicht zu fassen. Womöglich werden die dafür veranschlagten 22 Mios dann mal eben aus den neuen Fördertöpfen genommen?
Und in welcher Relation soll dieser finanzielle Aufwand zum Nutzen der Datei stehen? Warum sollen Informationen (wie Sozialdaten) über mich und mein Kind in dieser zentralen Datei gespeichert werden, die so gar nicht von öffentlichem Interesse sind?
Lernmittelfreiheit ist zum Beispiel – was ist z. B. mit den Eltern (bzw. den Kindern), die zwar befreit wären aber (um ihrem Kind die Stigmatisierung zu ersparen) darauf verzichten, einen entsprechenden Antrag zu stellen?
Mich k**** diese Datensammelwut, gelinde gesagt, an. Und noch mehr ärgere ich mich darüber, dass dieses Unding von dieser Berliner Regierung beschlossen wurde.
ulla
am 20. Februar 2009, 11:38 #
@oStsEe
soviel ich weiß, existieren diese Dateien ja bereits in den Schulen, bzw. den Bezirken. Jetzt sollen sie (vernünftigerweise) zentralisiert werden.
Wo liegt da das Problem?
ICHO TOLOT
am 20. Februar 2009, 11:51 #
@egon
damit schäuble endlich wieder lachen kann und endlich die klappe hält……………..
ulla
am 20. Februar 2009, 12:11 #
@Egon
damit, falls z.B. mal wieder ein böses Kind bei irgend etwas erwischt wird, die Polizei oder das Jugendamt nicht ganz Berlin abtelefonieren müssen, um an Informationen über Schule, -besuch etc. zu kommen.
Manchmal werden ja auch gute Kinder gefunden, von denen man etwas wissen müßte. Auf jeden Fall wäre eine zentrale Anlaufstelle besser als sich durch 12 Bezirke und etliche Schulen oder sonstige Behörden und Institutionen zu wursteln.
am 20. Februar 2009, 12:26 #
@ulla
guck mal den link, ich weis da gehts jetzt zwar nicht um die schülerdatei direkt, aber er zeigt deutlich was das problem bei der datensammelwut ist……….
ulla
am 20. Februar 2009, 12:42 #
Na ja, Icho Tolot, man kann auch alles übertreiben – beispielsweise die Angst vor der Datensammelwut.
Bis jetzt habe ich noch nichts davon gehört, daß diese Schülerdateien die Grundlage für zukünftige Rasterfahndungen bilden sollen ;-).
oStsEe
am 20. Februar 2009, 12:43 #
@ Ulla
“Gute” und “böse” sind ja seltsame Kategrorien bei Kindern…
22 Millionen um ab und zu einen Schulschwänzer (der lügt) zu identifizieren??
Die Schulen sind doch selbst in Lage, Kinder zu melden, die die Schule nicht besuchen. Wenn da schon nicht reagiert wird, ist eine solche Datei erst recht unsinnig.
Und das Argument, man könne so den nötigen Förderaufwand an den Schulen errechnen – das gilt nun so gar nicht. Diesen Bedarf kennt die Schule erst, wenn die Kinder die Schule schon einige Zeit besuchen. Diesen Bedarf kann man nicht an Herkunft oder sozialem Status der Eltern festmachen.
am 20. Februar 2009, 12:51 #
@ulla
kann es aber werden, wenn wie woanders im netz schon geschehen und geschrieben, diese kartei mit schulschwänzern und gewalttätern speziell aus einem berliner kulturkreis der akzeptanzprobleme hat (ich hoffe du weist auf was ich da zwischen den zeilen anspiele) zusammengebracht wird, gerade bei der tendenz der aktuellen medienberichterstattung diverser sender und zeitungen die eine gewisse parteitreue zu schwarz pflegen……….
ulla
am 20. Februar 2009, 12:52 #
Wollen wir mal hoffen, daß die Kinder die gleiche Schule auch wirklich einige Zeit besuchen und das nicht immer in der selben Klasse.
Natürlich sind Herkunft und sozialer Status der Eltern ein wichtiger Hinweis, wenn man Kinder gezielt fördern möchte
ulla
am 20. Februar 2009, 13:11 #
@Icho Tolot
Also diese Angst – nicht nur bei Ihnen – vor Datenmißbrauch hat in meinen Augen schon etwas Paranoides.
Ich bin bestimmt die letzte. die ein “gläserner Mensch” sein möchte: aber ob Sie’s nun wahrhaben wollen oder nicht: Die Erhebung von Daten bewirkt auch eine Menge Positives.
Görch
am 20. Februar 2009, 13:13 #
Gewerkschaften und Personalräte haben sich über Jahre dafür eingesetzt, dass Gehaltszuwäche im öffentlichen Dienst vor allem den unteren Einkommensgruppen überproportional zugute kommen und Jammern jetzt über die Hungerlöhne der Akademiker im öffentlichen Dienst. Das ist Heuchelei par excellence…
oStsEE
am 20. Februar 2009, 14:19 #
Natürlich sind Herkunft und sozialer Status der Eltern ein wichtiger Hinweis, wenn man Kinder gezielt fördern möchte
Sicher, Ulla. Aber dafür ist dann die Schule zuständig, an die das Kind geht.
Das lässt sich nämlich keineswegs anhand einer zentralen Datei eruieren.
Und was den sozialen Status der Eltern angeht – daraus eine zwingend eine notwendige Förderung abzuleiten, halte ich für abenteuerlich.
ICHO TOLOT
am 20. Februar 2009, 14:46 #
@ulla
jetzt bedenke aber bitte dabei, das der ChaosComputerClub(siehe den anderen thread zum thema) definitiv keine paranoiden spinner sind, sondern hochintelligente leute, die mehr als einmal gezeigt wie man technisch sicherheitssysteme aushebeln kann, oder was eben mit datenmissbrauch möglich ist,………….. ohne diesen club wären wir in der digitalen welt schon jeder einelne mehrfach ausgeraubt worden…….. und last but not least verdienen die damit sogar noch ne menge geld indem sie wirtschaft und politik beraten, und das sicher nicht aus paranoia……… deren warnungen sollte man durchaus ernstnehmen, wie recht sie schon oft hatten haben sie ja genügend unter beweis gestellt……….
Helen
am 20. Februar 2009, 14:57 #
Hungerlohn
Es ist doch klar, daß sich jetzt nach den Lehrern auch die anderen Studienabgänger melden. Warum soll mit zweierlei Maß gemessen werden?
Und dann kommen die nächsten……
ulla
am 20. Februar 2009, 17:56 #
@ICHO – Nr. 18
Knallen Sie nachher bloß nicht aus Versehen zu doll mit der Tür – denken Sie an das Erdbeben von San Franzisco!
lechuck
am 20. Februar 2009, 19:29 #
@ulla:
keiner will der “gläserne Mensch” sein. Deshalb wird uns auch nur nach und nach in ganz kleinen Schritten die Privatssphäre weggenommen. Die Schülerdaten sind mir ***egal, aber die Richtung in die es schon seit Jahren geht, ist das Problem. Jede Einschränkung wird mit irgendwelchen Argumenten erwirkt, welche eigentlich die Gegenargumente nicht aufwiegen.
“jetz übertreib mal nicht”-Sager wie Sie werden sich in 10 Jahren noch umsehen. Aber dann wird es schwer, alles wieder zurückzunehmen.
ulla
am 20. Februar 2009, 20:38 #
Nun gut, wenn Sie meinen, versuchen wir eben das Datensammeln zu unterbinden und bereits Bestehendes wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Dann aber wirklich alles, auch im Gesundheitswesen, in Wissenschaft und Technik usw. Auch auf anderen Gebieten, vor denen Menschen die vor Sorgen um den Datenmißbrauch nicht mehr in den Schlaf kommen, fürchterliche Angst haben als da sind: Klimakatastrophe, Pestizide in den Nahrungsmitteln, Feinstaub, Lärmbelästigung, Passivrauchen, Impfschäden…. wenn ich alles aufzählen will, sitze ich morgen noch hier.
Vielleicht sollten sich alle diese Menschen nicht total von Panikmachern vereinnahmen lassen sondern mal wieder versuchen, ihr Leben ohne ständige Angst vor irgend etwas zu leben. Sie werden es genießen.
Ich sage ja nicht, daß nix passieren kann – ein Restrisiko bleibt natürlich immer.
Aber die Menschheit ist robust und hat schon Schlimmeres überstanden.
.
Knut
am 21. Februar 2009, 20:15 #
@Ulla: “Vielleicht sollten sich alle diese Menschen nicht total von Panikmachern vereinnahmen lassen sondern mal wieder versuchen, ihr Leben ohne ständige Angst vor irgend etwas zu leben. Sie werden es genießen.”
Für Bürgerrechte und Demokratie muss eben auch gekämpft werden, wollen wir nicht in einem System ständiger Überwachung leben. Ich selbst gehöre zwar auch eher zu deiner “Genießerfraktion”, bin aber um jeden froh, der mehr Engagement zeigt. Aufklärungsarbeit wie sie z.B. der CCC betreibt ist wichtig. Was ist die Alternative zu manchmal eben auch anstrengenden Aktivisten? Eine willfährige Bevölkerung der alles egal ist und die alles mit sich machen lässt?
ulla
am 21. Februar 2009, 23:09 #
@Knut
Es ist ja richtig, was Sie da schreiben; aber bei Datensammlungen ist es doch wie überall im Leben:Es gibt “so ‘ne” und “solche”. Hier geht es um diese zentrale Schülerdatei, die ich aus verschiedenen Gründen für sehr vernünftig halte. Sie birgt ja auch keine Geheimnisse, die nicht auf anderen Wegen ebenfalls zu lüften wären – nur eben zeitraubender.
Mißbraucht werden oder auch nicht können doch alle Daten, da brauchen wir uns nichts vorzumachen – selbst solche, ohne die heute in Medizin, Technik, Wirtschaft etc. gar nichts mehr ginge und wo sicher alle Welt entsetzt wäre, würde ein kluger Geist sie verschwinden lassen.
Bleiben wir also in der “Genießerfraktion” ohne mit Scheuklappen durch’s Leben zu rennen, einverstanden?