Amtsbegleitung

Claudia in am 4. März 2009, 09:47   4 Kommentare »

Im Vorfeld der Demonstrationen «Wir zahlen nicht für Eure Krise!» in Berlin und Frankfurt am 28. März 2009, organisiert vom Berliner Bündnis, finden bereits seit Februar und noch den gesamten März über in Berlin Aktionen vor den Jobcentern und Berliner Betrieben statt.

Am Donnerstag ab 10:00 Uhr werden noch Mithelfer für die Aktion «Zahltag im Jobcenter» gesucht. Denn «Keiner muss alleine zum Amt!» ist die Devise, auch hier in Berlin soll unter den Arbeitslosen – wie im Rheinland schon länger erfolgreich praktiziert – selbstständig ein solidarischer Begleitschutz organisiert werden, damit bestimmte Attitüden einiger Mitarbieter der Jobcenter künftig unterbunden werden. Diesen Donnerstag passiert das etwas offensiver, die Aktion wird sich als unübersehbare Begleitung für die zum Jobcenter eilenden Arbeitslosengeld II-Bezieher/innen bereit halten und dabei für mehr aktiven Begleitschutz werben. Denn – leider – zeigt die Erfahrung, dass sich in Begleitung die Gesprächssituation mit den Sachbearbeitern doch deutlich entspannt, das Führen eines Gesprächsprotokolls für beide Seiten im späteren Diskussionsverlauf hilfreich sein kann und dass im richigen Moment der Hinweis eines Dritten hilfreich sein kann, dass man etwaige Vereinbarungen (zum Beispiel die ständig anders ausformulierten und ad hoc für den juristischen Laien schwer einzuschätzenden Eingliederungsvereinbarungen) nicht sofort unterschreiben muss, sondern sich durchaus bei Bedarf eine Bedenkzeit erbeten kann.

Treffpunkt: Storkower Str. 133 (S-Bhf. Landsberger Allee, von dort auf der Storkower Str. ca. 400 m Richtung Norden, auf der rechten Seite etwas zurückgesetzt befindet sich das Jobcenter des Bezirks Pankow), die Aktion geht bis 14:00 Uhr.

Zu der Demonstration am 28. März 2009 sind vor allem die Menschen eingeladen, die sich aufgrund der Finanzkrise noch stärker mit der Angst auseinandersetzen müssen, ihren Arbeitsplatz kurzfristig zu verlieren. Die Auftaktkundgebung ist um 12:00 Uhr vor dem Roten Rathaus in Berlin Mitte.

4 Kommentare

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Jupp Zupp

LOL! Wenn ich mir die Veranstalter- und Unterstützerliste dieser Aktion ansehe, stelle ich fest, dass ausgerechnet diejenigen, die am meisten von unseren Sozial- und Unterstützungssystemen profitieren, nun die Klappe aufreissen und “nicht für andere zahlen wollen”.

Als ob sie das je getan hätten…

Da kan ich echt nur den Kopf schütteln.

2

Stefan

Der Slogan “Wir zahlen nicht für Eure Krise” passt ironischerweise auch gut auf Erzkonservative.

Grade in den USA sehen viele Rechte nicht ein, weshalb man dem System nicht freien Lauf lässt und pleite gehen lässt, was nicht wirtschaftlich gearbeitet hat anstatt vieles “wie im Sozialismus” durch den Steuerzahler hochzupäppeln.

Aber auf den zweiten Blick wollen die Leute hier ja offenbar, dass von uns Bürgern noch viel mehr Geld als bisher an den Staat fliessen soll, nur halt mehr von den “Reichen” (nach deren Definition).

Und ich Dummerle dachte erst schon, die Demo wäre ein Aufruf, Unternehmen wie Schäffler oder Opel doch einfach pleite gehen zu lassen. ;-)

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Jupp Zupp

@Stefan: Auch ich dachte zunächst, dass die Demo ein Aufruf wäre, am Markt nicht erfolgreiche Unternehmen pleite gehen zu lassen, anstatt ihren Exitus mit Steuergeldern teuer zu verlängern.

Ich frage mich ja: Wenn z.B. Opel ein so erfolgversprechendes Unternehmen ist mit so tollen, zukunftsorientierten Modellen, warum stehen die PRIVATEN Investoren dann nicht Schlange? Die sind doch sonst die erten, die ein Schnäppchen erkennen und einzuschätzen wissen…

Egal. Es wird laufen, wie es immer in Deutschland läuft: Einzelen Politiker werden entgegen aller Vernunft und Erfahrung Milliardenbeträge rauswerfen, um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren und angeblich Arbeitsplätze zu retten.

Hat ja immer so gut geklappt: siehe Holzmann etc.

Ich bin gegen Subventionen jedweder Art – egal, für welche Ziel- bzw. Wählergruppe.

4

Die Erklärung

Oh, eine Demo weit im voraus. Jetzt gibt man ja noch nicht das Geld aus, das wir nicht haben. Dafür werden wir erst später zur Kasse gebeten. Die Konjunkturpakete I und II sind längst beschlossen und inkraft. Aber demonstrieren darf man natürlich trotzdem. Auch wenn’s, wie so oft, sinnlos ist.

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