Karohemden big in Berlin

Steffka in am 24. April 2009, 21:06   3 Kommentare »

Bereits vor zwei Wochen hat sich das britische Modelabel Ben Sherman mit einem Flagshipstore in Berlin niedergelassen, gestern nun durften alle ausreichend coolen Menschen und Medien vor Ort die aktuelle Kollektion mit Sektspritzern und Mitte-Gossip veredeln. Neben tollem Fingerfood aus dem White Trash (inklusive schwul-frecher Kellner) war wie immer die Kloschlange the place-to-be. Zwei gickernde Mädchen mit hübschen Lackschühchen erzählten sehr laut, wie unangenehm es sei, im LaFee-Video zu erscheinen; ich schämte mich, keine Leggings zu tragen und das Klo lag direkt neben der Bar strategisch auch ausgesprochen günstig.

Das Label widmet sich der Kultur der Mods und Skinheads und verkörpert damit einen britischen Lebensstil, den z.B. Bands wie Blur, The Action oder The Buzzcocks fortgetragen haben. Ebenso wie Fred Perry oder Lonsdale hat Ben Sherman aber leider auch das Nazi-Schicksal ereilt (zu diesem Thema würde sich eine soziologische Studie mal wirklich lohnen) und daher ist der Einkauf im neuen Laden für Berliner Polizisten tabu (Berichtigung vom 24.04.2009: Ben Sherman wurde nach Protesten des Unternehmens wieder von der Verbotsliste gestrichen.).

Die anwesende Gesellschaft machte dem Label in alter Tradition jedoch alle Ehre und feierte den Beginn einer langen Freundschaft zwischen Button-Down-Karohemden und Berlin (die sich ja zart ohnehin schon angebahnt hatte). Wer sich im Rahmen der deutsch-britischen Völkerfreundschaft weiterbilden möchte, sollte in die Rosenthaler Straße fahren und/oder hier weiterlesen .

3 Kommentare

1

Stefan

Wer richtig recherchiert findet heraus, dass Berliner Polizisten weiterhin dort einkaufen und die Kleidung auch tragen dürfen.
www.berlinonline.de/berliner

2

steffka (hsb)

Danke Stefan für den Hinweis und den Link. Die schlechte Publicity gab es nun aber und es fragt sich, ob die Berliner Polizei mit solchen Aktionen derartige Labels noch weiter in diese Ecke drängt, obwohl sich die Marken selbst seit langem davon distanzieren.

3

Apothekenrundschau

Das hat ja schon was mit Terror zu tun, wenn man den Menschen vorschreibt, welche Klamotten sie tragen dürfen und welche nicht. Find ich gut! Wahrscheinlich werde ich noch in die Nazi-Ecke getrieben, weil ich die falsche Klopapier-Marke nehme.

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