Sind so komische Berliner … (3)
Claudia in Schlagzeilen am 9. Mai 2009, 19:10 24 Kommentare »
also entweder muss das Geschäft zu dieser frühen sommerlichen Jahreszeit (richtig beschweren können wir uns diesem Breitengrad ja nun nicht über den diesjährigen Frühling) in den Eisdielen unerwartet schlecht laufen, dass der Mann so angespannt ist oder ihm ist gerade die Olle weggerannt und er hat in der Folge eine souveräne Kuss-Phobie oder sein Sohn hat ihm gerade erklärt, dass er schwul ist und Papa ist gerade noch im Findungsmodus oder der Kerl hat einfach seinen Eisladen in der komplett falschen Ecke dieser Stadt aufgemacht. Was auch immer, jetzt haben wir unseren ersten kleinen Schöneberger-Kuss-Flashmob in der Stadt gehabt.
Hab’s leider nicht mitbekommen, sonst hätte ich glatt aus Solidarität auch mal homogeknutscht! Und Eis gibt‘s ja wohl auch woanders …
24 Kommentare
Toska
am 9. Mai 2009, 20:09 #
Ich kenne den Eisverkäufer nicht, teile auch nicht seine Absichten und Weltanschauungen, aber diese Treibjagt, die jetzt da verabstaltet wird, sprengt selbst den Maßstab jeglicher Moral und steht ausserhalb eines menschlichen Umgangs.
Also, alles ein wenig mit Fingerspitzengefühl.
Küsschen sind gut und schön, egal wer mit wem, aber es ist eine Frage der Dosis und des guten miteinaders und nicht so sehr eine Frage des Rechtshabens.
Ausserdem wo liegt das Problem? Wenn dieser Dolce-Freddo-Patrone ein Choleriker ist, dann gehe ich da nicht meht hin. basta. Dewegen muss man nicht via Internet einen Hexenjagt veranstalten.
Nobbi
am 9. Mai 2009, 20:26 #
@ Toska
… Also, alles ein wenig mit Fingerspitzengefühl. …
Ausserdem wo liegt das Problem? …
Einem Schwulenhasser wurde wirkungsvoll ein Denkzettel erteilt.
Wo liegt Dein Problem?
am 9. Mai 2009, 20:34 #
@Toska
Hast Du den Spiegel-Artikel gelesen? Der Mann hat andere Menschen tätlich angegriffen und zwar mehrfach – darin liegt das Problem!
ulla
am 9. Mai 2009, 20:49 #
Also ich fand die ganze “Demo” eher peinlich. Die Lesben und Schwulen haben ihrem Anliegen als “ganz normal” angesehen zu werden, damit sicherlich keinen großen Dienst erwiesen.
@Claudia
Auch der Spiegel irrt manchmal. Gibt’s Beweise, wen und wann er wie tätlich angegriffen hat? Ich meine richtige Beweise, nicht nur die Aussagen von “Betroffenen”
am 9. Mai 2009, 21:42 #
Hallo …
Apropos Flashmob, am 23.Mai hat das Grundgesetz Geburtstag ..
Da ja gerade wieder so fleissig am Abbau der Grundrechte gearbeitet wird,
wäre es ja vielleicht eine schöne Sache sowas auch am 23.5. zu machen:
mogis.wordpress.com/2009/05/08/wo
Flashmob: “Grundgesetz lesen” wäre toll ..
aber eben auch so eine Aktion ..
.. geht ja eigentlich auch um Gay-Rights:
cb064.wordpress.com/2009/04/20/wo
Christian; Vorstand MOGIS
MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren
Nobbi
am 9. Mai 2009, 21:42 #
zu 4)
Die Lesben und Schwulen haben ihrem Anliegen als “ganz normal” angesehen zu werden, …
Ich glaube, die Lesben und Schwulen haben so sehr das Anliegen als “ganz normal” angesehen zu werden, wie für Sie das KaDeWe kein ganz normales Kaufhaus, sondern vielmehr eine Weltanschauung ist.
Toska
am 9. Mai 2009, 21:55 #
@Claudia
Wie @Ulla schon sehr richtig sagt, auch der Spiegel irrt.
Das Problem liegt im Umgang miteinander.
Wenn ich von jemand verbal oder wie auch immer angeriffen werde, gibt es ja nun genug anderen Möglichkeiten, dem Einhalt zu gebieten.
wem ist denn nun mit dieser fragwürdigen “ demo “ geholfen worden ?
Ich will auch nicht das abgedroschende Wort “ Toleranz “ benutzen, aber man sollte sie öfter ausüben.
@Nobbi
Ich habe kein Problem. Du eins ?
Den moralischen Zeigefinger zu heben, steht Dir glaube ich, nicht zu.
Es soll tatsächlich welche geben, die stehen nicht auf Schwule oder Lesben(ich gehöre nicht dazu )
Dies muss man auch tolerieren.
So, und nun will ich das Thema nicht weiter ausdehen, es gibt ja schliesslich noch andere Probleme, ich muss mir eine neue Kosmetikerin suchen, dass ist nämlich eine Lesbe, und die küsst mich auch immer( in der Kabine ) und das geht ja nun garnicht.
Bricky Merlon
am 9. Mai 2009, 21:58 #
Finde die Knutsch-Demo besser als Steineschmeißen!
Das ist nicht nur netter und friedlicher sondern bringt vielleicht auch mehr Toleranz ;-).
(Muss zugeben, dass ich selbst kein Fan von Intensivknutschknuddelei im öffentlichen Raum bin – das gilt jedoch für Alle …
Weil es jedoch mein persönliches Problem ist halte ich die Klappe und schaue halt woanders hin ).
Den Abendschaubericht fand ich sehr gelungen.
Mal ehrlich: Der Kiez ist seit Jahren bekannt für Regenbogenfarben!
Wer das nicht mag sollte einfach kein Geschäft dort betreiben.
Das ist für denjenigen selbst stressfreier und für die Kundschaft auch (oder die gehen nicht mehr hin und dann ist es eh Zeit für einen Standortwechsel).
Dass dieses überhaupt so hochkochen konnte zeigt, dass vieles im Denken der Mitmenschen auch im 21 Jahrhundert noch nicht verallgegenwärtigt ist
(dabei sind “wir” hier noch sehr gut bei der Sache – es gibt leider noch viele Regionen auf dieser Welt, wo Homosexualität nicht annähernd eine halbwegs “normale” und “gleichberechtigte” Geschichte ist!
… die Gänsefüßchen, weil es auch hier noch nicht allerweltsnormal ist).
ulla
am 9. Mai 2009, 22:18 #
@Claudia
Doch, das habe ich ernsthaft gefragt.
@Nobbi
Wer lesen kann….
Ich schrieb, daß sie ihrem Anliegen keinen großen Dienst erwiesen haben.
Ein Anliegen, daß ich absolut richtig finde und unterstütze. Die Demo war einfach Kinderkram. Wenn Sie nicht verstehen können oder wollen was ich damit meine, lassen Sie’s einfach bleiben. Ich werde das mit Fassung tragen.
oStsEE
am 9. Mai 2009, 22:36 #
Für mein Gefühl hat sich die Community mit dieser “Demo” eher einen Bärendienst erwiesen…
Mag Schöneberg bekannt sein für seine Szene oder seine Bewohner – mit solch schrillen Aktionen bestätigen die Akteure nur manche Leute in ihren Vorurteilen.
Ich verstehe und unterstütze die Beweggründe für die Aktion, bin allderings trotzdem geneigt, ulla zuzustimmen.
am 9. Mai 2009, 22:48 #
Ich widme dieses Post meiner Mutter.
Die klug und tolerant war, offen und ein herzlicher Mensch und den Menschen, die gleichgeschlechtlich lieben wollten immer die Hand gereicht hat, wenn es deren eigenen Eltern nicht möglich war. Ein offenes Ohr für sie hatte und sie akzeptiert hatte, als das was sie sind: Menschen.
Die nie auf die Idee gekommen wäre, die Aussagen von Menschen anzuzweifeln nur weil sie schwul/lesbisch waren. Und die nie auf die Idee gekommen wäre, jemandes betroffen sein in Frage zu stellen und ihn als „Betroffenen“ in Anführungszeichen zu setzen – nur weil die Betroffenheit von einem Schwulen/Lesbe kam. Die nicht auf die Idee gekommen wäre, den Wahrheitsgehalt eines Artikel in einer Zeitung ohne trifftigen Grund anzuweifeln, nur weil darin die Aussagen von Schwulen/Leben getätigt worden.
Die ein tolerantes Leben lebte und mich genau das auch lehrte und ein offenes und tolerantes Haus führte.
Und die mit und für Menschen, die gleichgeschlechtlich gleichberechtigt lieben wollten, immer auf die Straße gegangen ist, wann immer es notwendig war, ein Zeichen zu setzen in einer ignoranten intoleranten Welt.
am 9. Mai 2009, 22:49 #
Ich mache für heute Nacht hier die Kommentare aus – zur Sicherheit. Morgen wieder, liebe Leute.
Nobbi
am 10. Mai 2009, 10:28 #
@Toska
Den moralischen Zeigefinger zu heben, steht Dir glaube ich, nicht zu.
Danke. Das sind nun genau die passenden Worte, nach denen ich die ganze Zeit über gesucht hatte um angemessen auf Dein Posting Nr. 1 zu antworten.
Dass Lesben und Schwule in Deinem Weltbild für Dich nicht eben auf gleicher Stufe wie Du selbst angesiedelt sind, kann man aus Deinen Stellungnahmen sehr gut entnehmen.
@ Ulla
Wer lesen kann…. Ich schrieb, daß sie ihrem Anliegen keinen großen Dienst erwiesen haben.
Noch einmal. Sie schrieben:
… Die Lesben und Schwulen haben ihrem Anliegen als “ganz normal” angesehen zu werden, damit sicherlich keinen großen Dienst erwiesen.
Heteros sind im Alltagsverständnis “ganz normal”. Schwule und Lesben sind es nun mal nicht und wollen und können (wie auch immer) es nicht sein. Wie sie nun auftreten, wie sie ihr Anliegen artikulieren, das ist doch wohl Sache der Schwulen und Lesben selbst. Das, was Sie und Toska hier betreiben hat sehr viel mit „Reinreden“ zu tun und umgekehrt: auf das „Reinreden“ wunschgemäß zu reagieren scheint mir Anliegen der Demo zu sein. Oder sehen Sie etwa selbst sich geschädigt oder in Ihren Rechten beeinträchtigt?
Weiteren Gedankenaustausch mit Ihnen hierüber sehe ich als relativ sinnlos an.
ulla
am 10. Mai 2009, 10:55 #
@Claudia
Sie scheinen da ja einiges in den falschen Hals gekriegt zu haben.
Selbst in dem von Ihnen angeführten Spiegel Artikel heißt es “…es soll dabei auch schon zu Handgreiflichkeiten gekommen sein”. “Es soll”, nicht “es ist”. Und genau so dürfen Sie auch mein “Betroffene” verstehen. Das hat nichts mit Schwul/Lesbisch zu tun. So hätte ich mich auch ausgedrückt, wenn sich’s um Heteros handelte, die etwas in den Raum stellen, das erst nachgeprüft werden muß.
Den Bericht im Tagesspiegel über die Demo halte ich übrigens für weitaus sachlicher.
am 10. Mai 2009, 11:04 #
„Während ich am Apparat sprach, holte er aus, um mir eine reinzuschlagen. Das Klatschen ist auch auf der Tonbandaufnahme bei der Polizei zu hören.“ S. erstattete daraufhin Anzeige wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung.
ulla
am 10. Mai 2009, 11:47 #
@Claudia
… na, wenn welches Klatschen auch immer, auf der Tonbandaufnahme zu hören ist, ist es ja gut.
Manchmal glaube ich wirklich, ich bin die Einzige für die Schwule und Lesben ganz normale Menschen sind. Menschen, mit allen möglichen Tugenden und Fehlern. Viele von ihnen haben einen ziemlich hohen IQ, deshalb traue ich ihnen durchaus zu, mal per Handy so eine “schlagende Begebenheit” anzuzeigen um dem Wirt eins auszuwischen. Die Äußerungen des Wirtes sind ja unumstritten.
Aber das sind bloß so Gedanken, fassen Sie’s um Gottes Willen nicht gleich als Behauptungen auf.
Ansonsten strecke ich jetzt die Waffen. In diesem Fall scheinen Sie mir doch sehr voreingenommen zu sein.
am 10. Mai 2009, 12:01 #
Ansonsten strecke ich jetzt die Waffen.
Gute Maßnahme!
Ich weiß nicht, ob ich voreingenommen bin.
Was ich weiß ist, dass
≤ironie tag on≥ Schwule und Lesben in dieser Stadt ja allgemein dafür bekannt sind, ständig und überall irgendwo zu jeder Zeit solche Aktionen zu organisieren, weil sie ständig und überall irgendwo zu jeder Zeit auf Übergriffe gegen sie aufmerksam machen, weil sie ja sonst nichts weiter zu tun haben. Bei soviel Häufigkeit kann man natürlich schon mal ins Überlegen kommen und ihnen den Vorsatz unterstellen, dass das ja alles gar nicht „so schlimm“ gewesen sein kann. Überhaupt vermutlich ist das ja, was sie da von sich geben, überhaupt nicht passiert. Dass bisschen Hausverbot und Übergriff nur weil sie schwul sind und sich mal küssen, die sollen sich nicht so haben! Die sind ja nun mal schwul und komisch, da kann man schon mal vosätzlich ins Zweifeln kommen. Die bilden sich das alle nur ein, schließlich sind die ja schwul. Die machen ja immer so‘n Theater.
≤ironie tag off≥
Toska
am 10. Mai 2009, 12:24 #
@Ulla
Da muss ich Ihnen beipflichten. Ich habe den Artikel in TS gelesen.
Das erscheint mir als zutreffend und sachlich.
m.M.n. ist das doch wieder ein gefundendes Fressen für die Medien. siehe die BZ und Bild von heute.
Dieser Wirt ist seit urewigen Zeiten im Kiez , und was an Nolli abgeht, weiss man, und nun auf einmal haut er zu…????
Ich glaube , da hatte jemand eine alte Rechnung offen.
@Nobbi
Ich habe kein Problem, wenn Du mich und Ulla in einen Topf schmeisst.
Im Gegenteil.
Im Gegensatz zu Dir, versteht @Ulla etwas von Toleranz und Akzeptanz.
Das Thema ist für mich beendet.
die Schwulen und Lesben sollen ihr Ding machen. Sie sollten aber auch nicht so tun, als wäre es unnormal hetro zu sein.
Angenehmen Sonntag und schöne Woche.
Apothekenrundschau
am 10. Mai 2009, 18:21 #
Ich kenne den Typen, hab mal mit erleben dürfen, wie er eine Frau von seiner Bank vor dem Laden vertrieben hat, weil sie nichts bei ihm gekauft hat und sich nur hinsetzen wollte. Eine üble Geschichte war das!
Das manche “komische” Mitmenschen einfach queeres Leben nicht akzeptieren können, tut mir für sie enorm leid, auch für #4. Wie Schwule und Lesben ihre Probleme lösen, ist deren Sache und du kannst darüber überhaupt nicht urteilen – ganz im Gegenteil, peinlich bist DU!
oStsEE
am 10. Mai 2009, 18:50 #
Wie Schwule und Lesben ihre Probleme lösen, ist deren Sache und du kannst darüber überhaupt nicht urteilen – ganz im Gegenteil, peinlich bist DU!
Was soll das denn jetzt? Hab ich was verpasst? Muss man hier jetzt applaudieren oder darf man seine Ansichten verteten bzw. mitteilen…
Peinlich ist dann nur das zickige Nachtreten.
cora
am 10. Mai 2009, 19:08 #
Was isn “queeres Leben”?
Aaalso:
Ich habe etwas über 2 Jahre mit meiner Tochter in einer (Frauen-)WG gewohnt.
Ich habe Hetero- wie Bisexuelle- als auch lesbische Frauen kennen gelernt. (Auch Männer jeglicher couleur)
Keine/r hatte es nötig, irgendetwas demonstrativ durchzusetzen oder gar sich wie am CSD (an dem es ja genau darum geht) ständig besonders hervor zu heben.
Was soll das Getöne und Hin- und Hergerede hier eigentlich?
Ein Eisverkäufer ist schei*e drauf und hasst offenbar Menschen. Nun gut. Dann wird er früher oder später eh keinen Umsatz mehr machen und sein Geschäft schließen müssen. Wäre für mich kein Grund, mich knutshend mit meinem Freund vor dessen Laden zu stellen. Hätte er mich tätlich angegriffen? Anzeige, Punkt.
Central Station
am 10. Mai 2009, 21:25 #
oder der Kerl hat einfach seinen Eisladen in der komplett falschen Ecke dieser Stadt aufgemacht
So gesehen gibt es dafür keine “falsche Ecke” (ich weiß natürlich, was gemeint war, aber) – Homophobie bzw. Xenophobie hat in keiner Ecke der Stadt was zu suchen.
Wenn man was nicht versteht oder damit nicht klarkommt, kann man es dennoch versuchen zu tolerieren (zum Beispiel als Verkäufer den Kunden nicht offen feindselig begegnen).
Stadt heißt nunmal Zusammenleben unterschiedlichster Menschen.
Und diese Demo war doch witzig – ich wünschte, alle Demos und Protestkundgebungen sähen so aus!