Mittwoch, den 8. Juli 2009

Michael in am 8. Juli 2009, 01:05   12 Leserbriefe »

Ein Tag voller tiefer Gefühle: Frust (S-Bahn-Chaos), Ablehnung (Schulreform), Entsetzen (noch mehr Schulden), genervt (Peter Fox), Trauer (Jacko), Begeisterung (Modekritikerin über Berlin) und Freude (Knut bleibt Bärliner). Berlin, das Gefühlsbarometer für Mittwoch:

Wahrscheinlich gibt es bis September oder gar Weihnachten 2009 einen eingeschränkten Fahrplan bei der S-Bahn – sind die Berliner Versuchskaninchen für den Feldversuch: Wie lange kann ich meine Fahrgäste quälen?. Aberwitzige Pannen bei der Betriebsführung und den zuständigen Senatsbehörden – wo bleibt die Kontrolle und die spürbare Konsequenz?

Zum dritten Mal ist die Vorlage zur Schulreform von Bildungssenator Jürgen Zöllner im Senat gescheitert. Letztendlich geht es um die Frage: Welche Rolle spielen künftig die Gymnasien. Die Linke will sie abschaffen, die SPD ein zweistufiges Bildungssystem etablieren.

5,6 Milliarden neue Schulden für den Haushalt 2010/11. Beim Kulturetat wird nicht gekürzt, sondern aufgestockt, rund 16 Millionen gibt es jedes Jahr zusätzlich.

Der Eisbär Knut bleibt in Berlin, der Zoo zahlt 430 000 € an Neumünster für den Medienliebling. In der norddeutschen Kleinstadt lebt Knuts Papa. Nun brauchen wir nur auf die neuen Knut-Merchandising-Artikel zu warten. Interessant ist noch die Frage, ob Knut im Zoo bleibt (das Gehege ist zu klein) oder in den defizitären Tierpark umzieht.

Wie schon abzusehen war, adelte die Modekritikerin Suzy Menkes Berlin und hat heute ihren Bericht über Berlin veröffentlicht: es sei hot, hip and happening. Angetan war sie von vielen Kunst-Events und der kreativen Athmopshäre der Stadt, und alles sei ja sooo preisgünstig. Ist wohl eher eine Frage des Einkommens.

Genervt hat auch Peter Fox auf den Presserummel reagiert Er hatte einer Schweizer Zeitung ein Interview gegeben und berichtet, er wolle seine Solokarriere beenden. Susanne hatte das gestern bereits hier gemeldet. Die Nachricht löste bei vielen Fans jacko-mäßige Bestürzung aus.

Ach ja, dessen (Michael Jacksons) Trauerfeier aus Los Angeles wurde in der o2 World übertragen. 5000 Fans kamen.

12 Kommentare

1

oStsEE

Fein, inzwischen ist der bvg.de server nicht erreichbar (auch über vbb-online nicht). Wahrscheinlich suchen inzwischen zu viele S-Bahn-freie Fahrwege…

Wie lang soll denn das Chaos noch dauern? Gibts da irgendwo Hinweise oder Verlautbarungen?

2

Susanne (hsb)

In der Presse ist die Rede von September oder auch Weihnachten. Ob das Verlautbarungen oder Vermutungen sind, bleibt allerdings abzuwarten. Tja…

3

cora

Pflaumpfingsten?

4

oStsEE

September?? Ernsthaft?

Sehr hilfreich sind auch die Angaben auf der S-Bahn-Seite im Netz…

Linie xy verkehrt im 20 Minuten-Takt. Aber wann denn dann, das verrät man nicht… Ber der Verbindungssuche wird mir mitgeteilt, dass die aktuellen betriebsbedingten Beeiträchtigungen nicht berücksichtigt werden. Na toll.

5

Nobbi

Das waren noch Zeiten im guten alten West-Berlin, als (fast) niemand mit der S-Bahn fuhr, weil die edlen Westgeld-Münzen ja stante pede in die (blutbefleckten) Hände jenes Mauerschützen-Regimes, – „DDR“ benannt –, gerollt wären!

Das wusste der West-Berliner Mainstream.

Heute ist alles so diffus … und einige wissen gar nicht, wo ihnen der Kopf steht!

6

cora

@Nobbi
Also mein Schwager zB hatte heute echt ein Problem:

Vom Herzzentrum nach Lehnitz, wo das Auto steht…..klasse, das macht dann richtig Spaß, so ein Feierabend.

(Und dolle war das ja nicht, zu Mauerzeiten, mit der S-BAhn, nicht wahr?)

7

Nobbi

(Und dolle war das ja nicht, zu Mauerzeiten, mit der S-BAhn, nicht wahr?)

Zu dieser Thematik sendete das ZDF gestern (Abenteuer Wissen) eine interessante Parabel.

Ein Fischzüchter, befasst mit der Kabeljauzucht in einem norwegischen Fjord, berichtet, dass der Zuchtkabeljau (der Kabeljau sei ein sehr intelligenter Fisch) bestrebt sei in die Freiheit zu gelangen, und deshalb stets in die freien Gewässer zu gelangen strebe, und deshalb gern das Netz zu durchbrechen sucht, das ihn vom offenen Ozean trennt.

Freilebender Kabeljau jedoch (im Ozean gefangen und in der Zuchtfarm ausgesetzt) unternehme keine Bestrebungen zurück in die Freiheit zu gelangen! Das reichliche Angebot an Nahrung, das in der Zuchtfarm verfüttert wird, macht es für den ehemals frei lebenden Kabeljau ganz einfach unattraktiv in die vorherige Lebenssituation zurück zu kehren.

8

Sigurd

@nobbi
Interessanter Kommentar und so themenbezogen. Hatten Sie sonst noch etwas im Fernsehen angesehen, worüber es sich zu schreiben lohnt?
Eventuell ließe sich das Laichverhalten der Lachse mit dem Chaos bei der S-Bahn verbinden.

9

Nobbi

@Sigurd

Schade, dass solche Schriftsteller wie Jean de La Fontaine so gänzlich aus der Mode gekommen sind. Dann wüssten Sie u.U. meinen Kommentar richtig einzuordnen in Bezug auf das zuvor Geschriebene.

Aber wenn Sie jetzt auch noch mit “Laichverhalten” anfangen wollen, … das könnte hier im Blog freilich – in diesem ganz konkreten Zusammenhang – sehr laicht als eine persönliche Anmache von gewissen Personen gewertet werden!

10

Sigurd

@Nobbi
Fühlen Sie sich angemacht? Es war eigentlich nur eine Frage. Es liegt mir zwar noch mehr auf der Zunge, aber ich halte mich schon zurück.

Außerdem Lachse sind sehr interessante Tiere. Um wieder auf das Thema zu kommen, sind sie auch in Knuts Nahrungskette. Ich finde die 430.000 € für Knut ein Schnäppchen, wenn ich mir so überlege, welche Summen für Fußballer über den Tisch gehen. Aber dies ist auch wieder ein ganz anderes Thema.

11

Nobbi

@Sigurd

Angemacht? Nö, einen kleiner Stupser kann ich schon ab.
Aber meinen Beifall für Ihre Rückführung des Ganzen nun zu den Themata :-)

12

oStsEE

Ich zitiere mal aus einem meiner Lieblinsfilme: “Was denn nun schon wieder für Fische?”

owt.

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