Lieblingsorte in Berlin (und Umgebung): die Friedenskirche in Potsdam

Michael in am 2. August 2009, 14:42   6 Kommentare »

Klar, der ganze Park ist einmalig, ein wahr gewordener gärtnerischer Traum, UNESCO-Weltkulturerbe.

Dennoch ist dieser Mikrokosmos, die evangelische Friedenskirche in Potsdam einer meiner Lieblingsplätze. 1845 bis 1848 erbaut, wie eine frühchristliche Basilika, ein Gemeinschaftsentwurf der damaligen Architekten-Créme, Persius, von Arnim, Hesse und Stüler. Diese italienische, diese kopierte und doch preußisch variierte Architektur, umgeben vom “Marly-Garten”, ein Kontrast zwischen Alt und Neu, ein verspielt und liebevoll gestaltetes Stück konzipierter Naturelemente. Peter Joseph Lenné, der über ein halbes Jahrhundert prägend die Gestaltung der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaften mit architektonischen Sichtachsen auf Solitärbauten, eingebunden in Parkanlagen mit heimischen und exotischen Pflanzen, gestaltete, hat auch den Marly-Garten, dieses Stück großartiger Gartenarchitektur entworfen.

Friedenskirche (1845/48 erbaut) in Potsdam, Patio Foto: MM (HSB)

Ein klassischer Kreuzgang – die Anlage ist wie ein Kloster gestaltet -, die den Süden gerade bei Temperaturen wie heute in Berlin lebendig werden lassen, der plätschernde Brunnen, die strenge Architektur der Stützbögen und die liebliche, verspielten Plastiken, das Spiel von Licht und Wärme im Kontrast mit der Kühle und Feuchtigkeit, die sich in den von der Sonne unerreichten Ecken aufhält. Eine Kirche, die heute noch Kirche ist, eine Klosterarchitektur (es war nie eines), ein Garten erzählen leise über die Sehnsüchte des preußischen Königs.

Die gemütliche Bank an dem Teil des Hausers, an dem man am liebsten wohnen möchte, fernab von Sorgen des Alltags, im Grünen, umgeben von schöner Architektur, der Garten, die Kirche mit ihrer Kampanile, die Selbstverständlichkeit, italienisches und preußisches verwachsen zu sehen und zu fühlen.

Das lädt ein zum flanieren, träumen, ein Ort zum sich selbst finden.

Ein wunderbarer Platz.

6 Kommentare

1

Marlou

Michael, warum sind Deine Fotos immer so schief? Rück mal Deinen Monitor gerade ;-)

2

Michael (hsb)

@Marlou: wahrscheinlich hab ich einen Knick in der Optik…;-).

Werde mich bemühen, in Zukunft alles gerade zu stellen!

3

Bricky Merlon

Mein absoluter Lieblingsort ist derzeit nicht komplett begehbar.
Leider :-((. SHOCKSCHWERENOT !!

Es ist die Aussichtsplattform vom Kollhoff-Gebäude am Potsdamer Platz (das Backsteingebäude mit den goldenen Zinnen).

Nicht nur die Aussicht ist grandios – auch das Gebäude selbst mit den backsteinernen Laubengängen ist ein Erlebnis (die Aussichtsplattform geht über zwei Etagen – und in der oberen Etage kann man direkt in der Gebäudespitze stehen!!! ). WHOW !!!

Faszinierend finde ich, dass man Momente der absoluten Ruhe inmitten der Stadt haben kann ;-).

4

central station

Was könnte wohl mein Lieblingsort sein… Grübel
:-)

5

Sebastian

bin ganz gerne dort im Park, hab es zum glück nicht allzuweit. unter der Woche machts noch mehr spass, da die zahlreichen Touristen den Spaziergang doch etwas trüben können. nicht zu vergessen ist, dass hinter der Friedenskirche ein kleines aber interessantes Biotop in Form eines Teiches schlummert.

6

suse

ooch schön is dit “milchhäuschen” am weissen see. is ooch nich mit touris überfüllt.

liebe jrüße

suse

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