Weinbergpfirsiche und Plattpfirsiche - köstlich! Eine Empfehlung!
Michael in Kulinarisch am 8. Juli 2009, 16:24 18 Kommentare »
Für ein paar Wochen sind nun wieder kleine Köstlichkeiten auf dem Berliner Wochenmarkt, beim Gemüsehändler (Türke, Italiener, Asiate) oder in guten Lebensmittelabteilungen zu finden: der Plattpfirsich (Weinbergpfirsich, Urpfirsich), wissenschaftlich: Prunus persica var. platycarpa.
Es gibt zwei Hauptsorten: den echten Weinbergpfirsich, der von den Winzern vor allem in Spanien, Frankreich und Deutschland (besonders: Rheinhessen, Mosel, Rheingau, Pfalz, Baden) zwischen den Weinreben angebaut wird. Die heiße Mittagssonne soll etwas abgehalten werden, damit die Trauben nicht ausdörren. Er ist ein direkter Nachfahre der zweiten Hauptsorte, des Urpfirsichs, der vor 2200 Jahren über China und Persien dann von den Römern nach Mitteleuropa gebracht wurde. Dieser Ur-Frucht wird auch als Plattpfirsich bezeichnet.
Durch die Wärme, den Lößboden oder die lang abstrahlende Wärme des Schiefers konnte der Weinbergpfirsich sein herbsüßes, sehr fruchtiges Aroma entwickeln.
In den Weinbaugebieten entstand so schon vor Jahrhunderten eine Doppelnutzung der Anbaufläche, die sich als glückliche Ergänzung (Symbiose) des Ökosystems (aus heutiger Sicht) etablierte.
In den 60er bis in die späten 80er Jahre geriet die köstliche Frucht fast schon in Vergessenheit, passte sie doch nicht in den modernen, EU-genormten Pflanzenanbau. Heute erfreut er sich inzwischen zunehmender Beliebtheit und es gibt zahlreiche Bestrebungen durch ökologisch und bio-orientierte Winzer, den Anbau wieder zu verstärken
Das Fruchtfleisch ist ist fasrig und meist weißfleischig (bei den Berg-, Kultur- und Plattpfirsichen), beim roten Weinbergpfirsich zumeist intensiv rot, aber auch hier gibt es “weiße” Varianten. Letzterer ist nur zum Rohverzehr geeignet, wenn er vollreif vom Baum gepflückt wird. Die Haut ist etwas pelziger, aber nicht unangenehm dick.
In Spanien und Frankreich wurde schon in den 80er Jahren die Variante / Sorte Paraguayo aus den Weinbergsorten und dem Plattpfirsich entwickelt, die zwar nicht ganz so aromatisch wie der echte Weinbergpfirsich, aber dennoch viel schmackhafter als die meisten handelsüblichen Pfirsiche ist.
Mich hat der Geruch und der Geschmack an süße Früchte aus Ur-Omas Garten in Österreich erinnert, und als ich die kleinen, knollig und irgendwie platt aussehenden Pfirsiche auf dem Markt zuerst roch und dann sah, musste ich gleich ein paar Kilo mitnehmen, weil sie so unglaublich süß und saftig sind und ein betörendes Aroma von sich geben – wenn sie den richtigen Reifegrad haben.
Empfehlung: pur essen (nur ein paar Tage lagerfähig, NIE im Kühlschrank!), oder einen köstlichen Likör herstellen, oder eine deliziöse Nachspeise, als kalter Kompott zu Vanilleeis mit Minzblättern.
18 Kommentare
am 8. Juli 2009, 19:35 #
@AF: wie Tomaten auch verlieren diese Früchte einen Großteil ihrer ätherischen Öle (natürliche Duftstoffe) durch die Kälte.
Sie halten sich länger, der Preis ist der Verlust von Geruch und Aroma. Ausserdem trocknen die Früchte aus, selbst im Klimazonen-Bereich moderner Kühlschränke.
am 8. Juli 2009, 23:47 #
Hello Michael,
der Artikel ist sehr schön geschrieben. Ließt sich echt interessant und LECKER!
HASTE KOSTPROBEN ÜBRIG ??? ;-)).
Haste die Fotos selbst gemacht?
Ja, die Kühlschrankgeschichte ist für manche Obstsorten echt fies.
Gemüse ist da in der Regel geduldiger.
Nobbi
am 9. Juli 2009, 09:10 #
Als ich noch klein war hatte unsere Familie einen Kleingarten in Berlin und wir hatten dort auch Pfirsiche am Baum. Diese Früchte wurden zwar nicht wirklich groß (Pfirsiche in den 1-kg-Plastikschalen heutzutage sind aber meist auch nicht groß).
Frisch und reif vom Baum gepflückt hatten diese Früchte jedoch einen intensiven Geruch und Geschmack, den ich seitdem an der üblichen Handelsware vermisse.
Diese Plattpfirsiche habe ich auch schon mit sehnsüchtigen Augen beim vietnamesischen Obst- und Gemüsehändler liegen sehen. Leider sprengt der Preis mein Budget.
am 9. Juli 2009, 23:29 #
@Nobbi:
Jaaa, eigene Bäume im Garten!
Das kenne ich aus Erinnerungen auch noch ;-)…
Wir hatten einen Abfel-, einen Birn-, und einen Zwetschgenbaum.
Das war herrlich zum Klettern und die Früchte waren auch sehr Lecker !
@Michael:
Und … haste nun Kostproben übrig, oder alles flink selbstaufgefuttert ;-)))))) ?
am 9. Juli 2009, 23:38 #
Leider sind schon alle verzehrt!
Hab aber auch Konfitüre hergestellt, so habe ich immer ein nettes Mitbringsel – sofern wir sie nicht vorher selber vernaschen…
Jepp, die Fotos sind selber gemacht!
am 9. Juli 2009, 23:57 #
@ Michael:
Oooch Nööö, alles weggefuttert?
Selba-essen-macht-dick … ;-).
(Nur Spass .. natürlich geniesst man, was man frisch von der Natur bekommen kann!)
Guten Appetit! ;-)
Helen
am 13. Juli 2009, 20:46 #
@ Michael
Ich habe heute 2 dieser Pfirsiche gekauft, sie waren ziemlich teuer, den kilo-preis habe ich nicht erfragt. Aber sie waren wirklich was besonderes, saftig und aromatisch. Nur – Obst-Allergiker sollten erst probieren, ich hatte hinterher ein ziemliches Kratzen im Hals.
weirdo
am 14. Juli 2009, 11:20 #
Helen (waren Sie nicht die, die hier NIE wieder schreiben wollte? ^^)… Sie leiden anscheinend an einer Art Natur-Allergie, wenn ich so an die Schwalben zurückdenke. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die meisten solcher “Allergien” psychosomatische Ursachen haben (und dass Landeier seltener an sowas “leiden”, wissen wir ja) . Think about it! ;
Helen
am 14. Juli 2009, 19:10 #
@ Nr. 9
Ja, Landeier – meine Großmutter pflegte zu sagen, wenn Dummheit weh tun würde, würde so mancher den Tag aua schreien. Wieso fallen Sie mir dabei ein?
am 14. Juli 2009, 22:41 #
Hey Leute,
warum so garstig heute?
@weirdo:
Jeder Besucher hier hat doch die freie Meinung, ob er hier schreiben möchte oder nicht – und man kann seine Meinung ändern.
Ist doch vollkommen okay, oder nicht?
@Helen:
Testen ist immer sehr wichtig!
Hatte neulich bei stinknormalen Pflaumen das Gefühl, als würden meine Lippen meterdick aufquellen und im Hals hat die Zuschnürung gewütet.
Echt fies, weil ich das nicht vorher wusste.
(Und die Früchte waren richtig Lecker ;-((( ! ).
P.S.: Welcome back!
weirdo
am 15. Juli 2009, 10:49 #
Danke sehr @Nobbi. ;)
@Bricky: Sorry, dass ich auch mal blöd geworden bin…
Ich finde es nur völlig inkonsequent und kindisch, hier erst garstig rumzuzicken, immer beleidigend zu sein und laut zu brüllen: “hier komm ich nicht mehr hin, hier sind alle doof!” und dann doch wieder nach ner guten Woche? Kommentare abzugeben. Die Antwort von Helen spricht ja Bände – die kleine Pause wurde nicht zur Selbstreflektion genutzt.
Als “dumm” und “Pack” bezeichnet zu werden ist dann wohl eine neue “Qualitätsstufe” des Miteinanders hier. :/
Helen
am 22. Juli 2009, 21:28 #
Nr.12
Ich habe Sie und Ihre Beiträge immer ernst genommen.
Wie man sich täuschen kann!
Südi
am 11. August 2009, 13:19 #
Die Bergpfirsiche haben eine ganz spezielle Eigenschaft:
Sie sind weisspfleischig .
am 29. Oktober 2009, 08:15 #
Hallo zusammen,
ich möchte mich in den Reigen der der Kommentare gerne einfügen.
Nicht zu vergesssen ist der “Rote Moselweinbergpfirsich”. Ein Hochgenuss für alle Kenner. Dieser Pfirsich ist klein, rund, zart bepelzt und hat ein intensiv rotes !! Fruchtfleisch. Er ist eine regionale Spezialität bei uns.
Sehr beliebt, da er sehr vielfältig in der Verarbeitung ist. Ob als Edelbrand, Likör (Kir), Fruchtnektar (Vitaminbombe), Fruchtaufstrich, einglegte Früchte etc.
Das Früchtchen hat es in sich. Super herbfruchtig im Aroma. Einfach lecker!!
diesuesse61
am 19. Juli 2010, 23:17 #
Ich habe soeben unsere Neuerrungenschaften aus dem Kühlschrank geholt. Ciruelas(?) sind echt eine Sünde wert. Einmalig im Geschmack!!!