Woher kommt er eigentlich, dieser Hass auf die Springer-Presse?
Günter in am 28. Juli 2009, 19:45 29 Kommentare »
Vielleicht von so etwas:
Die Abbildung zeigt Schlagzeilen der “B.Z.” aus diesem Monat. “Linke-Senatorin mit 5297 Euro in Pension” titelte das Blatt am 14. Juli, nachdem Heidi Knake-Werner ihren Rücktritt angekündigt hatte. Kein Zweifel: Der Titel soll den Eindruck erwecken, dass hier etwas Un(ge)rechtes geschieht. Ist ja auch ganz schön dreist von Knake-Werner, mit 66 schon in Pension zu gehen.
Nicht weniger abstoßend die heutige Schlagzeile über Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (rechter Ausriss). Auf Zeit Online heißt es dazu:
“Ministerin Schamlos bei ihrem wichtigen Termin” titelt die Berliner BZ und zeigt dazu ein Foto der sommerlich gekleideten, lachenden Ulla Schmidt. Die Botschaft ist klar: Eine Ministerin, die so entspannt durch einen Urlaubsort schlendert, schiebt den dienstlichen Auftritt als Rednerin vor ein paar ausgewanderten Rentnern nur vor, um die Reise des Dienstwagens von Bonn nach Alicante zu rechtfertigen. Das Revolverblatt unterstellt der Ministerin durch die Blume eine Lüge. Freilich ohne den geringsten Beweis.
29 Kommentare
am 28. Juli 2009, 21:05 #
Das kann ja heiter werden, wenn jetzt alle hier aufgerufen sind, Erinnerungen an die B.Z.-Sternstunden des Journalismus beizusteuern…
Ein besonders übler Ableger der Springer-Presse ist die hiesige Boulevard-Zeitung BZ. Mit martialischen Überschriften über die halbe Titelseite wie z.B. “Saddam, verpiss dich” und “Sturm auf Bagdad” (zu Kriegsbeginn) leisteten die BZ-Rambos aus Pisaland ihren eigenen Beitrag zum Bombenterror.
www.kopfsplitter.de/Splitt04.htm
Vielleicht sollte aber auch angemerkt werden, dass solche primitiven, tendenziösen und manipulativen Darstellungen im Hause Springer durchaus nicht immer einer einhelligen Beschlusslage entsprechen.
… Die «B.Z.» unter Leitung von Gafron hatte zuletzt mit Titelschlagzeilen wie «Saddam, verpiss Dich!» Befremden erregt – vor allem im eigenen Haus. In einem offenen Brief hatten zahlreiche Springer-Redakteure gegen die vulgäre Wortwahl und tendenziöse Berichterstattung protestiert. (nz)
Vivi
am 28. Juli 2009, 22:46 #
Und es ist sooooo schön für die schwarz-gelbe Zukunft, dass auf einmal alle vergessen, dass Angie zur PRIVATEN VORSTELLUNG ihres Buches auf Sylt war, mit einem LEARJET DER FLUGBEREITSCHAFT.
Da redet dann keiner drüber. Ist ja nicht geklaut worden, oder ähnliches, und hat nur ein paar Tausend Euro mehr gekostet als der Dienstwagen, oder die Rente von Knake-Werner für ein paar Jährchen.
Bricky Merlon
am 28. Juli 2009, 23:19 #
Woher dieser “Hass” kommt kann ich nicht wirklich adäquat erklären.
Aus dem Bauch heraus würde ich vermuten, dass es eine Art “Hassliebe” ist:
Jeder verschmäht diese Art von Presse, aber Alle wissen Bescheid, was drin steht. ;-)
würgh
am 29. Juli 2009, 00:37 #
na woher wohl..du sagst es doch es steht nur mist in diesen blättern.
der witz ist aber das es genug idioten gibt die diese schmierblätter lesen sodas diese weiterhin ihren “journalistischen” schwachsinn verbreiten können und dafür auch noch geld kriegen.
zu dem der das mit merkel gebracht hat:
über helmut k. spendenaffäre regt sich auch niemand mehr auf…ein wunder auch das helmut k. nicht im knast sitzt so wie im deutschem recht vorgesehen.
m.m. nach sind ab einer bestimmten position politiker narrenfrei.
abgesehen davon wissen diese leute genau das sie mit uns machen können was sie wollen da von uns faulen deutschen eh keiner den arsch hochkriegt um was zu bewegen oder wenigstens den unmut zu zeiegn.
sowie in frankreich,schweden,dänemark etc.
am 29. Juli 2009, 07:39 #
Der Springer verlag hat sich schon so manches Ding geleistet. Wenn ich im Straßenverkehr genug schlimme Fehler mache verliere ich meinen F_Schein… warum kann dort gewissen Leuten nicht die Lizenz zum Schreiben entzogen werden? Warum dürfen die einfach tatsachen verdrehen und den “gemeinen Pöbel” (anders möchte ich die Leute nicht nennen die sowas wie bild, bz ruhigen gewissens lesen) gegen jeden x-beliebigen aufhetzen?
Pressefreiheit ist ja ne feine Sache aber nicht wenn mir eine Tageszeitung die informationen bewusst manipuliert serviert.
Drösel
am 29. Juli 2009, 10:25 #
Früher gab es den “Völkischen Beobachter” und den “Stürmer”. Beide hatten gewisse Aufgaben, die die Blätter auch treu erfüllten.
Heute erfüllen “B.Z.”, “Bild” und auch der “Berliner Kurier” ihre gewiss ganz anders gelagerten Aufgaben.
Das Motto ist halt “panem et circenses”.
Neieien, Druckerzeugnissen aus der Rudi-Dutschke-Straße (ja, diese Adresse teilt sich das Druckhaus für Angepasste Wahrheit und Volksver.. äh ..dummung mit der taz) kann man nicht als Volksverhetzung bezeichnen. Denn das wäre ja strafbar, und das kann nicht sein, daß da was strafbares geschieht, sind doch Stützen unserer Demokratie, diese Druckerzeugnisse.
(Ja, mir ist klar, daß das Klo-Blatt “Kurier” aus einem anderen Verlag kommt, das ändert aber nichts an der kurz unterhalb der Kanalisation anzusiedelnden Qualität)
hä?
am 29. Juli 2009, 10:59 #
“Früher gab es den “Völkischen Beobachter” und den “Stürmer”. Beide hatten gewisse Aufgaben, die die Blätter auch treu erfüllten.”
wie soll man den das verstehen???
stürmer und völkischer beobachter waren beseer oder wie?
klär mal auf bitte.
Drösel
am 29. Juli 2009, 12:38 #
> stürmer und völkischer beobachter waren beseer oder wie?
Äh, nee.
Du hast da was falsch verstanden.
Der “Stürmer” und der “Völkische Beobachter” waren (unter anderem) die Hetzmeuchelmordrechtfertigungswerkzeuge der damals herrschenden Klasse.
Den Rest reimste Dir aber bitte selber zusammen.
Sigurd
am 29. Juli 2009, 13:41 #
Hass auf die Springer Presse? Meiner Meinung nach eine leicht übertriebene Überschrift. Richtigen Hass auf die Springer Presse gab es bei den 68er Unruhen. Es dürfte allgemein bekannt sein, weshalb. Da der Latrinenjournalismus heute überall verbreitet ist, egal ob in Presse, Funk und Fernsehen, fallen die Schmierenblätter aus dem Hause Springer nicht mehr ganz so auf.
Seit in Deutschland das Privatfernsehen eingeführt wurde, ging es mit dem allgemeinen Anspruch schnell und rapide bergab. Da ist nichts peinlich genug, um nicht vor die Kamera gezerrt zu werden.
Selbst das Boulevardblatt mit 4 Buchstaben muss sich mächtig anstrengen, um da mitzuhalten.
Günther Wallraff hatte im Jahr 1977 ein Buch veröffentlicht, welches ich sehr empfehlen kann. Er hatte sich als Hans Esser in die Bildredaktion eingeschleust. Das Buch heißt:
Der Aufmacher, der Mann der bei „Bild“ Hans Esser war.
Leider ist mir nicht bekannt, ob es dieses Buch mittlerweile wieder in der Originalfassung gibt. Damals mussten viele Passagen aus diesem Buch nach einer einstweiligen Verfügung des Springer Verlages geschwärzt werden.
Ich hatte das große Glück eines der wenigen Originale zu erstehen.
Marion
am 29. Juli 2009, 13:59 #
Naja, sie titeln schon echt krass und übertrieben. Und doch steckt manchmal leiderder Ernst dahinter.
Sadam, verpiss Dich! war doch gar nicht schlecht ;)
am 30. Juli 2009, 07:12 #
“Sadam verpiss dich” war ja wohl das taktloseste was man schreiben konnte… Wie kann man das Oberhaupt eines Souveränen (wenn auch nicht freiheitlich vorbildich) Staates so ansprechen??? Der Irak wurde wegen falscher Verdachte angegriffen. Völkerrechtlich ist das absolut NICHT legitim. Das war ein Präventivschlag und die sind verboten (auch für die USA). Ich glaube nicht dass ich da noch weiter gehen muss. Schon allein dieser Titel hätte Anzeigen nach sich ziehen müssen. Ich kann auch nicht einfach zu jemandem den ich nicht selbst kenne “verpiss dich” sagen, das ist per Gesetz nicht erlaubt…
Oder hab ich an irgendeiner Stelle im Unterricht was verpasst??? Fällt so etwas ernsthaft noch unter Pressefreiheit????????
Schnitzelwagen deluxe
am 30. Juli 2009, 11:54 #
E s geht bei dieser Affäre ja offenbar um einen Betrag in der Größenordnung von 10.000 € – und eine Rente von weit über 1000 €? Das ist für den durchschnittlichen B.Z.-Leser natürlich schon viel Geld. Man darf nicht unterschätzen, dass viele Personen ohne akademischen Abschluss in ganz anderen Dimensionen denken – müssen – hinsichtlich Finanzen.
2step
am 30. Juli 2009, 12:28 #
Nun ja, Presse wird nunmal von Menschen gemacht, und andere Menschen liefern nur allzu oft Vorlagen, beschweren sich dann aber…
Kann mir gut Vorstellen, daß es bei Knake-Werner, die beim Thema Tempelhof eine nicht gerade rühmliche Rolle gespielt hat, da immernoch Mißstimmungen gibt, und das halt in die eine oder andere Schlagzeile mit einfließt – mag vielleicht nicht gefallen, wie auch das Verhalten von Knake-Werner, oder ihr Gesamtwirken, ist aber nunmal menschlich.
“Nicht weniger abstoßend die heutige Schlagzeile über Gesundheitsministerin Ulla Schmidt”
Wo ist da denn nun genau der fiese böse Hass ? Kann ich nicht wirklich entdecken, Hass sieht für mich anders aus.
Wenn man sich mal einige Kabarettisten zu uns “Pharma”-Ulla anhört, da könnte man evtl. auf Hass kommen, aber solange man nicht konkret nachgefragt hat, ein billige Unterstellung, von vieleicht noch billigeren Zeitgeistern.
Interessant auch, gern immer auf Niveau machen, aber dann doch die BZ oder Bild kaufen, lesen, zitieren, etc. – auch mit den immer gleichen abgegriffenen Begründungen, die mir jetzt auch keiner weiter erläutern braucht, da es mich eh nicht interessiert und es auch nicht lesen werde!
Da kann man halt nur seine Schlüsse daraus ziehen, und sagen, viel Spaß noch ihr Pappnasen, wenn ihr Euch mit solchem Rotz beschäftigt.
Wer Boulevard will, bitte, aber nicht mit mir.
am 30. Juli 2009, 14:34 #
Ich war ne ganze Weile sehr gut informiert was im Hetzblatt so drinstand… mein kollege gegenüber brachte es jeden MMorgen mit und las laut vor… Bin heilfroh dass ich diesen Schwachsinn nicht mehr hören muss er arbeitet woanders (der Wechsel hat nix mit seinen Lesegewohnheiten zu tun gehabt ;))
Wirklich schlimm ist nur, dass dadurch wahlberechtigten Bürgern Meinungen injiziert werden, die bei ernsthafter neutraler Berichterstattung vielleicht anders ausfallen würden. Ansonsten sind mir die Hetzparolen relativ wurscht, muss es ja nicht lesen.
Schnitzelwagen deluxe
am 30. Juli 2009, 14:46 #
warum kann dort gewissen Leuten nicht die Lizenz zum Schreiben entzogen werden?
Das sehe ich ganz genauso. Überhaupt sollte Leuten gar nicht erst erlaubt sein, ohne Lizenz zu schreiben und zu veröffentlichen. Da haben wir noch deutliche Gesetzeslücken! Jeder, der schreibt, sollte sich zudem regelmäßigen Kontrollen unterziehen müssen, ob er korrekt recherchiert und wahrheitsgemäß berichtet.
am 31. Juli 2009, 08:10 #
Danke weirdo!!! wenigstens einer der den slang rafft!!!! Es heißt natürlich DER Nter0ne.
Was alles korrekt und wahr ist, ist heutzutage schon unheimlich schwer nachzuweisen. Mir geht es darum dass in jenem Blatt die realität schon oft genug bis zur Unkenntlichkeit verdreht und verzerrt wurde, so dass der “Ausschließlich-Bild-Leser” schlichtweg ein falsches Bild von der Situation erhält. Es muss ja nicht immer so sein, dass blanke Lügen gedruckt werden (was auch schon vorkam), oft genug reicht es ja auch einfach gewisse Details auszulassen so dass ein Geschehnis im ganz falschen Licht erscheint. Derart manipulative Berichterstattung gehört meiner Meinung nach verboten!
Wenn ich mir die Parteizeitung der NPD durchlesen wollte, kann ich mich darauf einstellen, dass da vllt. nur die halbe Wahrheit drinsteht aber bei der auflagestärksten Tageszeitung im Lande sollte man doch eigentlich Objektivität und vor allem Verbundenheit zur Wahrheit erwarten können. Schade dass die Realität anders aussieht.
Man müsste eigentlich bei jeder nachweisbaren Falschmeldung oder unvollständigen Darstellung zu beschriebenen maßnahmen greifen.
ulla
am 31. Juli 2009, 10:19 #
Ich denke mal, wenn alle Leute, die von sich behaupten BILD und BZ weder zu kaufen noch beim Kollegen mitzulesen das auch wirklich täten, wären diese Blätter schon seit spätestens 1970 pleite.
Die Springer-Presse als solche allerdings nicht, denn da erscheinen ja u.a. auch so hochgeschätzte Erzeugnisse wie “Die Welt”.
…und, @NterOne, wenn sich jemand nur an einer Tageszeitung, egal welcher, orientiert und sein Wahlverhalten danach richtet, ist ihm sowieso nicht mehr zu helfen.
am 31. Juli 2009, 11:41 #
@ ulla
Recht hast du!
Leider sind auch solche Leute Wahlberechtigt … Sollte man vielleicht einen Wahl-Führerschein einführen um Leute vor politischen Dummheiten zu bewahren??? Wär doch schön wenn das Wahlvolk vor einer Wahl sein Wissen in einer Art VHS-Kurs auf den aktuellen Stand bringen könnte… ganz ohne Propaganda
ulla
am 31. Juli 2009, 11:57 #
…und wo nähmen Sie die absolut neutralen Dozenten für solche VHS-Kurse her?
Sigurd
am 2. August 2009, 21:02 #
Ich richte mein Wahlverhalten nicht nach einer Tageszeitung sondern, versuche die „Leistungen“ der Politiker/innen der letzten Jahre einzuordnen. Dies ist schwierig genug.
Tageszeitungen oder eben auch andere Medien transportieren immer eine subjektive Meinung über deren Objektivität sich jeweils trefflich streiten lässt. Ist dies verstanden worden? ;-))
Marco
am 3. August 2009, 11:14 #
Die Springer-Presse als solche allerdings nicht, denn da erscheinen ja u.a. auch so hochgeschätzte Erzeugnisse wie “Die Welt”.
Nun ja. Die Geschmäcker mögen verschieden sein.
In Berlin selbst erscheint leider keine wirklich rundum gute und umfassend informierende Zeitung. Das geringste Übel ist derzeit meiner Meinung der TAGESSPIEGEL, wär aber schön, wenn sich die BERLINER ZEITUNG inhaltlich wieder berappeln würde.
Zu schade, dass die beste aller Zeitungen in Deutschland ihr Berlin-Engagement vor 10 Jahren nach kurzer Dauer wieder eingestellt hat: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG